Der Papageienschnabel Clianthus puniceus – Blütenexotik aus Neuseeland

11. Mai 2018

Der Papageienschnabel ist eine wunderschöne immergrüne Pflanze aus Neuseeland und Australien. Einzigartig sind ihre scharlachroten Blüten, die an einen Papageienschnabel erinnern. In diesem Beitrag zeige ich euch, wie ihr diese exotische Kübelpflanze halten und kultivieren müsst. 

Papageienschnabel

Eine ganz besondere Blüte aus Neuseeland – der Papageienschnabel

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Wissenswertes zum Papageienschnabel

Die Flora Australiens und Neuseelands überrascht immer wieder durch besonders bemerkenswerte Pflanzen. Eine solche ist für mich der Papageienschnabel mit dem botanischen Namen Clianthus puniceus. Häufig findet man auch die Bezeichnung Ruhmesblume oder Kakadu-Ruhmesblume. Wer sich an die Ruhmeskrone Gloriosa erinnert fühlt, liegt nur bedingt richtig, denn die beiden Pflanzen haben nur einen Teil ihres deutschen Namens und die außergewöhnlich prächtige Blüte als Gemeinsamkeit. 

Herkunft und Familie

Der Papageienschnabel gehört zu der Familie der Hülsenfrüchtler (Leguminosae oder Fabaceae) und ist damit mit Erbsen, Bohnen aber auch der gelb blühenden Cassia verwandt. Er ist ein immergrüner Kletterstrauch, der ursprünglich aus Neuseeland und Australien stammt. Dort -so wird berichtet– ist der Clianthus puniceus an seinen natürlichen Standorten vom Aussterben bedroht, da offensichtlich auch in Neuseeland diese Standorte immer mehr zerstört werden. Allerdings dürfte er als Zierpflanze noch relativ häufig sein. Auch als Neophyt in anderen Weltregionen ist er verbreitet. 

Papageienschnabel

Die markante scharlachrote Blüte ist das Markenzeichen von Clianthus puniceus

Wuchs und Blüte

Die Kakadu-Ruhmesblume ist nicht winterhart und muss daher als Kübelpflanze gehalten werden. Sie bildet aufrechte, schlanke Stengel, die an einem Klettergerüst hochwachsen. Das Gerüst wird mit in den Kübel eingepflanzt. Von oben herab hängen dann die gefiederten Blätter, die auch an Farne erinnern. Höhepunkt des Jahres ist die Blüte, die je nach Kultur im Frühjahr oder Sommer erscheint. Je wärmer die Pflanze im Winter steht, umso früher könnt ihr mit der Blüte rechnen. Die Blüten hängen in Trauben von zwischen sechs und fünfzehn Einzelblüten von den Stengel herab und erinnern -je nach Phantasie- an Hummerscheren oder natürlich an Papageienschnäbel. 

Papageienschnabel

Das gefiederte Blatt beim Papageienschnabel

Die Pflege des Papageienschnabels

Der Papageienschnabel stammt aus mild-temperierten Klimazonen Neuseelands und Australiens. Er braucht definitiv Schutz vor Frost und bevorzugt ganzjährig milde, warme Temperaturen im zweistelligen Bereich. 

Der Standort

Entsprechend könnt ihr die Pflanze ab dem mittleren bis späten Frühjahr draußen aufstellen. Dort ist der ideale Standort sonnig, hell, aber auch geschützt. Etwas Schatten oder Halbschatten und der Verzicht auf pralle Sonne ist auch hilfreich. Von Oktober bis April braucht die Kakadu-Ruhmesblume ein mild temperiertes Winterquartier wie ein Gewächshaus oder ein Wintergarten. Dort kann er auch ganzjährig wachsen. 

Gießen und Düngen

In der Sonne benötigt der Papageienschnabel relativ viel Wasser. Die vielen kleinen, gefiederten Blätter bilden eine große Oberfläche, die viel Wasser verdunstet. Dennoch solltet ihr stets nur bedarfsgerecht gießen, damit keine Wurzelfäule ensteht. Wenn im Winter Winterruhe eintritt, braucht die Pflanze weniger Wasser, sollte aber immer leicht feucht bleiben. 

Auch der Düngebedarf liegt im mittleren Bereich. Ideal ist ein Kübel- oder Blütenpflanzendünger, der in der Wachstumszeit von Mai bis August wöchentlich verabreicht wird. Nach dem Umtopfen, das ca. alle zwei bis drei Jahre erfolgen sollte, könnt ihr sechs Wochen auf Dünger verzichten. Die Erde ist locker, aber dennoch nährstoffreich. 

Vermehrung und Überwinterung des Papageienschnabels

Da die Überwinterung wegen des Wärmebedarfs der kletternden Pflanze etwas aufwändiger ist, kann sie auch als einjährige Pflanze kultiviert werden. Dann werden im Sommer Stecklinge aus Blattstengeln gewonnen und im Wohnraum durch den Winter gebracht. Die Stecklinge müssen mehrmals umgetopft werden. Etwas unsicherer ist die Aussaat von Samen, die ab Februar oder März ebenfalls in der Wohnung erfolgen kann. 

Wer allerdings ein gutes Winterquartier wie ein mild-temperiertes Gewächshaus oder einen Wintergarten besitzt, sollte die Pflanze überwintern. Während des Winters muss auf Schädlinge geachtet werden, denn diese machen sich bei milden Temperaturen eher breit als in der kühlen Überwinterung. Am Ende des Winters könnt ihr die Pflanze in Form bringen, indem ihr abgestorbene oder nicht mehr ganz so schöne Triebe abschneidet. Weitere oder radikale Schnittmaßnahmen sind nicht erforderlich. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

Literatur: Wolfgang Kawollek: Pflanzen für den Wintergarten, Stuttgart 2005

Über den Autor:
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