Wo ist die Pinie winterhart? Antworten und Alternativen

Ob die Pinie winterhart ist, wird sich so mancher fragen, der einen mediterranen Garten anlegen möchte. Neben Zypressen und Olivenbäumen ist die Pinie sicherlich der Leitbaum des Mittelmeerraums. Wo im deutschsprachigen Raum die Pinie winterhart ist, möchte ich in diesem Beitrag zeigen. Zugleich zeige ich Alternativen, wenn es für den mächtigen Mittelmeerbaum zu kalt sein sollte. 

Pinie winterhart

Große Pinien mit ihren schirmartigen Kronen geben so manchem Grundstück am Meer nicht nur Flair sondern auch den nötigen Schatten.

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Wissenswertes zur Pinie

Wenn wir von Pinie sprechen, ist damit die Art Pinus pinea gemeint, die im deutschen schlicht Pinie heisst. Weitere Trivialnamen sind

  • Nusskiefer
  • Mittelmeer-Kiefer
  • Schirmkiefer.

Sie gehört zu den Pinaceae, den Kiefergewächsen, und ist im nördlichen Mittelmeergebiet von der iberischen Halbinsel bis in die Türkei und sogar noch am Schwarzen Meer anzutreffen. Ihre Hauptverwendung sind heute die schmackhaften Pinienkerne, die aus den Pinienzapfen gewonnen werden. Pinienzapfen sind ein altes mediterranes Symbol für Auferstehung und Unsterblichkeit. Kein Wunder, dass der Terracotta-Pinienzapfen das berühmteste dekorative Element im mediterranen Garten ist. 

Pinie winterhart Pinienzapfen

Symbol der Ewigkeit – der Pinienzapfen in Terracotta.

Wuchs und Merkmale der Pinie

Die Pinie kann an ihren natürlichen Verbreitungsorten ein stattlicher Baum von bis zu 25 oder 30 Metern werden. Meistens bildet sie mehrere Stämme aus, die elegant nach oben gebogene Äste wachsen lassen. Diese tragen dann die berühmte Schirmkrone, die aber erst im höheren Alter von etwa 50 Jahren die typische flachere Form bildet. Vorher ist die Pinienkrone eher rundlich. Die Nadeln werden bis zu 20 cm lang und wachsen üppig an den Astenden. Sie werden höchstens vier Jahre alt und fallen dann ab.

Das führt zu einer dichten Nadelschicht unter den Bäumen, die leider leicht entzündlich ist und häufig zu Bränden in Pinienwäldern führt. Auch wenn Brände in Zeiten zunehmender Trockenheit ein immer größer werdendes Problem sind, können sich ältere Pinien vom Feuer schnell wieder erholen. Dennoch darf in Pinienwäldern kein offenes Feuer entfacht werden. Zur Entzündlichkeit tragen auch die Harzdrüsen an den Nadeln bei, die zugleich aber auch für das würzige Aroma sorgen, das Pinienwälder verbreiten. 

Pinie winterhart

Pinien sind robust und anspruchslos und sorgen so für herrliche Landschaftsbilder z.B. an schroffen Felsküsten am Mittelmeer.

Pinienzapfen und Kerne

Pinien sind einhäusig, das heisst, dass beide Geschlechter „in einem Haus wohnen“, also auf einer Pflanze vorkommen. Entsprechend gibt es männliche und weibliche Blütenzapfen. Die männlichen bilden Pollen, die wiederum die weiblichen Zapfen bestäuben. Im Ergebnis werden die weiblichen Zapfen reif und fallen zu Boden. Die Pinie lässt sich sehr viel Zeit mit der Verbreitung ihrer Samen. Die Befruchtung erfolgt erst zwei Jahre nach der Bestäubung, danach reifen die Samen und werden erst im vierten Jahr nach der Bestäubung aus dem Zapfen entlassen.  

Pinie winterhart

Die Krone bei jüngeren Bäumen ist noch rundlich, wird aber später schirmförmig.

Ist die Pinie winterhart – es kommt drauf an …

Ein so attraktiver Baum wie Pinus pinea vermittelt ein wunderbares mediterranes Flair. Die Krone, die dichten immergrünen Nadeln sind zudem eine wunderbare Kulisse für andere mediterrane Pflanzen und Gartengestaltungen. Doch all das ist nur möglich, wenn die Pinie winterhart ist und/oder gut überwintert werden kann. 

Pinie winterhart

Pinien gehören zu einer mediterranen Traumkulisste unbedingt dazu – wie hier in Sainte Maxime an der Cote d’Azur.

Herausforderung bedingte Winterhärte bei der Pinie

Wer hierzulande nach Pinienwäldern sucht, wird sicher nicht fündig. Die Pinie ist eine wärmeliebene Pflanze, die sich zudem auch auf Trockenheit spezialisiert hat. Da sie aber als „Allrounderin“ und Pionier im Mittelmeerraum auch Höhenlagen in Angriff nimmt, kann sie kurzfristig kältere Temperaturen aushalten. Das führt dazu, dass die Pinie in wintermilden Regionen winterhart sein kann, sofern sie dort moderat feucht gehalten werden kann. Weder zuviel noch zu wenig Feuchtigkeit tut ihr gut. 

