Mastixstrauch

Der Mastixstrauch – immergrüner Gast der Macchia

Der Mastixstrauch gehört zur mediterranen Flora wie die Olive und die Myrte. Der schöne, dicht wachsende und immergrüne Strauch ist auch hierzulande eine robuste Kübelpflanze. Er kann mit seiner guten Schnittverträglichkeit und bedingten Winterhärte in milden Regionen sogar den Buchsbaum ersetzen. Lest hier wie ihr den Mastixstrauch pflanzen und pflegen müsst. 

Wenn ihr weitere Fragen habt oder eine individuelle Beratung wünscht, könnt ihr euch gerne am Ende des Beitrags melden. 

Mastixstrauch

Ein Mastixstrauch am Fuße des Kirchturms von Patrimonial auf Korsika, neben zwei Oliven.

Wissenswertes zum Mastixstrauch

Sein botanischer Name verrät die Familienverhältnisse – Pistacia lentiscus ist die wilde Pistazie. Im Gegensatz zur Pistacia vera, der „wahren“ oder echten Pistazie ist der Mastixstrauch für den Privatgärten aber vor allem wegen seines Zierwerts interessant. Einen Nutzwert hat die wilde Pistazie wegen ihres Harzes, das durch Einschnitte in die Rinde gewonnen wird. Der Harz wird für medizinische und kosmetische Produkte sowie als Gewürz verwendet.

Mastixstrauch und Macchia

Er wächst im gesamten Mittelmeerraum in der dort typischen Landschaftsform, der Macchia. Die Macchia ist eine Strauchheide, die in ehemaligen Waldgebieten nach Abholzung und Beweidung entstanden ist. Niedrig wachsende, eher strauchige Kleingehölze und Stauden prägen diese besondere Vegetationsform, für die etwa auch die Zistrose typisch ist. Wie diese hat der Mastix-Strauch würzig duftende Blätter. Der Duft entsteht durch die reichlichen ätherischen Öle, die bei ausreichender Sonnenenergie in den Blättern gebildet werden. 

Mastixstrauch

Ein wunderbarer mediterraner Mix – Mastixsträucher, Pinien, Oliven und Zypressen ergänzen sich sowohl farblich als auch in der äußeren Form.

Wuchs und Winterhärte

Die Blätter sind unpaarig gefiedert und bilden damit eine wunderschöne Oberflächentextur. Die Blüten sind unscheinbar, denn sie besitzen keine Blütenblätter. Nach der Blüte werden zahlreiche kugelförmige Früchte gebildet. Diese sind wie die Blätter in ihrer Jugend zunächst rot und werden später fast vollständig schwarz. Der Mastixstrauch bietet also mehr als nur einen Farbton. Vor allem aber ist seine Schnittverträglichkeit ein Argument für Pistacia lentiscus, die zu Formschnitten in Kugelform einlädt. Aber auch unbeschönigten macht der Mastix eine gute Figur. In wintermilden Regionen kann er bei Tiefsttemperaturen bis -8° C an geschützten Standorten und mit Winterschutz sogar ausgepflanzt werden. Damit kann er auch den durch den Buchsbaumzünsler geplagten Buchsbaum ersetzen, vorausgesetzt die Winter sind mild. 

Die Pflege beim Mastixstrauch

Wer eine äußerst pflegeleichte immergrüne Pflanze sucht, ist beim Mastixstrauch genau richtig. Wie immer liegt das A und O der Pflege in der richtigen Standortwahl

Der Standort

Nur in wintermilden Regionen etwa entlang des Rheins oder in milden Weinbaugebieten kann der Mastixstrauch ausgepflanzt werden. In anderen Regionen ist er eine sehr dankbare Kübelpflanze. Sei es ausgepflanzt oder im Kübel – im Sommer braucht der Mastix idealer Weise einen vollsonnigen Standort. Da diese „beste Lagen“ auf der Terrassen oder im Garten aber häufig für blühende Kübelpflanzen oder Zitruspflanzen benötigt werden, ist die Robustheit der wilden Pistazie ein Vorteil. Sie kommt nämlich auch mit einem halbschattigen Standort zurecht. Allerdings muss man dann damit rechnen, dass der Wuchs nicht ganz so stürmisch verläuft. Bei der Kübelpflanzung ist ein guter Kompromiss, den Mastixstrauch früh in die volle Sonne zu stellen. Wird es wärmer, kann er in den Halbschatten umziehen und seinen Sonnenplatz für eine sonnenhungrige Pflanze wie etwa den Hibiskus räumen. 

