Der Peregrinastrauch Jatropha integerrima – ein feuerroter Kubaner

15. Juli 2017

Der Peregrinastrauch Jatropha integerrima gehört mit seinen feuerroten Blüten zu den Kübelpflanzen, die farbenfrohe Glanzlichter auf Balkon und Terrasse setzen. Bedenkt man seine subtropische Herkunft, ist der Peregrinastrauch sehr pflegeleicht und vor allem blühfreudig. Wie ihr ihn auf Balkon und Terrasse sowie im Wintergarten kultivieren könnt, zeige ich in diesem Beitrag. 

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Jatropha integerrima

Mit seinen zahlreichen Blüten gehört der Peregrinastrauch zu den besonders attraktiven Kübelpflanzen.

Wissenswertes zu Jatropha integerrima

Die Gattung Jatropha, zu der der Peregrinastrauch gehört, ist eine große tropische bis subtropische Gattung mit ca. 190 Arten. Ihre ursprüngliche Heimat umfasst sowohl das tropische Afrika als auch Südamerika. Sie gehören zu den Wolfsmilchgewächsen und haben daher auch einen milchigen Pflanzensaft. Zur Gattung Jatropha gehören sowohl kleine Gehölze, also Sträucher und Bäume, als auch Stauden. Neben Jatropha integerrima ist noch die Purgiernuss Jatropha curca und der Guatemalarhabarber Jatropha podagrica bekannt, der auch Flaschenpflanze genannt wird. Namensgebend für die nicht essbare Pflanze ist der flaschenförmige Stamm, der ein wenig an einen Elefantenfuss (Beaucarna recurvata) erinnert. Die Frucht der hochgiftigen Purgiernuss wurde in vorherigen Jahrhunderten als Abführmittel verwendet. Wegen ihrer drastischen Wirkung hat man für sie das lateinische purgare = reinigen zur Namensgebung verwendet.

Herkunft und Namen

Jatropha integerrima ist da weit harmloser, wenngleich ebenfalls ein reiner Zierstrauch. Ein Hauptverbreitungsgebiet ist Kuba. Neben der aus dem Englischen stammenden Bezeichnung Peregrinastrauch wird er auch als Korallenstrauch oder Spicy Jatropha, also „würziger Jatropha“ bezeichnet.  Nicht verwechseln darf man ihn mit dem Korallenbaum aus der Gattung Erythrina. Allerdings ist auch der Peregrinastrauch nicht essbar. Die Bezeichnung „Spicy“, also „würzig“ bezieht sich eher auf die knalligen Farben der karmesinroten Blüten, die die Hauptattraktion von Jatropha integerrima sind.

Wuchs und Blätter

Die Pflanze ist ein je nach Überwinterung immergrüner Kübelstrauch, der in der Kübelkultur bis zu 2 Metern hoch werden kann. Er hat eine gleichmäßige Krone und schöne weitgehend dreilappige Blätter. Darüber thronen vom Frühjahr bis zum Sommer die zahlreichen feuerroten Blüten, die Jatropha integerrima zu einem echten Hingucker machen. Äste und Zweige wachsen schön und gleichmäßig verzweigt.

Jatropha integerrima

Die dreilappigen Blätter von Jatropha integerrima

Die Pflege beim Peregrinastrauch

Bei der Pflege hilft das Wissen über die tropische bis subtropische Herkunft von Jatropha. Die größeren Blätter deuten an, dass J. integerrima keineswegs die volle Sonne benötigt. Mit einer größeren Blattfläche kann der Peregrinastrauch auch vereinzelte Lichtstrahlen im halbschattigen Unterholz von tropischen bis subtropischen Gehölzzonen einfangen.

Der Standort

Es reicht also ein halbschattiger bis sonniger Standort für den Peregrinastrauch, vorausgesetzt er ist warm. Der Strauch kann sogar ganzjährig in Wohn- oder Büroräumen gedeihen. Natürlich ist auch eine Kultur im temperierten Wintergarten sehr gut möglich. Im Freiland kann er von Mai bis Oktober stehen, Temperaturen unter 15° C sind zu meiden. Daher muss er auch im Winter mild überwintern und passt als Überwinterungspflanze zu Hibiskus oder Tibouchina, die ebenfalls aus den Tropen stammen.

