Gunnera manicata – das Mammutblatt richtig pflanzen und pflegen

Das Mammutblatt Gunnera manicata ist der Gigant unter den Stauden und macht seinem Namen alle Ehre. Wer genügend Platz hat und einen ganz besonderen mediterranen Garten gestalten möchte, der sollte das Mammutblatt an einer exponierten Stelle pflanzen. Worauf ihr bei Pflanzung und Pflege achten müsst, zeige ich euch in diesem Beitrag. 

Gunnera mannicata

In warmen Regionen -wie hier in Kalifornien- erreicht die Gunnera manicata Dimensionen, die der Bezeichnung Mammut gerecht werden. 

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Wissenswertes zum Mammutblatt Gunnera manicata

Es mag verwundern, dass das Mammutblatt eine Staude ist. Doch diese Pflanze schafft es, alljährlich aus ihren Rhizomen wahre Wunderwerke des Wachstums zu erzeugen. Ihren botanischen Namen hat Gunnera manicata bzw. die Gattung Gunnera von Carl von Linné, der damit den damaligen Bischof von Trontheim ehrte. Zu dieser Gattung gehören ca. 50 Arten, die nicht alle so groß sind. Gunnera mannicata stammt aus dem südlichen Brasilien, so dass nicht verwundert, dass man auch Gunnera brasiliensis als Bezeichnung findet. Im englischen liest man auch vom „Chilean Rhubarb“, also chilenischen Rhabarber und erfährt dabei etwas über das natürliche Verbreitungsgebiet im südlichen Südamerika. Das Mammutblatt ist bedingt winterhart und kann in eher wintermilden Regionen mit Schutz draußen überwintern. Aber auch die Haltung als große Kübelpflanze kommt in Frage. 

Gunnera manicata

Die kolbenförmigen Blütenstände sind neben den riesigen Blättern ein weiteres Markenzeichen von Gunnera manicata

Wuchs und Blätter

Als Blattstaude hat das Mammutblatt alljährlich die Chance, sein Laub zu erneuern. Diese beeindruckende Wuchsleistung beginnt ca. nach dem Frost und benötigt je nach Witterung 6 – 8 Wochen. Nach und nach schieben sich kräftige Stengel mit jungen Blättern aus dem Boden. Der Stengel kann bis zu 2 Meter hoch werden. Er ist mit kleinen Dornen besetzt, so dass Fressfeinde -die bei uns keine Rolle spielen- ferngehalten werden. Die Blätter selbst sind nahezu rund und leicht runzelig. Am beeindruckendsten und namensgebend ist aber ihr Durchmesser von 2 Metern, der dem Begriff „Mammut“ alle Ehre macht.

Mammutblatt - Gunnera manicata

Das Mammutblatt im August

Die Mammutblätter erinnern tatsächlich an das Rhabarberblatt und werden auf der Unterseite durch kräftige Verstrebungen und Rippen gestützt. Diese Stütze benötigen die Blätter auch, denn sie müssen auch im Sommer Platzregen, Hagel und starken Wind widerstehen. Wenn es aber doch mal zu Beschädigungen der Blätter kommt, ist das kein Problem. Im Herbst sterben die Blätter ab und bilden sich im nächsten Frühjahr neu. 

Der Blütenstand von Gunnera manicata

Im Spätsommer zeigt sich auch die Blüte oder besser der Blütenstand der großen Blattstaude. Er wächst kolbenförmig und besteht aus tausenden kleinen und sehr unscheinbaren Blüten. Deren Sexualleben ist nicht sehr kompliziert, denn Gunnera manicata ist eingeschlechtlich und bestäubt sich selbst. Aus den Blüten werden kleine Früchte, die die Samen tragen. Essbar oder genießbar sind die Früchte ebenso wie die Blätter auch nicht. Auch die Ähnlichkeit zum Rhabarber sollte nicht dazu verleiten, die Stiele zu verzehren. 

Gunnera manicata

Mammutblätter am Großen Teich im San Francisco Botanical Garden

Pflanzung und Pflege beim Mammutblatt

Das das Mamutblatt viel Platz benötigt, dürfte mittlerweile klar sein. Aber auch in Bezug auf andere Eigenschaften ist der Standort für das Gedeihen der giantischen Pflanze entscheidend. 

Gunnera manicata

Auch mit Halbschatten kommt das Mammutblatt gut zurecht. 

Der ideale Standort für das Mammutblatt

Sowohl für das langfristige Gedeihen der Mammutblatt-Staude als auch für die gestalterische Wirkung ist ein ausreichend großer Standort wichtig. Ihr braucht keinen Schlosspark, um die Staude zu pflanzen, aber 3 bis 4 Quadratmeter solltet ihr schon einplanen. Wichtig ist auch, dass die Pflanzstelle zugänglich ist, damit ihr im Herbst einen Winterschutz* anbringen könnt. 