Mastixstrauch

Ein mediterranes Ensemble – Mastix, Pinien und Zypressen

Kann man den Mastixstrauch auspflanzen?

Wer das Glück hat, in wintermilden Regionen zu wohnen, sollte nach einem geschützten Platz im Garten Ausschau halten, um den Mastix auszupflanzen. Geschützt sind Plätze, die in Richtung der südlichen bis westlichen Sonne offen sind, nach Norden und evtl. auch nach Osten  aber geschlossen sind. So könnt ihr den Mastix vor eine Hauswand oder andere abschirmende Gehölze pflanzen. Diese sollten immergrün und dicht bewachsen sein, damit der Schutz gerade im Winter funktioniert. 

Gießen und Düngen

Wenn ihr die wilde Pistazie ausgepflanzt könnt, muss man nur nach dem Pflanzen einige Male angießen. Danach bekommt der Mastix hierzulande genug Wasser aus dem Boden. Auch Dünger benötigt er im Freiland nicht. Dagegen ist die Pflege in der Kübelkultur naturgemäß etwas aufwändiger. Die Erde solltet ihr stets leicht feucht halten, sie darf aber nicht nass werden. Stellt euch das Klima im Mittelmeerraum vor, bei dem gerade im Sommer Niederschläge die Ausnahme darstellen. Wir sollten den Mastix aber mit einer gleichmäßigen Feuchte verwöhnen, damit er auch gleichmäßig wachsen kann. 

Die Düngung im Kübel kann mit einem Volldünger oder einem Kübelfplanzendünger erfolgen. Es reicht, wenn ihr die wilde Pistazie alle 14 Tage düngt. Wie immer kommt es beim Düngen auf den Zustand der Pflanze an. Hilfreich und wichtig für die Dosierung sind die Angaben des Düngerherstellers. 

Schneiden

Die Schnittverträglichkeit des Mastixstrauchs habe ich bereits angesprochen. Ihr könnt ihn im Frühjahr zurückschneiden, aber auch im Sommer zu lang werdende Triebe entfernen. Auch ein deutlicher Rückschnitt zur Verjüngung des Mastixstrauchs ist möglich. Dafür ist aber ein warmer Standort und gutes Wachstum erforderlich, damit sich der Mastixstrauch nach dem Rückschnitt schnell wieder erholt. 

Das Umtopfen bei der wilden Pistazie

Wenn der Topf durchwurzelt ist, solltet ihr den Mastixstrauch umtopfen. Je nach Intensität des Wachstums dürfte das alle zwei oder drei Jahre der Fall sein. Die Erde sollte typisch „mediterran“ sein. Sie hat einen hohen Anteil grobkörnigen Materials wie etwa Lavaschotter, Poroton oder Kies. Sowohl die Lava als auch der Poroton haben den Vorteil, dass sie auch Wasser speichern. Wichtig ist in jedem Fall, dass der Mastixstrauch im Kübel eine gute Drainage hat. Staunässe ist auch hier sehr gefährlich.

Auch beim Auspflanzen des Mastix ist die Drainage und Durchlässigkeit des Bodens oberstes Gebot. Da Gartenböden hierzulande häufig eher lehmig sind, solltet ihr den Boden vor der Pflanzung mit dem oben genannten Materialien mischen oder komplett austauschen. Achtet beim Auspflanzen auch darauf, dass keine undurchlässige Lehmschicht unter den Wurzeln besteht. Auch dann ist Staunässe eine Gefahr. Ihr solltet also bei einer solchen Schicht, die sich häufig auf Höhe der früheren Pflugtiefe befindet, diese zunächst durchstoßen. 

Die Überwinterung

Bei ausgepflanzten Mastixsträuchern in wintermilden Regionen empfehle ich einen Winterschutz. Zunächst solltet ihr eine Schicht aus Mulch, Laub und Reisig auf dem Boden unter und um den Mastixstrauch ausbringen. Die Krone könnt ihr durch ein lichtdurchlässiges Vlies schützen, das ihr um den Strauch wickelt. Das Vlies kann oben offen bleiben, damit der Strauch auch im Winter Sonne bekommt und die Feuchtigkeit verdunsten kann. Wenn ihr euch unsicher seid, ob der Mastix bei euch winterhart ist, solltet ihr ihn in den ersten Wintern zunächst im Kübel draußen akklimatisieren. 

