Die mediterranen Pflanzen der Bibel – Olive, Feige, Granatapfel & Co.

Die Pflanzen der Bibel zeigen, wie wichtig Pflanzen und deren Früchte für uns Menschen sind. Der himmlische Garten Eden, die Wanderung des Volkes Israel durch die Wüste – diese und viele weitere Geschichten prägen noch heute unsere Kultur. In diesem Beitrag stelle ich die wichtigsten Pflanzen der Bibel vor und gebe Pflanz- und Pflegehinweise

Pflanzen der Bibel

Die paradiesische Feige

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Die Bibel – ein Pflanzenbuch? 

Wenn von Pflanzen der Bibel gesprochen wird, dann sind solche Pflanzen gemeint, die in der Bibel erwähnt werden und dort eine Rolle spielen. Es gibt eine große Zahl biblischer Geschichten, in denen Pflanzen und Früchte vorkommen. In einem interessanten Buch haben Wolfgang Kawollek und Henning Falk diese Pflanzen zusammen- und vorgestellt. Das Buch zeigt, dass die Bibel eben auch Kulturgeschichte ist. In der Geschichte des Volkes Israel und seines Gottes geht es immer auch um das Überleben, aber auch um das gute Leben. Ohne Pflanzen und Früchte ist beides nicht möglich. 

Die bekanntesten Geschichten der Bibel sind sicher die Geschichte vom Paradies, die Weihnachtsgeschichte und die Passion Christi. Sie geben als Teil jüdisch-christlicher Tradition und Religion Einblicke in das Leben der Menschen vor 2.000 Jahren. Dieses Leben wäre ohne die Kultivierung von Pflanzen nicht möglich gewesen. 

Symbol für Friede und Treue – der Olivenbaum

Der Olivenbaum ist die symbolträchtigste Pflanze im mediterranen Garten. Er symbolisiert Frieden, Beständigkeit und Treue. Seine Zweige schmücken heute das Wappen der UNO und drücken damit die Sehnsucht nach Frieden aus. 

Biblische Geschichten zum Olivenbaum

Die berühmteste Geschichte zum Olivenbaum ist die von der Arche Noah aus dem Buch Genesis. Nachdem die Arche viele Tage unterwegs war, schickte Noah zum wiederholten Male die Taube als Kundschafter aus. Sie kam mit einem Olivenzweig im Schnabel zurück. Dieser Olivenzweig ist Lebens- und Friedenszeichen zugleich. Wo Oliven wachsen, kann man gut leben. Der Olivenzweig ist aber auch ein Symbol, dass nach der furchtbaren Katastrophe der Sintflut wieder Frieden herrschen möge. 

Aber auch in der Passionsgeschichte spielt der Olivenbaum eine Rolle. Jesus versammelte seine Jünger oft am Ölberg, der seinen Namen von den Olivenbäumen bekam, die auf ihm wuchsen. Die Verhaftung Jesu erfolgte im Garten Getsemani. Der Name dieses Gartens geht auf das hebräische Wort für Ölpresse -Gat-Shamium- zurück. 

Den Olivenbaum pflanzen und pflegen

Auch hierzulande werden immer mehr Olivenbäume auf mediterrane Terrassen, Balkonen oder in mediterrane Gärten gepflanzt. Er ist nördlich der Alpen bedingt winterhart, muss aber auch vor Nässe geschützt werden. Damit die Olivenkultur hierzulande gelingt, habe ich hier auf meinen Blog alle wichtigen Pflegefragen zum Olivenbaum behandelt. Danach kann man den Olivenbaum in einen Kübel pflanzen oder in sehr milden Regionen auch in den Garten. 

Symbolträchtiges Feigenblatt und süße Früchte – die Feige

Genauso wie der Olivenbaum ist der Feigenbaum ein biblischer Klassiker. Immerhin ist die Feige die erste namentlich erwähnte Pflanze der Bibel. Sie hat ihren berühmtesten Auftritt in der Geschichte von der Vertreibung aus dem Paradies. Nachdem Adam und Eva vom Baum der Erkenntnis gegessen haben, erkennen sie ihre Nacktheit und bekleiden sich mit einem Schurz aus Feigenblätter. Daher ist das sprichwörtliche „Feigenblatt“ noch heute ein Symbol für das Bedecken „nackter“ Tatsachen. 

Pflanzen der Bibel

Junges Feigenlaub ist ein Symbol des Frühlings und des Lebens.

Während der Baum der Erkenntnis in der Bibel botanisch nicht näher bestimmt wird, wird der Feigenbaum als Lieferant großer Blätter explizit benannt. Auch im Neuen Testament wird der Feigenbaum mehrfach als Symbol verwendet. So im Gleichnis vom Weinberg bei Lukas, bei dem einem abgestorben wirkenden Feigenbaum noch einmal eine Chance gegeben wird. 

Feigen im Garten

Noch wesentlich besser als der Olivenbaum sind Feigenbäume für die Kultur hierzulande geeignet. Dazu gibt es viele winterharte Sorten wie etwa die Bornholmfiggen oder Brown Turkey. Diese sind wie alle Feigen laubabwerfend, so dass die Überwinterung deutlich weniger problematisch ist als bei anderen exotischen Pflanzen. Und die beste Nachricht: Bei richtiger Pflege kann man Feigen aus dem eigenen Garten ernten. Dazu gehörige Pflegetipps gibt es natürlich hier bei „Mein mediterraner Garten“. 

