Einen Orangenbaum kaufen – Kauf- und Pflegeptipps für euren Orangenbaum

Wenn ihr einen Orangenbaum kaufen möchtet, solltet ihr euch vorher Gedanken zur Pflege und zum richtigen Anbieter machen. In diesem Beitrag möchte ich den Orangenbaum vorstellen und die wichtigsten Pflegethemen erläutern. Außerdem zeige ich, worauf ihr achten müsst, wenn ihr einen Orangenbaum kaufen möchtet.

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Wissenswertes zum Orangenbaum

Von Königen und Fürsten in Orangerien verehrt, zu Tausenden in Plantagen gepflanzt – das ist der Orangenbaum. Sein botanischer Name lautet Citrus sinensis, was soviel heißt wie „Chinesischer Citrus“. Heute gehören Orangen zu den wichtigsten Obstpflanzen, haben aber gleichzeitig mit den Unbillen der Globalisierung und der Massenproduktion zu kämpfen. Umso wichtiger ist es, Orangenbäume auch im Privatbereich zu kultivieren, um die Schönheit und den großen Nutzen dieser Pflanzen bekannt zu machen. Man sollte also für die eigene Terrasse oder den Balkon einen Orangenbaum kaufen. 

Orangenbaum kaufen

Junge Orangen sind zwar etwas unscheinbar, sehen aber hübsch aus. Außerdem bereiten sie Vorfreude.

Orangenbäume sind in allen Bereichen attraktiv: Dunkelgrünes, edel glänzendes Laub bildet die Kulisse für wunderschöne weiße Blüten. Diese verbreiten einen herrlichen Zitrusduft, der schwer, aber nicht zu schwer ist. Aus den Blüten bilden sich Fruchtansätze, die zu dunkelgrünen Früchten heranwachsen. Diese glänzen und erinnern in der Oberfläche ein wenig an Golfbälle, allerdings in Grün.

Seinen großen Auftritt hat der Orangenbaum im Winter. Sobald die Temperaturen kühl werden, färben sich die Früchte Orange und machen ihrem Namen alle Ehre. Um die Weihnachtszeit kann geerntet werden; bleiben die Früchte aber am Baum, hat man im nächsten Frühjahr Blüten und reife Früchte am Baum. Ein Orangentraum.

Orangenbaum kaufen – das ist wichtig

Das Angebot an Orangenbäumen ist mittlerweile recht umfangreich. Allerdings gibt es große Unterschiede bei der Qualität der angebotenen Pflanzen. Außerdem ist Orange nicht gleich Orange, ihr solltet euch die fantastische Sortenvielfalt ansehen und folgende Kauftipps berücksichtigen.

Veredelte Pflanzen

Um die herrlichen Blüten genießen und eigene Orangen ernten zu können, müsst ihr eine veredelte Pflanze kaufen. Veredelung heißt bei Zitruspflanzen, dass auf einen robusten Wurzelstock als Unterlage ein Edelreis von einem älteren Baum gepropft wird. Auf diese Weise wird erreicht, dass auch eine kleinere Pflanze Früchte trägt. Zieht man einen Orangenbaum aus einem Kern, kann es nämlich bis zu acht Jahren dauern, bis die erste Blüte erscheint.

Orangenbaum kaufen

Blüten, Knospen und goldene Orangen – Faszination Orangenbaum!

Die Qualität der Veredelung und der beiden Teile Wurzelstock bzw. Unterlage und Edelreis können sehr unterschiedlich sein. Daher solltet ihr eine versierte Baumschule auswählen, wenn ihr einen Orangenbaum kaufen wollt.