Bei in Kübel gepflanzten Mastixsträuchern ist die Überwinterung recht einfach. Lasst die Pflanze so lange wie möglich draußen. Es reicht, wenn die Überwinterung Mitte bis Ende November startet. Das Winterquartier ist typisch für mediterrane Pflanzen, also kühl und hell. Kühl bedeutet, dass die Temperatur bei ca. 5° C liegt. Für die nötige Helligkeit sollte eine Tageslichtquelle oder eine Pflanzenbeleuchtung sorgen. 

 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

Literatur: Wolfgang Kawollek – Pflanzen für den Wintergarten, Stuttgart 2005

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Feigenbaum auspflanzen

Einen Feigenbaum auspflanzen – die richtige Feige für jede Region

Wenn ihr einen Feigenbaum auspflanzen möchtet, ist die Feigensorte, eure Region und der Standort in eurem Garten wichtig. Nur mit der richtigen Sorte am richtigen Standort könnt ihr sicher sein, dass euer Feigenbaum winterhart ist. Welche Sorten und Standorte in Frage kommen, erkläre ich euch hier. Auch hilfreiche Pflanz- und Pflegetipps findet Ihr in diesem Beitrag. 

Wenn ihr weitere Fragen habt oder eine individuelle Beratung wünscht, könnt ihr euch gerne am Ende des Beitrags melden. 

Einen Feigenbaum auspflanzen – auf die Sorte kommt es an

Feigenbäume sind Obstpflanzen mit einer langen Kulturgeschichte, die bis weit in die Antike zurückreicht. Die aromatisch-süße Frucht, die außerdem noch nährhaft und gesund ist, hat es immer schon attraktiv gemacht, Feigen anzupflanzen und zu ernten. Doch dabei mussten Feigenliebhaber nördlich der Alpen ein Problem lösen. 

Kultur- versus Wildfeige

Erfinderisch wie der Mensch ist, hat er die Feige auch gezüchtet, um Feigenbäume und Früchte mit besonders positiven Eigenschaften zu erhalten. Die Zucht spielt eine wichtige Rolle, wenn ihr einen Feigenbaum auspflanzen wollt. Denn nur mit einer gezüchteten Feige, einer so genannten Kulturfeige, könnt ihr hierzulande einen Ernteerfolg haben. Dagegen dürfte es mit einer Wildfeige, die ihr etwa aus einem Steckling aus dem Mittelmeerraum gezogen habt, schwer werden, Feigen zu ernten. 

Feigenbaum auspflanzen

Im Mittelmeerraum wachsen Wildfeigen überall – so wie hier in Patrimonio auf Korsika.

Feigenwespen? Fehlanzeige!

Der Grund dafür liegt in der Fortpflanzung der Feige, bei der die Symbiose mit der Feigenwespe die zentrale Rolle spielt. Feigen bilden keine normalen Blüten. Vielmehr wachsen zunächst Fruchtkörper, in deren Inneren sich eine Innenblüte befindet. Der Zugang zu dieser Blüte ist nur für die Feigenwespe erreichbar. Sie kriecht in den Fruchtkörper und bestäubt die Blüte.  Leider gibt es hierzulande keine Feigenwespen, es ist ihnen einfach zu kalt und zu nass. Aber wie kann man dennoch Feigen ernten?

Feigenernten sind hierzulande deswegen möglich, weil Feigenzüchter selbstfruchtende Feigenbäume entdeckt haben und diese durch Stecklinge vermehrt wurden. Die Fruchtbildung ohne Befruchtung ist eine Laune der Natur, eigentlich eine Fehlsteuerung, denn die Früchte und Samen, die entstehen, sind unfruchtbar. Aber es entstehen auch leckere Feigen und das ist ja die Hauptsache. Auf der Grundlage der Kulturfeigen ist im Laufe der Jahrhunderte eine große Zahl an Sorten entstanden, die hierzulande mit einiger Zuverlässigkeit Früchte bilden. Mit der Zucht wurden auch andere Eigenschaften verbessert, vor allem die Winterhärte und Widerstandskraft. Es gibt also eine große Auswahl verschiedener Feigensorten, von denen ihr einen Feigenbaum auspflanzen könnt. Für besondere Feigenenthusiasten ist vielleicht sogar eine kleine Sammlung interessant -für die man allerdings Platz benötigt. Am Besten wählt man aktuelle Sorten, die züchterische Tradition mit modernen Erkenntnissen über Klima und Pflanzengenetik vereint. 

