Einen Feigenbaum pflanzen – süße Feigen im eigenen Garten

In den eigenen Garten einen Feigenbaum pflanzen und leckere, süße Feigen ernten – das muss kein Traum bleiben. In diesem Beitrag erfahrt Ihr alles Wissenswerte über den Feigenbaum und wie Ihr ihn pflanzen könnt. Dazu gehören Informationen zur Auswahl der passenden Sorten, zum Standort und zur Pflege Eures Feigenbaums. 

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Wissenswertes zum Feigenbaum

Feigenbäume, die botanisch Ficus carica heißen, sind auf der ganzen Welt, aber vor allem im Mittelmeerraum verbreitet. Süße und leckere Feigen sind daher ein fester Bestandteil der Mittelmeerküche. Die Feige ist eine Jahrtausende alte Kulturpflanze, was auch so manche biblische Geschichte zeigt.  Die Feigenkultur ist Grundlage für die Züchtung zahlreicher Sorten, die viele Möglichkeiten bieten, wenn Ihr einen Feigenbaum pflanzen wollt.

Feigenbaum pflanzen

Die „Blüte“ der Feige liegt im Inneren der Fruchtknoten. Viele Feigensorten sind selbstbefruchtend.

An verschiedene Standorte angepasste Sorten sind auch deswegen wichtig, da Feigenbäume hierzulande in der Regel nur bedingt winterhart sind. Aufgrund ihrer südlichen Herkunft halten viele Sorten Fröste nur im geringen Umfang aus. Auf der anderen Seite liefern besonders wärmeliebende Feigen die süßesten Früchte.  

Wenn Ihr die Feige in einem kühlen Winterquartier überwintern wollt, habt Ihr bei den Sorten noch mehr Spielraum. Es kommt in jeden Fall darauf an, die richtige Sorte für Euren Standort zu finden, wenn Ihr einen Feigenbaum pflanzen wollt.

Einen Feigenbaum pflanzen – der Standort

Bei der Auswahl der Feigensorte hängt es vor allem davon ab,  in welcher Region euer Garten oder Eure Terrasse liegt. Im deutschsprachigen Raum reicht das Spektrum von recht kalten Regionen im Osten und Südosten und in den Alpen bis hin zu recht milden Regionen in Küstennähe. Besonders mild sind auch Weinbaugebiete, die daher eine lang jährige Feigentradition haben.  Wenn Ihr also in einer milden Region lebt, dann reicht eine bedingt winterharte Feigensorte  aus. Diese Sorten halten Tiefsttemperaturen bis zu -12° aus. Sie können also auch in milderen Regionen mit nicht ganz so kalten Wintern ausgepflanzt werden.

Feigenbaum pflanzen

Die großen Blätter der Feigen sammeln Sonnenlicht ein, um Zucker für süße Feigen zu sammeln.

Dagegen können die Winter in kalten Regionen wie etwa in den Hochlagen durchaus sehr ungemütlich werden. Tiefsttemperaturen im deutlich zweistelligen Minusbereich sind nicht ungewöhnlich. Für diese Regionen gibt es winterhart Feigensorten. Diese Sorten überstehen einen Winter draußen sehr gut. Aber auch bei ihnen kommt es darauf an, wie und wo sie im Garten ausgepflanzt werden.

Der Standort in eurem Garten

Unabhängig davon ob in eurer Region milde oder eher kalte Winter vorherrschen, könnt Ihr mit der Auswahl des richtigen Feigenstandorts in Eurem Garten das Gedeihen Eures Feigenbaums deutlich fördern. Der individuelle Standort für den Feigenbaum muss der Feige ausreichend Platz geben, denn mit ihren großen Blättern und ausladenden Zweigen wächst sie sehr üppig. Noch wichtiger aber ist, dass die Feige möglichst viel direkte Sonne kommt. Das Sonnenlicht wird benötigt, um Zucker für die süßen Feigen zu bilden.

Weiter ist es gerade in kalten Regionen sehr hilfreich, wenn der Feigenstandort geschützt ist. Ein Schutz kann eine Rückwand sein oder Gehölze, die die Feigen umgeben und sie vor kalten Winden schützen. Gerade eine sonnenbeschienene Rückwand führt zu einem Wärmestau und zur Abgabe von Wärme in den Abend- und Nachtstunden. Dieser Mechanismus verlängert das Wachstum der Feigen.

