Frische Feigen essen – Tipps und Rezepte für die Feigenernte

Frische Feigen essen – direkt vom eigenen Feigenbaum ist das ein Genuss. Die birnenförmige Feige strahlt einzigartig in violetten oder grünen Farben und betört mit ihrem süßlichen Aroma. Aber wird die Frucht mit Schale verzehrt und soll man überhaupt frische Feigen essen? Oder soll man die Feige doch lieber trocknen und lagern? Und was ist bei der Feigenkultur in Deutschland zu beachten? Das wird im folgenden Beitrag beantwortet. Dazu gibt es einen Überblick, mit welchen Kombinationen Feigen schmecken und ein leckeres Rezept für eine Feigen-Tarte.  

Feigen essen

Wenn die Feigenblätter im Herbst schon abgefallen sind, reifen die Früchte am Baum.

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Geschichte und Herkunft der Feige

Feigen gehören zu den ältesten Nutzfrüchten. Bereits in der Antike standen sie als fester Bestandteil auf den Speiseplänen und wurden damals schon als aphrodisierendes Lebensmittel wegen ihres süßen Geschmacks eingesetzt.

Frische Feigen essen

Feigenbäume können stattliche Dimension erreichen und große Mengen Feigen produzieren.

Wer es ganz genau nehmen will: Die Feige stammt aus der Familie der Maulbeergewächse und gehört zu den Steinfrüchten. Ihr Fruchtfleisch ist von zahlreichen, bekömmlichen Kernen geprägt. Dank der Vielzahl der Kerne hat die Frucht auch den Vorteil, trotz ihrer kleinen Größe zu sättigen.

Der Ursprung der Feigen wird in Südwestasien vermutet – genau nachvollzogen kann das aber nicht mehr werden. Von dort hat sich die Frucht bis zum Mittelmeerraum ausgebreitet und kann mittlerweile auch in Deutschland kultiviert werden.

Leckere Feigen essen

Feigen wachsen während des Sommers und reifen im Herbst.

Anbau in Deutschland

In milden Regionen in Deutschland können winterharte Feigensorten wie Paradiso oder Violetta gut angebaut werden. Wichtig ist ein geschützter Standort mit viel Sonne. Das kann zum einen im Garten ein Platz in der Erden sein, aber auch ein Kübel. Die Pflanze mag lehmhaltigen, nährstoffreichen und leicht sauren Boden.

Frische Feigen essen

Sehr schön sieht man bei dieser Feige die Öffnung, durch die im Mittelmeerraum die Feigenwespe ein- und ausgeht. Bei uns muss die Feige selbstfruchend sein.

Bei der Kultur im Kübel ergibt sich die Möglichkeit, die Pflanze im Winter nach drinnen zu holen. Zwar hält sie Temperaturen von bis zu -10 Grad stand, aber mit der Überwinterung in einem geschützten Quartier geht man auf Nummer Sicher. Die Feige kann so auch im Folgejahr besser gedeihen.

Vor allem: Die Feigen reifen auch dann noch weiter, wenn die Feige im Herbst schon ihre Blätter verloren hat. Durch die späte und über einen längeren Zeitraum erfolgende Ernte besteht auch der Vorteil, über einen längeren Zeitraum frische Feigen essen zu können. Weitere Tipps zu einem Feigenbaum im Topf sind in diesem Beitrag erklärt.

leckere feigen essen

Eine reife Feige umgeben von nicht minder exquisiten Kumquats

Reife-Zeitpunkt ist keine Farb-Lehre

Wenn sich die Feigen durch eine leichte Kippbewegung vom Ast trennen lassen und nur noch leichten Widerstand bei der Druckprobe geben, sind sie reif (wann Feigen reif sind, wird ausführlich in diesem Text beschrieben). Auf eine bestimmte Farbe zum Erntezeitpunkt kann man sich bei dieser Frucht nur schwer verlassen, da der Farbton von violett bis grün/gelb je nach Sorte variiert. Wie ihr Feigen ernten könnt, wird in diesem Leitfaden gezeigt.

Nach der Ernte lohnt es sich, nicht so lange mit dem Verzehr der frischen Feigen zu warten. Wer dennoch die Früchte ein paar Tage verwahren möchte, sollte sie am besten im Kühlschrank lagern – also vorsichtig nebeneinander legen, um Druckstellen zu vermeiden.

Frische Feigen essen

Langsam reifen diese Califfo Blue-Feigen.

Feigen essen – mit oder ohne Schale?