Die Region und die Winterhärte

Doch bevor man eine Sorte wählt, sollte man überlegen, wie kalt der Winter in der eigenen Region ist. Die gute Nachricht ist, dass Feigen wirklich robust und in vielen Region winterhart sind. Frieren Äste und Zweige ab, treibt die Feige relativ problemlos wieder aus. Aber natürlich spielen die Winter- und auch Sommertemperaturen eine wichtige Rolle für das Wachstum und die Süße der Früchte. Wenn man also in einer kälteren Region wohnt, sollte man auch eine für diese kälteren Temperaturen gezüchtete Feigensorte wählen. 

Regionen lassen sich deutlich nach Winterklima unterscheiden. Hilfreich ist die so genannte Karte der Winterhärtezone. Sie zeigt Temperaturunterschiede zwischen den Regionen nördlich der Alpen auf. Besonders mild sind die Regionen an der Küste, in Flusstälern und in Weinbaugebieten, die aber regelmäßig auch Flusstäler sind. Kälter dagegen sind solche Landesteile, die im Osten stärker vom kontinentalen Klima geprägt sind oder bei denen Höhenlagen zu einer Verringerung der Temperaturen führen. Während in den milden Regionen Frostperioden mit Temperaturen unter -10° C sehr selten sind, muss man in den kalten Regionen regelmäßig mit Ihnen rechnen. Auch dauert der Winter in den kalten Regionen länger, so dass die Vegetationszeit der Feigen kürzer ist. Auch das spielt eine Rolle, wenn man einen Feigenbaum auspflanzen will. 

Feigenbaum auspflanzen

Der ideale Standort für einen Feigenbaum ist geschützt.

Feigensorten – die Qual der Wahl

Glücklicher Weise haben Baumschulen und Züchter eine Vielzahl von Feigensorten entwickelt, die für jede Winterhärtezone hierzulande eine Sorte bereit halten, von der man einen Feigenbaum auspflanzen kann. Hier meine Sortenliste: 

Winterharte Feigensorten bis -20° C für kalte Regionen

  • Gustissimo Twotimer
  • Gustissimo Early Dark
  • Bianco
  • Bornholmfeige
  • Brown Turkey
  • Ronde de Bourdeaux

Bedingt winterharte Feigensorten bis -12° für wintermilde Regionen

  • Gustissimo Morena
  • Gustissimo Mère Veronique
  • Gustissimo Peretta
  • Gustissimo Rosetta
  • Gustissimo Rossa Rotonda
  • Bayernfeige
  • Pfälzer Fruchtfeige
  • Dalmatie

Pflanztipps für die Feige

Nach der Sortenwahl steht das Auspflanzen des Feigenbaums an. Wichtig ist dabei zunächst der Standort. 

Der ideale Feigenstandort

Feigenbäume brauchen einen vollsonnigen und geschützten Standort. Sonne und Wärme wirken sich unmittelbar auf die Anzahl, Reife und Süße der Feigen aus. Dagegen dürfte der Ernteerfolg gering sein oder ausbleiben, wenn man die Feige an einen schattigen oder halbschattigen Standort pflanzt. Eine positive  Auswirkung hat eine schützende Rückwand. Diese sollte südlich oder westlich ausgerichtet sein, so dass sie kalte Winde aus Norden und Osten abhält. Wenn die Wand tagsüber von der Sonne beschienen wird, kann sie nachts Wärme abgeben. Auch das hilft der Feige bei Wachsen und Fruchten. Für fortgeschrittene Feigengärtner ist ein Feigenspalier interessant, wie man sie auch im Schlosspark Sanssouci bewundern kann. Dort werden in der Terrasse vor dem Schloss Sanssouci Feigenspaliere im Winter hinter Glas geschützt. 

Feigen werden groß. Auch wenn man sie problemlos zurückschneiden und klein halten kann, sollte man ein wenig Platz, z.B. 2 Meter in der Breite einplanen. Wer mehr Platz hat, kann dem Feigenwachstum natürlich freien Lauf lassen. 

