Ein Feigenbaum im Topf – so gelingt die Topffeige

Ein Feigenbaum im Topf bringt mediterranes Flair auf jeden Balkon und jede Terrasse. In diesem  Beitrag möchte ich euch wichtige Pflegetipps für den Standort, zum Pflanzen und Umtopfen, zu Gießen und Düngen, zum Schneiden und zum Überwintern für den Feigenbaum im Topf  geben. 

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Feigenbäume sind beliebte mediterrane Pflanzen, die bei zunehmend milden Klima auch in Deutschland und nördlich der Alpen gedeihen. Die Feige, die botanisch Ficus carica heißt, gehört zu den Maulbeergewächsen und ist eine jahrtausendealte Kulturpflanze. Sie wird in vielen Sorten angeboten, bekannt sind die Califfo Blue für kühlere Standorte, die schnelltragende Sorte Morena oder die Sorte Twotimer für zwei Ernten im Jahr. Bei allen müsst Ihr die Grundregeln der Feigenbaum Pflege beachten, damit Eure Feige wächst und Früchte bringt.

Feigenbaum im Topf

Auch im Topf könnt Ihr eigene Feigen ernten.

Feigenbaum im Topf – die Pflege

Einen Feigenbaum im Topf zu pflanzen, das kann viele Gründe haben. Die Feige ist in den meisten Sorten nicht vollständig winterhart und sollte vor Frost unter -5° C geschützt werden. Außerdem hat nicht jeder einen Garten oder viel Platz im Garten, so dass die gute Idee entsteht, einen Feigenbaum im Topf zu kultivieren.

Feigenbaum im Topf

In einer geschützten Ecke findet ein Feigenbaum einen perfekten Platz für üppiges Wachstum von Blättern und Früchten.

Der Standort für eure Feige

Der perfekte Feigenbaum Standort ist vollsonnig und geschützt. Die großen Blätter der Feige nehmen das Sonnenlicht dankbar auf und verwandeln es in Zucker, der die Feigen fruchtig und süß macht. Da auch der Feigenbaum im Topf etwas breiter wächst, solltet Ihr den Feigenbaum im Topf nicht allzu sehr in eine Ecke drängen. Aber auch ein ungeschützter Platz am Rande der Terrasse oder des Balkons ist nicht ganz ideal. Die großen Blätter der Feige wirken bei Wind wie Segel, so dass die Gefahr eines Umfallens des Topfes etwas größer ist. Perfekt ist also ein Sommerstandort vor einer Hauswand, Terrassenwand oder Balkonabgrenzung.

Ein weiterer wichtiger Aspekt zum Standort ist der Verlauf des Sonnenscheins. Je nach Beschattung und Sonnenstand variiert der Sonnenschein durchaus. Ihr solltet also darauf achten, dass euer Feigenbaum möglichst lang und möglichst früh am Tag in der Sonne steht. Bekommt der Feigenbaum im Topf schon früh Sonne, steht er insgesamt wärmer. Damit ist die so genannte „Wärmesumme“ höher und die Wachstumszeit beim Feigenbaum ist länger.

Topf und Erde für Euren Feigenbaum

Als Topf solltet Ihr einen stabilen, aber nicht zu schweren Topf auswählen, der als wichtiges Merkmal mindestens ein Abflussloch braucht. Der Topf sollte beim ersten Eintopfen oder späteren Umtopfen im Durchmesser stets nur wenig größer sein, damit das Anwurzeln schneller geht. Ideal ist eine Steigerung der Topfgröße um 4 bis 6 cm im Vergleich zum alten Topf. So entsteht ein Freiraum von 2 bis 3 cm um den Wurzelballen, der mit neuer Erde aufgefüllt werden kann. In diese neue Erde wurzelt der Feigenbaum dann rasch an. In der Regel wird das Feigenwachstum durch Umtopfen und neue Erde begünstigt. 

