Jasminum polyanthum, der wunderbar duftende Zimmerjasmin

13. Februar 2018

Der legendäre Duft des Jasmin beschert allen Jasminarten eine besondere Popularität. Keine Ausnahme macht dabei Jasminum polyanthum, der Zimmerjasmin. Er ist eine pflegeleichte Zimmer- oder Wintergartenpflanze, die sich mit vielen Blüten und atemberaubendem Duft für die richtige Pflege bedankt. Dieses Pflanzenportrait zeigt die wichtigsten Eigenschaften von Jasminum polyanthum und wie er gepflegt werden muss. 

Jasminum polyanthum

Im Winter präsentiert sich der Zimmerjasmin in voller Blütenpracht.

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Die Botanik von Jasminum polyanthum

Was zunächst überraschend erscheint: Jasmin gehört zu den Ölbaumgewächsen, ist damit also ein Verwandter des Olivenbaums (Olea europaea). Zur Gattung Jasminum gehören mehr als 200 Arten, von denen der Echte Jasmin (Jasminum officinale) der bekannteste sein dürfte. Jasminpflanzen sind kletternde oder windende Pflanzen, die Grundform ist aber strauchförmig. Daher kann der Zimmerjasmin auch sehr gut als Kübelpflanze gehalten werden. Da der aus China stammende Jasminum polyanthum nicht vollständig winterhart ist, ist das allerdings auch erforderlich. Nur in Weinbauregionen an geschützten Stellen kann Jasminum polyanthum in den Garten gepflanzt werden.  

Jasminum polyanthum

Die wunderschön weiße Blüte des Zimmerjasmin

Duft und Leuchten – die Jasminblüten

Die Blüte, Hauptdarsteller beim Jasmin, ist weiß, die Knospen dagegen zartrosa. Sie hat fünf Kronblätter, in der Mitte befindet sich die zusammengewachsenen, gelben Fruchtblätter. Die Blütezeit beim Zimmerjasmin ist je nach Überwinterungstemperatur von Dezember bis April. Daher sollte er – um die Blüte genießen zu können – im Wintergarten oder in der Wohnung gehalten werden. Dort kann man seinen überwältigenden Duft erleben (der manchem aber auch zu stark sein kann).  Übrigens deuten der Duft und die Blütenfarbe weiß darauf hin, dass sich der Jasmin an nacht- oder dämmerungsaktive Bestäuber wendet. Damit diese die Blüten finden, leuchten und duften sie. Bemerkenswert ist auch, dass sich der Duft in den Abendstunden verstärkt. 

Jasminum polyanthum

Aus den schlanken zartrosa leuchtenden Knospen werden die weißen, duftenden Jasminblüten.

Eleganter Begleiter – das Jasminlaub

Das Laub des Zimmerjasmin ist gefiedert, d.h. es wächst federartig. Kleine schmale Blätter wachsen gegenständig, also auf gleicher Höhe an den Jasminschlingen. Für diese sollte man Schling- und Kletterhilfen wie etwa einen bogenförmig gespannten Draht bereit halten. Ansonsten würde der Jasmin allzu sehr aus dem Ruder wachsen. Zu lang gewordene Schlingen könnt ihr kürzen. Allerdings sollte man den Zimmerjasmin zurückhaltend schneiden, damit nicht zuviele Blütenansätze verloren gehen. 

Jasminum polyanthum

Ein Zimmerjasmin im Kruidtuin, dem botanischen Garten von im belgischen Leuven

Die Pflege beim Zimmerjasmin

Einen Zimmerjasmin pflegen ist einfach, wenn man die besonderen Bedürfnisse der Pflanze beachtet. 

Der Standort

Der Standort im Sommer ist sonnig bis halbschattig und warm. Auch wenn man Jasminum polyanthum auch im Garten halten kann, wenn die Region wintermild ist, sollte man den Zimmerjasmin doch eher in einen Kübel pflanzen. So bleibt man flexibel und kann die Pflanze bei extremen Wintertemperarturen besser schützen. Bei der Überwinterung, die spätestens ab November beginnt, sollte auf kühle Temperaturen geachtet werden. Kühle ist eine Voraussetzung für eine schöne Winterblüte, die in den Monaten Januar oder Februar hochwillkommen ist. Ideal ist also ein kühler oder mild temperierter Wintergarten. 

Gießen und Düngen

Typisch für Pflanzen mit viel Laub und eher weichen Pflanzenteilen ist, dass sie einen etwas höheren Wasserbedarf haben. Den Zimmerjasmin sollte man also im Sommer regelmäßig gießen, er darf aber nicht zu nass werden. Daher sollte die Erde stets zunächst antrocknen, bevor ihr erneut gießen könnt. In der Wachstumszeit von ca. Mai bis September solltet ihr regelmäßig, dh. einmal pro Woche mit einem Balkon- oder Kübelpflanzendünger düngen. Auch Düngestäbchen sind für die Nährstoffgabe geeignet. Im Winter, wenn die Temperatur kühler ist, ist der Wasserbedarf deutlich geringer. Dann geht es darum, die Pflanze nur leicht feucht zu halten. Düngen solltet ihr im Winter nicht, sondern erst dann wieder, wenn die Pflanze nennenswert austreibt. 

Topf, Erde und Umtopfen

Der Jasmin kann im Frühjahr nach der Blüte umgetopft werden. Das sollte etwa alle zwei Jahre erfolgen. Der Topf braucht ein Abflussloch, damit das Wasser gut abfließen kann. Die Erde sollte durchlässig und strukturstabil sein. Am Besten nimmt eine torffreie Balkon- oder Kübelpflanzenerde. Als Drainagematerial, das im unteren Drittel des Topfes den Wasserabfluss sicherstellt, könnt ihr Schotter, Kies oder Poroton verwenden. 

Den Zimmerjasmin schneiden

Man kann Jasminum polyanthum nach der Blüte schneiden. Der Zimmerjasmin ist schnittfreudig, auch nach einem Rückschnitt kann man mit einem guten Neuaustrieb rechnen. 

Wenn ihr einen Zimmerjasmin kaufen möchtet, werdet ihr in vielen Gärtnereien, Gartencentern oder auch im Pflanzenversand fündig. Jasminum polyanthum gilt als nicht giftig, ist aber natürlich auch kein Lebensmittel. Insgesamt gehen aber keine besonderen Gefahren für Kinder und Haustiere von der Pflanze aus. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

Über den Autor:
post@mein-mediterraner-garten.de

Dr. Dominik Große Holtforth ist Experte für mediterrane Pflanzen und Gärten. Wenn ihr eine persönliche Beratung zur Pflege oder zum Schneiden wünscht, könnt ihr hier eure Frage stellen, der gerne und kurzfristig weiterhilft. Auch in seinem wöchentlichen Newsletter berichtet Dr. Große Holtforth über die mediterrane Pflanzenpflege. Hier geht es zur Anmeldung, die natürlich kostenlos und unverbindlich ist. 

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