Gartendesign Trends 2017 – viel Natur für Jung und Alt

Wenn sich im Herbst das Gartenjahr dem Ende zuneigt und die mediterranen Pflanzen gut und warm für den Winter untergebracht sind, wird bei vielen Mediterrangärtnerinnen und -gärtnern die Vorfreude auf den nächsten Frühling größer. Spannend dabei ist, welche Gartendesign Trends für das kommende Jahr umgesetzt werden können. Gärten sind Teil unserer Kultur und diese ist laufend in Bewegung. In diesem Beitrag möchte ich Euch daher einige interessante Trends für das Leben mit Pflanzen vorstellen, die aus den USA stammen und die ich sehr inspirierend finde

Gartendesign Trends

Naturstein bleibt im Trends wie hier am Jardin Botanique am Cap Roig in Spanien.

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Mediterranes Gartendesign – darauf kommt es an

Bevor es an die Entdeckung und Umsetzung von Gartendesign Trends geht, möchte ich die Grundlagen des mediterranen Gartendesigns erläutern. Mediterranes Gartendesign bedeutet, dass als dominierende Gestaltungsidee eines Gartens mediterrane Landschaftsformen, mediterrane Farben und natürlich mediterrane Pflanzen eine Rolle spielen. Mediterranes Gartendesign bedeutet nicht, dass mediterrane Gärten aus dem Mittelmeerraum gewissermaßen kopiert werden, sondern nur deren Gestaltung und deren Kultur. Das bedeutet dass das mediterrane Gartendesign stets an heimische an eure Verhältnisse angepasst werden muss. Damit entsteht eine herausfordernde und interessante Gestaltungsaufgabe.

Die wichtigsten Elemente des mediterranen Gartendesigns

Wie jedes Gartendesign – etwa modernes Gartendesign, japanische Gärten oder englische Landschaftsgärten – besteht das mediterrane Gartendesign aus Elementen, die für den mediterranen Stil  stehen. Wenn Ihr diese Elemente einsetzt, dann habt ihr schon den Rahmen gesteckt, innerhalb dessen das mediterrane Gartendesign umgesetzt werden kann.

Mediterrane Gärten und Formen

Die Gärten im Mittelmeerraum haben ihre eigenen Formen, deren geometrische Strukturen die Gartengestaltung prägen. Es beginnt mit den formalen Gärten der italienischen Renaissance, bei dem eine strenge Geometrie und die konsequente Verbindung von Gebäude und Garten ein sehr einheitliches Gartendesign bedeuten. Auch der auf dem Renaissancegarten basierende französische Barockgarten weist strenge und geometrische Formen auf, die jeder Pflanze ihren Platz zuweisen. Als interessanter  kultureller Gegensatz fallen die wunderschönen maurische-arabischen Gärten aus dem Rahmen, die mit viel Wasser und Mosaiken weniger die Herrschaft des Menschen über die Natur zeigen als vielmehr ein Abbild des himmlischen Garten Edens sein möchten. Schließlich ist als letztes Vorbild der französischen Landschaftsgarten interessant, der an die Lavendelfelder der Provence erinnert. Wenn man sich an eine dieser Formen anlehnt, ist die Umsetzung der Gestaltung deutlich einfacherer als ohne Orientierung.

Licht im Garten

Wenn ihr erfolgreich mediterrane Pflanzen kultivieren wollt, müsst ihr ihnen ausreichend Licht geben.  Ein Problem in kleinen Gärten ist häufig, dass eine zu dichte Pflanzung zu viel Licht wegnimmt. Gerade wenn der Boden und das Klima günstig sind, wachsen die Gehölze schnell über das gewünschte Maß hinaus. Seid also mutig, haltet die Gartenschere bereits und schneidet immer wieder Breschen in eure Bepflanzung, damit die Sonne euren mediterranen Garten bestimmt.

Mediterrane Materialien

Mediterrane Gärten sind vom Licht geprägt. Die wirkliche Herausforderung hierzulande bei der Anlage und Gestaltung eines mediterranen Gartens ist, sie zu Orten des Lichts zu machen, während der Himmel häufig grau ist. Aber zu dieser Gestaltungsaufgabe finden sich viele Hilfestellung in berühmten Gärten. Vor allem die Verwendung weißer oder gelber Materialien erhellen den Garten, denn sie vervielfachen das Licht. Helligkeit erreicht ihr zum Beispiel durch weiß oder hellgelb gestrichene Hauswände, durch hellen Naturstein wie etwa Marmor oder Sandstein und auch durch verblichenes Holz, das an Treibgut an einem Mittelmeerstrand erinnern kann. Klassiker sind natürlich auch Terracotta-Kübel und -Fliesen oder auch die bunten Kacheln und Mosaike aus Spanien und Portugal. 

Gartendesign Trends

Klassisch sind auch Dachziegel aus Terracotta, die man auch bei einem Gartenhaus einsetzen kann.

 Mediterrane Pflanzen

Besondere Formen, viel Licht und mediterrane Materialien sind die Bühne für die eigentlichen Hauptdarsteller in eurem mediterranen Garten. Mediterrane Pflanzen wie ein Olivenbaum, Zitruspflanzen, blühende Kübelpflanzen wie der Oleander sowie Kräuter und Stauden füllen schnell diese Bühne aus und machen euren mediterranen Garten zu einem einzigartigen Naturerlebnis. 