Gießen und Düngen bei Jatropha integerrima

Als Tropenpflanze kann der Peregrinastrauch reichlich gegossen werden. Aber Vorsicht: Er ist keine Wasserpflanze. Hilfreich ist eine Unterschale, mit der man J. integerrima mit Wasser versorgt. Sie lässt sich morgens mit Wasser füllen. Während des Tages verdunsten die vergleichsweise großen Blätter Wasser, so dass man am nächsten Tag erneut gießen kann.

Jatropha integerrima

Im Winter lässt die Blüte nach.

Der Nährstoffbedarf ist nicht ganz so groß. Es reicht eine vierzehntägige Versorgung mit einem Kübelpflanzendünger. Die Düngeperiode entspricht der Wachstumszeit. Gedüngt wird also von Mai bis ca. August. Wenn der Sommer (hoffentlich) lang dauert und die Pflanze im September noch Blätter zulegt, dann kann man sie auch dann noch ein wenig düngen.

Die Überwinterung

Jatropha integerrima ist eindeutig nicht winterhart. Sie muss nicht nur vor Frost geschützt werden, sondern bleibt auch nur bei milden Temperaturen immergrün. Wenn ihr sie kühl überwintert, dann wirft sie die Blätter ab. In diesem Fall braucht sie überhaupt kein Wasser, Gießen im blattlosen Zustand ist nicht ungefährlich. In der milden Überwinterung, die auch im hellen Wohnzimmer erfolgen kann, behält sie die Blätter. Sie ist aber aufgrund des geringeren Lichts in der Winterruhe und braucht nur wenig Wasser. Neben der angepassten Bewässerung gehört die regelmäßige Schädlingskontrolle im Winter zu den Pflegeaufgaben. Gegen die gelegentlich auftretenden Spinnmilben hilft ein regelmäßiges Besprühen mit Wasser. Die damit einhergehende Luftfeuchtigkeit hilft der Pflanze aber auch ohne Spinnmilbengefahr.

So könnt ihr den Peregrinastrauch umtopfen

Die Zeit für’s Umtopfen bei Jatropha integerrima ist im frühen Frühjahr, also Ende März oder Anfang April. Wichtig ist die Verwendung einer lockeren, durchlässigen aber dennoch nährstoffreichen Erde. Am Besten verwendet ihr eine torffreie Kübelpflanzenerde. Alternativ kann man auch eine Erde mischen, indem man humusreiche Gartenerde, Kokosfasern und Quarzsand zu einem lockeren Gemisch vermengt. Der Anteil von Kokos und Sand sollte ca. 10 bis 15% betragen.

Der Schnitt bei Jatropha integerrima

Bei einer jungen Pflanze sollten die Spitzen mehrfach geschnitten werden. Das führt dazu, dass sich die Äste besser verzweigen. Bei älteren Pflanzen, die in der Überwinterung die Blätter verloren haben, ist ein Rückschnitt um ca. 30% der Äste sinnvoll. Bleibt das Laub an der Pflanze, müssen nur abgestorbene oder nicht schön gewachsene Triebe abgeschnitten werden.

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

Literatur:

Andreas Bärtels: Tropenpflanzen. Zier- und Nutzpflanzen. Stuttgart 2013

 

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Über den Autor:
post@mein-mediterraner-garten.de

Dr. Dominik Große Holtforth ist Experte für mediterrane Pflanzen und Gärten. Wenn ihr eine persönliche Beratung zur Pflege oder zum Schneiden wünscht, könnt ihr hier eure Frage stellen, der gerne und kurzfristig weiterhilft. Auch in seinem wöchentlichen Newsletter berichtet Dr. Große Holtforth über die mediterrane Pflanzenpflege. Hier geht es zur Anmeldung, die natürlich kostenlos und unverbindlich ist. 

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