Mittelmeer-Zypressen

Mittelmeer-Zypressen pflanzen und pflegen – ein Pflege-Ratgeber mit vielen Fotos

Typisch für mediterrane Landschaften sind Mittelmeer-Zypressen, die schlank und elegant mit ihrem dunkelgrünem Laub gen Himmel zeigen. Wer einen mediterranen Garten anlegen möchte, sollte Mittelmeer-Zypressen pflanzen. Wann die Zypressen winterhart sind, welche Ersatzmöglichkeiten es gibt und wir ihr sie pflanzen und pflegen müsst, das zeige ich in diesem Beitrag. 

Mittelmeer-Zypressen

Zypressen gelten als „Bäume der Ewigkeit“, was sie im Süden zu einem häufigen Gast auf Friedhöfen macht.

Wenn ihr eine Beratung wünscht oder weitere Fragen habt, könnt ihr diese hier stellen. Aktuelle Pflegetipps für den mediterranen Garten liefert mein Newsletter „Neues aus dem Mediterranen Garten“, zu dem ihr euch kostenlos und unverbindlich anmelden könnt.

Was Ihr über Mittelmeer-Zypressen wissen solltet

Echte Mittelmeer-Zypressen stammt natürlich aus dem Mittelmeerraum und prägt dort schon seit Jahrtausenden die Landschaft. Botanisch handelt es sich um Cupressus sempervirens in der Variation Stricta. Übersetzt man diese botanischen Bezeichnung so lassen sich die Mittelmeer-Zypressen als immergrüne, aufrechte Zypressen beschreiben. Im Gegensatz zur Stricta-Variation hat die aus dem östlichen Mittelmeerraum und Vorderasien stammende C. sempervirens Horizontalis im größeren Umfang horizontale Äste. 

Mittelmeer-Zypressen

Zypressen können stattliche Höhen erreichen – wie man hier im südfranzösischen Grimaud sieht.

Sind Mittelmeer-Zypressen winterhart? 

Die sicher entscheidende Frage für die Kultivierung von Zypressen ist die Winterhärte. Zypressen sind bedingt winterhart und halten Minusgrade bis zu -15° problemlos aus. In Regionen, wo es kälter wird, sollte man Zypressen im Winter schützen. Die Pflanzen können im Garten einen Winterschutz bekommen, im Spätherbst ausgegraben oder im Kübel gehalten werden. Damit die Zypressen den Winter gut überstehen, ist es in jedem Fall nötig, bei Pflanzung und Pflege auf die Bedürfnisse der Pflanzen einzugehen. Wie ihr das macht und wie ihr die Mittelmeer-Zypressen gut durch den Winter bekommt, erkläre ich euch jetzt. 

Mittelmeer-Zypressen

Auch in den italienischen Alpen, wo es kalte, schneereiche Winter gibt, -wie hier in Südtirol- gedeihen die Zypressen

Mittelmeer-Zypressen pflanzen und pflegen

Es gibt also drei Verfahren, Zypressen hierzulande anzupflanzen. Ob die Zypresse vollständig oder nur zeitweilig ausgepflanzt werden kann oder am Besten im Topf wächst, hängt von den Wintertemperaturen in eurer Region ab. 

Zypressen im Garten auspflanzen

In milden Regionen in Flußtälern, Weinbaugebieten oder an den Küsten kann man die Mittelmeer-Zypresse im Garten auspflanzen. Hier ergeben sich -je nach Größe des Grundstücks- viele Gestaltungsmöglichkeiten. Zypressen werden in Italien häufig in Gruppen gepflanzt. Es gibt das wunderschöne Bild, das die Zypressen die „Juvenile“ sind, junge Männer, die das Haus beschützen. Aber auch als Alleenbäume eignen sich die schlanken Nadelbäume. Letzlich harmonisieren sie mit fast jeder Gartengestaltung, aber vor allem in formalen Gärten oder mediterranen Landschäftsgärten sind sie ein Muss. 

Mittelmeer-Zypressen

Zypressen mit Erleuchtung – auch mit anderen vertikalen Elementen wie etwa einer Laterne lassen sich die Zypressen kombinieren.

Pflanzzeit für die Zypressen ist im mittleren Herbst oder im mittleren Frühjahr. Wichtig ist, dass der Boden genug Feuchtigkeit hat, damit sie gut anwurzeln kann. In jedem Fall sollte der Baum oder die Bäume gut angegossen werden, nachdem sie gepflanzt wurden. Der Boden sollte nicht zu sauer und zu lehmhaltig und damit feucht sein. Ist das der Fall kann man ihn mit etwas Sand und wenig Kies durchlässiger machen. Umgekehrt sollte sehr sandiger Boden durch Untermischung von Humuserde angereichert werden. Wenn starke Winde oder gelegentlich starke Fröste drohen, empfiehlt sich ein geschützer Standort. Schutz bietet etwa eine Hauswand, eine Gartenmauer oder angrenzende Gehölze. Auch wenn die Zypressen schlank bleiben, solltet ihr sie nicht zu nah beieinander pflanzen. Werden sie größer, benötigen sie etwas Platz.

Mittelmeer-Zypressen

Ein formaler Garten mit Zypressen, den ich am Mosel-Radweg entdeckt habe. Das Wasser der Mosel wirkt wie Heizung. 

Werden die Winter zu kalt, kann man die Zypresse -solange sie noch klein ist- im Spätherbst wieder ausgraben. Dazu muss man dauerhaft dafür sorgen, dass der Baum nicht vollständig anwurzelt. Das erreicht man, indem man während des Sommers immer wieder neue Wurzeln, die deutlich über das Pflanzloch hinausgehen, kappt. Das hilft auch, die Zypresse klein zu bleiben. Das Verfahren ist aufwändig, hilft aber, auch in kälteren Regionen Mittelmeer-Zypressen zu pflanzen. Letztlich machen Baumschulen nichts anderes, wenn dort die Bäume immer wieder umgesetzt werden.

Mittelmeer-Zypressen

Die genügsamen Zypressen lassen sich auch problemlos in einen Topf pflanzen.

Die Zypresse in einem Kübel pflanzen

Wer in einer kalten Region wohnt -etwa in Höhenlagen oder entfernt von Küsten und Flußtäler- sollte auf Nummer Sicher gehen und die Zypresse in einen Kübel pflanzen. Aber auch aus dekorativen Gründen kann die Zypresse auch eine Kübelpflanze werden.  Der Kübel sollte ungefähr doppelt so hoch sein, wie der Wurzelballen. Je nach Größe und Gewicht muss er eine gute Standfläche haben, damit der Baum bei Wind nicht umgeweht wird. Die Erde für die Zypresse ist sowohl nährstoffreich als auch durchlässig. Am Besten mischt ihr dazu eine normale Pflanzerde mit etwas Sand, Kokosfasern und einem Drainagematerial. Auf Torf solltet ihr verzichten. Ihr könnt auch eine Kübelpflanzen- oder Mediterranerde kaufen, um die Zypresse darin einzupflanzen. 

Mittelmeer-Zypressen

Zypressen sind aus klassisch formalen Gärten wie hier etwa dem Giardion Giusti in Verona nicht wegzudenken.

Mittelmeer-Zypressen richtig pflegen

Die schönen Zypressen sind auch deshalb so beliebt, da sie pflegeleicht und robust sind. Das solltet ihr dennoch beachten. 

Mittelmeer-Zypressen gießen

Der Wasserbedarf der Zypresse liegt im mittleren bis hohen Bereich. Im Sommer sollte die Erde im Kübel immer feucht gehalten werden. Wichtig ist dabei, dass ihr durchdringend gießt. Wenn ihr ihr zu wenig Wasser gebt, erreicht dieses den unteren Bereich des Topfes nicht. Die Wurzeln sind dann unterversorgt und die Zypresse kann von innen verkahlen. Am Besten setzt Ihr einen Feuchtigkeitsmesser* ein, der euch anzeigt, wann ihr giessen müsst oder nicht. 

Mittelmeer-Zypressen

Mittelmeer-Zypressen setzen markante Landmarken -wie hier neben der Büßer-Kapelle im französischen Grimaud.

Dünger für die Zypresse

Im Kübel müssen die Bäume regelmäßig mit Dünger versorgt werden. Dazu könnt ihr entweder wöchentlich einen Volldünger ins Gießwasser geben oder ab Frühjahr einen Langzeitdünger einsetzen. Wachsen eure Zypressen dauerhaft im Garten ist auch eine Mist- oder Kompostgabe geeignet, den Baum mit ausreichend Nahrung zu versorgen. 

Zypressen schneiden

Je größer und älter die Zypressen werden, umso stärker gehen sie in die Breite. Diese nahezu menschliche Eigenschaft verwässert den gewünschten schlanken Wuchs, so dass regelmäßiges Schneiden sinnvoll ist. Dieses kann einmalig im Juli erfolgen oder bei starkem Wachstum sowohl im April als auch im August. 

Die Überwinterung bei der Zypresse

Die Überwinterung einer Kübel-Zypresse ist relativ einfach. Stellt sie einfach in einen kühlen, möglichst frostfreien Raum wie etwa ein Gartenhaus oder eine Garage, wo es durch ein Fenster oder eine Beleuchtung auch Licht gibt. Je kühler es ist, umso weniger Licht benötigt die Zypresse. Allerdings wird es nicht ganz ohne Licht gehen. Ist eure Zypresse zu groß geworden, könnt ihr sie auch hinlegen. Manchmal reicht es auch, die Zypresse geschützt ans Haus zu stellen. In jedem Fall sollte sie zum Boden hin isoliert aufgestellt werden, damit die Wurzeln nicht durchfrieren. Dazu könnt ihr sie auf Topffüße oder auf Styropor bzw. ein anderes dämmendes Material stellen. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

Literatur: Christoph und Maria Köchel: Kübelpflanzen – der Traum vom Süden. Die schönsten Arten im Portrait – Standort und Pflege, München 2003


Bougainvillea Standort

Der ideale Bougainvillea Standort – Sonne bevorzugt

Ein geeigneter Bougainvillea Standort ist entscheidend, um in den Genuß der Blütenpracht der Bougainvillea zu gelangen. Da die Bougainvillea nicht winterhart ist, benötigt sie bei uns sogar zwei Standorte. Welche Eigenschaften der Sommer- und Winterstandort bei der Bougainvillea haben sollten und wie die Pflanze dort gepflegt werden sollte, das erfahrt ihr in diesem Beitrag. 

Wenn ihr eine Beratung wünscht oder weitere Fragen habt, könnt ihr diese hier stellen. Aktuelle Pflegetipps für den mediterranen Garten liefert mein Newsletter „Neues aus dem Mediterranen Garten“, zu dem ihr euch kostenlos und unverbindlich anmelden könnt.