Feigenbaum auspflanzen

Im Herbst werden die Feigen reif und die Feigenblätter gelb.

Der Zeitpunkt der Feigenpflanzung

Man kann sowohl im frühen bis mittleren Herbst einen Feigenbaum auspflanzen als auch im Frühjahr. Die Herbstpflanzung hat den Vorteil, dass die Feige im dann noch warmen Boden bereits anwurzeln kann. Sie kommt so gut durch den Winter. Allerdings sollte sie im ersten Winter durch einen Mulchschicht und in kälteren Regionen durch einen Schutz für Stamm und Äste geschützt werden.

Boden und Pflanzung

Als echte Pionierpflanze ist die Feige anspruchslos, was den Boden angeht. Allerdings tut man ihr einen Gefallen, wenn der Boden einen hohen Humusanteil hat. Dieser sorgt für ordentliches Wachstum. Ungünstig ist ein zu lehmiger Boden, denn dann kommt es zu Staunässe, die auch der Feige nicht gut tut. 

Das Pflanzloch sollte ausreichend groß. Eine bewährte Daumenregel geht von einer Größe für das Pflanzloch aus, die dem Doppelten des Wurzelballens entspricht. Die Feige sollte eher tief eingepflanzt werden. Auf diese Weise werden die Wurzeln geschützt. Die Fähigkeit der Feige, nach einem Frostschaden wieder auszutreiben, wird durch das tiefe Einpflanzen unterstützt. 

Nach dem Einsetzten des Wurzelballens solltet ihr die Feige gerade ausrichten. Anschließen wird das Pflanzloch mit Erde aufgefüllt, die fest angedrückt wird. Schließlich wird der Feigenbaum angegossen. Das Angiessen wird in der Woche nach der Pflanzung an jedem zweiten bis dritten Tag wiederholt. Das Angießen hilft der Feige anzuwurzeln.

Fazit

Wenn man einen Feigenbaum auspflanzen will, spielen die Region und die dazu passende Feigensorte eine große Rolle. Geht auf Nummer Sicher und kauft einen Feigenbaum von einem Anbieter mit ausreichenden Fachkenntnissen und einer Sortenvielfalt. So werdet ihr einen guten Erfolg mit der Feige und schon bald eine reiche Feigenernte genießen können. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

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Pflanzen winterhart

Sind meine Pflanzen winterhart? Checkliste für einen sicheren Winter

Sind meine Pflanzen winterhart, fragen sich viele Garten- und Balkonbesitzer regelmäßig im Herbst. In vielen Fällen ist die Frage schnell zu beantworten, aber in genauso vielen Fällen besteht Unsicherheit. Daher habe ich in diesem Beitrag eine Checkliste zusammengestellt, die helfen soll, in Sachen Winterhärte eine zuverlässige Einschätzung zu treffen. 

Wenn ihr unsicher seid, ob eure Pflanze winterhart ist, könnt ihr euch gerne mit einer Frage am Ende des Beitrags melden. 

Pflanzen winterhart

Frost kann der Blüte des Mittelmeerschneeballs nichts anhaben.

Was bedeutet „winterhart“ bei Pflanzen? Botanische Erklärungen

Um das Phänomen der Winterhärte besser zu verstehen, hilft es, einen Blick auf die Botanik zu werfen.

Die Evolution der Pflanzen

Als Lebewesen haben sich Pflanzen über einen sehr langen Zeitraum an einen bestimmten Standort angepasst. Pflanzen sind immobil, daher sind sie in nahezu vollständig an einen Standort gebunden. Sie können nur mit einer nächsten Generation den Standortwechseln, indem sie ihren Samen und Früchte verteilen. Kommt es bei einer Pflanze aber zu einer gravierenden Änderung der Standortbedingungen, kann das die Physiologie der Pflanzen überlasten und sie stirbt an Hitze, Nässe, Trockenheit Frost – je nachdem, welcher Standortfaktor sich für die Pflanze durch den Ortswechsel extrem entwickelt. 

Ortswechsel kommen in der Natur eigentlich nicht vor. Der Mensch ist es, der Pflanzen über die Kontinente verteilt. Um die Pflanzen vor Erfrieren zu schützen, haben sich Botaniker und Gärtner seit Jahrhunderten vieles einfallen lassen, um die Pflanzen zu schützen. Palmenhäuser und Orangerien sind entstanden. Nur in der Züchtung von Winterhärte ist man bis heute noch nicht weitergekommen. 

