Weinreben pflanzen – Tipps zur Pflanzung und Pflege

14. Oktober 2017

Zu gutem mediterranen Essen gehört ein edler Tropfen in Rot oder Weiss. Doch wusstet ihr, dass ihr auch hierzulande eigene Weinreben pflanzen könnt? An Pergolen, Hauswänden oder auf schmalen Bettreifen entwickeln sich Weinreben erstaunlich gut. Als Kletterkünstlerin erobert die Weinrebe die Vertikale und löst so geschickt jedes Platzproblem. Die Früchte schmecken so gut, dass sie oft gleich vom Weinstock genascht werden. In diesem Beitrag erkläre ich, was Ihr bei Pflanzung und Pflege beachten müsst, wenn ihr eigene Weinreben pflanzen möchtet. 

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Weinreben pflanzen

Unter dem schönen Laubdach der Weinreben wachsen im Sommer die Weintrauben.

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Weinreben pflanzen – Tipps zur Pflanzung und Pflege

Viele Menschen wünschen sich einen eigenen Weinstock, denn saftig grüne Weinreben verleihen jeder Umgebung ein mediterranes Flair. So lassen sich durch Weinreben beispielsweise kahle Fassaden schmücken – auch im Topf ist der noch junge Weinstock eine schöne Zierde. Die selbst gepflanzten Reben bringen bei entsprechender Pflege schon nach kurzer Zeit die ersten süßen Trauben hervor, die sowohl pur verzehrt als auch für die Herstellung von Wein genutzt werden können. Allerdings müssen zu Beginn erst einmal die Reben gepflanzt werden und anschließend gut gedeihen.

Weinreben können unter anderem in Rebschulen erworben werden, doch auch einige Gartencenter und Baumschulen bieten entsprechende Pflanzen an, wenn ihr Weinreben pflanzen wollt. Allerdings sind nicht in allen Regionen in Deutschland Weinreben erhältlich, jedoch vor allem in den klassischen Weinbaugebieten, wie beispielsweise an der Mosel oder in Baden.

Worauf kommt es beim Kauf von Weinreben an?

Kauft man Weinreben, erhält man sie zumeist als sogenannte Topfreben. Das bedeutet, dass die jungen Pflanzen in Töpfen herangezogen werden. Die Anpflanzung ist grundsätzlich das ganze Jahr über möglich. Beim Kauf solltet Ihr besonders darauf achten, dass der verholzte Bereich der Rebe vollkommen gesund ist und keine Risse aufweist. Werft außerdem einen prüfenden Blick auf deren Dicke: Je dicker die verholzten Teile der Pflanze sind, desto stabiler wächst sie – und desto besser kann sie sich entwickeln.

Bei einem Großteil der im Handel erhältlichen Reben handelt es sich um Pflanzen, die auf einer robusten Unterlage veredelt worden sind und bereits meist ein Jahr lang im Freien gedeihen konnten, ehe sie in den Topf versetzt worden sind. Ideal ist, wenn die Pflanze bereits einige grüne Triebe besitzt, die sich dann in Kürze weiterentwickeln werden.

Verzichtet darauf, knorrig wirkende, ältere Reben im Handel zu kaufen, wenn ihr Weinreben pflanzen wollt. Diese Form wird häufig in Containern angeboten und zwar preislich recht günstig, ist aber dafür sehr anfällig für Mehltau.

Weinreben pflanzen

Immer wieder ein Wunder – junge Blätter wachsen aus dem knorrigen Holz der Weinreben.

Welche Weinsorte ist die richtige zur Pflanzung?

Es gibt eine große Anzahl verschiedener Weinsorten, die sich im Topf kultivieren lassen. Welche davon die richtige ist, kann jedoch gar nicht so einfach entschieden werden, denn hier kommt es unter anderem auf die Region an, in der man lebt. Nicht jede Sorte kommt mit jedem Klima zurecht, auch sind nicht alle Weinreben frosthart. Es zeigen sich selbstverständlich auch klare Unterschiede beim Geschmack und der Farbe der Trauben.

Ein besonders wichtiger Aspekt ist, dass die Reben gegenüber Pilzerkrankungen möglichst robust sind. Es kommt oft vor, dass im Handel erhältliche Reben anfällig für Pilze sind – lasst euch  sich hierzu am besten von einem Fachmann vor Ort beraten.
Für den Falschen Mehltau sind beispielsweise die Weinsorten Müller-Thurgau, Gutedel und Blauer Portugieser sehr anfällig. Einige moderne Züchtungen weisen inzwischen jedoch eine größere Widerstandsfähigkeit gegenüber Erkrankungen auf und sind daher zu bevorzugen.

Weinreben pflanzen – so geht ihr dabei vor

Grundsätzlich kann man das ganze Jahr über eine Weinrebe pflanzen – die einzige Voraussetzung dafür ist, dass sich das Klima für die jeweilige Sorte eignet und der Boden frei von Frost ist. Möchtet ihr die Rebe in den Boden pflanzen, muss dafür zunächst ein Loch ausgehoben werden. Dieses sollte mindestens 50 cm breit und tief sein. Lockert den Boden auf und prüft, ob eine Drainage erforderlich ist. Noch junge Pflanzen sind sehr empfindlich gegenüber Staunässe und benötigen daher eine sehr kontrollierte Bewässerung. Bringt zudem einen Pfahl zur Stützung der Weinrebe an, bis diese kräftig genug ist, um alleine zu stehen.