Sinnlichkeit und Pracht – der Granatapfel

Der nächste Vertreter meiner Bibelpflanzen-Auswahl ist der Granatapfel. Zu Unrecht nicht ganz so populär wie Olive und Feige findet diese fantastische Pflanze gerade im Alten Testament häufig Erwähnung. Dabei hilft dem Granatapfel sicher seine in vielen Merkmalen beeindruckende Erscheinung.

Pflanzen der Bibel

Schon die Blüten des Granatapfels sind wunderschön rot.

Feuerrote Blüten, markante Früchte, bei denen sich hinter einer rauen, abwehrend wirkenden Schale ein Feuerwerk an Farben und Aromen verbirgt – diese Kombination begeisterte offensichtlich auch die Autoren der biblischen Bücher. Vor allem im Hohen Lied der Liebe wird der Granatapfel immer wieder als Sinnbild für Schönheit und Erotik verwendet. 

Ein junger Granatapfel mit seiner typischen Form.

Den Granatapfel pflanzen

Der Granatapfel ist nicht winterhart und muss daher in einem Winterquartier vor Frost geschützt werden. Eine Erleichterung für die Überwinterung ist, dass der Granatapfel seine Blätter abwirft. Eine Granatapfelernte ist hierzulande nur bei sehr günstigen Umständen und einer Kultur unter Glas möglich. Allerdings kann man auch ohne Wintergarten mit der Zwergsorte ‚Nana‘ zumindest die Granatapfelblüten genießen. Weitere Pflanz- und Pflegetipps zum Granatapfel zeigt dieser Beitrag

Hauptdarsteller im Gleichnis – der Wein

Keine andere der Pflanzen der Bibel wird so oft in Gleichnissen herangezogen wie der Wein. Jesus selbst vergleicht sich im Johannes-Evangelium mit dem Weinstock. Aber auch die Fruchtbarkeit des Weins, die Süße oder Säure der Trauben spielt an vielen Stellen im Alten und Neuen Testament immer wieder eine Rolle. 

Pflanzen der Bibel

Wein – Pflanze der Gleichnisse

Wein im mediterranen Garten

Weinstöcke eignen sich auch in Nicht-Weinbaugebieten als mediterrane Kletterpflanzen. Auch wenn die Trauben nur dort süß werden, wo sie reichlich Sonne bekommen, ist doch ein Weinstock mit seinen Blättern und Trauben auf jeden Fall eine attraktive Begrünung von Pergolen und Hauswänden. 

Kultiger Ur-Citrus – Die Etrogzitrone

Nicht nur für Christen sondern auch in der jüdischen Religion spielen die Pflanzen der Bibel eine wichtige, vielleicht sogar eine noch größere Rolle als in der christlichen Tradition. Ein besonderes Beispiel ist die Etrogzitrone. Sie spielt eine Hauptrolle im jüdischen Laubhüttenfest. Dieses wichtige Fest erinnert an den Exodus und den Zug der Juden durch die Wüste, wo sie in Laubhütten wohnten. Aus einer biblischen Vorschrift aus dem 3. Buch Mose, besonders schöne Früchte für das Fest zu nehmen, entwickelte sich der Brauch, die Etrogzitrone als Sorte der Zedratzitrone für das Laubhüttenfest zu verwenden. Die Zedratzitrone, die botanisch Citrus medica heißt, gilt vielen als eine der ältesten Zitrusarten. Sie ist auch in vielen Kreuzungen enthalten und wegen ihrer dicken und aromatisch duftenden Früchten beliebt. 

Pflanzen der Bibel

Eine besonders schöne Frucht – Citrus medica, die Zedratzitrone.

Die Zedratzitrone pflanzen

Trotz ihrer besonderen Bedeutung sind Etrogzitronen eher selten. Dafür können andere Sorten der Zedrat- oder Zitronatzitronen auf Balkon und Terrasse platziert und bewundert werden. Sie sind aber nicht winterhart und wegen ihrer dicken Früchte besonders wärmebedürftig. Blattfall ist in der kühlen Überwinterung kaum zu vermeiden. Darum ist eine Überwinterung im temperierten Winterquartier deutlich besser. 

Weitere Pflanzen der Bibel

Es würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen, alle Pflanzen der Bibel vorzustellen. Der Vollständigkeit halber möchte ich dennoch zum Schluss weitere prominente Bibelpflanzen erwähnen. Weitere wichtige Bibelpflanzen sind

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

Literatur: Wolfgang Kawollek und Henning Falk: Bibelpflanzen kennen und kultivieren. Stuttgart 2005

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Über den Autor:
post@mein-mediterraner-garten.de

Dr. Dominik Große Holtforth ist Experte für mediterrane Pflanzen und Gärten. Wenn ihr eine persönliche Beratung zur Pflege oder zum Schneiden wünscht, könnt ihr hier eure Frage stellen, der gerne und kurzfristig weiterhilft. Auch in seinem wöchentlichen Newsletter berichtet Dr. Große Holtforth über die mediterrane Pflanzenpflege. Hier geht es zur Anmeldung, die natürlich kostenlos und unverbindlich ist.