So wird Lavendel essbar – als Lavendel-Cupcakes

Mit violetten Feldern, einem süßlichen Duft und traumhaften Anblick fasziniert diese mediterrane Staude. Aber ist Lavendel essbar? Soviel darf vorab verraten werden: Das ist er! Wie Lavendel essbar wird und in welchen Rezepten er verwendet werden kann, verrät dieser Beitrag. Damit ihr gleich probieren könnt, wie der Lavendel schmeckt, präsentieren wir euch auch ein tolles Rezept für Lavendel-Cupcakes.

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Erinnerungen an die Provence

Der Gedanke an Lavendel weckt sofort Erinnerungen an die Provence. Tausende kleine Blüten bilden zwischen Juni und August ein violettes Lavendel-Meer. Wer in Südfrankreich einmal Urlaub gemacht hat, hat den Lavendel sicher nicht nur auf den Feldern entdeckt.

Lavendel essbar

Herrliche violette Farbe, ein tolles mediterranes Aroma – der Lavendel

Neben Lavendel-Seife, Lavendel-Hautpflege, Lavendel-Düfte wird die Blüte auch für den Verzehr eingesetzt. Dass Lavendel essbar und ein fantastisches Gewürz ist, scheint über die Grenzen der Provence nur bedingt bekannt zu sein. In Italien und Spanien wird er ab und zu gerne benutzt und auch in England ist bekannt, dass Lavendel essbar ist. Es ist schon fast schade, dass der Lavendel so selten in Gerichten in Deutschland zu finden ist und nur wenige den Lavendel essen. Bei dem Gedanken von Lavendel im Essen schleicht sich bei vielen ein „Vorurteil“ ein, mit dem hier aufgeräumt werden soll.

Lavendel essbar

Der Lavendel ist nicht nur Duftpfalnze, sondern auch ein Schmetterlingsmagnet.

Das Lavendel-„Vorurteil“

Oft ist es so: Bevor jemand Lavendel probiert, hat er Erinnerungen an Lavendel-Seife im Kopf. Da gehen bei vielen die geschmacklichen Alarm-Glocken an. Lavendel Seife und essbarer Lavendel?

Aber lasst Euch überraschen, Lavendel schmeckt keineswegs nach Seife und ihr werdet feststellen, dass Lavendel essbar ist. Er betört mit herben Aroma-Komponenten und einem einzigartigen blumigen Geschmack. Eine Pflanze also nicht nur für einen Augen-, sondern auch für einen Gaumenschmaus!

Lavendel essbar

Lavendelblüten sind nicht nur für Hummeln und Bienen ein Genuss

Der Verzehr ist sortenabhängig

Für den Lavendel-Verzehr ist wichtig: Es muss sich um eine essbare Sorte handeln. Meistens wird „Echter Lavendel“ verwendet, der süßlich riecht und schmale Blätter besitzt. Im Gegensatz zu Schopflavendel mit einem intensiveren Geruch schmeckt Echter Lavendel herber und eignet sich in der Küche besser. Aus Schopflavendel werden dagegen Ätherische Öle hergestellt. Ebenfalls weniger geeignet schmeckt der dreiblättrige Speiklavendel, da dieser ein seifenartiges Aroma mit sich bringt.

Lavendel essbar

Auch als Nahrung für Schmetterlinge und Bienen ist der Lavendel wertvoll.

So wird Lavendel essbar

Wer Lavendel im Garten angebaut hat, darf sich von Juni bis August über die Farbenpracht – aber auch über die Ernte freuen, denn die Blüten sind sowohl frisch als auch getrocknet genießbar.

Von Lavendel sind generell mehrere Teile essbar. Bei jungem Lavendel können neben den Blüten auch der Trieb und die Blätter verwendet werden.

Lavendel essbar

Lavendel – essbar und dekorativ

Wer Lavendel auch neben der Blütezeit genießen mag, kann die Pflanze trocknen. Dazu werden einzelne Stängel abgeschnitten, eng zu einem Strauß zusammengebunden und zum Trocknen kopfüber an einen trockenen Platz aufgehängt. Wichtig hierbei: Den Lavendel nicht vorher waschen, da er sonst nicht wie gewünscht trocknet.

Lavendel weiterverarbeiten

Lavendel kann auch weiterverarbeitet werden: Als Öl, Zucker oder Salz beispielsweise. Für Lavendel-Zucker werden getrocknete Blüten mit handelsüblichem Zucker vermischt und so lange in der Dose geschützt stehen gelassen, bis sich ein angenehmes Aroma entfaltet hat. Ebenso funktioniert die Herstellung von Salz.

Für Lavendelöl wird geschmacksneutrales Öl mit getrocknetem Lavendel vermischt und ungefähr eine Woche ziehen gelassen. Anschließend wird das Öl durch ein Tuch abgeseiht und in eine saubere Flasche gefüllt.

Lavendel essbar

Auch Wildbienen sind Lavendelfans.

Welche Rezepte schmecken mit Lavendel?

