Speerblume Doryanthes palmeri – Sukkulente mit flammenden Blüten

12. August 2018

Die Speerblume Doryanthes palmeri ist eine aus Australien stammende Zierpflanze, die eine besonders beeindruckende Blüte aufweist. Als Sukkulente ähnelt sie der Yucca und ist pflegeleicht. Bei der Blüte hat sie aber viele Gemeinsamkeiten mit der Agave – sie blüht nur einmal in ihrem Leben. Wie sie gepflegt werden muss, zeige ich euch in diesem Sukkulentenportrait. 

Doryanthes palmeri

Der prächtige Blütenstand von Palmer’s Speerblume – gesehen im botanischen Garten Wien-Schönbrunn

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Wissenswertes zu Doryanthes palmeri

Die Speerblume ist eine mächtige Blattstaude, die aus dem östlichen Australien stammt. Als genaues Verbreitungsgebiet werden Queensland und New South Wales angegeben. Neben der deutschen Bezeichnung Speerblume findet man gelegentlich auch Flammenlilie als Trivialnamen. Doryanthes palmeri ist neben D. excelsa eine von zwei Arten der Gattung Doryanthes. Das Artepitheton „palmeri“ ehrt den englischen Botaniker und „Pflanzenjäger“ Edward Palmer, der von 1831 bis 1911 gelebt hat. Entsprechend liest man im Deutschen gelegentlich von „Palmer’s Speerblume“. 

Doryanthes palmeri

Ihr Blattschmuck ist erstaunlich – die Speerblume.

Wuchs und Blüte

Die Speerblumen zählen zu den agavenartigen Pflanzen, wobei ihr Aussehen eher an die Yucca erinnert. Es ist eine sukkulente Blattstaude, die sehr robust ist. Ihre unterirdischen knollenförmigen Speicherorgane ermöglichen auch einen Wiederaustrieb etwa nach einem Buschfeuer. Die Dimensionen der Speerblume sind beträchtlich: Sie erreicht einen Umfang und eine Höhe von 2 bis 3 Metern. Die Blätter sind sehr lang, schmal und rosettenförmig angeordnet. 

Doryanthes palmeri

Der Blütenstand ist ca. 40 cm hoch und besteht aus zahlreichen Einzelblüten.

In mehrfacher Hinsicht spektakulär ist die Blüte der Speerblume. Sie erscheint sehr selten und leider erst nach 10 oder 15 Jahren. Zunächst bildet sich ein langer und schmaler Blütenstand. Dieser hat aufgrund seiner Ähnlichkeit zu einem Speer der Pflanze den deutschen Namen verschafft. Die Wartezeit auf die Blüte lohnt sich aber, denn es erscheint danach Blütenstand mit zahlreichen roten Einzelblüten, die als Knospe eine gelb-orangefarbene Basis haben. Leider ist das Leben der Speerblume nach der Blüte besiegelt: die Staude stirbt ab. Aber wie bei der Agave wachsen aus Kindeln neue Pflanzen. 

Bestäubung der Blüte

Auf Samen wird man allerdings hierzulande lange warten müssen, denn die Doryanthes palmeri wird von Vögeln bestäubt, die hierzulande nicht vorkommen. Die Pflanze bietet ihren Bestäubern nicht nur besonders viel Nektar, sondern auch Möglichkeiten zu landen und zu sitzen. Solche Pflanzen wie die Speerblume werden passenderweise „Sitzvogelblumen“ genannt. 

Doryanthes palmeri

Meist muss man in einen botanischen Garten gehen -wie hier in den wunderschönen Garten Wien-Schönbrunn, um die Speer- oder Flammenlilie zu sehen.

Die Pflege der Speerblume

Es braucht Platz und Ausdauer die Speerblume zu kultivieren. Aber besonders ambitionierte Sammler sollten sich dieses Vergnügen nicht nehmen lassen. Die Pflege ist nicht kompliziert und beginnt mit der Aussaat. 

Aussaat

Wer eine Speerblume kultivieren möchte, kann das am Besten über die Aussaat von Samen tun, die man im Saatgut-Handel beziehen kann. Vor dem Keimen kann man die Samen einige Stunden bis zu einem Tag ins Wasser legen. Danach legt man sie auf oder unter Anzuchtsubstrat. Der Topf wird warm aufgestellt und idealer Weise mit einer Folie abgedeckt, damit die Luftfeuchtigkeit erhalten bleibt. Je nach Keimfähigkeit der Samen wird man schon bald kleine Speerlilien-Pflanzen bewundern können. 

Standorte für die Speerblume

Doryanthes palmeri ist nicht winterhart und muss bei uns als Kübelpflanze gehalten werden. Von Mai bis Oktober kann und sollte sie draußen stehen. Dort ist der Standort natürlich sonnig und schön warm, das hilft ihr beim Wachstum. Im Winter kann sie kühl und hell überwintern. Das Winterquartier ist also typisch für mediterrane Pflanzen und hat Temperaturen zwischen 5° und 10° C. Eine Lichtquelle braucht die immergrüne Blattpflanze im Winter auch. Das kann ein großes südlich ausgerichtetes Fenster oder eine Pflanzenlampe* sein. 

Gießen und Düngen

Der Wasserbedarf der Speerblume liegt im mittleren Bereich, was für eine Sukkulente eher untypisch ist. Das Substrat sollte stets im mittleren Bereich feucht gehalten werden. Guter Wasserabfluss muss aber gewährleistet sein, denn ansonsten entsteht Staunässe, die nicht vertragen wird. 

Als Dünger kann ein Kübelpflanzendünger oder ein Spezialdünger für Sukkulenten verwendet werden. In der Wachstumszeit von Mai bis August reicht eine 14tägige Düngung. 

Topf und Erde

Als Erde ist ein Gemisch aus lockerer, möglichst torffreier Pflanzerde und lehmhaltiger Gartenerde hilfreich. Wie immer solltet ihr an eine ausreichende Drainage denken. Dazu kann man Schotter oder Kies untermischen. Beim Umtopfen müsst ihr sehr vorsichtig sein, damit ihr die Knolle nicht beschädigt. Deshalb reicht es auch aus, wenn die Speerblume lediglich alle 2 bis 3 Jahre umgetopft wird. Der ideale Zeitpunkt für das Umtopfen ist das frühe Frühjahr. 

Überwinterung

Die Überwinterung ist unkompliziert, sofern der Winterstandort die Ansprüche von Doryanthes palmeri erfüllt. Da sich die Pflanze bei niedrigeren Temperaturen in der Winterruhe befindet, reicht es das Substrat leicht feucht zu halten. Im Winterquartier solltet ihr auf Schädlingsbefall achten. Hier können insbesondere Schildläuse auftreten. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

Literatur: Rob Herwig – das praktische Handbuch der Zimmerpflanzen, München 1987 

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Über den Autor:
post@mein-mediterraner-garten.de

Dr. Dominik Große Holtforth ist Experte für mediterrane Pflanzen und Gärten. Wenn ihr eine persönliche Beratung zur Pflege oder zum Schneiden wünscht, könnt ihr hier eure Frage stellen, der gerne und kurzfristig weiterhilft. Auch in seinem wöchentlichen Newsletter berichtet Dr. Große Holtforth über die mediterrane Pflanzenpflege. Hier geht es zur Anmeldung, die natürlich kostenlos und unverbindlich ist. 

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