Die Sternwinde Ipomoea iobata – die Blütenpracht der „Spanischen Flagge“

9. November 2017

Die Sternwinde ist unter den Winden eine der schönsten. Ihre gelb bis rot blühenden Blüten geben ein herrliches Farbspiel und haben ihr zum Beinamen „Spanische Flagge“ verholfen. In diesem Beitrag findet ihr hilfreiche Informationen, wenn ihr die Sternwinde pflanzen und pflegen wollt. 

Wenn ihr weitere Fragen habt oder eine individuelle Beratung wünscht, könnt ihr euch gerne am Ende des Beitrags melden. 

Sternwinde Ipomoea iobata

Im Spätsommer beschert die Sternwinde üppige Blütenpracht.

Wissenswertes zur Sternwinde

Winden sind schnell wachsende und kletternde Pflanzen, die in „Windeseile“ jede sich bietenden Kletterhilfe erobern. Die Geschwindigkeit des Wachstums macht die Winden zu einer kurzlebigen Pflanze. Sie wachsen hierzulande meistens als einjährige Pflanzen, denn sie sind nicht winterhart. Eine Kübelkultur ist auch möglich, da sie aber gut und zuverlässig aus Samen gezogen werden können und schnell wachsen, ist die einjährige Kultur am effektivsten. 

Sternwinde ipomoea iobata

Die von unten nach oben in der Farbe changierende Blüte macht die Sternwinde zu einer ganz besonderen Kletterpflanze.

Botanisch heißt die Sternwinde Ipomoea iobata und zeigt damit ihre Verwandtschaft mit der Prunkwinde (Ipomoea purpureia) mit ihren tiefblauen großen Blüten. Ihre Herkunft macht die Sternwinde zu einem Kinder der Tropen, sie stammt aus dem tropischen Amerika, vor allem in Mexiko ist sie zu finden. Hierzulande wächst sie nicht ganz so hoch wie in den Tropen, kann aber durchaus mehrere Meter erklimmen. Sie ist nicht winterhart und benötigt eine Kletterhilfe, die man gleichzeitig einsetzen kann, um das üppige Wachstum in Bahnen zu lenken. 

Auch wenn die Blüte die Hauptattraktion ist, ist auch das Laub ebenfalls sehr ansehnlich. Es wächst dreilappig wechselständig an den Trieben der Prunkwinde und hat eine elegante Lilienform. Aber natürlich wartet das Gärtnerherz im Frühjahr sehnsüchtig auf die wirklich besonderen Blüten. Ihr müsst euch aber ein wenig gedulden, denn erst im Juni geht es mit der Blüte richtig los. Dafür kann sie bis in den September oder Oktober reichen und euren Garten, Terrasse oder Balkon verzaubern. Die Blüte ist -ähnlich wie das Wandelröschen– ein Farbwechsler. Die Farbe der an langen Blütenständen wachsenden Einzelblüten verändert sich vom leuchtenden Rot zum hellen Gelb, das kurz vor dem Verblühen erscheint. Diese spanischen Farben in Verbindung mit dem flaggenförmigen Wuchs der Blüten sind auch der Hintergrund für die Bezeichnung „Spanische Flagge„. Ungewöhnlich ist auch, dass sich die Blüten von unten nach oben entwickeln. 

Sternwinde Ipomoea iobata

Blütenpracht bis in den Herbst – die Sternwinde

Pflanzung und Pflege bei der Sternwinde

Die Überwinterung der Sternwinde erfolgt in Samenform, so dass der Jahreszyklus mit der Aussaat beginnt. 

Sternwinden-Samen aussäen

Die Aussaat der Sternwindensamen erfolgt je nach Region im März (in milden Regionen) oder April (in kühleren Regionen), damit die Pflanzen bei einer gewissen Größe und Kräftigkeit Mitte oder Ende April bis Anfang Mai -also nach dem Frost- ins Freiland können. Für die Aussaat werden die Samenkörner zunächst ca. 3 Stunden im Wasser vorgequellt. Danach steckt ihr sie ca. 0,5 cm tief in durchlässige Anzuchterde. Ein guter Platz für die Aussaattöpfchen ist ein warmes südliches Fenster, wo direktes Sonnenlicht auf die Erde fällt. Die Temperatur ist im warmen Bereich der Zimmertemperatur, also bei 18° bis 20° C. Nach ca. zwei Wochen sollten sich die jungen Sternwinden zeigen und rasch an Höhe gewinnen. Ab einer Höhe von ca. 10 cm sollte die Pflanze schon eine erste Kletterhilfe erhalten. Es reicht aber ein Stab, an dem sie sich hochwinden kann. 

Sternwinden ins Freiland pflanzen 

Wenn die Frostgefahr vorüber ist, kann die Sternwinde ins Freie gebracht und gepflanzt werden. Ihr könnt die wunderschöne Kletterpflanze also in größere Töpfe setzen oder ins Beet pflanzen. Für die Töpfe spricht, das ihr die Sternwinde damit hoch stellen könnt, um sie effektiv vor Schnecken zu schützen. Diese haben nach meiner Erfahrung nämlich besonderen Appetit auf Windenblätter. Der Boden oder die Pflanzende sollten nährstoffreich sein, denn die Spanische Flagge braucht für ihre rasche Expansion ausreichend Nährstoffe. Damit sie dort wächst, wo ihr sie sehen könnt und haben wollt, ist die Platzierung an einem Rankgitter, einem Zaun oder einer ähnlichen Klettergrundlage sinnvoll. 

Die Sternwinde gießen und düngen

Wenn ihr die jungen Sternwinden in Töpfe pflanzt, müsst ihr die Pflanzen regelmäßig gießen und ab ca. sechs Wochen nach der Pflanzung auch düngen. Der Wasserbedarf ist nennenswert, so dass ich meine Winden mit einer Unterschale gießen. Diese kann man gerade an warmen und sonnigen Tagen mit Wasser füllen. Am nächsten morgen haben die weichen und großen Blätter der Winde das Wasser in der Regel komplett verdunstet. Dann müsst ihr wieder nachfüllen. 

Einmal die Woche sollte die Sternwinde mit einem Kübelpflanzendünger gedüngt werden. Bei der Düngung sollte man sich an den Vorgaben des Herstellers orientieren. Wenn an den Blättern braune Ränder auftauchen, dann liegt eine Überdüngung vor, die natürlich vermieden werden sollte. 

Sternwinden überwintern

Die Sternwinde verträgt keinen Frost. Wenn ihr sie in einen Topf gepflanzt habt, könnt ihr versuchen, sie warm und hell zu überwintern. Ein mild-temperierter Wintergarten oder Platz an einem hellen Fenster in der Wohnung ist für die Überwinterung geeignet. Dann muss man noch mit den üblichen Problemen wie Schädlingsbefall oder Lichtmangel zurecht kommen. Ehrgeizige Exotengärtnerinnen und -gärtner sollten es einmal versuchen, die Pflanze durch den Winter zu bekommen. Allen anderen bleibt die gute Möglichkeit, die Pflanze im nächsten Frühjahr wieder auszusäen. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

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Über den Autor:
post@mein-mediterraner-garten.de

Dr. Dominik Große Holtforth ist Experte für mediterrane Pflanzen und Gärten. Wenn ihr eine persönliche Beratung zur Pflege oder zum Schneiden wünscht, könnt ihr hier eure Frage stellen, der gerne und kurzfristig weiterhilft. Auch in seinem wöchentlichen Newsletter berichtet Dr. Große Holtforth über die mediterrane Pflanzenpflege. Hier geht es zur Anmeldung, die natürlich kostenlos und unverbindlich ist. 

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