Kann ich in deutsche Gärten einen Olivenbaum pflanzen?

Einen Olivenbaum pflanzen ist auch in Deutschland möglich. Oft zeigen sich Olivenbaumbesitzer zu ängstlich, denn die empfindlichen Pflanzen mögen das mediterrane Klima und stammen heimisch nicht aus Deutschland. Wer in milden Regionen wohnt und einige Pflegetipps beachtet, kann dennoch in seinen Garten einen Olivenbaum pflanzen.

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Olivenbaum pflanzen

Ein Olivenbaum ist das Symbol für mediterranes Flair.

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Olivenbaum pflanzen – das geht auch in Deutschland

Stellt Euch vor, Ihr sitzt in Eurem Garten. Es fehlt ein wenig das mediterrane Gefühl? Vielleicht liegt es daran, dass der Olivenbaum in einem Kübel auf der Terrasse steht. Trotz vieler Bedenken gibt es eine Lösung: Im Garten einen Olivenbaum pflanzen.

Da die Pflanze ein mildes Klima bevorzugt, besteht ein Rest-Risiko, dass der Baum den Winter doch nicht gut übersteht. Daher gibt es eine kleine regionale Einschränkung, denn in kalten Regionen sollte die Pflanze tatsächlich im Kübel gelassen werden. Temperaturen hält der Baum nur bedingt bis ungefähr -10°C aus. Der Kübel hat also in kälteren Regionen den Vorteil, dass die Pflanze an einen geschützteren Ort transportiert werden kann.

Wer in milden Regionen in Deutschland aber einen Olivenbaum pflanzen möchte, kann das tun. Dabei tut er sich und der Pflanze einen Gefallen, einen jungen Baum zu nehmen. Ältere Pflanzen haben sich in den Herkunftsregionen schon seit Jahren an ein heißes und trockenes Klima gewöhnt. Eine Umstellung könnten sie also nicht ganz so gut verkraften.

Der Olivenbaum mag im Garten einen geschützten, vollsonnigen Platz und viel Wärme. Deshalb benötigt er aber auch nicht viel Wasser. Sparsames und behutsames Gießen bleibt ein wichtiger Bestandteil der Olivenbaumpflege – gleich, ob der Baum in einem Kübel oder im Boden gepflanzt wird.

Olivenbaum pflanzen

Wenn der Olivenbaum richtig gepflanzt wird, klappt es auch mit Blüten und Oliven.

Welche Erde braucht der Baum?

Beim Olivenbaum pflanzen in Deutschland ist Erde wichtig, die durchlässig ist und die Wurzeln nicht zu stark einengt. Sie brauchen so wenig Widerstand, dass sie sich ohne große Anstrengung ausbreiten können. Ein niedriger Humusanteil hilft, weil der Boden so Nährstoffanteile besser speichert.

Beim Einpflanzen kann man den Olivenbaum auch mit Hornspäne als Langzeitdünger versorgen. Danach braucht ein Olivenbaum in guter Gartenerde keinen Dünger mehr.

Standort-Tipps

Der Baum braucht viel Platz, da sich die Wurzeln schnell und weit ausbreiten können. Fünf Meter Abstand zum nächsten Baum sollten schon gegeben sein, damit die Wurzeln nicht ineinander wachsen. Auch auf andere Pflanzen unter dem Baum sollte verzichtet werden. Dagegen kann die Einpflanzung in der Nähe einer Wand hilfreich sein, weil die Wurzeln an der Wand entlang wachsen, sie dennoch Schutz bietet.

Olivenbaum pflanzen

Wenn Sie einen Olivenbaum pflanzen, sollten Sie auch für ein mediterranes Ambiente sorgen (Foto: Stefan Vater)

Die Wurzeln von Olivenbäumen wachsen tief in die Erde rein. Deshalb ist nicht nur wichtig, dass der Baum in der Breite Platz hat, sondern auch in der Tiefe und keine Rohre unter der Erde liegen.

Wenn der Baum stark unter der Erde wächst, ist das auch ein Zeichen für gute Pflege. Denn geht es ihm gut, entwickelt er sich gut. Diese Möglichkeit hat die Pflanze in einem Kübel nur eingeschränkt. So hat die Kübelpflanze zwar viele Vorteile wie die einfache Standortverschiebung in Wintermonaten. Allerdings ist sie auch eingeschränkt in den Entwicklungsmöglichkeiten.

So wird der Olivenbaum ausgepflanzt

Nach der Wahl des Standorts ist die richtige Pflanzung entscheidend für euren Erfolg mit dem Olivenbaum.

Der richtige Zeitpunkt

Ein passender Zeitpunkt für das Auspflanzen ist das mittlere Frühjahr. Die Erde ist feucht, aber wärmt sich auf. Der Olivenbaum kann in die Vegetation hineinwachsen und vor allem -wurzeln. Das Anwurzeln ist natürlich die entscheidende Voraussetzung dafür, dass ihr euch lange an eurem Olivenbaum freuen könnt. Alternativ kann auch im frühen Herbst gepflanzt werden. Auch dann ist der Boden warm, es wird aber zunehmend feuchter. Allerdings ist die Zeit zum Anwurzeln im Herbst kürzer als im Frühjahr.