Was Ihr über die Bougainvillea wissen solltet

Die Bougainvillea ist eine tropische bis subtropische Heimat Brasilien ist. Ihr französisch klingender Name ist auch französisch, denn sie wurde nach dem französischen Comte (Graf) de Bougainville genannt. Dieser war von 1766 bis 1769 Kommandant auf der Expedition, auf der die Bougainvillea entdeckt wurde. Die Bougainvillea bildet lange Ranken, die sich mit Hilfe von Dornen an Kletterhilfen festhalten und diese problemlos erklimmen. Dort wo es frostfrei ist, erobern die Bougainvilleen problemlos mehrere Meter. Sie bilden dann farblich sehr markante Landmarken und beeindrucken schon aus weiter Ferne. 

Bougainvillea Standort

Im Mittelmeerraum ist die violette Bougainvillea eine der dominierenden Kletterpflanzen.

Die Farbvarianten der Bougainvillea

Entscheidend für die Pflege und damit auch für den Bougainvillea Standort ist die Berücksichtigung der botanischen Art. Die Gattung Bougainvillea, die passender Weise zu den Wunderblumengewächsen gehört, ist nicht sehr groß. Die Arten sind aber in Bezug auf die Überwinterungstemperatur recht unterschiedlich. Die im Mittelmeerraum häufigste Art ist Bougainvillea glabra, die mit ihren dunkelvioletten Blüten sehr markant blüht. Sie ist robuster und kann auch kühl überwintert werden. Alle anderen Farbvarianten sind in der Regel Züchtung der Bougainvillea spectabilis und müssen mild, also bei mindestens 10° C, überwintert werden, vergleichbar mit dem tropischen Hibiskus. Allerdings gibt es auch Farbvarianten von B. glabra, so dass ihr beim Kauf der Bougainvillea auf die Art achten solltet. Eine weitere Art ist B. x boutiana, die aber auch wärmeliebender ist. Für den Laien sind die Bougainvillea-Arten und -Sorten kaum zu unterscheiden. Daher kommt es darauf an, die Bougainvillea bei einem versierten Anbieter zu kaufen. 

Bougainvillea Standort

Unter Glas kann die Bougainvillea x boutiana mehrere Meter hoch wachsen.

Wuchs der Bougainvillea

Die Bougainvillea bildet während der Wachstumszeit lange -in der Regel horizontal wachsende-  Ranken, die später verholzen. An  den Ranken befinden sich auch die langen, aber nicht sehr harten und damit harmlosen Dornen. Diese setzt die Pflanze zum Klettern ein, um an einen geeigneten Bougainvillea Standort nach oben zu kommen. Da die Bougainvillea Frost nicht verträgt, muss sie bei uns als Kübel-Kletterpflanze oder ganzjährig unter Glas gehalten werden. In jedem Fall braucht sie eine Kletterhilfe. 

An den Ranken wachsen auch die spitz zulaufenden, eher kleinen aber sehr hübschen Blättern. Daneben erscheinen -wenn der Bougainvillea Standort geeignet ist- an etwas längeren Stielen die Blüten. Die farbgebenden Blütenblätter sind eigentlich Hochblätter, die Drei unscheinbare gelbe Röhrenblüten umgeben. Dieser Blütenaufbau hat der Bougainvillea den deutschen Trivialnamen „Drillingsblume“ eingebracht. 

Bougainvillea Standort

Wie beim Weihnachtsstern sind die Blütenblätter der Bougainvillea Hochblätter, die garnicht zur eigentlichen Blüte gehören.

So findet ihr einen geeigneten Bougainvillea Standort

Entscheidend für den Bougainvillea Standort und für die Blüte der Bougainvillea ist, dass sie ausreichend Sonne bekommt.

Der Stand der Sonne

Dabei müsst ihr bedenken, dass Sonnenlicht nicht gleich Sonnenlicht ist. In der tropischen Heimat der Bougainvillea fällt das Sonnenlicht nahezu senkrecht auf die Pflanze, während bei uns die Sonne niedriger steht. Das führt dazu, dass die Sonneneinstrahlung bei uns weniger intensiv ist. Folglich kommt es darauf an, die geringere Intensität durch möglichst viele Sonnenstunden auszugleichen. Auch licht-reflektierende helle Rückwände sind geeignet. Nach meiner Erfahrung gedeihen und blühen Bougainvilleen auch vor Fensterfronten, die Licht reflektieren, sehr gut. 

Bougainvillea Standort

Auch weiß blühende Bougainvilleen benötigen viel Sonne.

Späte Blüten bei der Bougainvillea

Wenn die am häufigsten vorkommende Bougainvillea glabra aus dem Winterquartier kommt, hat sie in der Regel die Blätter verloren. Ein Teil der Triebe ist abgestorben und muss zurückgeschnitten werden. Wenn sie dann im Frühjahr nach dem Frost nach draußen kommt, muss sie zunächst wieder austreiben. Entsprechend später beginnen die Blätter mit der Photosynthese, die auch für die Blütenbildung die notwendige Energie liefert. Je später also die Bougainvillea Blätter bekommt, umso später zeigen sich auch die Blüten. Ich schreibe diesen Beitrag Mitte August und erst jetzt bildet sich bei meiner Bougainvillea glabra die gewünschte üppig Blüte. Dafür weiß ich aber, dass sie mir noch lange, häufig bis in den Oktober oder gar November, erhalten bleibt. 

Der Bougainvillea Standort im Sommer

Man sollte die Bougainvillea also so früh wie möglich in die Sonne stellen. Als Alternative lässt sie sich aber auch ganzjährig unter Glas kultivieren. Der Außenstandort sollte sonnig und geschützt sein. Achtet bei kleinen Pflanzen im Topf darauf, dass sie im Frühjahr und Herbst nicht allzu sehr von höheren Pflanzen oder Gegenständen beschattet werden. Hilfreich ist in jedem Fall eine Rückwand, eine Ecke oder eine Teil-Überdachtung, unter oder vor der sich die Wärme staut. Je wärmer es die Bougainvillea hat, umso früher treibt sie aus und blüht sie. 

Bougainvillea Standort

Die gelben Farbvarianten der B. spectabilis benötigen im Winter ein mild-warmes Quartier.

Der Winterstandort bei der Bougainvillea

Für die Überwinterung der Bougainvillea ist die Art entscheident. Während die robuste B. glabra wie die mediterranen Pflanzen kühl und hell überwintern kann, benötigt B. spectabilis oder B. boutiana  eine höhere Wintertemperatur. Sie überstehen den Winter gut in einem Warm-Wintergarten oder in einem Kellerraum unter einer Pflanzenlampe*. Erfahrungen mit der Bougainvillea als Zimmerpflanze habe ich nicht, allerdings befürchte ich, dass die Luft in einem normal beheizten Wohnraum zu warm und zu trocken ist. 

Die perfekte Bougainvillea Pflege

Wenn die Bougainvillea gute Standorte im Sommer und Winter hat, kommt es noch auf die richtige Pflege an. 

Die Bougainvillea gießen und düngen

Wenn sie nach dem Frühjahrsaustrieb wieder Laub trägt, benötigt die Bougainvillea nahezu täglich Wasser und ca. einmal in der Woche Dünger. Ich gieße meine Bougainvillea mit Hilfe einer Unterschale, in die ich täglich Wasser gebe. Wird dieses im Laufe eines Tages verdunstet, weiß ich, dass es meiner Bougainvillea gut geht. Einmal in der Woche bekommt meine Bougainvillea einen Dünger verabreicht. Dazu verwende ich einen Kübelpflanzendünger und halte mich an die Angaben des Herstellers. 

Die Bougainvillea überwintern

Mit dem geeigneten Winterquartier ist die Überwinterung der Bougainvillea ganz einfach. Eine Pflegeregel müsst ihr aber unbedingt beachten: Hat die Bougainvillea das Laub verloren, dürft ihr sie nicht mehr giessen. Das beeinträchtigt die Wurzeln und kann zum Eingehen der Pflanze führen. Das Substrat sollte leicht feucht bleiben. In der kühlen Überwinterung müsst ihr dazu aber nicht nennenswert gießen. Allenfalls sind geringe Wassergaben ein- bis zwei Mal im Winter nötig. 

Wenn ihr die Bougainvillea spectabilis warm überwintert, behält sie ihr Laub. Dann benötigt sie auch etwas mehr Wasser als die B. glabra. Am Besten setzt ihr einen Feuchtigkeitsmesser* ein, der euch anzeigt, ob die Pflanze Wasser benötigt oder nicht.  

Umtopfen und Schnitt bei der Bougainvillea

Am Ende der Winterzeit könnt ihr eure Bougainvillea umtopfen und schneiden. Beim Schnitt entfernt ihr alle abgestorbenen Ranken. Vor der Überwinterung im Herbst sollte ein Vorschnitt die Ranken etwas einkürzen, damit ihr die Pflanze aus ihrem Bougainvillea Standort befreien könnt. Wenn ihr eure Bougainvillea vermehren wollt, könnt ihr die Abschnitte als Stecklinge zunächst in Wasser kurz anwurzeln und in Anzuchterde pflanzen.

Das Umtopfen erfolgt in eine durchlässige, aber nährstoffreiche Kübelpflanzenerde. Der Topf braucht Abflusslöcher. Wenn ihr erst schneidet und dann umtopft, ist das Umtopfen völlig unkompliziert. Bei der Kübelhaltung müsst ihr auch eine Kletterhilfe in den Topf einsetzen.  

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

Literatur

Andreas Bärtels: Tropenpflanzen. Zier- und Nutzpflanzen, Stuttgart 2013


Plumbago auriculata

Plumbago auriculata – der unermüdliche Kap-Bleiwurz

Wen ihr im Mittelmeerraum auf hellbau üppige Blütenwolken trefft, dürftet ihr es mit Plumbago auriculata, dem Kap-Bleiwurz zu tun haben. Der Kap-Bleiwurz ist ein robuster, aber vor allem dauerblühender Kletterstrauch, der zu Unrecht bei uns eher unbekannt ist. Damit sich das ändert, möchte ich die wunderschöne Kübelpflanze heute vorstellen und Pflanz- und Pflegetipps geben. 

Plumbago auriculata

Die elegante hellblaue Farbe von Plumbago auriculata lässt sich herrlich mit anderen Farben kombinieren.

Wenn ihr eine Beratung wünscht oder weitere Fragen habt, könnt ihr diese hier stellen. Aktuelle Pflegetipps für den mediterranen Garten liefert mein Newsletter „Neues aus dem Mediterranen Garten“, zu dem ihr euch kostenlos und unverbindlich anmelden könnt.

Was ihr über Plumbago auriculata wissen solltet

Zur Gattung Plumbago, zu der der Kap-Bleiwurz gehört, umfasst einige Sträucher, Halbsträucher und Stauden, die in den Tropen und Subtropen vorkommen. Der deutsche Trivialname von Plumbago auriculata, um den es hier geht, zeigt die Herkunft dieser Art an, die in Südafrika liegt. Dort wächst sie im im Verbund mit anderen Pflanzen und bildet ein üppiges Dickicht. Dieses, aber vor allem die Blüten erfreuen nektarsuchende Insekten, vor allem Schmetterlinge. Ein solches Dickicht werdet ihr hierzulande nicht hinbekommen, denn die Pflanze ist nicht winterhart. Sie lässt sich aber gut überwintern, dazu später mehr. 