Die Erde sollte gesund und humushaltig sein, also eine gute und gesunde Gartenerde. Damit der Wasserabfluss -die so genannte Drainage- gut funktioniert, ist beim Feigenbaum im Topf eine Mischung mit Sand, Kies oder Blähton sehr sinnvoll. Diese mineralischen Bestandteile sollten rund ein Drittel bis 40 % der Erde ausmachen. Beim Einbringen der Erde in den Feigenbaum Topf sollte Kies oder Blähton im unteren Bereich konzentriert werden, denn dort wird das Drainagematerial gebraucht. 

Umtopfen solltet Ihr den Feigenbaum ca. alle zwei Jahre, je nach Wachstum. Das Umtopfen ist vor allem wichtig, wenn es zur Überdüngung gekommen ist. Diese entsteht unweigerlich, denn bei einer regelmäßigen Düngung kommt es zu einem ungleichen Abbau der Nährsalze durch die Pflanze. Bei manchen Nährsalze kommt es zu einer Überkonzentration, die durch das Umtopfen beseitigt werden kann. Die ideale Zeit für das Umtopfen ist, wenn der Feigenbaum kurz vor dem Austrieb ist, also im späten Februar oder Anfang März.

Feigen gießen und düngen

Da Feigenbäume eine große Blattoberfläche haben, verdunsten sie viel Wasser und müssen daher regelmäßig gegossen werden. Wenn es sehr heiß ist, braucht die Feige sogar täglich Wasser. Je nach Höhe des Topfes könnt Ihr auch eine Unterschale einsetzen, allerdings sollte diese nur an heißen Tagen als Wasserreservoir dienen. Der Feigenbaum im Topf sollte also nicht dauerhaft im Wasser stehen, denn er ist keine Wasserpflanze. Der Feigenbaum im Topf kann sowohl mit Regen- als auch Leitungswasser gegossen werden. Ideale Zeit für das Gießen ist der Morgen. Dann entspricht die Temperatur der Pflanze der Temperatur des Gießwassers. Es kommt also nicht zum Abkühlen der Erde und damit der Pflanze. Dieses wäre der Fall, wenn man am milden Mittag oder Abend mit kaltem Wasser gießt. 

Feigenbaum im Topf

Auch wenn es regnet, muss der Feigenbaum im Topf regelmäßig gegossen werden.

Feigenbäume brauchen gerade im Topf eine regelmäßige Düngung, damit sie gut und kräftig wachsen und Feigen bilden. Wenn Ihr nicht umtopft, solltet Ihr im frühen Frühjahr eine Grunddüngung geben, die aus einem mineralischen Volldünger mit ausgeglichener Nährstoffkombination bestehen kann. Eine organische Düngung bieten Hornspäne, die beim Umtopfen eingebracht werden, oder andere organische Dünger wie Pferdemist oder auch eigene Komposterde. Beim Feigenbaum im Topf muss sechs Wochen nach dem Umtopfen oder der Grunddüngung wöchentlich nachgedüngt werden. Da der Feigenbaum sehr gut wächst, sollte die Düngung mit Fingerspitzengefühl erfolgen. Solltet ihr feststellen, dass die Triebe lang und dünn werden, ist das ein Zeichen für zuviel Stickstoff. Eine Überdüngung kann man an braunen Blatträndern feststellen. Das Blattgewebe reagiert empfindlich auf eine Überkonzentration bestimmter Nährsalze.

Feigen schneiden

Wie Ihr den Feigenbaum im Topf schneiden könnt, ist ganz einfach. Wie bei fast allen mediterranen Pflanzen muss eine gesunde Feige nur moderat geschnitten werden. Abgestorbene Pflanzenteile werden mit dem Erhaltungsschnitt entfernt. Ein Korrektur- oder Erziehungsschnitt kann gerade beim Feigenbaum im Kübel sinnvoll sein, um das Größenwachstum zu begrenzen. Dabei wird bis auf die letzte Verzweigung bzw. den letzten Knoten zurückgegangen. Eine ausführliche Anleitung, wie ihr Feigenbäume schneiden könnt, findet ihr in diesem Beitrag

Ist ein Feigenbaum sehr groß geraten und die Krone von innen kahl, kann auch ein deutlicher Rückschnitt durchgeführt werden, um die Pflanze neu aufzubauen.

