Der Rizinusbaum Ricinus communis

30. September 2017

Der Rizinusbaum, der im deutschen auch Wunderbaum genannt wird, ist eine exotische Pflanze, die in vielen Gärten und Wintergärten zu Hause ist. Ihr Öl, das berühmte Rizinusöl, hat viele positive Eigenschaften. Der wesentliche Grund, die Pflanze zu halten, ist aber ihr exotisches Aussehen. In diesem Beitrag möchte ich den Rizinusbaum vorstellen und erklären, wie er gepflanzt und gepflegt werden kann. 

Wenn ihr weitere Fragen habt oder eine individuelle Beratung wünscht, könnt ihr euch gerne am Ende des Beitrags melden. 

Rizinusbaum

Weit ausladende, exotisch wirkende Blätter und rote Sternfrüchte – das sind die Merkmale des Rizinusbaums.

Wissenswertes zum Ricinus communis

Der Rizinusbaum ist eine tropische bis subtropische Pflanze. Botanisch gehört die Gattung Ricinus, die mit Ricinus communis nur eine Art besitzt, zu den Wolfsmilchgewächsen. Ihre Samenenschalen sind sehr giftig. Verantwortlich ist das in den Schalen enthaltene Rizin. Aus den Samen selbst wird aber auch Öl gepresst, das ungiftig ist und in vielen medizinischen oder technischen Anwendungen genutzt werden kann. Am bekanntesten dürfte sicher das zur Abführung verwendete Rizinusöl sein.  Es ist keine Überraschung, dass der Rizinusbaum schon lange Gast in auf Heilpflanzen ausgerichteten Botanischen Gärten wie etwa dem Botanischen Garten in Padua ist.

Rizinusbaum

Im Mittelmeerraum wird der Rizinusbaum ohne weiteres mehrere Meter hoch.

Herkunft und Erscheinung des Ricinus communis

Der Rizinusbaum ist nicht winterhart und wird daher hierzulande häufig als einjährige Beet- und Balkonpflanze gehalten. In seiner tropischen Heimat -die Ursprünge liegen im nördlichen Afrika- ist er mehrjährig und kann sehr schnell sehr hoch werden. Als Höhenrekord werden bis zu 13 Metern angegeben. Dieses rasante Wachstum hat dem Rizinusbaum vor dem Hintergrund einer biblischen Geschichte zum Propheten Jona auch seinen „Zweitnamen“ Wunderbaum eingebracht. 

Heute ist der Rizinusbaum in allen tropischen Regionen der Welt verbreitet und wird dort als Zier- und Nutzpflanze kultiviert. Attraktiv sind seine sternförmig und tief gezackten Blätter, die eine rot-grüne Färbung aufweisen. Aus den unscheinbaren Blüten entstehen später Kapselfrüchte, die ebenfalls sternförmige Hüllen haben, die leuchtend rot sind. Die Kombination der rötlichen Blätter mit diesen Kapselfrüchten macht sicher den besonderen Reiz des Wunderbaums aus. Die krautig wachsende Pflanze braucht aber auch etwas mehr Platz als sonstige Beet- und Balkonpflanzen. Einjährig wird sie ein bis zwei Meter hoch und wächst ausladend. Somit ist sie die ideale Leitpflanze in einer Rabatte mit blühenden Sommerblumen. 

Die Pflege beim Rizinusbaum

Die Pflege des Wunderbaums ist nicht sehr kompliziert, orientiert man sich an den tropischen Bedingungen seiner Heimatregion. Sicher entscheidend für die Pflege ist die Grundsatzentscheidung, ob man die Pflanze dauerhaft im Kübel oder als einjährige Pflanze im Beet kultiviert. Für die Kübelhaltung spricht die Freude an einer mehrjährigen Pflanze, dagegen sicherlich das Größenwachstum. Eine dritte Möglichkeit ist die jährliche Vermehrung über die Samen, bei denen aber aufgrund des hohen Giftgehalts besondere Vorsicht angebracht ist. 

Rizinusbaum

Der Standort im Sommer

Als „Kind der Tropen“ braucht der Rizinusbaum einen vollsonnigen und warmen Standort. Der hohe Platzbedarf wurde bereits angsprochen, diese Pflanze braucht einfach einen ausreichend große Bühne um ihre Wirkung zu entfalten. Der Boden im Garten sollte nährstoffreich, aber auch durchlässig sein. Sie hat in ihrem Stoffwechsel und Habitus eine gewisse Ähnlichkeit zur Engelstrompete, allerdings fehlt die Verfolgung. Dennoch bietet die Engelstrompete Orientierung für Standortwahl und Pflege. Die Pflanzung erfolgt nach dem Frost, frühestens also im April, spätestens im Mai. Die Freilandsaison für den Rizinusbaum endet meistens im November, spätestens im Dezember.