Plumbago auriculata

Lässt man den Kap-Bleiwurz mit anderen Kletterkünstlern wachsen -wie hier der Prunkwinde- bildet sich ein farblich interessantes Dickicht.

Der Wuchs bei Plumbago auriculata

Für den Wuchs des Kap-Bleiwurz sind lange Triebe typisch, die häufig rutenförmig wachsen. Zunächst wachsen sie zunächst aufrecht, hängen dann aber wunderschön herunter. Das verleiht den Blüten etwas luftig-wolkiges. Sie wachsen an den Enden in markanten Blütenständen. Hat Plumbago auriculata einmal mit der Blüte begonnen, ist er nicht mehr zu stoppen.  Bei guten Winterbedingungen und einem milden Frühjahr kann die Blüte die gesamte Freilandsaison bis in den Herbst hinein überdauern. 

Plumbago auriculata

Am Ende der langen Triebe wachsen die Blütenstände wie hellblaue Halbwolken.

Sorten und Verwandte

Im Wesentlichen findet ihr den Kap-Bleiwurz mit hellblauen oder weißen Blüten. Leztere gehören zur Sorte ‚Alba‘, die aber weniger häufig und nicht ganz so gut zu bekommen ist. 

Plumbago auriculata 'Alba'

Ein weißer Kap-Bleiwurz, der sich üppig ausgebreitet hat.

Noch einmal eine Runde exotischer ist der Rote Kap-Bleiwurz, der allerdings keine Sorte von Plumbago auriculata, sondern eine eigene Art ist. Der Indische Bleiwurz Plumbago indica ist wunderschön und ähnlich pflegeleicht wie sein hellblauer Cousin vom Kap. 

Plumbago indica

Der wunderschön rot blühende Plumbago indica

So müsst ihr den Kap-Bleiwurz pflanzen

Der Kap-Bleiwurz wird in einen Kübel gepflanzt und mit diesem überwintert. Im Kübel benötigt die Pflanze einen Spalier, das für die langen Triebe Halt gibt. Baut man das Spalier in Pyramidenform -was mit drei langen Stäben ganz einfach ist- kann man die Triebe nach um nach um die Stäbe binden und so eine dichte, wunderschön hellblaue Wand erzeugen. Da Plumbago auriculata während des Sommers weiter wächst, bilden sich aber auch immer neue Triebe. Diese entfernen sich von der Pyramide und erzeugen den gewünschten leichten, luftigen oder wolkigen Effekt. Diesen erzielt man auch, wenn man den Kap-Bleiwurz in Ampeln oder höher aufgestellten Kästen platziert. Von dort lässt er dann seine hellblauen Blütenwolken herab. 

Plumbago auriculata

Der üppig wachsende Kap-Bleiwurz wächst in alle Richtungen, daher sollte man auch im Sommer eine Schere zur Hand haben.

Der ideale Standort für den Kap-Bleiwurz

Soviel Blütenpracht hat natürlich eine wesentliche Voraussetzung: Viel Sonne! Die Blüte erscheint umso länger, umfangreicher und nachhaltiger, je mehr Sonnenstunden Plumbago auriculata bei euch bekommt. Sucht also in der Freilandsaison ab März oder April einen sonnigen und warmen Platz für euren Kap-Bleiwurz. Nur wenn es im Hochsommer extrem heiß ist, kann man zur Verlängerung der Lebensdauer der Blüte einen leicht halbschattigen Platz wählen. Gleichzeitig sollte dieser gerade bei größeren Pyramidenpflanzen vor Wind geschützt sein. Dieser hat nämlich die Unart, größere Kübel mit viel Angriffsfläche umzuwerfen. 

Plumbago auriculata

Auch in Weiß eine Schönheit – der südafrikanische Kap-Bleiwurz.

Die passende Erde für den Kap-Bleiwurz

Bei der Erde ist die Pflanze vergleichsweise anspruchsvoll und bevorzugt eine typische Mischung aus lockeren, strukturstabilen und nährstoffreichen Kübelpflanzenerde. Diese könnt ihr fertig kaufen, aber auch selbst mischen. Die ideale Erde besteht zu ca. 60 % einer torffreien Pflanzerde, zu 20% aus einem festeren Drainagematerial und zu 20% aus Kokosfasern und/oder Sand. Das Drainagematerial sollte im Schwerpunkt im unteren Drittel des Topfes oder Kübel platziert werden, damit der Wasserabfluss durch die Abflusslöcher des Topfes funktioniert. 

Plumbago auriculata

Als Kletterpflanze ist der Kap-Bleiwurz in frostfreien Regionen omnipräsent und klettert mit Bougainvilleen um die Wette – wie hier in Saint Tropez.

Die Pflege beim Kap-Bleiwurz

Neben dem Standort ist die ausreichende Versorgung mit Wasser und Dünger eine wesentliche Voraussetzung für üppige Blüten. 

Plumbago auriculata gießen

Mit zahlreichen eher weichen Blättern verdunstet der Kap-Bleiwurz vergleichsweise viel Wasser und freut sich über regelmäßigen, in warmen Phasen täglichen Wassergaben. Bei der Kontrolle der Feuchtigkeit hilft ein Feuchtigkeitsmesser*, der in die Erde gesteckt wird. Mit dem Gerät kann man recht leicht lernen, wieviel Wasser die Pflanze benötigt. Gegossen wird am Morgen, wenn die Verdunstung gering ist. Ihr könnt sowohl Regen- als auch Leitungswasser verwenden. 

Plumbago auriculata

Blüten, die begeistern – der Bleiwurz vom Kap

Dünger für Blüten und Wachstum

Wie etwa beim Wandelröschen erfordert die Düngegabe etwas Fingerspitzengefühl. Der Kap-Bleiwurz kann auch zu üppig wachsen. Insofern ist eine wöchentliche Düngung nicht unbedingt erforderlich, 14tägig dürfte auch ausreichen. Als Dünger eignet sich ein bewährter Kübelpflanzendünger wie etwa Plantas Blütenzauber*. Dieser zeichnet sich durch eine ausgeglichen Kombination der Hauptnährstoffe und durch ein gutes Spektrum an Spurenelementen aus. Die Düngeperiode beginnt mit der Wachstumsperiode, die wiederum von zweistelligen Temperaturen am Tag und in der Nacht abhängt. Sie endet im August, damit die neuen Triebe aushärten können. Wenn Plumbago auriculata umgetopft wurde, kann die Düngung sechs bis acht Wochen später einsetzen. 

Plumbago auriculata

Der Kap-Bleiwurz kann großflächig wachsen, aber auch sehr gut geschnitten werden.

Den Kap-Bleiwurz schneiden

Eine gute Gartenschere ist bei einem Kap-Bleiwurz ein Muss. Im Sommer geht es darum, ihn immer wieder etwas zurückzuschneiden, wenn die Triebe zu lang werden. Arbeit, die etwas Geduld erfordert, ist das Entfernen der verblühten Blüten, die leider nicht von selbst abfallen. Vor der Überwinterung ist ein Vorschnitt sinnvoll, am Ende der Überwinterungszeit ist Rückschnitt sinnvoll. Will man den Plumbago auriculata kleinhalten, geht dieser fast bis zum Boden. Ansonsten aber reicht auch eine Kürzung um 1/3 der Vorjahreslänge der Triebe. Beim Rückschnitt ist Augenmaß und etwas Erfahrung gefordert. Wenn man diese noch nicht hat, empfiehlt sich also zunächst mal vorsichtiges Schneiden. 

Plumbago auriculata

Im Winterquartier bleiben -je nach Temperatur- einzelne Blüten und viele Blätter erhalten.

So müsst ihr den Kap-Bleiwurz überwintern

Da Plumbago auriculata keinen Frost verträgt, muss er entsprechend frostfrei, aber auch hell überwintern. Die Anforderungen an das Winterquartier entsprechen also den typischen Orangeriebedingungen, wie sie auch bei vielen mediterranen Pflanzen nötig sind. Ideale Winterquartiere sind Wintergärten, Gewächshäuser, Überwinterungszelte* oder ein frostfreier Nebenraum mit Fenstern wie etwa das Treppenhaus. Die Überwinterung beginnt mit der Frostperiode Mitte Oktober bis Anfang November und endet im März oder April, in kälteren Regionen durchaus auch erst im Mai.

Plumbago auriculata

Eine der schönsten Blüten im Kübelpflanzensortiment.

Einen Kap-Bleiwurz kaufen

Kaufen kann man den Kap-Bleiwurz bei vielen Anbietern. Es empfiehlt sich aber, bei einer fachlich versierten Versandgärtnerei wie etwa Flora Toskana zu bestellen. Dort bekommt ihr nicht nur eine gute Qualität sondern auch eine ausführliche Produktinformation. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

Literatur

  • Wolfgang Kawollek: Pflanzen für den Wintergarten, Stuttgart 2005
  • Christoph und Maria Köchel: Kübelpflanzen – der Traum vom Süden, München 2003

Oleander gießen

So müsst ihr euren Oleander gießen – nasse Füße bevorzugt

Wenn ihr den Oleander gießen wollt, ist die Herkunft und die Anpassung des Oleanders an seinen ursprünglichen, heimischen Standort wichtig. Wo der Oleander herkommt und was seine Herkunft für die Versorgung des Oleanders mit Wasser, Dünger und sonstiger Pflege bedeutet, berichte ich in diesem Pflege-Ratgeber. 

Oleander gießen

Im Mittelmeerraum ist der Oleander die dominierende Blütenpflanze und allgegenwärtig.

Wenn ihr eine Beratung wünscht oder weitere Fragen habt, könnt ihr diese hier stellen. Aktuelle Pflegetipps für den mediterranen Garten liefert mein Newsletter „Neues aus dem Mediterranen Garten“, zu dem ihr euch kostenlos und unverbindlich anmelden könnt.

Was Ihr zum Oleander wissen solltet

Der Oleander ist ein Blütenstrauch, der mittlerweile als Zierpflanze große Verbreitung hat. Botanisch gehört er zu den Hundsgiftgewächsen und stammt ursprünglich aus einem Gebiet, das vom Himalaja über das Mittelmeer bis zur Atlantikküste reicht. Er ist also eine echte mediterrane Pflanze, das Klima in seiner Heimat ist im Sommer trocken und heiß, im Winter wird es dagegen feuchter und kühler. Fröste kommen nur in geringem Umfang in Höhenlagen vor. Auch wenn der Oleander Frost bis -5° C durchaus vertragen kann, ist es besser, ihn als nicht winterharte Kübelpflanze zu halten und ihn im Winter vor Frost zu schützen. 

Oleander gießen

Den Oleander findet man überall im Mittelmeerraum, auch an ungewöhnlichen Orten – wie hier auf dem Friedhof von Saint Tropez.

Ist der Oleander giftig?

Mit der Zugehörigkeit zu den Hundsgiftgewächsen ist der klare Hinweis verbunden, dass die Pflanze in allen Teilen giftig ist. Allerdings gilt auch beim Oleander das Motto: Die Dosis macht das Gift. Im normalem Umgang beim Oleander gießen, düngen oder überwintern geht keine Gefahr vom Oleander aus. Wenn man ihn schneidet, sollte man vorsichtshalber Handschuhe tragen. Außerdem sollte weder Mensch noch Tier Blüten oder Blätter des Oleanders verzehren. 