Auf die Sorte kommt es an

Ein weiterer Grund, bei einer versierten Baumschule Orangenbäume zu kaufen, ist die Sortenechtheit. Da Zitruspflanzen kein Massenmarkt sind, sind die Kenntnisse über Arten und Sorten nicht sehr weit verbreitet. Manchmal werden Pflanzen zu Vermarktungszwecken unbenannt. So werden Calamondin (botanisch: Citrus mitis oder Citrus madurensis) recht häufig als „Orangenbäumchen“ oder „Zwergorange“ verkauft. Ohne Zweifel sind Calamondin schöne Pflanzen. Es handelt sich aber dabei definitiv nicht um Orangenbäume (Citrus sinensis). Calamondin sind Kreuzungen aus Mandarine und Kumquat, die kleinbleibende orangene Früchte tragen. Der Vorteil der Calamondin ist ihre Robustheit, der Nachteil ist, dass die Früchte sauer bleiben. Sicher habt ihr aber eine andere Erwartung, wenn ihr einen Orangenbaum kaufen wollt.

Aber auch bei den „echten“ Orangenbäumen der Art Citrus sinensis gibt es eine Reihe schöner Sorten. Hier findet ihr einen Überblick. Orangen erkennt ihr am lanzettförmigen, also eher länglich-spitzen Laub, an den reinweißen größeren Knospen und Blüten und natürlich an den großen Früchten.

Zeitpunkt des Kaufs

Als nicht winterharte Pflanzen werden Orangenbäume in der Regel nur von März bis November angeboten. Die Pflanzen, die für den Verkauf vorbereitet werden, werden vor allem für das Frühjahr produziert. Der beste Kaufzeitpunkt ist also das frühe bis mittlere Frühjahr. Alle Händler verkaufen die schönsten Pflanzen zuerst, daher lohnt es sich, früh im Jahr aktiv zu werden, wenn ihr einen Orangenbaum kaufen möchtet.

Orangenbaum kaufen

Schmale, spitz zulaufende Blätter und viele reinweiße Blüten – das ist die Pracht des Orangenbaums – hier bei einer Navelorange.

Wer allerdings auf der Suche nach Schnäppchen ist, einen grünen Daumen und eine gute Überwinterungsmöglichkeit hat, der kann durchaus bis zum Herbst warten. Dann haben die Baumschulen nur noch Restbestände, die sie vor dem Winter günstiger verkaufen.

Rechtzeitig an die Überwinterung denken

Wenn ihr im Frühjahr einen Orangenbaum kauft, ist der nächste Winter noch weit entfernt. Aber er kommt auf jeden Fall. Spätestens dann braucht ihr ein geeignetes Winterquartier. Leider sind -bis auf ganz wenige Ausnahmen- Zitruspflanzen keine Zimmerpflanzen. Orangenbäume sollten weder im Sommer noch im Winter in beheizten und dunklen Räumen untergebracht werden. Im Winter braucht die Orange ein kühles und nach unseren Maßstäben helles Winterquartier. Besonders geeignet sind Treppenhäuser in Mehrfamilienhäusern, Überwinterungszelte* und natürlich Kalt-Wintergärten und Gewächshäuser, die einen Frostwächter* haben. 

Orangenbaum pflegen – die wichtigsten Pflegetipps

Orangenbäume mit dem botanischen Namen Citrus sinensis sind nicht frosthart und müssen daher als Kübelpflanzen kultiviert werden. Daraus ergeben sich einige Unterschiede zu anderen Pflanzen in der Pflege.

Orangenbaum kaufen

Ganz so üppig wie hier in Portugal wachsen die Orangen bei uns nicht, aber mit der richtigen Pflege gelingt doch eine ordentliche Ernte.

Der richtige Standort für die Orange

Für das Gedeihen der Orange und für eine erfolgreiche Ernte süßer Früchte ist vor allem Sonne wichtig. Daher sollte euer Orangenbaum einen vollsonnigen und geschützen Platz erhalten. Vollsonnig bedeutet, dass das Laub möglichst lange am Tag direkt von Sonnenstrahlen beschienen wird. Indirektes Streulicht reicht nicht aus. Im Schatten gedeiht der Orangenbaum gar nicht. Geschützt ist ein Standort, wenn er eine oder zwei Rückwände hat, die kalte Luft abhalten. Im Frühjahr und Herbst ist auch eine Überdachung hilfreich, damit die Pflanze in (noch) kühlen Nächten nicht auskühlt.

