Einen Feigenbaum kaufen – Kauf- und Pflegetipps für die Feige

Wer selbst süße Feigen ernten möchte, der sollte sich einen Feigenbaum kaufen. Da Sortenvielfalt und Angebot bei der Feige aber sehr groß sind, gilt es es einige wichtige Fragen zu beachten. Diese Fragen möchte ich als Kauftipps in diesem Beitrag ebenso vorstellen wie die wichtigsten Pflegeregeln bei der Feige. Eine große Vielfalt an selbstfruchtenden Kulturfeigen könnt ihr bei unserem Partner Lubera, dem Obstbaumspezialisten aus dem Schweizer Rheintal, kaufen. 

Wenn ihr eine Beratung wünscht oder weitere Fragen habt, könnt ihr diese hier stellen. Aktuelle Pflegetipps für den mediterranen Garten liefert mein Newsletter „Neues aus dem Mediterranen Garten“, zu dem ihr euch kostenlos und unverbindlich anmelden könnt.

Wissenswertes über den Feigenbaum

Feigenbäume gehören zu den mediterranen Pflanzen, obwohl ihr Verbreitungsgebiet weit über die Mittelmeerregion hinaus geht. Die Feige heißt botanisch Ficus carica und gehört zur großen Gattung Ficus. Sie ist also auch mit dem Gummibaum oder dem Ficus benjamini verwandt. Ein weiterer bekannter Verwandter ist der Maulbeerbaum. Die so genannte „Echte Feige“ ist als Obstpflanze eine Jahrtausende alte Kulturpflanze des Mittelmeerraums, Kleinasiens und des vorderen Orients. Bereits in der Bibel wird im Buch Genesis von einem Feigenblatt berichtet, mit dem sich Adam und Eva bedecken. Noch interessanter als das markant gefingerte Blatt ist aber die Frucht. Die Feigenfrucht hat, wenn sie reif ist, zumeist eine dunkelviolette Farbe und enthält weiches, süßes Fruchtfleisch, das herrlich mild schmeckt. Sie muss kurz vor der Reife geerntet werden, denn sie reift sehr schnell nach und wird dann überreif.

Feigenbaum kaufen

Wo kann die Feige wachsen

Feigenbäume sind je nach Sorte allerdings nur bedingt winterhart (bis maximal -15° C). Dennoch können die Feigen in allen Gärten für mediterranes Flair sorgen. Man kann Feigenbäume sowohl auspflanzen oder im Kübel halten, wenn es in einer Region zu kalt wird. Laut einer alten Gärtnerregel, können sie überall dort wachsen, wo auch Wein gedeiht. Darüber hinaus sind Flusstäler und milde Regionen in Küstennähe gute Feigenstandorte. Grundsätzlich mögen Feigen einen warmen, vollsonnigen und auch geschützten Platz im Garten. Der Boden sollte, wie auch bei vielen anderen mediterranen Pflanzen, durchlässig und neutral sein.

Einen Feigenbaum kaufen – das gilt es zu beachten

Will man einen Feigenbaum kaufen und selber Feigen ernten, lohnt es sich, auf die folgenden Punkte zu achten.

Ernteerfolg und selbstfruchtbare Kulturfeigen

Um große Enttäuschung vorzubeugen, müsst ihr vor allem beim Kauf darauf achten, dass der Feigenbaum hierzulande reife Früchte bilden kann. Eine wichtige Voraussetzung ist die Selbstbefruchtung der Feige. Die Fortpflanzung der Feigen ist eine spannende Angelegenheit, denn sie basiert auf einer Symbiose mit der Feigenwespe. Da diese hierzulande nicht vorkommt, seid ihr auf selbstbefruchtende Feigen angewiesen. Selbstfruchtende Feigenbäume werden auch als Kulturfeigen bezeichnet, denn ide Unabhängigkeit von der Feigenwespe wird durch sorgfältige Zucht gewährleistet. Damit ihr eine Kulturfeige kauft, solltet ihr dort euren Feigenbaum kaufen, wo man etwas von Feigen und Obstpflanzen versteht. Ich empfehle also versierte Baumschulen wie Lubera als Feigenlieferant. 