Die Pflanzenzelle – das bedrohte Wesen

Die Ursache für fehlende Züchtungserfolge ist die komplizierte Genetik von Pflanzen. Die Bedrohung von Pflanzen durch Frost liegt am hohen Wassergehalt in den Pflanzenzellen. Friert es und hat die Pflanze viel Wasser in den Zellen, dehnt sich dieses aus und die Zelle wird zerstört. Der betroffene Pflanzenteil oder die gesamte Pflanze stirbt ab. Wenn es nur einzelne Pflanzenteile wie Blüten, Blätter oder junge Zweige sind können die meisten Pflanzen dieses durch Neuaustrieb ersetzen – ein Überlebensmechanismus der für die immobilen Pflanzen zentral ist. Betrifft die Schädigung aber weite Teile der Pflanze und auch die Wurzeln wird der Frostschaden zur tödlichen Lebensgefahr. 

Pflanzen winterhart

Bei einer Lagerstromia verfärbt sich das Laub und wird bald abfallen.

Verdursten im Winter

Allerdings ist nicht nur die Zerstörung der Zellen durch Frost eine tödliche Gefahr bei Pflanzen, die nicht winterhart sind. Bei immergrünen Pflanzen, die draußen Frost ausgesetzt sind, kann es auch zur „Verdunstung“ kommen. Auch hier liegt es an fehlender Anpassung an winterliche Witterung, betroffen sind immergrüne Pflanzen wie etwa Kamelien. Wenn im späten Winter nach einer kalten Frostnacht eine schon kräftigere Sonne die grünen Blätter erwärmt, setzen dort die Stoffwechselprozesse ein, die zur Photosynthese gehören. Dazu benötigt die Pflanze Wasser, dass sie aus den Wurzeln bezieht. Die Wurzeln aber sind im gefrorenen Boden, der kein Wasser hergibt. Es fehlt den Blattzellen also an Wasser zur Kühlung und zur Photosynthese. Die Pflanze vertrocknet. 

Wie sich Pflanzen schützen

Winterhart ist eine Pflanze also dann, wenn sie sich gegen die Hauptbedrohungen des Winters – Erfrieren und Verdursten- schüzten kann. Dafür gibt es drei Hauptmechanismen – Laubabwurf, Verholzung und Entwässerung. Wenn sich im Herbst unsere heimischen Bäume erst gelb und dann rot verfärben und dann anschließend das Laub abwerfen, dient das bekannter Maßen dem Schutz vor Erfrieren und Verdursten. Mit dem Laub fällt auch der Wasserdruck runter, die Pflanze entwässert sich. Auch die Verholzung schützt eher langfristig, sowohl durch eine Isolierung als auch durch eine stärkere Unabhängigkeit der Pflanze vom Wasserhaushalt. 

Dieses Schutz entwickelt die Pflanze nur, wenn sie es in ihrem genetischen Programm hat. Wenn das genetische Programm aber keinen Winter kennt, fehlen die Schutzmechanismen, es kommt zum Erfrieren und Verdursten. Um das zu verhindern, müssen wir nicht winterharte Pflanzen reinstellen. Aber auch winterharte oder nur bedingt winterharte Pflanzen müssen unterstützt werden. Sie müssen genug Zeit haben, um auszuhärten. Wächst eine Pflanze noch bis in den Oktober hinein, weil dieser golden ist, können neue, nicht ausgehärtete Triebe leicht von Frost zerstört werden. Pflanzen müssen also Zeit zum Aushärten haben, was ein Grund für die Beendigung der Düngung spätestens im September ist. 

Bedingungen für Winterhärte – eine Checkliste

Um herauszufinden, ob eine exotische oder mediterrane Pflanze winterhart ist, sollten einige Aspekte beachtet werden, die über die Winterhärte entscheiden.