Lavendel ähnelt geschmacklich Rosmarin. Köche empfehlen deshalb, in Rezepten mit Rosmarin dieses Gewürz durch Lavendel zu ersetzten. So können alte Rezepte neu entdeckt werden.

Lavendel ist vielseitig einsetzbar. Wie oben beschrieben sind die Blüten solo oder mit weiteren Zutaten zur Weiterbearbeitung geeignet. Öl, Zucker, Salz – die Möglichkeiten, mit Lavendel zu arbeiten, erstrecken sich von herzhaft bis süß.

Lavendel essbar

Die zahlreichen kleinen Blüten am Blütenstand des Lavendels produzieren das wunderbare Aroma.

Ein paar Beispiele:

  • Lavendel-Tee: Einen großen Esslöffel getrocknete Lavendelblüten in eine Tasse heißes Wasser geben und 10 Minuten ziehen lassen. Der herrliche Duft entfacht sich direkt. Dazu ist Lavendel magenbekömmlich und entspannt.
  • Lavendel-Salz mit Grillfleisch: Wer eine Abwechslung zu den üblichen Soßen oder Gewürzbuttern beim Grillen sucht, sollte Lavendel-Salz über das Fleisch geben. Überhaupt schmeckt es durch die Ähnlichkeit zu Rosmarin auch sehr gut zu Schmorgerichten oder anderen Speisen mit Fleisch.
  • Lavendel-Öl: Ein herrlicher Garten- oder Wildkräutersalat lässt sich gut mit Lavendel-Öl verfeinern. Dazu wird das Dressing mit einem geschmacksneutralem Öl angerührt.
  • Lavendel-Zucker: Kuchen, Plätzchen oder andere Süßspeisen erhalten mit Lavendel-Zucker eine feine Aromanote. Optional können auch getrocknete Blüten unter den Teig gegeben werden.

In jeden Fall gilt: Vorsicht mit der Dosierung des Aromas. Was für den anderen genau richtig sein mag, schmeckt für den anderen schnell parfümartig.

Lavendel essbar

Lavendelakrobatik

Lavendel kaufen

Wer nicht zufällig die Ferien in Südfrankreich verbracht und keinen Garten mit der Blume bestückt hat, muss natürlich nicht auf Lavendel verzichten: Ob Blüte oder Öl – mittlerweile gibt es viele Feinkostläden, Bio-Märkte und gut sortierte Supermärkte, die das Gewürz im Sortiment haben. Oder einfach mal in der Apotheke nachfragen – dort kann man auch Glück haben!

Lavendel Pflanzen solltet Ihr im Fachhandel kaufen, denn nur dort findet Ihr eine gute Qualität, an der Ihr langjährige Freude findet.

Mein Tipp: Lavendel Cupcakes

Wir finden: Neben vielen anderen Blüten ist auch Lavendel essbar und schmeckt hervorragend. Deshalb gibt es noch ein etwas ausgefalleneres Rezept: Cupcakes mit Lavendel.

Diese Cupcakes zeigen: Lavendel ist essbar und genießbar.

Das Rezept für 12 Stück:

  • 150 Milliliter Vollmilch
  • 4 Esslöffel getrocknete Lavendelblüten
  • 120 Gramm Mehl
  • 1 ½ Teelöffel Backpulver
  • 140 Gramm Zucker
  • 120 Gramm weiche Butter
  • 1 Ei
  • 260 Gramm Puderzucker

Wer mag: Violette Speisefarbe und Blüten zur Dekoration

Was ihr sonst noch braucht: Muffin-Förmchen

Die Zubereitung:

Für den Teig und die Glasur müssen 120 ml Vollmilch mit 3 El getrockneten Lavendelblüten und einmal 25 ml mit nur 1 El Blüten über Nacht ziehen. Wer eine Essenz benutzt, kann auf diesen Schritt verzichten und zwei Tropfen in den Teig geben. Die Milch muss in jedem Fall aber mit in den Teig und in die Glasur.

Nach der Nacht sollte die Milch duften. Mit Hilfe eines Siebs müsst ihr sie dann abseihen.

Den Backofen auf 170 Grad vorheizen.

Mehl, Backpulver, Zucker und 40 Gramm Butter mit dem Mixer verrühren, bis alles eine sandige Konsistenz hat. 120 ml Lavendelmilch zu dem Teig in Schüben kippen und nach und nach untermischen. Zum Schluss wird noch ein Ei untergerührt.

Dann verteilt ihr den Teig in Förmchen und backt ihn 20 bis 25 Minuten im Ofen.
Für die Glasur siebt ihr den Puderzucker und schlagt diesen mit 80 Gramm Butter schaumig. Die 25 ml Lavendelmilch ebenfalls in Schüben untermixen bis die Glasur fluffig ist. Wer mag kann noch ein paar Tropfen lila Speisefarbe unter die Glasur mischen. Anschließend wird sie auf die Cupcakes verteilt und mit Blüten verziert.

Text und Foto Cupcakes: Theres Dickmeis

Fotos Lavendel: Dr. Dominik Große Holtforth

Über den Autor:
theres.dickmeis@gmail.com