Olivenbaum auspflanzen

… und schon bald wachsen die Oliven am Baum.

So pflanzt ihr richtig

Das Pflanzloch muss hinreichend groß und tief sein. In der Regel sollte ein Loch ausgehoben werden, das doppelt so groß ist wie der Wurzelballen. Außerdem ist die Drainage, also der Wasserabfluss wichtig. Achtet also unbedingt darauf, dass die Erdschichten unter dem Pflanzloch wasserdurchlässig sind. Dort, wo ein Garten auf ehemaligen Ackerflächen angelegt wurde, gibt es häufig eine Lehmschicht auf Höhe der ehemaligen Pflugtiefe. Diese muss durchgraben und gelockert werden.

Nachdem das Pflanzloch ausgehoben und vorbereitet wurde, nehmt ihr den Baum aus dem Topf. Dabei kann man die Wurzeln untersuchen und ggf. abgestorbene Wurzeln entfernen. Anschließend solltet ihr den Wurzelballen etwas aufgerauhen, damit die Wurzeln besser ihren Weg in den Boden finden. Dann setzt ihr den Ballen und den Baum in das Pflanzloch und richtet ihn gerade aus. Danach füllt ihr das Pflanzloch mit lockerer, mit Sand und Steinen versetzter Erde auf. Diese wird fest angedrückt. Zum Schluss wässert ihr das Pflanzloch durchdringen. In den ersten Tagen nach dem Pflanzen solltet ihr regemäßig wässern, das schlämmt die Wurzeln mit Erde ein. Allerdings solltet ihr nicht länger als eine Woche wässern.

Tipps zum Auspflanzen des Olivenbaums

Beim Olivenbaum Pflanzen im Garten gibt es noch weitere Möglichkeiten, als den Baum in die Erde zu setzen. Das Pflanzenloch kann auch mit Steinen ausgelegt werden, was die Wurzeln in ihrem Wachstum einschränkt. So bleibt der Baum klein. Ein anderer Trick ist das Auspflanzen im Kübel: Wenn Sie den Olivenbaum pflanzen und dabei den Baum im Kübel in den Boden setzen, besteht so die Möglichkeit, die Pflanze im Winter Dank des Kübels aus der Erde zu heben. So kann der Baum in ein für ihn angenehmeres Winterquartier transportiert werden.

Im Kübel einen Olivenbaum pflanzen hat auch den Vorteil, dass das Wachstum eingeschränkt werden kann. So behaltet Ihr die Kontrolle, wie groß Euer Baum wird.

Richtiges Überwintern ist wichtig

Die Wintermonate sind entscheidend für die Pracht des Baumes. Eine penible und sorgfältige Pflege entscheidet. Wie unterschiedlich Olivenbäume auf den Winter reagieren, hängt auch von den unterschiedlichen Winterhärtezonen ab. Das wird Euch HIER erklärt, denn wie winterhart ein Olivenbaum ist, hängt von unterschiedlichen Kriterien ab, die auch den Standort der Auspflanzung bestimmen.

Was oben als Vorteil erklärt wurde, kann sich in Wintermonaten zum Nachteil entwickeln. Das bedeutet: Junge Bäume sind zwar einfacher auszupflanzen, weil sie sich noch nicht so stark an klimatische Verhältnisse gewöhnt haben. Sie sind bei Kälte allerdings auch empfindlicher. Vorsicht und Vorbeugung helfen bei der Überwinterung. Denn der Winterschutz* sollte für den Worst Case, also für die ungünstigsten Bedingungen, ausreichen. Wer von einem milden Winter ausgeht und dieser mit Frost und Schnee überrascht, muss mit einem bösen Ergebnis im Frühjahr rechnen. Es reicht schon eine kalte Nacht unter -10°C, die dem Olivenbaum Schaden zufügen kann.

Staunässe vermeiden

Im Winter sollte darauf geachtet werden, dass der Baum keine eisigen Winde, Temperaturstürze und zu viel Nässe aushalten muss. Ein großes Problem ist die Nässe. Nicht nur der Baum, sondern auch die Wurzeln sollten geschützt sein. Bei Pflanzen im Topf lässt sich das Problem lösen, indem die Pflanze geschützt wird. Das kann durch eine Abdeckung folgen oder Ihr stellt den Kübel an einen optimaleren Platz.

Bei Olivenbäumen, die in den Garten gepflanzt wurden, ist das natürlich nicht ganz so einfach. Die Fläche um den Baum kann ebenfalls abgedeckt werden. Statt einer Folie aus Plastik hilft gegen Staunässe ein Material aus Jute. Zusätzlich hilft Mulch gegen diese tückische Nässe. Es empfiehlt sich zusätzlich, eine Drainage oder eine Art Abfluss unter den Baum zu legen, sodass überschüssiges Wasser abfließen kann.

Wenn Ihr kurz vor den Wintermonaten doch Zweifel bekommt, der ausgepflanzte Olivenbaum im Garten könnte die Außenbedingungen nicht so gut überstehen, habt Ihr die Möglichkeit, den Baum bis spätestens November in einen Kübel umzupflanzen.

Text: Theres Dickmeis/Dr. Dominik Große Holtforth

Foto: Dr. Dominik Große Holtforth

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