Winterhart, winterfest, bedingt winterhart – eine Definition 

 Verwirrend mag die Vielfalt der verwendeten Bezeichnungen erscheinen. So gibt es keinen Unterschied zwischen winterhart, winterfest oder frosthart. Wenn diese deutschen Begriffe verwendet werden, dann muss Winterhärte für den gesamten deutschsprachigen Raum gelten (vielleicht ausgenommen den hochalpinen Bereich). Von bedingt winterharten Pflanzen spricht man dann, wenn die Winterhärte nicht vollständig ist, wie etwa beim Olivenbaum. Diese Gruppe ist die eigentlich interessante Pflanzengruppe, denn bei ihr kann man Möglichkeiten erkunden, ob die Überwinterung im Freiland in einer bestimmten Region möglich ist. Manchmal liest man auch, eine Pflanze sei „winterhart mit Winterschutz“. Auch diese Aussage bedeutet nichts anderes als eine bedingte Winterhärte, bei der man detailliert erkunden muss, wie denn die Bedingungen für Winterhärte sind. Man merkt also auch, dass Winterhärte ein relativer Begriff ist, der von einer Pflanze und der Region abhängt, wo die Pflanze stehen soll. Schließlich sind nicht winterharte Pflanzen unter keinen Bedingungen winterhart, sie vertragen so wenig Frost, dass sie vor diesem in jedem Fall geschützt werden sollten. 

Pflanzen winterhart

Der Winter -hier als allegorische Figur- fällt von Region zu Region unterschiedlich aus.

Die Region und der Winter

Die Winterhärte der Pflanzen hängt zunächst vom Winter selbst ab und davon wie kalt und/oder nass dieser wird. Ihr solltet die winterlichen Bedingungen in Eurer Region gut kennen, bevor ihr empfindliche Pflanzen für den Garten und die Überwinterung draußen anschafft. Leider etwas veraltete Informationen liefert eine Karte mit Winterhärtezonen, die ursprünglich für die USA vom US-Departement of Agriculture entwickelt wurde. Auch wenn sich die Temperaturen in den letzten Jahren erhöht haben, ist die regionale Verteilung der Temperatur stabil. Wärmend wirken Flüsse und die Meere an den Küsten. Dort, wo die wärmere Luft vom Atlantik schlechter hinkommt und wo Höhenlagen und viele Täler vorherrschen, wird es kälter. 

Der beste Weg die Winterkälte einer Region einzuschätzen, ist die bestehende Vegetation zu beobachten. Wenn in einer Region Weinanbau stattfindet, ist sie meistens deutlich milder. Wenn ihr ausgepflanzt Zypressen und Feigenbäume seht, ist auch das ein Zeichen für milde Winter. Es hilft auch, sich mit Gärtnern und Landwirten über das Winterwetter zu unterhalten. Diese haben meistens langjährige Erfahrungen. 

Mikrostandort

Neben der Region, in der die Pflanze den Winter überdauern soll, ist auch noch der konkrete Standort im Garten entscheidend. Dieser Standort und seine Bedingung wird auch als Mikrostandort bezeichnet. Wichtig ist vor allem, ob eine mediterrane Pflanze geschützt oder freistehend und ungeschützt überwintern muss. Im letzteren Fall ist eine stärkere Winterhärte erforderlich als bei einem geschützten Mikrostandort. Dieser ist nah an einem Haus, das Wärme abgibt. Ideal ist auch ein Überdachung, die die Pflanze vor dem Auskühlen schützt. 

Herkunft

Über das Winterklima hierzulande kann und muss man also viele Informationen sammeln, um herauszfinden, ob bestimmte Pflanzen winterhart sind. Aber natürlich hängt die Winterhärte auch von der Pflanze selbst und ihrer Herkunft ab. Aus dem Schneider ist man, wenn es vollständige und vertrauenswürdige Informationen über die botanische Art und Sorte einer Pflanze gibt. Diese Informationen sollte man verlangen, denn nur so lässt sich problemlos recherchieren, ob die Pflanze winterhart ist. Fehlen diese Angaben bei einer mediterranen Pflanze, wäre es für mich ein Grund, sie nicht zu kaufen. Ideal sind natürlich Angaben über Mindesttemperaturen, meine persönliche Temperatur-Toleranz-Liste ist über die Jahre entstanden und wird von Winter zu aktualisiert. 

Pflanzen winterhart

Exoten, die nicht winterhart sind, sind in einer Orangerie während des Winters ideal untergebracht.

