Der Kapernstrauch Capparis spinosa – genügsam und aromatisch

25. Mai 2017

Der Kapernstrauch Capparis spinosa gehört zu den Klassikern unter den Wintergartenpflanzen. Auch wenn er nicht ganz einfach zu pflegen ist, lohnt es sich, die Pflanze zu halten. Nicht zuletzt deshalb, da er die beliebten und aromatischen Kapern liefern kann. In diesem Beitrag möchte ich den Kapernstrauch vorstellen und zugleich zeigen, wie er gepflegt werden muss. 

Wenn ihr weitere Fragen habt oder eine individuelle Beratung wünscht, könnt ihr euch gerne am Ende des Beitrags melden. 

Kapernstrauch Capparis spinosa

Knospen und Blüten des Kapernstrauchs.

Wissenswertes zum Kapernstrauch

Der Kapernstrauch gehört zur Gattung Capparis und zur Familie der Capparidaceae. Häufig wird er auch als „Echter Kapernstrauch“ oder auch als „Dorniger Kapernstrauch“ bezeichnet. Die Gattung ist in den Tropen und Subtropen Afrikas und Asiens verbreitet, während der Kapernstrauch eine echte Mittelmeerpflanze, also mediterran ist. Er kommt in Südeuropa und im ganzen Mittelmeerraum vor. Entsprechend ist er nicht winterhart, hält aber kurzfristig Minustemperaturen von bis zu -5° C aus. Im Mittelmeerraum wächst er als ca. meterhoher Strauch zwischen Felsen und in Mauerritzen. Häufig hängen die Äste von oben herab und bilden dort die wunderschönen Blüten. Schon ab einer Länge von ca. 20 cm biegen sich die Äste nach unten, so dass Capparis spinosa auch als Bodendecker im Steinbeet eingesetzt werden kann. Die Blätter sind rund bis oval und werden nur 1 – 3 cm lang. Sie sind mit einer glänzenden Wachsschicht überzogen.

Die Blüten haben lange violette Staubfäden, die sehr schön mit den weißen Kelchblättern kontrastieren. Natürlich ist der Kapernstrauch aber nicht nur wegen seiner Blüten interessant. Die aromatischen Kapern verfeinern viele alte und neue Rezepte und sind nicht nur bei Feinschmeckern beliebt. Wer jetzt glaubt, dass Kapern die Früchte des Kapernstrauch sind, irrt aber gewaltig. Es sind die Blütenknospen, die geerntet und verarbeitet werden. Die Ernte erfolgt, wenn die Knospen in etwa die Größe einer Erbse haben. Zur Zubereitung der Kapern werden die Knospen zunächst einen Tag lang trocken liegen gelassen, so dass sie welken. Anschließend werden sie je nach Geschmack in Essig, Salzwasser oder Öl eingelegt.

Kapernstrauch

Die Blüten des Kapernstrauchs sind spektakulär, als Feinkost dienen aber die Blütenknospen.

Die Pflege des Kapernstrauchs

Aufgrund seiner besonderen Spezialisierung an einen begrenzten Standort muss auch bei der Kapernpflege mit besonderen Mitteln gearbeitet werden.

Der ideale Standort

Damit Capparis spinosa seine hängenden Triebe wachsen lassen kann, sollte auch bei der Kultur hierzulande ein Platz in der Höhe gesucht werden. Er kann z. B. in einer Ampel auf der Terrasse oder dauerhaft in einer Trockenmauer im Wintergarten gedeihen. Auch ein Platz in einem Steinbeet kann der Pflanze gefallen. Im Sommer darf es auch gerne heiß werden. Hell muss es in jedem Fall sein.

Gießen und Düngen beim Kapernstrauch

Capparis spinosa ist ein robuster Strauch, der auch einmal einige Tage ohne Wasser auskommen kann. Am Besten gießt man ihn mit einem Feuchtigkeitsmesser, der dank einer langen Sonde anzeigt, ob die Erde trocken ist oder nicht. Wenn die Erde weitgehend abgetrocknet ist, sollte man durchdringend gießen. Danach lässt man die Erde wieder abtrocknen.

Auch die Düngergabe kann bei dem genügsamen Kapernstrauch reduziert erfolgen. Nur alle zwei Wochen braucht der Kapernstrauch Dünger, der als Kübelpflanzen-, aber auch als Volldünger verabreicht werden kann. Die Düngeperiode entspricht dem Zeitraum, in dem der Kapernstrauch auch wächst, also von April bis August.

Die Überwinterung beim Kapernstrauch

Als typische Mittelmeerpflanze kann man den Kapernstrauch im Kalthaus bei ca. 8° C -mit einer Toleranz von 5° C nach oben oder unten- überwintern. Da er bei kühlen Temperaturen die Blätter abwirft, kann er auch mit weniger Licht zurecht kommen. Allerdings ist eine Licht- und Wärmequelle im Frühjahr besser, da das ein frühzeitiges Austreiben fördert.

Während des Winters ist die Pflege beim Kapernstrauch reduziert. Es reicht, eine leichte Bodenfeuchte sicherzustellen. Auf gar keinen Fall darf die Pflanze Staunässe bekommen, denn das schädigt die Wurzeln.

Der Schnitt bei Capparis spinosa

Da die blattlosen Triebe im Winter zurücktrocknen, muss man den Kapernstrauch nicht schneiden.

Umtopfen und Erde

Dass Capparis genügsam ist, zeigt auch sein geringer Anspruch an die Erde. Man kann eine Mischung aus Sand, Erde und einem Drainagematerial verwenden, die den bevorzugten sandig-steinigen Standorten des Kapernstrauchs entsprechen. Die Häufigkeit des Umtopfens ergibt sich aus dem Wachstum. Man kann damit rechnen, dass alle zwei bis drei Jahre umgetopft werden muss. Der richtige Zeitpunkt für das Umtopfen ist das frühe Frühjahr, wenn die Pflanze noch nicht wieder ausgetrieben hat.

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

SV 140

Über den Autor:
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Dr. Dominik Große Holtforth ist Experte für mediterrane Pflanzen und Gärten. Wenn ihr eine persönliche Beratung zur Pflege oder zum Schneiden wünscht, könnt ihr hier eure Frage stellen, der gerne und kurzfristig weiterhilft. Auch in seinem wöchentlichen Newsletter berichtet Dr. Große Holtforth über die mediterrane Pflanzenpflege. Hier geht es zur Anmeldung, die natürlich kostenlos und unverbindlich ist. 

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