Wer frische Feigen essen möchte, stellt sich vermutlich die Frage, ob er die Schale mitessen kann. Bei sehr frischen Feigen sollte es in der Regel möglich sein, die Schale mitzuessen. Sie verleiht der Frucht Stabilisation und schmeckt neutral. Wenn sie durch Risse beschädigt oder die Frucht schon ein wenig älter ist, kann auf die Schale auch verzichtet werden. Dann wird die Feige aufgeschnitten und ausgelöffelt.

Feigen essen

Man sieht dem Fruchtfleisch der reifen Feige an, wie süß und saftig es ist.

Feigen trocknen

Nach der Feigenernte muss der Verzehr schnell gehen: Feigen sind sehr empfindlich und reifen schnell nach. Eine Möglichkeit, frische Feigen haltbar zu machen, ist das Trocknen. Dörrobst wird vor allem in Wintermonaten gerne gegessen, wenn unser Körper dankbar für nährhafte Vitamine und Obst ist. Und nährhaft sind getrocknete Feigen: In getrockneten Feigen befindet sich bis zu sechsmal mehr Energie als in den frischen Feigen.

Zum Dörren muss man Feigen halbieren und nebeneinander auf ein Backblech legen. Im Backofen muss man sie bei geringer Hitze mehrere Stunden trocknen lassen. Wichtig ist es, die Ofentüre einen Spalt offen zu lassen. Nur so kann die Feuchtigkeit entweichen.

Feigen in der Küche

Feigen schmecken süßlich und sättigen schnell. Und obwohl sie mittlerweile in vielen Gemüseläden und Supermärkten gekauft beziehungsweise sehr einfach zu Hause angebaut werden können, haben Feigen es nie geschafft, dauerhaft auf den Speisepläne in deutschen Haushalten zu landen. Dagegen genießt sie im Mittelmeerraum einen exklusiven Ruf und wird als Delikatesse geschätzt.

Die Einsatzmöglichkeiten in der Küche sind aber sehr vielseitig wie einige Beispiele zeigen:

  • Frische Feigen könnt ihr als Marmelade einkochen und konservieren
  • Im Salat schmecken Feigen mit Serrano und Pfirsichen
  • Feigen mit Ziegenkäse gratiniert ist eine beliebte Vorspeise
  • Zum Nachtisch oder Snack bieten sich Feigen mit Joghurt, Nüssen und Honig an
  • Als Fruchteinlage in deftigen Soßen zu dunklem Fleisch

Beim Verzehr kann sogar auf das schlechte Gewissen verzichtet werden: Feigen enthalten viel Eisen, Kalium und Calcium und gelten als blutreinigend sowie verdauungsfördernd.

Rezept: Feigen-Tarte mit Minze

Frische Feigen essen ist bestimmt nicht eintönig, denn die Frucht kann ganz einfach zubereitet werden. Ein ausgefallenes Rezept empfehlen wir hier: Eine Feigen-Tarte mit Minze. Die Schale müsst ihr bei diesem Rezept übrigens nicht entfernen, weil die Feigen beim Backen so die Form behalten.

Die Zutatenliste:

  • 100 Gramm kalte Butter
  • 50 Gramm Zucker
  • 150 Gramm Mehl
  • 1 Eigelb
  • 1 Prise Salz
  • 1 „Prise“ Zitronenschale
  • 250 Gramm Mascarpone
  • 1 Ei
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 1 El Zucker
  • 1 El Vanille-Puddingpulver
  • 5 große Feigen
  • ein paar Blättchen Minze (nach belieben)
  • Erbsen oder Bohnen + Backpapier zum Blindbacken

Das Rezept:

Aus Butter, Zucker, Mehl, Eigelb, Salz, Zitronenschale und 2 El kaltem Wasser einen Mürbeteig kneten. Diesen in Folie wickeln und für eine Stunde in den Kühlschrank legen.

Eine Tarteform fetten, den Teig in die Form drücken und mit einer Gabel ein paar Mal einstechen. Backpapier und Erbsen drauf legen und zum Blindbacken für 20 Minuten in den vorgeheizten Ofen bei 200 Grad geben. (Ober- und Unterhitze. Umluft 180 Grad). Anschließend Erbsen und Backpapier entfernen.

Aus Mascarpone, dem Ei, Zucker und Puddingpulver eine Creme rühren. Falls die Creme zu fest ist, einen Schuss Milch hinzufügen. Ein paar Minzblätter hacken und unter die Creme mischen. Füllung auf den gebackenen Tarte-Teig geben.

Die Feigen waschen und in Streifen, Scheiben oder Ecken schneiden. Auf die Creme verteilen. Die Tarte bei 180 Grad im Ofen 45 Minuten backen.

Vor dem servieren ein bisschen abkühlen lassen und mit frischer Minze anrichten.

Text: Theres Dickmeis

Fotos: Dr. Dominik Große Holtforth

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