Den Feigenbaum im Topf überwintern

Auch die Überwinterung beim Feigenbaum im Topf ist nicht kompliziert. Da die Feigen im Herbst die Blätter abwerfen, sind sie auch im Winter genügsam. Es genügt also ein frostfreies Winterquartier, das nicht besonders hell sein muss. Im Winter benötigt der Feigenbaum weder Wasser noch Dünger. Soll der Feigenbaum im Innenraum stehen, sollte dieser nicht beheizt sein, denn so ist er einer für ihn sehr unnatürlichen Situation ausgesetzt: es ist warm, zugleich aber dunkel. Ideale Überwinterungsquartiere sind Wintergärten, Gartenhäuser, Garagen oder ungeheizte Kellerräume mit Fenster. In nicht ganz so kalten Regionen kann man den Feigenbaum im Topf auch draußen überwintern. Dann empfiehlt es sich, ihn mit einem Vlies gut einzupacken. So kann die Einwirkung frostkalter Luft auf die Triebe der Feige eingeschränkt werden. 

Eigene Feigen ernten

Natürlich ist es auch beim Feigenbaum im Topf das Ziel, eigene Feigen zu ernten. Das gelingt dann gut, wenn ihr sowohl bei der Auswahl der Pflanze -die von einer Qualitätsbaumschule kommen sollte- als auch bei der Pflege sorgfältig vorgeht. Die Fruchtbildung bei der Feige ist ein interessantes Thema, bei dem in südlichen Regionen die Feigenwespe eine große Rolle spielt. Da diese aber hierzulande nicht vorkommt, werden selbstfruchtende Feigen angeboten, so dass die Befruchtung erfolgen kann. 

Habt Ihr schon einmal eine Feigenblüte gesehen? Vermutlich nicht, denn tatsächlich versteckt sich diese in den kleinen Fruchtknoten, die sich bilden. Hier ein Foto von der Innenblüte der Feige, die man nur sehen kann, wenn man die Feige aufschneidet: 

Feigenbaum im Topf

In den südlichen Ländern, wo die Feige auch wild wächst, kriecht die Feigenwespe in den Fruchtknoten und befruchtet ihn. Hierzulande wachsen die Feigenfrüchte von selbst ohne Befruchtung, so dass ihr im Herbst ernten könnt. Feigen schaffen bis zu zwei Ernteperioden. Frühe Früchte bilden sich am letztjährigen Holz, späte Früchte an den Neuaustrieben aus dem Frühjahr. Beim Schneiden solltet ihr also darauf achten, dass ihr nicht sämtliche Triebe aus dem Vorjahr abschneidet. 

Die Feigen reifen bei warmen Wetter sehr schnell. Da sie nicht sonderlich haltbar sind, solltet ihr gut auf die Reife aufpassen und die Früchte ernten, sobald sie weich werden. 

Den Feigenbaum im Topf kaufen könnt Ihr übrigens sehr gut bei Lubera, der eine Vielzahl an Sorten aufweist.

Autor und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

Über den Autor:
post@mein-mediterraner-garten.de

Dr. Dominik Große Holtforth ist Experte für mediterrane Pflanzen und Gärten. Wenn ihr eine persönliche Beratung zur Pflege oder zum Schneiden wünscht, könnt ihr hier eure Frage stellen, der gerne und kurzfristig weiterhilft. Auch in seinem wöchentlichen Newsletter berichtet Dr. Große Holtforth über die mediterrane Pflanzenpflege. Hier geht es zur Anmeldung, die natürlich kostenlos und unverbindlich ist.