Die Gruson-Gewächshäuser in Magdeburg – grüne Oase an der Elbe

Die Gruson-Gewächshäuser in Magdeburg gehören zu Unrecht zu den weniger bekannten exotischen Gärten in Deutschland. Die 13 Gewächshäuser bieten den Besuchern einen wunderschönen Überblick über die reiche Vielfalt der tropischen und subtropischen Pflanzenwelt. In diesem Beitrag möchte ich die Gruson Gewächshäuser vorstellen und euch praktische Besuchstipps geben. 

Gruson-Gewächshäuser

Große Monstera-Pflanzen geben dem Palmenhaus ein wunderbares Dschungel-Feeling.

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Die Gruson-Gewächshäuser Magdeburg – bewegte Gartengeschichte

Die Gewächshäuser, die in Magedburg am Rande des Klosterbergegartens nahe der Elbe liegen, sind ein eher unbekanntes Ausflugsziel. Dennoch sollten sich Besucher der sachsen-anhaltinischen Hauptstadt das exotische Flair nicht entgehen lassen, das man in den Gruson-Gewächshäusern erleben kann. 

Gruson-Gewächshäuser

Eingangshalle und Palmenhaus der Gruson Gewächshäuser in Magedburg

Die Geschichte der Gewächshäuser ist bewegt. Sie gehen zurück auf die Sammlung exotischer Pflanzen, die von dem Industriellen Hermann August Gruson (1821 – 1895) ab den 1860er Jahren aufgebaut wurde. Mit seinem Schaffen als Pflanzensammler trug Gruson immerhin die im 19. Jahrhundert größte Kakteensammlung Europas zusammen. Auch Botaniker erkannten seine Leistung an. So wurde der bekannte Echinocactus grusonii -der auch als „Schwiegermuttersessel“ bezeichnet wird, nach Gruson benannt. 

Gruson-Gewächshäuser

Einer der schönsten Kakteen, der Echinocactus grusonii, wurden nach dem Gartengründer Herman Gruson benannt.

Gruson vermachte die Sammlung mit einem nennenswerten Geldbetrag an seine Heimatstadt Magdeburg, die die Verpflichtung übernahm, die Sammlung fortzuführen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Nach Zerstörungen im zweiten Weltkrieg und vielen Phasen der Renovierung ist die Anlage bestehend aus 12 Gewächshäusern seit 2010 vollständig saniert und als Schmuckstück im Süden der Magdeburger Innenstadt zugänglich. 

Gang durch die Gruson-Gewächshäuser

Ein Besuch beginnt mit dem Eintritt in das große, dominierende Palmenhaus, das das Herzstück der Anlage ist. Hier ist ein Baumwipfelpfad eine wunderbare Gelegenheit, die exotischen Baum- und Pflanzenriesen aus der Perspektive der Vögel zu bewundern. Dazu gehört auch eine mächtige Baumstrelitzie (Strelitzia nicolai), die bei Kennern genauso beliebt ist wie die bunte Schwester, die Strelitzia regina

Gruson-Gewächshäuser Baumstrelitzie

Sie gehört zu den höchsten Pflanzen, die man in den Gruson Gewächshäusern erleben kann – die Baumstrelitzie.

Das Kakteenhaus

Ein weiterer Höhehpunkt der Anlage ist das Kakteenhaus, das seltene und interessante Kakteen und Sukkulenten zeigt. Der Platz reicht kaum aus, um die große Zahl von Arten und Exemplaren zu zeigen. Natürlich gehört auch der Echinocactus grusonii zu den gezeigten Pflanzen. Das älteste Exemplar stammt sogar noch aus Grusons Lebzeiten. 

Gruson-Gewächshäuser

Hommage an den Kakteensammler Gruson – das Kakteenhaus.

Besonders beeindruckt haben mich seltene Aloenarten sowie eine mächtige Agave salminana, die im Deutschen als „Stark bewährte Agave“ bezeichnet wird. Typisch sind die breiten, stark gebogenen Blätter bei dieser Agavenart. 

Gruson-Gewächshäuser

Eine „Stark bewehrte Agave“ (Agave salminana var. ferox)

Der Wintergarten

Nomen est omen – im Wintergarten überwintern Kübelpflanzen, die im Sommer im zentralen Innenhof stehen. Hier begegnen den Besuchern Klassiker mediterraner Kübelpflanzen wie Zitrus oder Pelargonien aber auch subtropische Pflanzenschätze wie Hibiskus und die überaus schöne Jakobslilie. An diesem schönen, hellen und ruhigen Ort kann man -wenn man von der zuvor gesehenen Kakteen- und Sukkulentenvielfalt erschöpft ist- eine erste Pause einlegen. 