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Ungewöhnliche Konstruktion – die Innenblüte der Feige

Besonders spannend bei der Feige ist, dass diese innenliegende Blüten hat. Seid also nicht überrascht, wenn ihr bei eurer Feige Blüten sucht und keine findet. Zunächst wachsen Fruchtknoten, die wie kleine Feigen aussehen und in deren Inneren die Blüte liegt. In südlichen Regionen, wo die Feigenwespe vorkommt, schlüpft diese in die Innenblüte und bestäubt diese. Hierzulande bildet sich eine Frucht, ohne dass es zur geschlechtlichen Fortpflanzung kommt.

Feigensorten – die Qual der Wahl

Zunächst muss aus den Kulturfeigen  die passende Sorte ausgesucht werden. Als alte Kulturpflanze gibt es die Feige in einer großen Zahl unterschiedlicher Sorten, die auch über die Winterhärte entscheiden. Einige Quellen sprechen von 700 Sorten. Allerdings ist das eher eine Schätzung, eine vollständige Übersicht dazu gibt es meines Wissens nicht. Das Standardwerk zu den Feigen ist ein über hundertjähriges Buch von Gustav Eisen: The Fig. Man kann es sogar online lesen und findet dort eine systematische Sortenbeschreibung.

Feigenbaum kaufen

Der Fruchtkörper der Feige wächst während des Sommers heran.

Die verschiedenen Sorten können durch die Größe, Farbe und Geschmack ihrer Früchte unterschieden werden. Wenn ihr einen Feigenbaum kaufen wollt, müsst ihr also unbedingt einen Baum wählen, bei dem die Sorte eindeutig bestimmt ist. Produktbezeichnungen wie „Echte Feige“ oder „Ficus carica“ sind zwar nicht falsch, aber sie bezeichnen nur die Art der Feige. Achtet darauf und lasst es euch notfalls vom Anbieter bestätigen, dass der angebotene Feigenbaum eine für Mitteleuropa geeignete Kulturfeige ist, die auch ohne Feigenwespe reife Feige hervorbringt. Eine Überblick über Feigensorten und ihre Winterhärte findet ihr in diesem Beitrag

Winterhärte

Bevor ihr einen Feigenbaum kaufen könnt, solltet ihr überlegen, welcher Standort in Frage kommt. Wenn der Baum in den Garten gepflanzt werden soll, muss darauf geachtet werden, dass der Feigenbaum winterhart ist. Es gibt ganz frostharte Sorten wie etwa die Bornholmfiggen oder Brown Turkey, die allerdings einen geringeren Ertrag haben. Besonders beliebt ist die bedingt winterharte Bayernfeige Violetta, die allerdings nicht in den kältesten Lagen ausgepflanzt werden kann. 

Bei der Winterhärte solltet ihr auch beachten, dass Winter- und Frosthärte ein relativer Begriff ist. Es hängt also von konkreten Standortbedingungen und vom Alter und der Konstitution der Pflanze ab, ob sie tatsächlich bei euch den Winter übersteht. Wenn ihr also einen Feigenbaum kaufen wollt, könnt ihr zunächst eine kleine Feige in einer geeigneten Sorte in einen Kübel pflanzen. Danach könnt ihr ausprobieren, ob sie mit den Winterbedingungen zurecht kommt. Die gute Nachricht ist: Frostschäden bei der Feige können problemlos durch einen Erhaltungsschnitt beseitigt werden. 

Größe und Form der Pflanze

Feigen wachsen ausladend und werden, wenn die Standortbedingungen passen, recht groß. Dabei geht das Wachstum eher in die Breite als in die Höhe, die bei vier bis fünf Meter endet. Das solltet ihr bei der Anschaffung des Feigenbaums berücksichtigen. Falls ihr nur wenig Platz habt, könnt ihr die Feige in einen Kübel pflanzen und so klein halten. Dann ist das Volumen des Kübels eine natürliche Grenze für das Wurzel- und damit auch für das Größenwachstum der Feige. Wenn ihr die Feige allerdings auspflanzt, werdet ihr an einem warmen und geschützten Standort schon bald einen stattlichen Feigenbaum haben. Diesen könnt ihr allerdings auch regelmäßig zurückschneiden. 