Oleander gießen

Der Oleander ist bei seinem Standort relativ anspruchslos, vorausgesetzt er bekommt genug Wasser.

Wie ihr den Oleander gießen müsst

Auch wenn der Oleander eine echte und typische mediterrane Pflanze ist, sind seine Ansprüche an die Wasserversorgung doch eher untypisch. Das hat einen einfachen Grund – der Oleander ist eine Auenpflanze. 

Warum der Oleander nasse Füsse liebt

Der Oleander hat sich in seiner natürlichen Entwicklung an Standorte in Flußtälern, Mulden oder anderen feuchteren Gebieten angepasst. Dort hat er einen guten Zugang zu Wasser und auch zu Nährstoffen. Als Flachwurzler bezieht der Oleander Wasser und Nährstoffe aus den oberen Schichten der Erde. Die Wurzeln brauchen daher auch recht viel Platz im Kübel, der nicht zu klein sein sollte. 

Oleander gießen

Oleanderkübel mit Unterschalen im südfranzösischen Grimaud

Die Unterschale – wichtigstes Utensil beim Gießen des Oleanders

Damit der Oleander sich im Sommer wohl fühlt, solltet ihr eine Unterschale verwenden, um den Oleander gießen und pflegen zu können. In diese Unterschale wird der Kübel gestellt. Die Schale sollte im Durchmesser etwa 10 bis 15 cm breiter sein als der Topfboden. Auch sind einige Zentimeter Höhe hilfreich, damit die Schale genug Wasser aufnehmen kann. 

Oleander gießen

Wenn man den Oleander richtig pflegt und gießt, beschert er viele wunderschöne Blüten – den ganzen Sommer lang.

Wann und wie sollte man den Oleander gießen

Besonders hoch ist der Wasserbedarf ab dem mittleren Frühling und im Sommer. Im Herbst nimmt er wieder ab. Die ideale Gießzeit ist in der warmen Zeit der frühe Morgen, wenn es eben noch nicht so warm ist. Dann ist die Verdunstung gering und der Oleander hat Zeit, das Wasser aufzunehmen. Auch ist die Pflanze selbst morgens noch kühler, so dass der Temperaturunterschied zwischen Wasser und Wurzelballen geringer ausfällt.

Oleander gießen

Wenn der Oleander solch stattliche Höhen erreicht -wie hier neben einer Magnolie- nimmt der Wasserbedarf deutlich zu.

Das Gießen selbst ist einfach: Wenn die Unterschale leer ist, füllt man sie wieder mit Wasser auf. Ist hingegen noch Wasser vom Vortag in der Unterschale, muss nicht gegossen werden. Hat sich die Unterschale mit Regenwasser gefüllt, muss ebenfalls nicht gegossen werden. Wenn es länger regnet und die Schale dauerhaft randvoll mit Wasser ist, leere ich sie zwischendurch auch einmal aus. Auch wenn der Oleander viel Wasser benötigt, danken es die Wurzeln dennoch, wenn sie einige Stunden nicht im Wasser stehen. 

Oleander gießen

Hier blüht ein Oleander mit einer Bougainvillea um die Wette.

Wenn es nie regnet und der Sommer sehr trocken ist, sollte man ca. einmal die Woche auch von oben gießen. So wird der gesamte Wurzelapparat mit Wasser versorgt. Ob der Ballen auch im oberen und mittleren Bereich feucht ist, könnt ihr mit einem Feuchtigkeitsmesser* herausfinden. Die „Ideallinie“ beim Oleander gießen ist aber sicher erreicht, wenn die Pflanze regelmäßig die Unterschale „leertrinkt“ und ihr nachgießen könnt. Das ist ein gutes Zeichen, dass die Wurzeln gesund sind und die Pflanze viel Wasser und Nährstoffe aufnimmt.Sollte es allerdings häufiger regnen und die Unterschale zu voll ist, müsst ihr sie ab und zu leeren. Der Oleander ist keine Wasserpflanze.

 

Wie man im Winter den Oleander gießen sollte

Wie bei jeder Pflanze hängt auch beim Oleander der Wasserbedarf von der Verdunstung ab. Da diese wiederum durch die Außentemperatur bestimmt wird, ist der Wasserbedarf im Winter, im frühen Frühjahr und späten Herbst deutlich geringer. In dieser Zeit ist darauf zu achten, dass der Wurzelballen feucht bleibt, dauerhafte Nässe ist aber aufgrund der eingeschränkten oder ausgesetzten Vegetation ungünstigt. 

Oleander gießen

Wenn es kälter wird, kann der Oleander noch eine zeitlang draußen bleiben, er braucht dann aber kein Wasser.

Regen- oder Leitungswasser?

Seine Herkunft aus Flußtälern und Mulden macht den Oleander nicht nur zu einem „Nassfüßler“ sondern auch zu einem Kalkliebhaber. Flußwasser und Wasser aus Bächen bringt viele kalkhaltige Sedimente mit sich, an die sich die Pflanze gewöhnt hat. Ihr könnt also ohne Probleme Leitungswasser verwenden, wenn ihr den Oleander gießen wollt. Dieses ist in der Regel kalkhaltiger und mitunter sehr hart. Das ist alles für den Oleander kein Problem. Im Umkehrschluss kann man -als eher seltenes Phänomen- Kalkmangel vermuten, wenn das Wasser weicher und weniger kalkhaltig ist. Dieser kann aber durch Eierschalen oder Sand, den man unter die Erde mischt, ausgeglichen werden. 

Oleander gießen

Ein typisches Pflegeproblem beim Oleander im Sommer sind gelbe Blätter.

So müsst ihr den Oleander düngen

Der hohe Wasserbedarf ist gleichzeitig mit einem hohen Nährstoffbedarf verbunden. Daher solltet ihr den Oleander von Mai bis August regelmäßig mit Dünger versorgen. Ich verwende einmal in der Woche einen Kübelpflanzendünger wie Instant Bloom, der über das Gießwasser verabreicht wird. Die Dosierung erfolgt nach den Angaben des Herstellers, sollte aber auch stets mit Augenmaß erfolgen. Überdüngung sollte unbedingt vermieden werden. Hat der Oleander zu wenige Nährstoffe, bekommt er gelbe Blätter. Für dieses häufig auftretende Pflegeproblem gibt es aber auch noch weitere Ursachen, die ich hier beschrieben habe. 

Schließlich findet Ihr hier bei Mein mediterraner Garten noch weitere Ratgeberbeiträge, wie ihr den Oleander schneiden und überwintern müsst.  

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

Literatur: Christoph und Maria Köchel: Kübelpflanzen – der Traum vom Süden. Die schönsten Arten im Portrait – Standort und Pflege, München 2003


Ochna serrulata

Ochna serrulata – die Micky-Maus-Pflanze

Besondere Kontraste präsentiert Ochna serrulata, ein aus Südafrika stammender Kübelstrauch. Eine gewisse Ähnlichkeit zwischen der Frucht und der Nase von Micky-Maus haben ihr den Beinamen „Micky-Maus-Pflanze“ eingebracht. Das sollte aber nicht der Hauptgrund sein, warum diese Pflanze auf Balkon und Terrasse gehört. Es ist vielmehr eine sehr attraktive, pflegeleichte und exotische Kübelschönheit, die für ambitionierte Sammler eine Bereicherung ist. 

Ochna serrulata

Im Sommer zeigt sich Ochna serrulata mit zahlreichen attraktiven Früchten.

Wenn ihr eine Beratung wünscht oder weitere Fragen habt, könnt ihr diese hier stellen. Aktuelle Pflegetipps für den mediterranen Garten liefert mein Newsletter „Neues aus dem Mediterranen Garten“, zu dem ihr euch kostenlos und unverbindlich anmelden könnt.

Was ihr zu Ochna serrulata wissen solltet

Eine Vielzahl von Trivialnamen, also den deutschen Namen einer Pflanze, steht in der Regel für eine besondere Attraktivität. Das gilt auch für Ochna serrulata, die im Deutschen eben nicht nur als Micky-Maus-Pflanze bezeichnet wird. Ihr findet sie auch als Sägeblättrige Nagelbeere, als Vogelaugenbusch oder auch Wilder Birnbaum. Aufgrund der gelben Blüte wird auch die Bezeichnung Adonisröschenstrauch erwähnt. Die Pflanze stammt aus dem östlichen Südafrika, wo sie in Höhenlagen bis 1.800 Meter gedeiht. Das reduziert auch ihre Wärmeansprüche. Sie ist nicht winterhart, benötigt im Winter aber nicht mehr als 7° C und kann gemeinsam mit den mediterranen Pflanzen überwintern. 

Ochna serrulata

Das fein gezackte Sägeblatt von Ochna serrulata

Die Blätter sind länglich mit einer hellgrünen Blattfalz in der Mitte. Namensgebend ist der fein gezackte Rand, der die Pflanze zur „sägeblättrigen Nagelbeere“ macht. Der Austrieb erfolgt im Frühjahr nach Blattverlust im Herbst und Winter rosa und bronzefarben. Ochna serrulata spielt also schon früh ihre farblichen Reize aus. Diese erhöhen sich in der im Frühjahr erfolgenden Blüte. Die Blüte ist gelb und duftet angenehm, aber vornehm zurückhaltend. Eine markante Rolle spielen dann die Kelchblätter, die zunächst grün, später rot sind. Sie bilden einen wunderschönen Kontrast zu den sich von grün nach schwarz verfärbenden Beerenfrüchten. Diese bestimmen das Bild im Sommer und sind in dieser Kombination die Hauptattraktion der Pflanze. 

Ochna serrulata

Zahlreiche Blüten bestimmen das Erscheinungsbild von Ochna serrulata. Noch sind hier die Fruchtansätze grün.

Die Pflege der Micky-Maus-Pflanze

Die nicht komplizierte Pflege von Ochna serrulata lohnt sich also, denn die Nagelbeere lässt ihre Besitzer ein herrliches Farbspiel genießen. Wie immer ist das A und O der erfolgreichen Pflege ein geeigneter Standort im Sommer und Winter. 

Der Standort

Die südafrikanische Herkunft erfordert im Sommer einen warmen, geschützten und vor allem sonnigen Standort. Ausreichend Sonne führt zu zahlreichen Blüten und vielen rot-schwarz-kontrastierenden Fruchtgebilden. Von April bis zum Herbst kann Ochna serrulata draußen auf Balkon und Terrasse platziert werden und dort ihre farblichen Reize ausspielen. Die für Wachstum und Blüte ideale Temperatur liegt zwischen 18° und 22° C. Rechtzeitig vor den Frösten sollte die Pflanze dann in ein kühles und helles Winterquartier gestellt werden. Dort braucht die Nagelbeere mindestens 7° C als Überwinterungstemperatur. 

Ochna serrulata

Im Sommer zeigt sich die schwarze „Micky-Maus-Nase“ der Ochna serrulata.