 Gießen und Düngen

Der Rizinusbaum ist ohne Zweifel an Starkzehrer mit einem intensiven Stoffwechsel. Die großen Blätter mit ihrer eher weichen Oberfläche verdunsten viel Wasser, so dass regelmäßiges Gießen ein wichtiger Pflegebeitrag ist. Allerdings erlaubt die Anpassung der Pflanze auch Trockenphasen, in denen das Wachstum dann aber eingeschränkt ist. Als ausgepflanzte Leitpflanze in Blumenrabatten sollte der Rizinusbaum regelmäßig gegossen werden, vor allem wenn es im Sommer heißer und trockener ist. So bleiben die markanten Blätter lange beeindruckend und auch die nicht minder markanten Samenkapseln bilden sich und ihre leuchtend rote Farbe. 

Ricinus communis benötigt für deutliches Wachstum ausreichende Nährstoffe. Ausgepflanzt bezieht sie diese aus einem guten und durchlässigen Gartenboden. Vor der Pflanzung sollte dieser mit einem organischen Langzeitdünger wie etwa Hornspäne mit Nährstoffen ausgestattet werden. Wächst der Wunderbaum in einem Kübel oder Topf dann ist eine regelmäßige, dh. wöchentliche Düngung mit einem Kübelpflanzendünger sinnvoll. Die Düngezeit entspricht der Vegetationszeit von Mai bis August. Die Dosierung sollte stets den Angaben des Herstellers folgen. 

Die Überwinterung beim Rizinusbaum

In der Regel wird der Rizinus als einjährige Sommerpflanze eingesetzt. Vorgezogene Pflanzen kann man in Gärtnereien und Gartencentern kaufen. Im Herbst wird die Pflanze dann auf den Kopf oder in die Biotonne gegeben. Allerdings könnt ihr den Wunderbaum auch im Kübel überwintern. Dazu entfernt man den oberen Teil der Pflanze, der abstirbt, und entsorgt ihn auf dem Kompost oder in der Bio-Tonne. Der Topf mit den Wurzeln kann in einem kühlen und hellen Winterquartier überwintert werden. In der Regel reicht dort die Restfeuchte in der Erde, um die Wurzeln gesund und kräftig zu halten. Ab ca. März und frostfreiem Wetter kann man den Rizinusbaum wieder nach draußen stellen. Dort führen warme und sonnige Verhältnisse sowie wieder mehr Wasser und etwas Dünger zum Austrieb des Wunderbaums. Noch schneller geht der Wiederaustrieb unter Glas in einem Wintergarten oder Gewächshaus. 

Das Umtopfen beim Rizinusbaum

Wenn der Wunderbaum regelmäßig im Kübel überwintert, muss man ihn auch regelmäßig umtopfen. Die Erde ist durchlässig, locker und nährstoffreich. Am Besten nimmt man eine gute Pflanzerde, die man mit einem Drainagematerial und Kokosfasern zur Sicherstellung der Durchlässigkeit mischt. Natürlich muss der Topf ein Abflussloch haben, um Staunässe zu verhindern. 

Den Rizinusbaum schneiden? 

Da die oberen Teile der Pflanze bei Kälte  absterben, ist ein Schnitt beim Rizinusbaum nicht erforderlich. Allerdings muss man die abgestorbenen Teile im Herbst entfernen. Ein unterjähriger Schnitt im Sommer würde die schöne Struktur von Ricinius communis belasten und sollte daher unterbleiben. 

Text und Fotos: Dr. Dominik Große Holtforth

 

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Über den Autor:
post@mein-mediterraner-garten.de

Dr. Dominik Große Holtforth ist Experte für mediterrane Pflanzen und Gärten. Wenn ihr eine persönliche Beratung zur Pflege oder zum Schneiden wünscht, könnt ihr hier eure Frage stellen, der gerne und kurzfristig weiterhilft. Auch in seinem wöchentlichen Newsletter berichtet Dr. Große Holtforth über die mediterrane Pflanzenpflege. Hier geht es zur Anmeldung, die natürlich kostenlos und unverbindlich ist. 

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