Mit dieser grundlegenden Gestaltung könnte ihr immer wieder neue Gartendesign Trends aufnehmen und den Garten über die Jahre weiter entwickeln. Natürlich sollte nicht jedem Trend gefolgt werden, doch ist es sicher interessant sich von neuen Trends inspirieren zu lassen. Hier sind sieben Gartendesign Trends aus der Zeitschrift Garden Design

Gartendesign Trends No. 1 – Natürliche Materialien im Garten

Unser erster Garten Designtrends, natürliche Materialien, passt natürlich sehr gut zu den mediterranen Designelementen. Neben Stein und Holz sind auch noch Kieswege gute Beispiele für den Einsatz natürlicher Materialien. Auch bei Accessoires sollte man eher natürliches Material verwenden als Kunststoff. Eine alte verblichene Wurzel, Muscheln aus dem letzten Urlaub oder mit Moos bepflanzte Schalen können eure Gartengestaltung bereichern.

Gartendesign Trends

Gerade Sukkulenten wie der Hauswurz lassen sich in vielgestaltige Pflanzgefäße pflanzen.

Gartendesign Trend No. 2 – klare Farbkontraste

Ein Gartendesign kann so vielfältig und vielgestaltig sein, dass eher Verwirrung entsteht, als dass eine klare Linie erkennbar wird. Das Wichtigste aber beim Gartendesign ist die klare Umsetzung eines Stils. Ein überfüllter Stilmix ist immer ungünstig und weniger schön, daher gilt beim Einsatz von Elementen und Objekten: Weniger ist mehr.

Kontraste – im englischen „Colour Blocking“ – helfen euch, die Klarheit des Designs zu unterstreichen. Am Besten kann aus der Vogelperspektive entwickelt werden. Vielleicht könnt ihr euren Garten aus einer oberen Etage begutachten. Oder geht einmal aus dem Garten heraus. Von dort könnt ihr mit zusammen gekniffenen Augen versuchen, die Farbflächen zu erkennen. Wenn diese unklar und verwirrend sind ist es Zeit, für Colour Blocking. 

Gartendesign Trend No. 3 – Gärten für natürliche Farbstoffe

Natur liegt im Trend – Selbstversorgung aus essbaren Gärten, Bienenstöcke und Hühner in Gärten. So können auch Pflanzen angepflanzt werden, die ihr zum Färben von Textilien verwenden könnt. Pflanzen, die zum Färben verwendet werden können, tragen häufig die Bezeichnung „Färber..“ so die Färberdistel oder die Färberkamille. In der Liste der Färberpflanzen gibt es aber auch einige Überraschungen: Wusstet ihr, dass der Granatapfel schwarz färben kann? 

Gartendesign Trends

Punica granatum – der Granatapfel färbt schwarz.

Gartendesign Trend No. 4 – Mix aus Alt und Neu

Stiltreue ist beim Gartendesign wichtig. Aber manchmal kann es interessant sein, die selbst erstellten Regeln zu durchbrechen. So ist es auch beim Mix von alten und neuen Objekten in einem Garten. Ihr habt ein altes Gartenhaus? Dann könnt ihr diese mit modernen Möbeln kombinieren, wie euch das Beispiel aus dem fantastischen Jardin de Cap Roig an der Costa Brava zeigt. 

Gartendesign

Moderne Möbel vor altem Gemäuer

Gartendesign Trend No. 5 – aktive Plätze für jung und alt

Nicht nur Kinder brauchen Platz zum Spielen. Auch ältere Gartenbenutzer freuen sich über Raum zum Relaxen und zur Rekreation. Eine Fläche für Boule oder für Kubb, das Wikingerschach, macht der ganzen Familie Spaß und kann auch dann noch genutzt werden, wenn die Kinder aus dem Haus sind. 

Gartendesign Trend No. 6 – Zwergsträucher

Kleine, pflegeleichte Gärten liegen im Trend. Kleinere Pflanzen wie etwa Zwergsträucher liegen voll im Trends, denn mit diesen Pflanzen lassen sich geschlossene Beete und Pflanzungen gestalten, in denen bei wenig freiem Boden wenig Unkraut wächst. Gleichzeitig ist der Wuchs der Zwergsträucher begrenzt, so dass der Garten in seinen Dimensionen erhalten bleibt. 

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Eine kleinbleibende Schönheit: Die chinesische Zwergrose – Rosa chinensis

Gartendesign Trend No. 7 – Zimmerpflanzen

Immer mehr Menschen leben in Städten und haben keinen Garten. Aber auch immer mehr Menschen wollen möglichst viele Pflanzen möglichst immer um sich herum haben. Also liegen auch Zimmerpflanzen im Trend. Wichtig ist, dass die Zimmerpflanzen nicht nur brav auf der Fensterbank platziert werden, sondern überall dort, wo Platz ist und wo genügend Licht hinkommt. Zimmerpflanzen sind übrigens häufig Pflanzen aus halbschattigen oder schattigen Standorten. Stellt man diese Pflanzen in die Wohnung, kommen sie auch mit dem eingeschränkten Licht zurecht. 

Gartendesign Trends

Selbst Zitruspflanzen wie die Meyer-Zitrone oder der Calamondin lassen sich in der Wohnung platzieren.

Quelle: http://www.gardendesign.com/trends/2017.html

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

Über den Autor:
post@mein-mediterraner-garten.de

Dr. Dominik Große Holtforth ist Experte für mediterrane Pflanzen und Gärten. Wenn ihr eine persönliche Beratung zur Pflege oder zum Schneiden wünscht, könnt ihr hier eure Frage stellen, der gerne und kurzfristig weiterhilft. Auch in seinem wöchentlichen Newsletter berichtet Dr. Große Holtforth über die mediterrane Pflanzenpflege. Hier geht es zur Anmeldung, die natürlich kostenlos und unverbindlich ist.