Gießen und Düngen

Der Kübelstrauch ist vergleichsweise anspruchslos, was die Versorgung mit Wasser und Dünger angeht. Ihr solltet die Nagelbeere regelmäßig moderat feucht halten. Die mit einer glänzenden Oberfläche wassersparend überzogenen Blätter verdunsten nicht ganz so viel, so dass beim Gießen das bekannte Motto „Weniger ist mehr“ gilt. Das gilt auch für die Düngung. Es reicht, wenn ihr die Pflanze 14tägig mit einem Kübelpflanzendünger versorgt. Dabei solltet ihr euch an die Angaben des Herstellers halten und grundsätzlich eher weniger als zuviel düngen. 

Ochna serrulata

Die Früchte bleiben lange am Strauch und machen sich auch mit weniger Blättern gut.

Die Überwinterung

Die Überwinterung ist unkompliziert, da Ochna serrulata bei kühlen Wintertemperaturen die Blätter abwirft. Ihr müsst die Pflanze also nur vor Frost schützen und ganz leicht feucht halten. Schädlingsprobleme dürften nicht auftreten. Am Ende des Winters, auf jedem Fall eher früher als später kann der Kübelstrauch geschnitten werden.

Ochna serrulata

Das kräftige Rot der Kelchblätter bei Ochna serrulata ist ein wunderschöner Kontrast für Balkon und Terrasse.

Umtopfen und Schneiden

Das Umtopfen sollte nach der Blüte erfolgen, damit diese nicht gestört wird Die Erde ist locker und luftig und kann ruhig viel organisches Material enthalten. Ideal ist also eine Komposterde, am Besten vom eigenen Kompost. Falls ihr keinen habt, kann man diese Erde, die torffrei sein sollte, auch kaufen. Falls ihr eine allgemeine, also eine Einheitserde verwenden wollt, könnt ihr diese mit Kokosfasern und einem Drainagematerial mischen, um die Durchlässigkeit zu erhöhen. 

Ochna serrulata

Gesundes Laub zeigt, dass es der Pflanze gut geht.

Ein Schnitt ist nur bei jüngeren Pflanzen erforderlich, die noch etwas Erziehung benötigen. Dazu stutzt man die sparrig wachsenden Zweige um ca. ein Drittel oder auch nur 20%. Sobald die Pflanze eine schöne Struktur erreicht hat, sollte man sie frei wachsen lassen. Dann ist Ochna serrulata am schönsten. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

Literatur:

Rob Herwig – das praktische Handbuch der Zimmerpflanzen, München 1987 

Wolfgang Kawollek: Pflanzen für den Wintergarten, Stuttgart 2005

 

 


Rayol Garten

Der Rayol Garten – ein mediterraner „Garten der Welt“ an der Cote d’Azur

Der Rayol Garten an der Cote d’Azur ist ein wunderschöner und hochinteressanter mediterraner Landschaftsgarten. Als mediterraner „Garten der Welt“ präsentiert er Pflanzen aus Landschaften mit mediterranem Klima unterschiedlicher Kontinente. Wer den Rayol Garten besucht, kann also eine mediterrane Weltreise machen und viele mediterrane Pflanzen und Pflanzengemeinschaften erleben. In diesem Beitrag möchte ich euch die Domaine du Rayol vorstellen und die schönsten Perspektiven des Gartens zeigen. 

Rayol Garten

Die Botanische Galerie im Rayol Garten

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Wissenswertes zum Rayol Garten

Wie viele große Gärten hat auch die Domaine du Rayol eine bewegte Geschichte. Diese begann 1909 als der Pariser Geschäftsmann Alfred Courmes 40 Hektar Wald an der maurischen Küste zwischen Le Lavandou und Cavalaire, ca. 20 km von St. Tropez entfernt, kaufte. Nach der Ersterschließung übernahm der Industrielle Henry Potez das Anwesen und entwickelte es erheblich weiter. Nach einem Verkauf an eine Versicherungsgesellschaft erfolgte ein Dornröschenschlaf, der bis in 1989 andauerte. Ein Verein der „Freunde der Domaine du Rayol“ setzte durch, dass die Französische Küstenschutzbehörde, die „Conservatoire du littoral“ das Anwesen übernahm. Diese beauftragte auch den Landschaftsarchitekten Gilles Clément die Domain als „Garten der Welt“ neuzugestalten. 

Rayol Garten

Der Rayol Garten ist auch ein Garten am Meer mit wunderbaren Küstenperspektiven.

Eine mediterrane Garten-Weltreise in der Domaine du Rayol

In insgesamt 12 Gärten oder Gartenbereichen können die Besucher der Domaine du Rayol mediterrane Pflanzen und Landschaften erleben. Das große Gartengelände durchzieht ein gut ausgeschilderter Rundweg, für den man ca. 1,5 bis 2 Stunden einplanen sollte. Außerdem erhalten die Besucher ein informativ und ansprechend gestaltetes Faltblatt, mit vielen Informationen zu Gärten und Pflanzen. 

Rayol Garten

Schon der Eingang in die Domaine ist mit Myrten, Erdbeerbäumen und Terracotta ein mediterranes Entrée.

Der Garten der Kanarischen Insel

Kenner mediterraner Pflanzen wissen die besondere Pflanzenvielfalt und geografischen Besonderheiten der Kanarischen Inseln mit ihren Lorbeer- und Pinienwäldern, Natternköpfen und Sukkulenten zu schätzen. Einen Eindruck von dieser Vielfalt kann man auch im Rayol Garten erleben. 

Rayol Garten

Blick in den Kanarischen Garten und auf das Hotel de la Mer, das auch den Eingang in die Domaine bildet.

Auch der so typische Madeira Storchschnabel mit seinen markanten Seitenwurzeln findet sich im Garten der Kanarischen Inseln

Rayol Garten

Der im Sommer blütenlose Madeira Storchschnabel

Der Kalifornische Garten

Die Pflanzenwelt der „Neuen Welt“ der beiden Amerikas ist häufig sehr unterschiedlich zu mediterranen Pflanzen Europas und Afrikas, obwohl die Pflanzen eng verwandt sind. Das zeigt sich auch im Kalifornischen Garten, wo unter anderem am Beispiel des Judasbaums und der Eiche diese Unterschiede bei gleichzeitiger Verwandtschaft gezeigt werden. 

Rayol Garten

Üppige Blüte am Judasbaum

Der Australische Garten 

Auch die Australische Flora unterscheidet sich deutlich von der europäisch-asiatisch-afrikanischen. Im Rayol Garten kann eine typische australische Landschaft durchstreift werden, die von Eukalyptus, Mimosen und Myrtenheiden geprägt ist. 

Rayol Garten

Ein großer Callistemon, begleitet von zwei Grasbäumen, die auch Blackboy genannt werden.

Pflanzen wie der sehr langsam wachsende Grasbaum (bot. Xanthorrhoea johnsonii oder engl. Black Boy) oder der Callistemon kommen problemlos mit den für Australien typischen Buschbränden zurecht und haben sich an diese angepasst. Trockenheit im Sommer ist also kein Problem für diese Arten. 

Der Garten der amerikanischen Trockengebiete

Einige der beliebtesten Sukkulenten wie Agaven und Yuccas stammen aus den trockenen Gebieten des südlichen Nordamerikas und Mittelamerikas. Auch diese interessanten und für mediterrane Gärten typische Pflanzen findet ihr in großer Vielfalt in der Domaine du Rayol. Ebenfalls typisch für die Mittelamerikanische Region sind Kakteen wie Opuntia oder Echinocactus grusonii. 

Rayol Garten

Vielfältige Agaven wie Agave americana, A. parryi, A. attenuata oder A. stricta geben einen Eindruck von der Vielfalt amerikanischer Sukkulenten.

Beeindruckend sind auch die großen Baumyuccas der Art Yucca rostrata, die hier von Kakteen wie dem Feigenkaktus Opuntia begleitet werden. 

Rayol Garten

Yucca Rostrata, Opuntia und Agave attenuata

Der Garten der Chilenischen Höhenlandschaft

Auch in Chile gibt es im Zentrum des Landes trockene Regionen, in denen ein mediterranes Klima herrscht. Folglich dürfen auch die für diese Landschaften typische Pflanzgemeinschaften im Rayol Garten nicht fehlen. 

Rayol Garten

Der Chilenische Garten mit Quisco-Kakteen und den zu den Bromelien gehörenden Puyas.

Der mediterrane Garten

Den größten Teil der imposanten Anlage der Domaine du Rayol nehmen die heimischen mediterranen Landschaften und Pflanzen ein. Hier wächst „alles, was Rang und Namen hat“ in der mediterranen Flora. Ihr findet Erdbeerbäume, Johannisbrotbäume, Lorbeer, blühende Oleander, Myrtensträuche und viele andere mediterrane Schönheiten mehr. Besonders hervorgehoben sei die Zistrosensammlung, die gleich an mehreren Stellen im Rayol Garten präsentiert werden. Zum Bestand der Zistrosen Arten gehören unter anderem 

  • Cistus populifolius
  • Cistus x corabriensis
  • und Cistus salvifolius. 
Rayol Garten

Die salbeiblättrige Zistrose (Cistus salvifolius)

Der südafrikanische Garten

Während der östliche und südliche Teil des Rayol Gartens den heimischen mediterranen Pflanzen gewidmet ist, findet ihr im Zentrum Vertreter eines der interessantesten Pflanzenreiche der Welt: die südafrikanische Flora, die auch Kapflora genannt wird. Unterhalb der Großen Pergola und östlich der zentralen Treppe des Gartens können hier Bananenstauden, Aloen, Natalpflaumen oder Proteen (Silberbaumgewächse) in natürlich wirkenden Pflanzungen erlebt werden. 

Rayol Garten

Afrikanische Pflanzen vor der Großen Pergola

Die große Treppe, die Richtung Strandhaus führt, wird stilvoll von Zypressen und Kapbleiwurzranken bewachsen. 

Rayol Garten

Mittelmeer- und Kapflora treffen sich an der Großen Treppe – mächtige Mittelmeerzypressen und filigraner Kapbleiwurz.

Weitere Gärten in der Domaine du Rayol

Weniger mediterran, dafür nicht minder interessant sind drei weitere Gärten, die hier im Rayol Garten findet. Der Neuseeländische, der Asiatische und der Amerikanische Tropengarten zeigen jeweils für ihre Landschaftsformen typische Pflanzen und Pflanzengemeinschaften. 

Rayol Garten

Das Brunnenhäuschen im Asiatischen Tropengarten

So sind große Bambuspflanzungen typisch für südasiatische Klimazonen, während die Flora Neuseelands von feucht-milden bis kühlen-maritimen Klima geprägt sind. Hier spielen Baumfarne, die Nikau-Palme oder die Neuseeländische Myrte (Leptospermum scoparium) eine Hauptrolle. 

Mediterranes Gärtnerwissen und praktische Besuchtipps

Der Ansprach der Gärtner der Domaine du Rayol ist weniger einen perfekt angelegten Ziergarten als ein Naturschutzgebiet mit großer Pflanzenvielfalt zu präsentieren. Der Garten wird daher ökologisch mit möglichst wenig Eingriffen, Pestiziden oder Kunstdünger gestaltet. Die Pflege des Bodens durch Mulchschichten, die Förderung des Bodenlebens und der sparsame Umgang mit Wasser machen die Anlage zukunftsweisend für eine Zeit, in der wir uns intensiver mit trocken-heißen Phasen in unseren Gärten beschäftigen müssen. 