Richtig Gießen

Zitruspflanzen reagieren besonders empfindlich auf Staunässe. Daher ist sorgfältiges Gießen wichtig. Ihr müsst darauf achten, dass die Erde abtrocknet, bevor erneut gegossen wird. Dabei geht es aber nicht nur um die Erde an der Oberfläche, sondern vor allem im unteren Bereich des Topfes. Dort sind die Wurzeln und diese dürfen nicht zu nass werden.

Es gibt mehrere Methoden, das Abtrocknen der Erde insgesamt festzustellen. Am Besten geht es sicher mit einem Feuchtigkeitsmesser*, der eine lange Sonde hat. Diese wird in die Erde gesteckt und zeigt ziemlich zuverlässig die Feuchtigkeit an. Eine zweite Methode ist, mit einem langen Metallstab -wie bei der Garprobe eines Kuchens- in die Erde zu bohren. Wenn dieser am Ende feucht ist, muss nicht gegossen werden. Die dritte Methode ist abzuwarten, bis sich die Erde in der oberen Schicht vom Topfrand löst. Das kann als Indiz gelten, dass auch in tieferen Schichten die Erde trocken ist.

Orangenbaum kaufen

Im Orangenhimmel …

Den Orangenbaum düngen

Kübelpflanzen wie der Orangenbaum haben hierzulande eine vergleichsweise kurze Wachstumsperiode. Entsprechend ist für das Gedeihen wichtig, dass Nährstoffe in der Wachstumszeit schnell und unmittelbar verfügbar sind. Insofern ist die Orange auf einen schnell wirkenden mineralischen Dünger angewiesen. Am ergiebigsten ist ein Dünger in Pulverform, der mit dem Gießwasser verabreicht wird, und schnell wirkt. Als Nährstoffkombination sind folgende Werte geeigent:

  • Stickstoff 20%
  • Phophat 5%
  • Kalium 15%.

Weiter sind Spurelemente wie Eisen, Magnesium, Zink, Kupfer, Bor, Molybdän und Mangan wichtig. Der Begriff „Spurenelement“ bedeutet, dass die Stoffe nur in geringen Konzentrationen enthalten sein müssen.

Der Schnitt beim Orangenbaum

Die Krone des Orangenbaums wächst kompakt, fast rund. Ein Schnitt, um den Baum zu erziehen, ist nach meiner Erfahrung nicht nötig. Nur abgestorbene Äste sollten abgeschnitten werden. Ein Rückschnitt von gesunden Ästen und Zweigen darf auf gar keinen Fall durchgeführt werden. Es würde sehr lange dauern, bis sich die Pflanze davon erholt hat.

Eigene Orangen ernten

Die Orangenernte beginnt, wenn die Früchte im Winter nach abgekühlten Temperaturen orange werden. Spätestens um die Weihnachstzeit sind die Orangen reif und können geerntet werden. Ich ernte meine Orangen meist schon etwas früher. Kurz bevor der Orangenbaum ins Winterquartier umzieht, schneide ich die Orangen mit einer Rosenschere vom Baum. Das ist nötig, da man die Orangen -wie bei allen Zitruspflanzen- nur schlecht pflücken kann.

Die Süße der Früchte hängt vor allem von der Sonne ab, die ein Orangenbaum abbekommen hat. Also ist ein sonniger Sommer etwas, was nicht nur für die Orange gut ist sondern auch für euch und eure Ernte.

Text und Fotos: Dr. Dominik Große Holtforth

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Über den Autor:
post@mein-mediterraner-garten.de

Dr. Dominik Große Holtforth ist Experte für mediterrane Pflanzen und Gärten. Wenn ihr eine persönliche Beratung zur Pflege oder zum Schneiden wünscht, könnt ihr hier eure Frage stellen, der gerne und kurzfristig weiterhilft. Auch in seinem wöchentlichen Newsletter berichtet Dr. Große Holtforth über die mediterrane Pflanzenpflege. Hier geht es zur Anmeldung, die natürlich kostenlos und unverbindlich ist.