Der Lichtbedarf ist vergleichsweise anspruchslos. Es ist sogar günstiger, einen sonnigen bis halbschattigen Standort zu haben. In der prallen Sonne kann es zu Austrocknung kommen, die nicht günstig ist. Damit ist auch schon der Anspruch an den Boden angesprochen. Dieser sollte eher feucht sein, denn in seiner Heimat wächst das Mammutblatt in Sümpfen und Feuchtgebieten. Schließlich müsst ihr bei der Pflanzung die Entwicklung der Pflanze im Auge behalten. Sie kann andere Pflanzen deutlich beschatten und sollte daher nicht direkt neben mediterranen Staudenbeeten gepflanzt werden. Eher als Nachbar geeignet sind ein Teich oder ein kleiner Bachlauf, denn diese erhöhen die Luftfeuchtigkeit. Allerdings sollte das Rhizom nicht nass werden. 

Gunnera manicata

Wenn die Wurzeln oder besser das Rhizom im Schatten und die Blätter in der Sonne sind, geht es dem Mammutblatt sehr gut. 

Wenn das Mammutblatt in einem großen, standfesten Kübel wachsen soll, braucht dieser einen ähnlichen Standort auf der Terrasse oder auch im Garten. Da Gunnera manicata in der Kübelhaltung regelmäßig gegossen werden muss, muss der Kübel gut zugänglich sein. 

Gießen und Düngen

Die Verdunstung der großen  Blätter ist erheblich, daher muss die Mammutblatt-Staude ausreichend mit Wasser versorgt werden. In der Freilandpflanzung ist ein tonhaltiger, aber nicht zu schwerer Boden gut, in dem Wasser gespeichert wird. Fallen ausreichend Niederschläge, muss das Mammutblatt nicht zusätzlich gegossen werden. Nur nach der Pflanzung oder in trockenen Zeiten sollte eine zusätzliche Wässerung erfolgen. Das gilt insbesondere beim Austrieb, für den die Pflanze mehr Nährstoffe und Wasser benötigt. Wächst die Pflanze im Kübel ist ein tägliches Gießen und die Wasserversorgung über eine große Unterschale sinnvoll und nötig. 

Gunnera manicata

Das Mammutblatt kann -wie hier im Bild- gut neben einem Teich gepflanzt werden. Das Rhizom darf aber keinesfalls im Wasser sein. 

Stichwort Nährstoffe: Der jährliche Austrieb ist ein Kraftakt, den ihr mit zusätzlicher Düngung unterstützen könnt. Düngen solltet ihr von April bis Juni. Geeignet ist Mist, Kompost oder ein Volldünger. Das gilt auch für die Haltung im Kübel. Auch im Herbst kann mit Kompost und Mist gedüngt werden, um das langfristige Gedeihen zu unterstützen. 

Gunnera manicata

Im Sonnenlicht zeigen die Mammutblätter ihre ganze Schönheit.

Die Überwinterung von Gunnera manicata

Asl Winterhärte wird -10° C für die Staude angegeben. Wie gut sie diese oder vielleicht sogar noch tiefere Temperaturen aushält, hängt wesentlich vom Winterschutz* ab. Da die Blätter im Herbst bei kühleren Temperaturen und weniger werdendem Licht absterben, kann man die Rhizome gut mit viel Pflanzenmaterial wie Laub, Tannenreisig oder auch Stroh abdecken. Wollt ihr auf Nummer Sicher gehen, baut ihr -ähnlich wie bei den Bananenstauden- einen kleinen Zaum um die Pflanzstelle und füllt diesen mit dämmenden organischem Material auf. Dieses hat nicht nur die Funktion, dass es die Rhizome von Gunnera manicata vor Frost schützt. Außerdem sorgt es auch für ausreichende Feuchtigkeit sowie freiwerdende Nährstoffe. Nach dem Frost im März oder April könnt ihr die Schutzschicht schichtweise entfernen. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

 

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Über den Autor:
post@mein-mediterraner-garten.de

Dr. Dominik Große Holtforth ist Experte für mediterrane Pflanzen und Gärten. Wenn ihr eine persönliche Beratung zur Pflege oder zum Schneiden wünscht, könnt ihr hier eure Frage stellen, der gerne und kurzfristig weiterhilft. Auch in seinem wöchentlichen Newsletter berichtet Dr. Große Holtforth über die mediterrane Pflanzenpflege. Hier geht es zur Anmeldung, die natürlich kostenlos und unverbindlich ist.