Rayol Garten

Mediterraner Garten am Meer – die Domaine du Rayol

Die Besucher bekommen in einem schön gestalteten Gartenplan und weiteren Broschüren zahlreiche Hinweise, wie man nachhaltig mediterran gärtnert. Auch ein Audioguide gibt Einblicke in das Gärtnerwissen der Domaine. Insgesamt ist der Besucherservice sehr gut organisiert. Die Öffnungszeiten sind großzügig und der Eintritt gerechtfertigt. Für den Besuch entscheidend ist auch die Jahreszeit. Wer viele Blüten sehen möchte, sollte den Garten im Frühjahr besichtigen. Aber auch in allen anderen Jahreszeiten bietet der Garten fantastische Pflanzen und herrliche mediterrane Perspektiven. 

Am besten besucht ihr euch vor einem Besuch -oder auch sonst- auf der schönen und informativen Website des Gartens, die auf französisch und englisch Informationen zu Öffnungszeiten, Tickets und Veranstaltungen in der Domaine liefert. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

Literatur:

  • Besucherhandbuch der Domaine du Rayol „Entdeckungsreis durch den Garten der mediterranen Pflanzen aus aller Welt“
  • Gartenplan der Domaine du Rayol „Reise durch die mediterranen Landschaften – Entdeckung der Pflanzenwelt und der Landschaften

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Wurzelwachstum

Unterirdisch – Wurzelwachstum bei Kübelpflanzen fördern

Ein gesundes Wurzelwachstum bei Kübelpflanzen ist die Grundlage für herrliche Blüten und gesundes Laub. Doch wie bei so vielen Phänomen, die wir nicht direkt sehen können, wissen viele Gärtnerinnen und Gärtner relativ wenig über das Wurzelwachstum und wie man es fördern kann. Damit sich das ändert, habe ich in diesem Beitrag die wichtigsten Hintergründe und Tipps zusammengestellt. So könnt auch ihr „unterirdisch“ etwas für die Wurzeln eurer Kübelpflanzen tun. 

Wurzelwachstum

Sind die Wurzeln gesund und wachsen kräftig, dann bleiben auch Blüten nicht aus – wie beim Agapanthus.

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Kleine Wurzelkunde

Eigentlich kann eine Wurzelkunde nicht „klein“ sein, denn die Wurzeln von Pflanzen bieten zahlreiche interessante Aspekte, von denen viele wichtig für das Gedeihen der Pflanzen sind. Spätestens mit dem bekannten Bestseller „Das geheime Leben der Bäume“ von Peter Wohlleben wurde einem breiteren Publikum die faszinierende Welt der Wurzeln ins Bewusstsein gerufen. Das Bäume über die Wurzeln kommunizieren und ein „Wood Wide Web“ bilden -wie von Wohlleben geschildert- hat auch mich überrascht und beeindruckt. 

Wurzelwachstum

Ein gleichmäßig durchwurzelter Ballen beim Olivenbaum

Funktionen des Wurzelapparats

Damit sind wir schon bei den Kübelpflanzen, denen ja das Wood Wide Web verwehrt wird. Den Wurzeln der Pflanzen in Topf und Kübel bleibt der Kontakt zu Nachbarpflanzen zwangsläufig verwehrt. Was den Wurzeln sonst noch fehlen könnte, entdeckt ihr nur, wenn ihr die Funktionen und Beschaffenheit der Wurzeln kennt.

Die Wurzeln haben im Wesentlichen zwei Aufgaben: Sie verankern die Pflanzen im Boden und versorgen sie mit Nährstoffen und Wasser. Weiter sind sie „Sparringspartner“ des Laubs, das sie mit Wasser und Nährstoffen versorgen und Energie in Form von Kohlehydraten, also Zucker, zurückbekomen.

Dabei haben sich Pflanzen auch im Wurzelbereich an ihre natürlichen Standorte angepasst und ganz unterschiedliche Wurzelapparate entwickelt. Allen Wurzeln gemeinsam ist, dass sich unterschiedliche Wurzeltypen gebildet haben: Kräftige Primär- und Seitenwurzeln dienen der Verankerung, während zarte Feinwurzeln die Nährstoffversorgung übernehmen. Dabei gehen sie Symbiosen mit Pilzen ein, die den Pflanzen helfen, im Wasser und Erdreich vorhandene Nährstoffverbindungen aufzulösen und aufzunehmen. Im Gegenzug versorgen die Wurzeln die Pilze mit Zucker. 

Wurzelwachstum

Wenn es den Wurzeln im Kübel zu eng wird, wachsen sie entlang der Wand – wie hier bei einem Mandarinenbaum.

Aufbau des Wurzelapparats

Pflanzen in ihrer natürlichen Umwelt können ihre Aufgaben ganz unterschiedlich wahrnehmen. Entsprechend haben sie bei ihrem Wurzelapparat ganz unterschiedliche Typen entwickelt. Dort, wo die Pflanzen besonders viel Halt brauchen -etwa in Bergwäldern- spielt die Verankerung eine wichtige Rolle und es werden mächtige, verholzende Pfahlwurzeln gebildet. In trockenen Regionen und Wüsten wird das Wurzelsystem weit ausgebreitet, um möglichst viel Wasser einzusammeln. In Steppen und Tundren, wo viel Platz und viele Nährstoffe verfügbar sind, bilden sich eher flache Wurzelapparate. Bei der Auswahl eines Pflanzgefäßes, eines Kübels- oder Topfes sollte also der Aufbau des Wurzelapparats eine Rolle spielen, damit die Wurzeln nicht unnatürlich begrenzt werden. 

Wurzelwachstum

Beim Madeira Storchschnabel wachsen die stützenden Seitenwurzeln oberhalb der Erde.

Wie Wurzeln wachsen

Wurzeln sind Pioniere, sie erobern Lebensräume für Pflanzen. Insofern kennen sie nur eine Wuchsrichtung und die führt sie weg von Stamm oder Stengel. Eine Wurzel wächst stets so weit sie kann, wird aber entweder von Hindernissen oder von fehlenden Nährstoffen und Energie gebremst. Stoßen Sie auf ein Hindernis, so wachsen die Wurzeln daran vorbei, es sei denn sie können das Hindernis nicht umgehen. Dann wachsen Wurzeln im Kreis weiter. 

Die Feinwurzeln gehen im Wachstum voran und vernetzen sich mit der Mykorhizza der Pilze, die zugleich die kommunikative Verbindung zwischen einzelnen Pflanzen bildet (allerdings nicht bei den „Einzelkindern“ im Topfgarten). Die Wuchsrichtung wird auch von Feuchtigkeit und Kühle geleitet, denn diese versprechen die besten Bedingungen für reichliche Nährstoffe. 

Wurzelwachstum

Ein vollständig durchwurzelter Agapanthustopf

In Kübeln kommt es zu einer Situation beim Wurzelwachstum, die man als „Ringwurzeln“ bezeichnet. Da die Wurzeln „eingesperrt“ sind, wachsen sie im Kreis und verdichten sich. Das erschwert die Nährstoffaufnahme und belastet damit das Wachstum der Pflanze. Deshalb ist regelmäßiges Umtopfen eine der wichtigsten Maßnahmen, wenn ihr das Wurzelwachstum beschleunigen wollt. 

Wurzelwachstum Ringwurzeln

Ringwurzeln bei einer Winde – die Verdichtung schwächt das Wachstum der Wurzeln.

So könnt ihr das Wurzelwachstum anregen

Nur gesundes Wurzelwachstum bei Pflanzen führt auch zum Wachstum von Laub und Krone sowie der Bildung von Blüten und Früchten. Daher kommt dem Wurzelwachstum eine besondere Bedeutung zu. Den größten Einfluss auf das Wurzelwachstum könnt ihr beim Umtopfen nehmen, aber auch in der Pflege ergeben sich Möglichkeiten, die Wurzeln zu fördern. 

Wurzelwachstum

Lockere, nährstoffhaltige Pflanzerde, die auch die Struktur behält, ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für Wurzelwachstum.

Die passende Erde

Wer die Förderung des Wurzelwachstums anstrebt, sollte besonderes Augenmerk auf die Erde legen. Wurzeln benötigen Wasser, Nährstoffe, aber auch Sauerstoff. Auch eine Stabilität der Struktur hilft den Wurzeln bei der Aufnahme von Nährstoffen und damit beim Wachstum. Das erfordert eine Erde, die 

  • Nährstoffe enthält,
  • auch feste Bestandteile enthält,
  • Wasser speichert und 
  • dennoch durchlässig ist. 

Diese Eigenschaften sind -je nach Herkunft und Anpassung der Pflanze- unterschiedlich ausgeprägt. Pflanzen aus trockenen Gebieten wie Sukkulenten brauchen besonders viel Sauerstoff und wenig Wasser. Bei feuchteliebenden Pflanzen, die wie etwa der Oleander aus Feuchtgebieten stammen, ist es umgekehrt. Insgesamt sollte man bei allen Pflanzen auf ausreichende Belüftung der Wurzleln achten. Dafür sorgen Abflusslöcher, aber auch regelmäßiges Auflockern der Erde an der Oberfläche. Im unteren Bereich der Erde im Kübel sorgt eine Drainageschicht für die Stabilität und Abfluss des Wassers. Für Nährstoffe sorgen Humusanteile, für die Wasserspeicherung Tonanteile. Die Erde sollte torffrei sein, das gebietet schon allein der Klimaschutz. 

Wurzelwachstum

Wenn die Erde auch nach 2 Jahren wenig durchwurzelt ist, sollte man das Wurzelwachstum fördern.

Ein geeignetes Pflanzgefäß

Wer das Wurzelwachstum stimulieren möchte, sollte auch beim Kübel oder Pflanzgefäß sorgfältig sein. Die fast schon klassische Frage ist „Ton oder Plastik“. Beide Pflanzgefäße haben ihre Vorteile: Kunststoff ist leicht und günstig in der Anschaffung, Ton oder Terracotta dagegen besonders schön und isolierend. Auch die Atmungsaktivität von natürlichem Material spricht für die Terracotta. Während Kunststoff keine Isolierung und damit Schutz vor Wärme bietet, kann Terracotta sowohl Hitze als auch Kälte mildern. Außerdem nimmt das Material Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab. Also: Wurzeln würden Terracotta wählen. 

Neben den konventionellen Gefäßen gibt es auch bei Topf und Kübel die eine oder andere Innovation. So bietet Lechuza Pflanzgefäße, die auch einen Wasserspeicher haben. Zusammen mit einem eigenen Pflanzgranulat sind die Lechuzatöpfe eine gute Alternative für mediterane Pflanze. Besonders innovativ sind sogenannte Air Pots. Sie haben seitliche Öffnungen, die die Wurzeln belüften. 