In das ausgehobene Loch wird zunächst etwas Feinerde gefüllt, welche die Basis darstellt. Darauf wird die Rebe gesetzt. Gießt die die Pflanze nun – je nach Größe – mit zwischen 5 und 10 Litern Wasser. Möchtet ihr mehrere Reben in einer Reihe nebeneinander wachsen zu lassen, solltet ihr ein Spalier anbringen und die jungen Triebe bereits direkt nach dem Einpflanzen daran befestigen.

Weinreben pflanzen

Auch blaue Trauben können hierzulande wachsen, wenn man Weinreben pflanzt.

Welcher Standort ist der richtige, um Weinreben zu pflanzen?

Bei einer Weinrebe handelt es sich um eine relativ anspruchsvolle Pflanze: Sie benötigt das richtige Klima und viel Sonne, um gut gedeihen zu können. Achtet beim Standort für die Weinrebe daher auf eine möglichst südlich ausgerichteten und warmen Platz. Ideal ist, wenn der Boden reich an Nährstoffen und ebenfalls warm ist, wenn ihr Weinreben pflanzen wollt.

Empfehlenswert ist, ein Substrat aus Blumenerde und gebrochenem Blähton oder Bimskies zu verwenden. Dieses sorgt dafür, dass die Erde nicht zu schnell zusammenfällt und die Wurzeln weiterhin gut belüftet werden. Alternativ könnt ihr einfach normale Kübelpflanzenerde verwenden. Möchtet ihr die Pflanze in einem Kübel kultivieren, bietet sich ebenfalls eine Drainageschicht aus Blähton oder auch aus Kies an. So erhalten die Wurzeln zwar genug Wasser, leiden aber nicht unter Staunässe.
Zwischen Mai und Juli solltet ihr regelmäßig einen Obstdünger verwenden, um das Wachstum der Pflanzen zu fördern. Auch großzügiges Gießen ist wichtig – im Wasser stehen darf die Rebe jedoch in keinem Fall.

So werden Weinreben geschnitten

Die noch jungen Reben sollte entweder Ende Februar oder im Sommer um rund die Hälfte der Größe gekürzt werden. Sofern die Pflanzen zu stark wachsen, sollte der Rückschnitt im Sommer erfolgen. Wächst die Rebe an einem Spalier, muss dieses vergrößert werden: Dies lässt sich beispielsweise mit Bambusstäben oder auch mit Schnur erreichen. Ende Februar könnt ihr die Reben dann noch einmal um die Hälfte des erneuten Zuwachses kürzen.

Weinreben pflanzen im Topf

Nicht jeder hat einen großen Garten oder größere Hauswände, um den Wein auszupflanzen. Doch Weinreben kann man auch in einen Topf pflanzen. Der Topf sollte hoch sein, damit der tief wurzelnde Wein genug Platz für seine Wurzeln hat. Besonders schön sind für Weinreben Terracotta Töpfe, die ein herrliches Flair verbreiten. Auch die Überwinterung muss bedacht werden. 

Die Überwinterung

Wenn ihr die Weinrebe in einen Topf pflanzt, ist die warme Jahreszeit irgendwann vorbei und der Winter nähert sich. Dann ist es Zeit, die Pflanzen vor Frost und Eis zu schützen. Containerreben werden am besten in einem Abstellraum oder in einem Keller untergebracht. Der Standort sollte trocken und kühler als 12 °C sein, allerdings benötigt der Topf stets genügend Feuchtigkeit. Sonst kann es passieren, dass die Rebe zu früh austreibt und die Triebe absterben. Sehr kalte Temperaturen gibt es in modernen, ausgebauten Kellern kaum noch – dieses Klima ist ideal für die Pflanze. Ungeheizte Keller und zugige, kalte Standorte sind jedoch nicht zur Überwinterung geeignet.

Möchtet ihr eure Pflanzen im Glashaus oder an einem anderen warmen Standort überwintern, ist dies grundsätzlich möglich, jedoch solltet ihr die Reben dann wieder früher ins Freie bringen. Optimal ist, sie bis Ende Februar im Haus zu lassen und dann wieder hinaus zu stellen. In keinem Fall sollten Sie Knospen zu früh bzw. bereits im Glashaus austreiben. Reben, die in Kübeln wachsen und bereits zeitig austreiben, solltet ihr frühestens zwischen April und Mai wieder nach draußen bringen. Ansonsten kann es passieren, dass die Triebe sehr empfindlich auf die Kälte reagieren und infolge dessen absterben.

Bei Reben im Garten können Sie ein Frostschutzvlies anbringen. Alternativ bietet es sich an, die Wurzeln mit etwas trockenem Laub oder auch Stroh zu bedecken, was ebenfalls vor Kälte schützt. Auch in den Wintermonaten müssen die Reben gegossen werden, da sie das ganze Jahr über auf ausreichende Feuchtigkeit angewiesen sind.

Fotos: Dr. Dominik Große Holtforth 

SV 863

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Über den Autor:
post@mein-mediterraner-garten.de

Dr. Dominik Große Holtforth ist Experte für mediterrane Pflanzen und Gärten. Wenn ihr eine persönliche Beratung zur Pflege oder zum Schneiden wünscht, könnt ihr hier eure Frage stellen, der gerne und kurzfristig weiterhilft. Auch in seinem wöchentlichen Newsletter berichtet Dr. Große Holtforth über die mediterrane Pflanzenpflege. Hier geht es zur Anmeldung, die natürlich kostenlos und unverbindlich ist. 

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