Goldakazie und Silberakazie – leuchtende Pompoms und Mimosenblätter

In der großen Familie der Akazien ist die Goldakazie, wie man schon am Namen erkennt, eine Besonderheit. Immerhin hat sie es bis in das Landeswappen Australiens geschafft. Das Besondere an der Goldakazie sind ihre überaus zahlreichen, pomponartigen gelben Blüten. Aber auch die „kleine Schwester“ der Goldakazie, die Silberakazie, ist eine attraktive Kübelpflanze. Beide Akazienarten möchte ich in diesem Beitrag porträtieren und Pflegehinweise für die Haltung im Wintergarten geben. 

Goldakazie

Die Goldakazie hat wie die Silberakazie besonders schöne Pomponblüten.

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Wissenswertes zu den Akazien

Die Gattung Acacia, zu denen auch die Goldakazie und die Silberakazie gehören, ist eine große Gattung mit 1.400 Arten. Über 900 davon stammen allein aus Australien, andere Vorkommen sind in Südafrika oder auch Kalifornien. Im Mittelmeerraum wachsen Akazien wie die Goldakazie und die Silberakazie als Zierpflanzen in Gärten und Parks. Allerdings gibt es regelmäßig Verwechslungsgefahr zu den Robinien und zu Mimosen. Beide Gattungen haben markante Ähnlichkeiten zu den Akazien. Wenn hierzulande „Akazien“ ausgepflanzt werden, sind es in aller Regel Robinien. Als „Goldakazie“ wird hierzulande auch die Robinie Pseudoacacia ‚Frisia“ bezeichnet, bei der aber eher die Blätter und nicht die Blüten golden sind. 

Goldakazie

Die Goldakazie im Australischen Wappen (Quelle: Wikipedia)

Besondere Verwechslungsgefahr gibt es bei der Silberakazie. Deren Blätter sehen aus wie Mimosenblätter, es sind aber keine. Zwar gehören echte Mimosen und Akazien zur gleichen Familie, der Familie der Mimosengewächse. Die Gattungen Acacia und Mimosa sowie die dazu gehörigen Arten fassen aber genetisch unterschiedliche Pflanzen zusammen. Wenn ihr also bei der Silberakazie den berühmten Mimoseneffekt, bei dem sich die Blätter bei Berührung „zurückziehen“, erwartet, werdet ihr enttäuscht. Nicht aber enttäuscht, werdet ihr von den tollen Pompomblüten, die sowohl die Goldakazie als auch die Silberakazie liefern. Sie erscheinen wie bei fast allen Akazien im Winter, was ihnen auch den schönen Beinamen „Mittwintersonne“ eingebracht hat. 

Goldakazie

Im Mittelmeerraum wie hier auf Ibiza erreichen Goldakazien durchaus stattliche Höhen.

Die Goldakazie

Ihr botanischer Name ist Acacia pycnantha. Sie ist immergrün und wächst als kleiner Baum durchaus mit einer größeren Spannbreite. Die Blätter sind lang, schmal und glänzend und haben einen eleganten, weidenähnlichen Ausdruck. Diese Blattform nennt man Phyllodien, sie sind typisch für australische Akazien. Im Frühjahr erscheinen zahlreiche goldgelbe Pompomblüten, die wie kleine Wattekugeln den Baum bevölkern. Sie sehen nicht nur gut aus sondern verbreiten auch einen angenehmen Duft. Nach der Blüte bilden sich kleine flache Hülsenfrüchte. 

Goldakazie

Da die Goldakazie über einen besonders dichten Wuchs verfügt, ist sie auch ein guter Sichtschutz.

Goldakazie als Wintergartenpflanze

Die Goldakazie ist als nicht winterharte Pflanze ideal für größere Wintergärten. In einem großen Kübel wird die langsam wachsende Goldakazie nur 1,50 bis 2 m groß und kann in der Blütezeit den gesamten Wintergarten bezaubern. Dieser kann sowohl ein Kalt-Wintergarten sein, der im Winter bei 5° C kühl bleibt, oder auch ein temperierter Wohnwintergarten. Der Standort ist vollsonnig. Im Sommer kann man die Goldakazie auch nach draußen stellen, es sollte aber nicht zu nass werden. 

Goldakazie

Die Blütezeit der Goldakazie ist im Mai und Juni.

Die Goldakazie gießen

Wie bei der Südseemyrte ist das Gießen der Goldakazie eine gewissen Herausforderung. Die Erde darf niemals vollständig austrocknen, darf aber auch nicht zu nass werden. Sowohl Staunässe als auch Ballentrockenheit machen der Pflanze sehr zu schaffen. Daher ist regelmäßiges moderates Gießen bei gleichzeitig guter Drainage sehr wichtig. 