Einen Feigenbaum pflanzen – die Sorten

In den klassischen Feigen-Ländern und um das Mittelmeer -also vor allem Frankreich, Italien oder Griechenland- werden eine große Zahl von Feigensorten kultiviert. Nur wenige davon werden bei uns im Baumschulen und Fachgärtnereien angeboten. Ihr solltet also auf jeden Fall einen versierte Anbieter auswählen, der auch unterschiedliche Feigensorten anbieten kann. Beim Kauf eines Feigenbaums solltet ihr auf die Sortenangabe und dazugehörige Information zur Winterhärte achten. Hier sind mögliche Sorten:

Winterharte Feigensorten

Winterharte Feigensorten halten Temperaturen bis zu -20° aus. Allerdings sollte diese Grenze nicht ohne Not ausgetestet werden. Vielmehr  gedeihen auch winterharte Feigensorten besser wenn sie wie oben beschrieben einen geschützten Standort haben. Aber mit Auswahl einer solchen Sorte reduzierte Ihr das Risiko eines Frostschadens erheblich. Winterhharte Sorten sind:

  • Bianco
  • Early Dark
  • Bornholmfeige
  • Brown Turkey
  • Ronde de Bourdeaux
  • Twotimer

Bedingt winterharte Sorten

Bedingt winterharte Sorten halten Temperaturen bis -12° C aus, sind dafür aber ertragstärker, auch die Früchte sind süßer. Feigensorten, die unter bestimmen Bedingungen winterhart sind, sind:

  • Califfo Blue
  • Dalmatie
  • Bayernfeige
  • Morena
  • Mère Veronique
  • Peretta
  • Rosetta
  • Rossa Rotonda

Die Pflege des Feigenbaums

Neben der Auswahl der Sorte, die zu Eurem Standort passt, und der Wahl des Standorts selbst, ist natürlich die richtige Pflege Voraussetzung für leckere Feigen aus Eurem Garten. Wichtig ist bei ausgepflanzten Feigen vor allem das Einpflanzen und Winterschutz* in ersten Jahren.

Feigenbaum pflanzen

Hilfreich ist ein geschützter Platz, an dem sich die Wärme staut.

Den Feigenbaum einpflanzen

Das Pflanzloch sollte ausreichend groß sein, die Erde eher durchlässig, wenn Ihr den Feigenbaum einpflanzt. Achtet darauf, dass das Pflanzloch auch nach unten durchlässig ist. Manchmal gibt es undurchlässige Lehmschichten, die müsst Ihr auflockern und durchstoßen.

Pflanzzeit ist Herbst oder Frühjahr, am Besten pflanzt Ihr den Feigenbaum dann, wenn er keine Blätter hat. Nach dem Pflanzen füllt Ihr das Pflanzloch mit Erde auf und drückt diese fest an. Bei großen Feigenbäumen kann ein Pfahl eingesetzt werden, damit der Feigenbaum gerade steht. Schließlich wird der Feigenbaum gründlich angegossen. Das solltet Ihr in den ersten Tagen nach dem Anpflanzen täglich wiederholen, feuchte Erde hilft dem Feigenbaum beim anwurzeln.

Feigenbaum pflanzen

Junge Feigen reifen schnell.

Die Düngung

Wenn ihr im Freiland einen Feigenbaum pflanzen wollt, muss nicht zwingend gedüngt werden, denn der Feigenbaum bezieht Nährstoffe aus der direkten Umgebung. Manchmal aber ist der Boden nicht so nährstoffreich, so dass eine Nachdüngung im Frühjahr sinnvoll ist. Dazu kann auch ein organischer Dünger wie etwa Mist oder Kompost gewählt werden. Aber auch ein mineralischer Volldünger kann gewählt werden.

Den Feigenbaum schneiden

Feigenbäume gelten als schnittfreudig und können problemlos beschnitten werden. Abgefrorene Äste und Zweige können problemlos entfernt werden, ein Neuaustrieb ist wahrscheinlich. Beim Erziehungsschnitt wird die Krone in Form gebracht. Dabei sollte ein Haupt- und mehrere Nebentriebe herausgebildet werden. Die Spitzen sollten abwechselnd stehengelassen und beschnitten werden. Da sich die Fruchtknoten am neuen und am letztjährigen Holz bilden, ist dieses Abwechseln sinnvoll.

Früchte und Ernte bei den Feigen

Zum Glück sind die meisten Feigensorten selbstbefruchtend, denn die Befruchtung ist beim Feigenbaum nicht ganz einfach. Die Befruchtung wird in südlichen Regionen von der Feigenwespe durchgeführt, die in das Innere der Fruchtknoten kriecht und die dortige Innenblüte befruchtet. Hierzulande kommt die Feigenwespe nicht vor, so dass die Selbstbefruchtung zu Früchten führt.

Die Früchte wachsen im Frühjahr und reifen bis zum Herbst. Bei Sorten wie Twotimer kommt es sogar zu zweimaliger Ernte im Jahr. Die Feige sollen nicht zu spät geerntet werden, da sie schnell überreif werden.

Foto und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

Über den Autor:
post@mein-mediterraner-garten.de

Dr. Dominik Große Holtforth ist Experte für mediterrane Pflanzen und Gärten. Wenn ihr eine persönliche Beratung zur Pflege oder zum Schneiden wünscht, könnt ihr hier eure Frage stellen, der gerne und kurzfristig weiterhilft. Auch in seinem wöchentlichen Newsletter berichtet Dr. Große Holtforth über die mediterrane Pflanzenpflege. Hier geht es zur Anmeldung, die natürlich kostenlos und unverbindlich ist.