Pinie winterhart

Sehr alte Pinien sind mächtige Bäume, die sehr tief wurzeln.

Angaben zum Temperatur-Minimum der Pinie schwanken deutlich. Von bis zu -15° Frosttoleranz wird berichtet. Ich kann nicht ausschließen, dass alte Bäume an ansonsten sehr günstigen Standorten tatsächlich so niedrige Temperaturen aushalten. Aber sicher schaffen Sie keine längeren Frostperioden unter -5° C. Insbesondere gefährdet sie ein Phänomen, das typisch für immergrüne Pflanzen im Winter ist. Wenn es bei gefrorenem Boden aufgrund einer stärkeren Sonne zu Erwärmung der Nadel kommt, kann die Pflanze kein Wasser verdunsten und vertrocknet. Insofern muss die Pinie im Winter draußen auch vor kalter Morgensonne geschützt werden. Das geht am Besten, wenn man die Pinie in einen Topf pflanzt.

Pinie winterhart

Mehr als nur mediterrane Kulisse – die Pinie

Wo die Pinie winterhart ist

In besonders milden Gegenden wie dem Niederrhein oder dem Südwesten und auch in Weinbaugebieten kann die Pinie draußen überwintern. Im Topf könnt ihr sie dann ans Haus stellen. Den Topf solltet ihr mit einer Isolierschicht versehen und in ein Vies oder Sackleinen eingepacken. Der Platz am Haus sorgt dafür, dass weder zuviel Nässe noch zuviel Kälte an die Pinie kommt.

Pinie winterhart

Dort, wo es warm und sonnig ist, erreicht die Pinie beeindruckende Dimensionen.

Die Pflege der Mittelmeerpinie

Wenn der Standort passt, ist die Pinie pflegeleicht und ein dankbarer immergrüner Kübelbaum.

Gießen und Düngen

Auch wenn die Pinie im Mittelmeerraum an trockene Bedingungen gewöhnt ist, sollte man sie im Kübel stets leicht feucht halten. Der Kübel verhindert, dass sie in die Tiefe wurzelt, so dass sie auf regelmäßige Wasserzufuhr angewiesen ist. Allerdings sollte sie nicht nass, sondern nur moderat feucht gehalten werden.

Alle 14 Tage solltet ihr die Pinie in der Wachstumszeit mit einem Volldünger versorgen. Gut geeignet sind Kübelpflanzendünger in Pulverform, der im Gießwasser aufgelöst werden kann.

Pinie winterhart

Typisch bei der Pinie ist die Schirmform der Krone.

Die Überwinterung bei der Pinie

Da auch die Pinie bei geringeren Temperaturen und weniger Licht im Winter „Pause“ von der Vegetation macht, braucht sie nur noch wenig Wasser und keinen Dünger mehr. Die Erde sollte nur leicht feucht gehalten werden. Auf Dünger solltet ihr verzichten.

Wenn ihr die Pinie in einer eher kalten Gegend halten wollt, benötigt ihr für die Überwinterung ein sehr helles und kühles Winterquartier. Dort gedeiht die Pinie bei um die 5° C recht gut, wächst aber erst wieder, wenn sie im Frühjahr zurück nach draußen gestellt wir.

Umtopfen und Erde

Wenn die Standortbedingungen gut sind und die Pinie winterhart ist, wächst sie gleichmäßig und gut. Dann könnt ihr sie jährlich oder alle zwei Jahre umtopfen. Der Topf sollte in kleinen Schritt von 4 cm im Durchmesser mitwachsen. Die Erde ist durchlässig aber auch strukturstabil. Gut geeignet ist eine Kübelpflanzenerde, der man Drainagematerial wie Kies, Schotter oder Poroton untermischt. Schwerpunkt des Drainagematerials sollte das untere Drittel des Topfes sein.

Alternativen zur Pinie

Wer einen großen Nadelbaum bevorzugt und in einer eher kalten Region im Osten oder  Südosten wohnt, wird mit der Pinie im Topf nicht ganz so glücklich. Glücklicher Weise gibt es wie bei der Zypresse eine Ersatzpflanze. Die Schwarzkiefer sieht der Pinie recht ähnlich und ist hierzulande ohne Probleme heimisch. Auch kann man sie durch Schnitt in Pinienform bringen, was sie noch attraktiver macht. Eine gute Möglichkeit, den mediterranen Garten noch mediterraner zu machen. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

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Über den Autor:
post@mein-mediterraner-garten.de

Dr. Dominik Große Holtforth ist Experte für mediterrane Pflanzen und Gärten. Wenn ihr eine persönliche Beratung zur Pflege oder zum Schneiden wünscht, könnt ihr hier eure Frage stellen, der gerne und kurzfristig weiterhilft. Auch in seinem wöchentlichen Newsletter berichtet Dr. Große Holtforth über die mediterrane Pflanzenpflege. Hier geht es zur Anmeldung, die natürlich kostenlos und unverbindlich ist.