Sobald im späten Winter die ersten Knospen auftauchen, wird empfohlen, mit lauwarmen Wasser zu gießen. Das fördert die Blütenbildung. Insgesamt ist kalkarmes Wasser günstiger für die Akazie. Falls vorhanden solltet ihr also mit Regenwasser gießen. 

Goldakazie Blütenzweige

Will man eine große Goldakazie genießen, muss man ihr auch einen entsprechend großen Topf geben.

Topf und Erde bei der Goldakazie

Eine gute Drainage erreicht ihr mit größeren oder mehreren Abflusslöchern und einer Drainageschicht, die in das untere Drittel der Topfes eingesetzt wird. Ideal ist Poroton als Drainagematerial, denn dieser unterstützt den Wasserabfluss.  Die Erde ist eine lockere, durchlässige Pflanzerde. Ihr solltet auf Torf verzichten und stattdessen Kokosfasern unter eine torffreie Pflanzerde mischen. Kokosfasern sind Abfallprodukte aus der Kokosproduktion und ökologisch weniger kritisch wie der Torfabbau. Dieser setzt viel CO2 frei und verstärkt den Klimawandel. 

Dünger für die Goldakazie

Im Frühjahr und bis zum mittleren Sommer, also Ende Juli, sollte alle 14 Tage mit einem Dünger für Topf- und Kübelpflanzen gedüngt werden. Auf diese Weise kann die Goldakazie ihre Nährstoffreserven wieder auffüllen. 

Der Schnitt bei der Goldakazie

Ein größerer Schnitt ist bei der Goldakazie nicht erforderlich, da sie langsam wächst. Mit deutlicheren Schnitten kann aber in jungen Jahren entschieden werden, ob die Akazie als Baum oder Strauch wächst. Soll sie zum Strauch heranwachsen -also eher niedrig und breit-, dann müsst ihr in den ersten Jahren den Leittrieb kappen. Bei einer Erziehung zum Baum, also zu einem Hochstamm, müssen untere Äste entfernt werden. Der richtige Zeitpunkt für den Schnitt ist die Zeit nach der Blüte. 

Goldakazie

Die Silberakazie hat sehr ähnliche Blüten wie die Goldakazie dafür aber filigrane Blätter.

Die Silberakazie

Ihren Namen hat die Silberakazie von der dichten und feinen Behaarung, die die kantigen Triebe umgibt. In ihrer australischen oder tasmanischen Heimat schafft die Silberakazie, die botanisch Acadia dealbata heißt, durchaus eine Höhe von 30 m. Hierzulande als Wintergartenpflanze bleibt sie aber ein kleiner Kübelstrauch. Besonderer Hingucker bei der Silberakazie sind die mimosenähnlichen Blätter, die immergrün und filigran gefiedert sind. Sie erreichen eine Länge von 7 bis 12 cm und sind doppelt gefiedert. Die gelben Pompomblüten erscheinen bei der Silberakazie vom Winter bis in das Frühjahr hinein. Als in der Blüte besonders reichliche Sorten werden Mirandole, Torunaire, Gallois und Bon Accueil empfohlen. 

Die Pflege bei der Silberakazie entspricht der der größeren „Schwester“, also der oben beschriebene Goldakazienpflege. Bei beiden Akazienarten solltet ihr darauf achten, dass die Luft nicht zu trocken ist. Ein warm beheizter Wohnwintergarten könnte unter Umständen -wie etwa hoher Sonneneinstrahlung- zu trockene Luft haben. Bei der Silberakazie ist zu bedenken, dass die gefiederten Mimosenblätter sich immer wieder regenieren, so dass die Silberakazie mehr Laub und Dreck abwirft als die Goldakazie. 

Literatur:

Wolfgang Kawollek – Pflanzen für den Wintergarten, Stuttgart 2005

Christoph und Maria Köchel – Kübelpflanzen. Der Traum vom Süden, München 2003

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

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Über den Autor:
post@mein-mediterraner-garten.de

Dr. Dominik Große Holtforth ist Experte für mediterrane Pflanzen und Gärten. Wenn ihr eine persönliche Beratung zur Pflege oder zum Schneiden wünscht, könnt ihr hier eure Frage stellen, der gerne und kurzfristig weiterhilft. Auch in seinem wöchentlichen Newsletter berichtet Dr. Große Holtforth über die mediterrane Pflanzenpflege. Hier geht es zur Anmeldung, die natürlich kostenlos und unverbindlich ist.