Gruson-Gewächshäuser

Der Wintergarten bietet Gelegenheit zu einer „Grünen Pause“.

Bromelien- und Orchideenhaus

Im Anschluss an den Wintergarten lassen sich zwei einzelne Häuser besichtigen, die mit den Orchideen und Bromelien -den Ananasgewächsen- zwei Pflanzengruppen thematisieren, die sich in besonderer Weise an Lebensräume angepasst haben. 

Gruson-Gewächshäuser

Eine Orchidee Vanda tricolor gehört zu den wunderschönen Bewohnern des Orchideenhauses.

Auch fleischfressende Pflanzen wie die bekannten Kannenpflanzen (Nepenthes) sind Teil der Sammlung im Bromelienhaus.  

Die Tropenhäuser

Ein kleines und ein großes Tropenhaus laden ein zu einer botanischen Reise in die tropische Flora der Regenwäler in Afrika, Südamerika und Asien. Auch tropische Nutzpflanzen gehören zum grünen Inventar in den beiden Tropenhäusern. Nicht nur Kaffeetrinker werden sich für die Kaffeesträucher interessieren und auch ein Kakaobaum zeigt sehr schön, wo und wie wichtige Lebens- und Genussmittel wachsen. 

Gruson-Gewächshäuser

Gang durch’s Tropenhaus

Im Sommer gehört im kleinen Tropenhaus in einem großen Wasserbecken eine Victoria-Seerose zu den besonderen Attraktionen der Gruson Gewächshäuser. 

Aquarium und Königin der Nacht-Haus

Das Dschungel-Feeling bleibt im benachbarten Aquarium mit seinen exotischen Fischen erhalten. Darunter sind auch die gefürchteten Piranhas sowie die farbenfrohen Malawi-Buntbarsche. Im Königin der Nacht-Haus werden neben dem berühmten Blütenkaktus weitere epiphytische oder halbepiphytische Pflanzen -also Aufsitzerplanzen- präsentiert. 

Das Mittelmeerhaus

Besonders angetan hat es mir das Mittelmeerhaus, das aber auch viele Pflanzen von den Kanarischen Inseln wie etwa die Kanaren-Glockenblume oder Natternköpfe zeigt. Zwergpalmen, Erdbeerbäume, Lorbeerpflanzen sowie der Drachenbaum gehören zu den mediterranen Bewohnern dieses schönen, mit seiner großen Dachfläche besonders hellen Gewächshauses. 

Gruson-Gewächshäuser

Blick in das Mittelmeerhaus

Das Farnhaus

Die Stimmung ändert sich, wenn man vom lichten Mittelmeerhaus mit seinem Kanaren-Feeling voller Licht in das etwas dunklere und feuchtere Farnhaus gelangt. Das tut der Schönheit der Atmosphäre keinen Abbruch, zeigt aber, wie unterschiedlich die Lebensräume auf der Erde sind. Farne gehören zu den ältesten Pflanzen überhaupt und bewohnen schon seit langem mild-feuchte Habitate. Die mächtigen Farnwedel, die im Magdeburger Farnhaus gezeigt werden, zeugen von der Anpassungsleistung der Farne. 

Gruson-Gewächshäuser

Im Farnhaus kann man nicht nur Farne sondern auch kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte erleben.

Praktische Informationen für den Besuch

Die Gruson-Gewächshäuser könnt ihr gut mit öffentlichen Nahverkehrsmitteln oder dem Auto erreichen. Die Adresse ist Schönebecker Str. 129b in 39104 Magdeburg. Geöffnet sind die Gewächshäuser Dienstags bis Sonntags zwischen 9.00 und 17.00 Uhr, also nur am Montag geschlossen. Für den Besuch sollte man mindestens drei Stunden einplanen. Der Eintritt ist mit 3,50 Euro für Erwachsene und 2,00 Euro bei Ermäßigungen sehr erschwinglich und in jedem Fall angemessen. 

Die schöne Website der Einrichtung, die vom Förderverein der Gewächshäuser, der Landeshauptstadt Magdeburg und  den Gruson-Gewächshäusern betrieben wird, gibt weitere Auskünfte und Informationen zu aktuellen Angeboten. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

 

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Über den Autor:
post@mein-mediterraner-garten.de

Dr. Dominik Große Holtforth ist Experte für mediterrane Pflanzen und Gärten. Wenn ihr eine persönliche Beratung zur Pflege oder zum Schneiden wünscht, könnt ihr hier eure Frage stellen, der gerne und kurzfristig weiterhilft. Auch in seinem wöchentlichen Newsletter berichtet Dr. Große Holtforth über die mediterrane Pflanzenpflege. Hier geht es zur Anmeldung, die natürlich kostenlos und unverbindlich ist.