Clivia miniata – eine Augenweide in Orange

14. Februar 2018

Unter den Zimmerpflanzen fehlt die Clivia miniata -oder kurz die Clivie- sehr zu Unrecht auf den Listen der beliebsten Pflanzen. Dabei ist ihre im späten Winter erscheinende Blüte spektakulär und zuverlässig – wenn man sich ein wenig mit der Botanik und den Anforderungen der Pflanze beschäftigt hat. Dabei möchte ich euch mit diesem Beitrag helfen, der über Herkunft, Standort und Pflege der Clivie berichtet. 

Clivia miniata

Die Blütendolden der Klivie sind aus jeder Perspektive elegant.

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Clivia miniata – die Botanik der Klivie

Der wohlklingende Namen der Clivie bietet viele Schreibweisen an. Neben „Clivie“ findet man „Clivia“ oder auch eingedeutscht „Klivie“. Konkret auf das Blatt bezieht sich der Trivialname „Riemenblatt“, der aber eher selten zu finden ist.

Herkunft und Verwandschaft der Clivia

Interessant sind die Verwandschaftsverhältnisse der Clivie. Sie gehört zu den Amaryllisgewächsen und ist damit eine Verwandte des Agapanthus. Schaut man sich die langen schmalen Blätter an, wird diese Verwandschaft offensichtlich. 

Clivia miniata

Auch außerhalb der Blüte ist die Clivie wegen ihrer dunkelgrünen Riemenblätter sehr attraktiv.

Entsprechend dieser Verwandtschaftsverhältnisse stammt auch die Clivia miniata -wie Agapanthus africanus- aus dem südlichen Afrika und gehört damit zur Kapflora. Dort gedeiht sie in Tälern, die nicht allzu sonnig sind – eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg als Zimmerpflanze. 

Wuchs und Blüte

Die Klivie wächst aus einem sogennanten Zwiebelstamm, der in Schichten die breiten, schwertförmigen Riemenblätter nach oben herausschiebt. Aus der Mitte dieser Blätter entspringt der breite Blütenschaft, an dessen Ende sich in Dolden die orangefarbenen, scharlachroten oder gelben Klivienblüten bilden. Der Schlund der Blüte ist etwas heller, so dass die langen Staubfäden -wiederum eine Ähnlichkeit zum Agapanthus- sehr schön zur Geltung kommen. 

Clivia miniata

Die äußerliche Form der Klivienblüte erinnert an den Agapanthus.

Der Jahreszyklus der Klivie

Um erfolgreich Klivienblüten genießen zu können, ist es wichtig, den Jahreszyklus zu kennen. Die Blütezeit ist im Rahmen dieses Zyklus ungefähr von Februar bis Mai. Von Juni bis Juli werden die Blütenstände bereits vorgebildet, bis zum sind die Herbst sind die Einzelblüten vollständig angelegt, aber noch klein. Dann muss eine Ruhephase mit kühleren Temperaturen um die 10° C erfolgen. Diese Ruhephase, in der die Klivie auch wenig Wasser benötigt, dauert ca. 60 Tage. Nach Abschluss der Ruhephase streckt sich der Blütenstand, so dass als nächstes die Knospen sichtbar werden. Nach der Ruhephase kann die Temperatur wieder auf 20° C erhöht werden, aber auch kühl bleiben. Die Höhe der Temperatur beeinflusst die Blüte deutlich. Wer also eine frühe Blüte wünscht, stellt die Klivie ab Januar warm. Wer sie eher im Frühjahr genießen will, sollte auch im Januar und Februar bei den kühleren Temperaturen bleiben.

Clivia miniata

Die gelben Blüten der Kliviensorte Solome

Die Pflege der Clivia miniata

Als Zimmerpflanze ist die Klivie pflegeleicht, da ihr Lichtanspruch geringer ist und sie auch geringe Ansprüche an Erde und Wasser stellt. Trotzdem gibt es hilfreiche Pflegeregeln, die ich hier zusammengestellt habe.

Der ideale Standort

 Die Klivie ist nicht winterhart, also in jedem Fall eine Kübelpflanze. Da sie trockene Wohnraumluft verträgt, kann und sollte sie in der Wohnung stehen. Der ideale Platz ist an einem nicht ganz so sonnigen Ost- oder Westfenster. Im Winter müssen die Temperaturen etwas runter. Gut wäre dann, wenn die Clivia nicht direkt über der Heizung steht. Natürlich ist die Klivie auch eine ideale Wintergartenfenster, vor allem, wenn dieser nur mild temperiert ist.

Clivia miniata

Die Blütenknospen der Klivie öffnen sich langsam.

Gießen und Düngen

Im Sommer, nachdem im Frühjahr die Blüte endete, setzt bei der Klivie das Wachstum ein. Sie braucht also jetzt mehr Wasser. Bei ihren Feuchtigkeitsbedürfnissen ähnelt sie dem Agapanthus, der auch mäßig bis gut feucht gehalten werden kann. Selbstverständlich muss auch die Klivie vor Staunässe geschützt werden. Dennoch kann man sie über eine Unterschale gießen. Auch in einem Übertopf darf einmal ein wenig Wasser stehen. Allerdings sollte das Wasser im Laufe eines Tages verdunstet sein, damit die Erde auch wieder abtrocknen kann. In der Ruhephase darf nicht intensiv gegossen werden, bis der Blütenschaft und die Blüten ausgebildet sind. In der Blüte kann dann die Wassergabe peu à peu gesteigert werden. 

clivia miniata

Der Aufbau des Blütenstands der Clivia ähnelt deutlich dem des Agapanthus. 

Als Dünger eignet sich ein Kübelpflanzendünger, den ihr in der Hauptwachstumszeit wöchentlich verabreicht. Bei der Dosierung solltet ihr euch an die Angaben des Herstellers halten, der am ehesten weiß, wie der Dünger optimal einzusetzen ist.

Umtopfen der Klivie

Alle drei Jahre sollte man Clivia miniata umtopfen. Dabei muss man darauf achten, dass die fleischigen Wurzeln nicht beschädigt werden. Der neue Topf hat wie der alte Abflusslöcher. Damit der Wasserabfluss – die Drainage- gut funktioniert kann man in das untere Drittel kleine Steinchen mit der Erde mischen. Die Erde selbst ist humusreich, aber dennoch durchlässig. Gut geeignet sind torffreie Zimmer- oder Kübelpflanzenerden. 

Die Überwinterung der Clivia miniata

Wenn man sich an den Jahreszyklus der Klivie hält, ist die Überwinterung ganz einfach. Wichtig ist die Frostfreiheit auf einen und ausreichend Helligkeit im Winter auf der anderen Seite. Wenn man die Pflanze in ein abgelegenes Winterquartier stellt, kann es sein, dass man im späten Winter die Blüte verpasst. Daher ist die Überwinterung im Wintergarten oder Wohnraum am Besten. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

 

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Über den Autor:
post@mein-mediterraner-garten.de

Dr. Dominik Große Holtforth ist Experte für mediterrane Pflanzen und Gärten. Wenn ihr eine persönliche Beratung zur Pflege oder zum Schneiden wünscht, könnt ihr hier eure Frage stellen, der gerne und kurzfristig weiterhilft. Auch in seinem wöchentlichen Newsletter berichtet Dr. Große Holtforth über die mediterrane Pflanzenpflege. Hier geht es zur Anmeldung, die natürlich kostenlos und unverbindlich ist. 

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