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Im Mittelmeerraum -wie hier an der Costa Brava- wachsen Feigenbäume zu sehr stattlichen Bäumen heran.

Ein großer Baum hat den Vorteil, dass er früher und reichlicher Feigen trägt als eine kleinere Pflanze. Natürlich ist aber auch die Anschaffung des großen Baums teurer. Neben der Größe ist auch die Form der Feige wichtig. Achtet beim Kauf darauf, dass die Feige einen guten Aufbau hat. Entweder wurde sie zum Hochstamm erzogen oder sie ist als Busch kultiviert. In jedem Fall sollte sie einen möglichst geraden und kräftigen Leittrieb und etwas kleinere Nebentriebe haben. Ungünstig ist, wenn ein Baum schief ist, es keinen klaren Kronenaufbau gibt und einzelne Äste eng zusammen oder über Kreuz wachsen. 

 

Pflegetipps für den Feigenbaum

Feigen sind robust und grundsätzlich pflegeleicht. Daher sind die Pflegetipps leicht zu verstehen und nachzumachen. 

Kübel oder Garten

Wie oben beschrieben, könnt ihr einen Feigenbaum sowohl in einen Kübel pflanzen als auch eine winterharte Sorte direkt in den Garten. Daher gibt es zweierlei Pflege-„Programme“.  Dabei ist der ausgepflanzte Feigenbaum besonders pflegeleicht, denn er muss weder gegossen, noch gedüngt, noch umgetopft werden. Wenn ihr aber einen Feigenbaum kaufen möchtet, der bei euch kälteempfindlich ist, solltet ihr ihn im Kübel auf dem Balkon oder alternativ auch auf der Terrasse aufstellen. Die Kübelkultur hat den Vorteil, dass der Baum so klein gehalten werden kann. Außerdem kann die Feige im Kübel im Winter ganz einfach an einen geschützten Ort, wie in die Garage, einen Schuppen oder ein Gartenhaus gestellt werden.

Gießen und Düngen

Hält man die Feige in einem Kübel, muss sie mit den Nährstoffen zurecht kommen, die in der Erde im Topf zur Verfügung stehen. Das ist deutlich weniger als in der Gartenerde, denn die Erde in einem Topf regeneriert sich nicht oder nur kaum. Daher ist es sehr wichtig, sie immer ausreichend zu gießen und zu düngen. Denn die Feige hat bei ihren großen Blättern verhältnismäßig viel Durst. Am Besten stellt man den Topf mit der Feige auf eine Unterschale. Diese füllt ihr täglich so mit Wasser, dass die Feige die benötigte Menge aufnehmen kann. Hierbei macht es nichts, wenn das Wasser etwas kalkhaltig ist. Es kann also frei gewählt werden, ob man Regenwasser oder Leitungswasser verwendet.

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Mit der richtigen Pflege wachsen schon bald kräftige Feigen.

Zudem sollte man eine Feige im Kübel auch regelmäßig düngen. Hierzu eignet sich zum Beispiel ein herkömmlicher Obst- oder Kübelpflanzendünger. Alternativ kann man auch zu einem Volldünger verwenden. Die beste Zeit für die Düngung ist wöchentlich von ungefähr April oder Mai bis zum Spätsommer. Anschließend sollte man allerdings nicht mehr düngen, sodass sich die neuen Triebe zunächst aushärten können. Ein ausgepflanzter Feigenbaum muss nur gedüngt werden, wenn er in eine nicht fruchtbare Erde gepflanzt wurde. In Deutschland sind die meisten Böden allerdings sehr gut, sodass es nicht zwingend notwendig ist zu düngen.

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Feigenbäume wachsen üppig und können nahezu beliebig geschnitten werden.