Die richtige Pflege für mehr Wurzelwachstum

Wenn ihr bei der Pflege eurer Kübelpflanzen an die Wurzeln denkt, werden sie es euch danken. Hier ist ein Katalog an Pflegemaßnahmen, die ihr regelmäßig durchführen solltet. 

Rechtzeitiges Umtopfen

Wenn die Wurzeln aus den Abflusslöchern herauswachsen, ist es höchste Zeit für neue Erde. Aber auch, wenn ihr keine Wurzeln aus den Löchern wachsen seht, solltet ihre alle 2, bei großen Pflanzen alle 3 Jahre umtopfen. Achtet beim Umtopfen unbedingt auf genug Platz im Topf für Gießwasser. Der Abstand zwischen der Oberkante des Wurzelballens und der Oberkante des Topfes sollte einige Zentimeter betragen. Gerade bei großen Töpfen muss genug Platz für Gießwasser sein. 

Staunässe vermeiden

Wasser und Sauerstoff müssen in der Erde in einem guten Verhältnis stehen. Daher gießt stets mit Vorsicht. Bei den meisten Pflanzen sollte die Erde im oberen Drittel des Topfes spürbar abtrocknen, bevor wieder gegossen wird. Am Besten setzt ihr einen Feuchtigkeitsmesser* ein, um nicht zu viel zu gießen und die Wurzeln zu ertränken. Ausreichende Abflusslöcher und Topffüße unterstützen den Wasserabfluss. 

Richtig gießen

Bei den meisten mediterranen Pflanzen wird selten, dafür durchdringend gegossen. Wenn die Erde abgetrocknet ist, könnt ihr wieder gießen und bei dieser Gelegenheit auch düngen (aber nur in der Vegetationszeit und auch nur einmal in der Woche). 

Wurzelwachstum

Ist die Pflanzscheibe mit Unkraut bewachsen, ist die Belüftung der Wurzeln eingeschränkt.

Unkraut entfernen

Wenn die Pflanzscheibe voller Unkraut, verfilzt und zugewachsen ist, ist das Erdgefängnis für die Wurzeln noch hermetischer. Ihr müsst nicht jedes kleine Pflänzchen entfernen. Die Pflanzscheibe sollte aber nicht vollständig zugewachsen sein. Das gilt auch für Unterpflanzungen, die nur in ganz großen Töpfen sinnvoll ist. 

Erde lockern

Um die Wurzeln besser zu belüften, lohnt es sich auch, die Pflanzscheibe im Topf immer wieder einmal mit einer Hacke aufzulockern. 

Bodenorganismen fördern

Die Erde in unseren Kübeln ist ein Lebensraum für unzählige Bodelebewesen und Mikroorganismen. Diese helfen den Pflanzen, gebundene Nährstoffe aufzuschließen und den Boden zu lockern. Allerdings ist das Bodenleben im Kübel eingeschränkt, da der Austausch mit dem natürlichen Boden fehlt. Es gibt daher ein großes Produktangebot zur Verbesserung des Bodenlebens. Allerdings kann man sich teure „Mittelchen“ sparen, wenn man soviel natürliche Erde wie möglich verwendet. Auch die wichtigen Bodenpilze sind grundsätzlich im Wurzelbereich einer Kübelpflanze vorhanden. Daher ist es auch keine gute Idee, eine Kübelplanze wurzelnackt zu machen. Nur wenn Wurzeln faulig sind, muss man diese Erdpartien entfernen. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

Literatur: Geoff Hodge – Botanik für Gärtner, Köln 2015

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Catharantus roseus Rosafarbenes Zimmerimmergrün

Catharanthus roseus – das rosafarbene Zimmerimmergrün

Das rosafarbene Zimmerimmergrün Catharanthus roseus ist eine wunderschöne Zimmer- und Wintergartenpflanze, die euch mit vielen rosaroten Blüten bezaubert. Erfahrt hier alles über Kultur und Pflege dieser Pflanze, deren Name Programm ist. 

Catharanthus roseus Rosafarbenes Zimmerimmergrün

Zahlreiche Blüten und schönes immergrünes Laub sind die attraktiven Merkmale des Zimmerimmergrüns.

Wenn ihr eine Beratung wünscht oder weitere Fragen habt, könnt ihr diese hier stellen. Aktuelle Pflegetipps für den mediterranen Garten liefert mein Newsletter „Neues aus dem Mediterranen Garten“, zu dem ihr euch kostenlos und unverbindlich anmelden könnt.

Ein bisschen Botanik zu Catharanthus roseus

Auch wenn Ihre Blüte eher an PhloxPhlox erinnert, gehört das Zimmerimmergrün zu den Hundsgiftgewächsen und ist damit ein Verwandter des Oleanders. Das und die Herkunft der Pflanze erklärt das immergrüne Laub, das ja auch Pate bei der Namensgebung des deutschen Trivialnamens stand. Die Gattung Catharanthus stammt ganz überwiegend endemisch -also nur dort vorkommend- von Madagaskar. Entsprechend ist ein weiterer Trivialname auch Madagaskar Immergrün. Als Ausnahme bestätigen wenige Arten auf Sri Lanka und in Indien die Regel. 

Catharanthus roseus Rosafarbenes Zimmerimmergrün Einzelblüte

Die Blüten erscheinen an den Triebenden und wachsen dort in den Blattachseln.

Die Blüte wird geprägt von fünf großen Blütenblättern, die nicht nur -wie bei C. rosea- rosafarben sondern auch rot, weiss und violett sein können. Die Staubblätter und Fruchtknoten sind sehr klein und unscheinbar. Catharanthus rosea wächst als niedriger, etwas in die Breite gehender Halbstrauch. Die Pflanze verholzt also im unteren Bereich, wächst in den Trieben aber eher krautig. Die Blätter sind mittellang, halboval und haben eine ledrig-glänzende Oberfläche im dunklen Grün. Dieses verleiht Catharanthus rosea einen eleganten Ausdruck. 

Die richtige Pflege für das Rosafarbene Zimmerimmergrün

Die Herkunftsregionen Madagaskar, Sri Lanka und Indien verraten es – das Zimmerimmergrün ist eher eine Warmhaus- als eine Kalthauspflanze (ganz im Gegensatz zum Oleander). Wer gehofft hatte, dass Catharanthus roseus winterhart ist, muss also deutlich enttäuscht werden. Dennoch ist es eine gut zu haltende Pflanze. 

Catharanthus roseus Rosafarbenes Zimmerimmergrün Einzelblüten

Die hübschen Blüten des Rosafarbenen Zimmerimmergrüns erscheinen vom frühen Sommer bis in den Herbst hinein.

Der passende Standort für das Zimmerimmergrün

Das Zimmerimmergrün stammt von Plätzen im Halbschatten anderer Gehölze, so dass es auch bei uns nicht ganz so viel direktes Licht benötigt. Die Grundstimmung sollte aber hell sein, nur auf die pralle Sonne kann Catharanthus roseus verzichten. Im Sommer kann die Pflanze nach draußen. Der beste Zeitpunkt für die Auswinterung ist Mai. Als empfindliche Zimmerpflanze aus den Tropen muss sie spätestens im frühen Oktober wieder in ein  Winterquartier. Das Winterquartier kann auch im Zimmer sein. 

Gießen und Düngen

Die Pflanze braucht relativ viel Wasser und kann über eine Unterschale gegossen werden. Wenn es im Winter allerdings etwas kühler wird, sinkt auch der Wasserbedarf. Die Luftfeuchtigkeit darf mit 40 bis 60% etwas höher sein. 

Als Dünger eignet sich ein Kübelpflalnzendünger. Diesen solltet ihr in der Wachstumszeit von Mai bis August einsetzen. Düngen sollte man nach den Vorgaben des Herstellers. Auch Augenmaß hilft, um Überdüngung zu vermeiden.  

Das Zimmergrün schneiden und umtopfen

Wenn ältere Pflanzen unten kahl geworden sind, kann man sie zurückschneiden, um neues Wachstum anzuregen. Beim Schneiden müsst ihr vorsichtig sein. Der aus Schnittwunden an der Pflanze austretende Pflanzensaft ist giftig und muss von Kindern, Tiere und beim Schnitt vermieden werden. 

Das Umtopfen ist unkompliziert und kann nach Ende der Winterruhe in eine durchlässige Pflanzerde erfolgen. 

Die Überwinterung von Catharanthus roseus

Frost verträgt das Zimmerimmergrün überhaupt nicht. Daher sollte man es nicht zu früh raus und nicht zu spät wieder reinstellen. Im Winter kann das Zimmerimmergrün eine hübsche Zimmerpflanze sein, auch wenn mit Blüten im Winter nicht zu rechnen ist. Als Winterquartier eignen sich Wintergärten, aber auch ein heller Platz an einem Wohnzimmerfenster. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

Literatur: Wolfgang Kawollek: Pflanzen für den Wintergarten, Stuttgart 2005

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Myrtenheide Melaleuca

Die Myrtenheide Melaleuca – australisches Aromawunder für den Kübel

Die Myrtenheide ist ein wunderschöner immergrüner Kübelstrauch, der aus Australien und Tasmien stammt. Seine aromatisch duftenden Blätter machen ihn ebenso attraktiv wie die Blüten. Wie ihr die Myrtenheide als Kübelpflanze kultivieren könnt, wie Pflege und Überwinterung aussieht, erfahrt ihr in diesem Beitrag. 

Myrtenheide Melaleuca

Die Insel-Myrtenheide Melaleuca nesophila

Wenn ihr eine Beratung wünscht oder weitere Fragen habt, könnt ihr diese hier stellen. Aktuelle Pflegetipps für den mediterranen Garten liefert mein Newsletter „Neues aus dem Mediterranen Garten“, zu dem ihr euch kostenlos und unverbindlich anmelden könnt.

Was ihr über die Myrtenheide wissen solltet

Die Myrtenheide ist ein typischer Vertreter der so genanten Flora Australia, also der Pflanzenwelt Australiens. Diese zeichnet sich durch viele endemische Pflanzengattungen und -arten aus, also solchen, die es nur in Australien und Ozeanien gibt. Zu diesen endemischen Pflanzen gehört auch die Myrtenheide aus der Gattung Melaleuca, die es auf über 200 Arten bringt. Sie haben sich an das trocken heiße Klima Australiens angepasst. In der Pflege hat Melaleuca große Ähnlichkeit mit dem Zylinderputzer Callistemon. 

Melaleuca Myrtenheide

Ein enger Verwandter der Myrtenheide mit großen Ähnlichkeiten – der Callistemon (hier ein hängender Callistemon vinemalis).

Im Handel ist die Myrtenheide nicht unbedingt weit verbreitet. Es werden aber von Spezial-Anbietern die Arten

  • M. accuminata – die Rosa Myrtenheide
  • M. coccinea – „Goldfields Bottlebrush“, also „Goldfields Zylinderputzer“
  • M. nematophylla – „Wiry Honey-Myrtle“, also „fadenförmige Honigmyrte“
  • M. spathulata und
  • M. squamea – „Swamp Honey-Myrtle“, also „Sumpf-Myrtenheide“

angeboten, bei denen -wie ihr seht- häufig nur englische Trivialnamen vorliegen. 

Myrtenheide Meleleuca

Knospen und junges Laub an der Melaleuca fulgens

Die Myrtenheide ist ein immergrüner, aufrecht wachsender und dicht verzweigter Strauch. Seine dünnen Blätter enthalten ätherische Öle, die auch für die Herstellung von kosmetischen und Heilprodukten verwendet werden. Schon allein wegen seines fast unaussprechlichen Namens interessant ist das Niauoliöl, das aus Melaleuca quinqeunervia gewonnen wird. Es wird bei Atemwegserkrankungen und Entzündungen etwa des Zahnfleisches eingesetzt. Das stark aromatische Öl kann aber auch als Mückenschutz verwendet werden. 

Die Pflege der Myrtenheide

Wenn wir uns exotische Pflanzen auf Terrasse oder Balkon holen, ist das wie eine kleine Reise in das Heimatland der Pflanzen. Die Beschäftigung mit den Standortansprüchen zeigt uns dabei, wie Natur, Klima und Landschaft in den Heimatregionen beschaffen sind. Dabei gibt es immer wieder Überraschungen, so auch bei Melaleuca. Sie ist eine Pflanze, die nach Trockenheit aussieht, aber viel Wasser braucht. Zunächst aber ist der Standort wichtig. 

Der ideale Standort für Melaleuca

Interessant ist auch, aus den Eigenschaften einer Pflanze auf den Standort zu schließen. Die intensiven ätherischen Öle deuten auf sehr sonnige Standorte hin, an denen sich Melaleuca entwickelt hat. Die Entwicklung der Öle erfordert in den Blättern, die wie eine kleine Chemiefabrik funktionieren, einen hohen Energieeinsatz. Dieser kommt von einer sehr intensiven Sonne. Also muss auch bei uns der Sommerstandort vollsonnig sein. Wenn das Aroma nicht ganz so intensiv ist, wie erwartet, kann das an zu wenigen Sonnenstunden liegen. Im Winter sind die Melaleuca-Pflanzen anspruchslos und können kühl und hell überwintert werden. 

Gießen und Düngen

Die Überraschung kommt beim Wässern. Wie ihr „Cousin“, der Zylinderputzer, braucht die Pflanze im Sommer viel Wasser. Sie kann also über eine Unterschale gegossen werden, die täglich mit Wasser gefüllt wird. Auch im Winter darf der Ballen nicht trocken werden, allerdings auch nicht zu nass (das gilt auch für den Sommer). Noch wichtiger als die Wassermenge ist die Qualität des Wassers. Melaleuca braucht kalkarmes Wasser, in Regionen mit hartem Leitungswasser ist also die Verwendung von Regenwasser nötig. Als Dünger kann in der Hauptwachstumszeit von Mai bis August ein Kübelpflanzendünger verwendet werden. 

Die Überwinterung der Myrtenheide

Im Winter ist die Myrtenheide sehr anspruchslos. Sie braucht ein Quartier, in dem sie genug Licht bekommt und frostfrei bleibt. Frosttoleranz besteht überhaupt nicht. Die ätherischen Öle halten Schädlinge fern und erfüllen damit den von der Natur vorgesehenen Zweck. Die Erde im Topf müsst ihr moderat bis leicht feucht halten. Am besten verwendet ihr beim Gießen einen Feuchtigkeitsmesser*. Die Überwinterungszeit ist -je nach Region von Oktober/November bis März oder April. 

Umtopfen und Schneiden

Die gut wachsende Myrtenheide benötigt alle zwei bis drei Jahre einen neuen, etwas größeren Topf. Die ideale Zeit zum Umtopfen ist das frühe Frühjahr. Der Topf muss Abflusslöcher haben, den Wasserabfluss unterstützt weiter ein Drainagematerial, das ihr im untere Drittel unterhalb des Wurzelballens einsetzen solltet. Als Drainagematerial eignen sich Kies, Schotter oder Poroton. Für die Erde ist aufgrund der Empfindlichkeit gegenüber Kalk eine Rhododendronerde geeignet. Ihr könnt sie mit etwas grobem Sand oder Kies mischen, das erhöht die Durchlässigkeit. 

Die Myrtenheide könnt ihr auch schneiden. Die Krone solltet ihr regelmäßig in Form schneiden. Der äußere Kronenschnitt rundet dabei die Komturen ab. Ist euch die Pflanze einmal über den Kopf gewachsen, könnt ihr auch bis ins alte Holz zurückschneiden. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

Literatur: Wolfgang Kawollek: Pflanzen für den Wintergarten, Stuttgart 2005

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Hypericum grandifolium Großblättriges Johanniskraut

Hypericum grandiflorum – das großblättrige Johanniskraut

Das Großblättrige Johanniskraut Hypericum grandifolium ist eine besonders schöne Art des so beliebten Johanniskraut. Es stammt von den Kanarischen Inseln und begeistert mit seinen leuchtendgelben Blättern. Wie ihr das Großblättrige Johanniskraut als Kübelpflanze halten und pflegen müsst, zeige ich in diesem Beitrag. 

Hypericum grandiflorum Großblättriges Johanniskraut

Nomen est omen – die großen Blätter des Johanniskraut von den Kanaren machen es attraktiv.

Wenn ihr eine Beratung wünscht oder weitere Fragen habt, könnt ihr diese hier stellen. Aktuelle Pflegetipps für den mediterranen Garten liefert mein Newsletter „Neues aus dem Mediterranen Garten“, zu dem ihr euch kostenlos und unverbindlich anmelden könnt.

Was ihr über Hypericum grandifolium wissen solltet

Hypericum grandifolium gehört zu den Johanniskräutern, eine Gattung mit über 450 Arten. Ihren deutschen Namen haben sie von der Blüte rund um den Johannistag am 24. Juni. Unter den Johanniskräutern ist vor allem das Echte Johanniskraut Hypericum perforatum als Heilpflanze populär. 

Herkunft und Wuchs beim Großblättrigen Johanniskraut

Das Großblättrige Johanniskraut wächst auf den Kanarischen Inseln, man findet es dort im Unterholz der typischen Pinien- und Lorbeerwäldern. Da diese auf den Berghängen oberhalb von 400 Metern wachsen, kommt das Hypericum grandifolium auch mit etwas kühleren Temperaturen zurecht, ist aber nicht winterhart. Es wächst als verholzender Strauch, ist also keine Staude, wie viele andere Johanniskrautarten. Der Strauch kann bis zu 1,8 Meter hoch werden. 

Hypericum grandifolium

Die Blätter bilden einen schönen Kontrast für die gelbe Sommerblüte.

Blatt und Blüte

Das Kanarische Johanniskraut -wie Hypericum grandifolium im Deutschen auch genannt wird- ist immergrün. Die langen und nicht zu schmalen Blätter wachsen paarweise am Stiel, den sie mit einer kleinen Einbuchtung umschließen. Die Blattoberfläche ist matt dunkelgrün und leicht ledrig. Die Blätter sind von feinen Adern durchzogen. Im Sommer erscheinen die Blüten, die sich an Rispen bilden, die an den Triebenden wachsen. Neben den fünf Kronblättern wachsen auch noch kleine grüne Kelchblätter, die bereits die Knospen umschließen. Ist die Blüte geöffnet, wird ihr Zentrum von einem dichten Büschel aus Staubblättern dominiert. 

Hypericum grandifolium

Der Blütenapparat des Johanniskraut wächst elegant an den Triebenden.

Die Pflege beim Großblättrigen Johanniskraut

Aufgrund der Anpassung an die kanarischen Lorbeerwälder sind die Pflegebedingungen von Hypericum grandifolium typisch für diese besondere Landschaftsform. Ähnlichkeiten in der Pflege gibt es -naheliegender Weise- zum Lorbeer oder zur Kanarischen Glockenblume. Wie diese ist das Johanniskraut bei uns eine Kübelpflanze, da es nicht winterhart ist. 

Der Standort

Der ideale Standort im Sommer ist hell und sonnig bis halbschattig. Insofern ist das Johanniskraut eine gut ergänzende zu zahlreichen sonnenhungrigen Kübelpflanzen, für die der Platz im Halbschatten der Terrasse ungeeignet ist. Allerdings sollte man das Johanniskraut nicht zu sehr in die Ecke stellen, denn sonst verpasst man die schönen Blüten. 

Der Winterstandort muss frostfrei sein, braucht aber nur Temperaturen zwischen 5° und 10°, also eine typische mediterrane Überwinterung. Genauso wichtig wie ausreichende Temperaturen ist ausreichende Helligkeit. Das Winterquartier sollte also entweder über reichlich Außenlicht oder eine Pflanzenbeleuchtung verfügen. 

Gießen und Düngen

Die Lorbeerwälder (Laurisilva) der Kanaren und auf Madeira sind feuchte Landschaftsformen. Feuchtigkeit vom Meer wird von warmer Luft transportiert und gegen die Berghänge gedrückt. Dort schlägt sich die Feuchtigkeit als Nebel oder als Steigungsregen nieder. Dieser ist nicht umfangreich, dafür aber regelmäßig. Daraus ergibt sich auch die passende Bewässerung für Hypericum grandifolium. Ihr solltet regelmäßig, aber zurückhaltend wässern. Das Ziel des Gießens sollte sein, dass die Erde stets leicht feucht ist. 

Während der Vegetationszeit von Mai bis August empfehle ich weiter, einmal in der Woche einen Kübelpflanzendünger zu verabreichen. Die Dosierung erfolgt gemäß der Angaben der Hersteller. 

Umtopfen und Schneiden

Als Kübelpflanze benötigt das Johanniskraut regelmäßig, dh. alle zwei bis drei Jahre neue Erde. Die Erde sollte locker, aber dennoch Nährstoffreich sein. Gut eignet sich ein Gemisch aus Pflanzerde und Kokosfasern, die an Waldboden erinnern. Torf sollte gemieden werden. Im unteren des Topfes ist eine Drainageschicht aus Poroton, Kies oder anderem grobem Material hilfreich. Dieses begünstigt den Wasserabfluss. Der Topf braucht unbedingt ein ausreichend großes Abflussloch. 

Als immergrüne Pflanze braucht das Hypericum grandifolium keinen regelmäßigen Rückschnitt. Da die Blüten an den Triebenden wachsen, solltet ihr nur sehr vorsichtig und möglichst früh schneiden. Der ideale Schnittzeitpunkt ist also im Februar oder frühen März. Dann können die Äste etwas eingekürzt werden, wenn sie zu lang geworden sind. 

Die Überwinterung

Von Oktober oder -in milden Regionen- November bis März/April muss das Johanniskraut von den Kanaren vor Frost geschützt werden. Wie oben bereits beschrieben, gelingt das an einem kühlen, aber frostfreien Ort mit viel Licht am Besten. Während des Winters braucht das Johanniskraut wenig Pflege. Achtet darauf, dass es nicht vollständig abtrocknet. Das bedeutet aber nicht, dass die Pflanze wöchentlich gegossen werden muss. Eher sind 14 Tage oder ein Monat ein geeigneter Giessrhythmus in einem kühlen Winterquartier. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

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