Schneiden

Ein Feigenbaum sollte man sowohl im Freiland wie auch als Kübelpflanze in regelmäßigen Abständen schneiden. Denn sie verfügt über ein sehr starkes Wachstum, dass dann schnell dazu führen würde, dass sie zu groß wird. In freier Natur wird sie recht hoch, was bei der Haltung in einem kleineren Garten nicht immer ideal ist. Der Schnitt selber sollte ähnlich wie bei diversen Obstbäumen durchgeführt werden. Ideal ist es, wenn man ein Haupttrieb und mehrere Nebentriebe erzeugt. Die einzelnen Triebspitzen kann man dann abwechselnd schneiden. Sinnvoll ist es zudem, lediglich jeden zweiten Trieb zu schneiden und dementsprechend jeden ersten unbeschnitten zu lassen. Denn so befinden sich dann an dem Feigenbaum alte wie auch junge Triebe.

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Im Herbst wird das Feigenlaub gelb und fällt ab. Das erleichtert die Feigenüberwinterung.

Überwintern

Wenn man in einer Region wohnt, in der es im Winter sehr kalt wird, sollte man einen ausgepflanzten Feigenbaum -auch bei Winterhärte- mit dem passenden Winterschutz ausstatten. Vorteilhaft für die Überwinterung ist, dass die Feige Laub abwirft, was ihr im Winter hilft. Ausgepflanzte Feigenbäume kann man idealerweise mit einer Mulchschicht um den Stamm herum schützen. Da ein junger Feigenbaum frostempfindlicher ist, sollte man ihn im Winter in den ersten Jahren mit einem zusätzlichen Winterschutz* versehen. Hierfür eignet sich zudem Beispiel ein sogenannter Maschendrahtring, den man mit Stroh oder Laub füllen kann. Wer in Sachen Winterhärte unsicher ist, kann den Feigenbaum in der Anfangszeit (drei bis vier Jahre) in einem Kübel halten und im Winter an einen geschützten Ort stellen. Wenn die Überwinterung draußen einige Jahre gut geklappt hat, kann man den Baum auspflanzen. 

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Im Herbst werden die Feigen reif und lecker!

Grundsätzlich sind junge Pflanzenteile empfindlicher als alte, sodass sie einen höheren Schutz benötigen. Wird die Feige in einem Winterquartier (Garage, Schuppen, Haus) untergestellt, sollte dieses kühl und leicht beleuchtet sein, zum Beispiel durch ein kleines Fenster. Auch kann sie in einem Wintergarten untergestellt werden, wo sie von der stärkeren Sonne im Frühjahr profitieren kann. Hier ist deswegen auch mit einem früheren Wiederaustrieb zu rechnen als in anderen Winterquartieren. Die Überwinterung sollte von Mitte bis Ende Herbst bis zum April und spätestens Anfang Mai andauern. Im Winter darf man den Feigenbaum nicht gießen, da er in dieser Phase keine Blätter hat. Und so kann das Wasser nicht verdunsten, was wiederum die Pflanze beschädigen könnte.

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Die eigene Feigenernte sieht nicht nur lecker aus, sie ist es auch!

Feigen ernten

Den Höhepunkt des Feigenjahres stellt natürlich die Ernte dar. Das Wachstum der Früchte kann man anregen, wenn man einen passender Standort wählt (siehe oben -> warm und sonnig). Und auch die Kübelpflanze benötigt solche Bedingungen, um wachsen und gedeihen zu können. Die Früchte der Feige bilden sich aus Fruchtknoten, die sich im frühen Sommer an altem Holz und im Spätsommer an jungem Holz ausbilden. Die Feigen wachsen dann im restlichen Sommer und im Frühherbst heran. Die Ernte sollte pünktlich erfolgen, da überreife Früchte relativ schnell anfangen zu faulen.

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth.

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Über den Autor:
post@mein-mediterraner-garten.de

Dr. Dominik Große Holtforth ist Experte für mediterrane Pflanzen und Gärten. Wenn ihr eine persönliche Beratung zur Pflege oder zum Schneiden wünscht, könnt ihr hier eure Frage stellen, der gerne und kurzfristig weiterhilft. Auch in seinem wöchentlichen Newsletter berichtet Dr. Große Holtforth über die mediterrane Pflanzenpflege. Hier geht es zur Anmeldung, die natürlich kostenlos und unverbindlich ist.