Die Bezugsquellen

Es gibt leider einige Pflanzenhändler ohne Pflanzenwissen, auch in Gartencentern ist das Wissen über exotische Pflanzen manchmal nicht sehr ausgeprägt. Das ist nicht schlimm, solange nicht Kompetenz vorgetäuscht wird. Man sollte also Pflanzen dort beziehen, wo der Verkäufer nah an der Produktion der Pflanzen ist wie etwa in Baumschulen oder Gärtnereien. Besonders vorsichtig sollte man bei Aussagen zur Winterhärte sein. Ein negatives Beispiel sind uralte, wunderschöne Olivenbäume, die als in Deutschland winterhart verkauft werden. Olivenbäume sind nicht winterhart, sondern in wintermilden Regionen nur bedingt winterhart. Manchmal verleitet der Verkaufsdruck Händler zu Zusagen zur Winterhärte, die nicht eingehalten werden können. Eine Möglichkeit, die Aussage zu überprüfen, ist, sich eine Referenz, also einen Kunden mit der gleichen Pflanze in der gleichen Region, nennen zu lassen. 

Das äußere Erscheinungsbild

Auch die Pflanze selbst verrät etwas darüber, ob sie winterhart ist oder nicht. Nicht verholzte Pflanzen sterben in der Regel zumindest in den oberirdischen Pflanzenbestandteilen im Winter bei Frost ab, das gilt auch für Weiches Holz. Herbstlicher Laubabwurf im Freiland wie beim Feigenbaum ist ein untrügerisches Zeichen für eine Anpassung an winterliche Bedingungen, aber noch kein ausreichender Hinweis für Winterhärte. Grundsätzlich sind ältere, stärker verholzte Pflanzen winterhärter als junge Pflanzen mit vielen weichen Trieben. 

Alter und Akklimatisierung

Auch wenn sich eine Pflanze nicht auf Winterhärte umprogrammieren lässt, so ist doch durchaus eine gewisse Akklimatisierung möglich. Ich empfehle bei bedingt winterharten Pflanzen wie etwa dem Olivenbaum eine junge Pflanze zu kaufen und diese im Kübel an winterliche Bedingungen zu gewöhnen. Auf diese Weise lässt sich vieles über die Pflanze und auch über den eigenen Winterstandort lernen. 

Fazit 

Es ist und bleibt eine Herausforderung, exotische Pflanzen hierzulande zu kultivieren. Es lohnt sich aber, denn diese Pflanzen sind nicht nur wunderschön, sondern vermitteln uns auch einiges über die natürlichen Lebensbedingungen in ihrer Heimat. Ob die Pflanzen in einer bestimmten Region und an einem bestimmten Mikrostandort winterhart sind, muss man sorgfältig prüfen und in manchen Fällen durch eigene Erfahrung lernen. Man sollte vermeiden, sich zu leicht auf leichtfertige und zu optimistische Aussagen zur Winterhärte zu verlassen. Wenn wir Pflanzen kaufen, nehmen wir ein Lebewesen in Obhut und tragen die Verantwortung für dessen Wohlergehen. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

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Jacarandabaum

Der Jacarandabaum – das blaue Wunder des Palisander

Der Jacarandabaum gehört zu den besonders attraktiven exotischen Gehölzen. In der Blütezeit hüllt er viele Alleen in den Tropen und Subtropen in blaue Blütenwolken. Kein Wunder, dass er auch als geschätzte Wintergarten- und Terrassenpflanze gilt. Der Jacarandbaum ist pflegeleichter als man denken mag, allerdings braucht man ein wenig Platz. 

Wenn ihr weitere Fragen habt oder eine individuelle Beratung wünscht, könnt ihr euch gerne am Ende des Beitrags melden. 

Jacarandabaum

Jacarandabäume hüllen im Süden viele Alleen in blaue Farbwolken (Foto: MKN Photography @ shutterstock.com)

Wissenswertes zum Jacarandabaum

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Renaissance Garten

Der Renaissance Garten – Wiedergeburt und Aufbruch in Grün

In der Geschichte der Gartenkunst nimmt der italienische Renaissance Garten eine Schlüsselrolle ein. Er verbindet nicht nur die Gärten der Antike mit den Gärten der Neuzeit. Vielmehr haben die Landschaftsarchitekten der Renaissance der Gartenkunst einen Platz neben den bildenden Künsten und der Architektur erkämpft. In diesem Beitrag zeige ich, was den Renaissance Garten ausmacht und wo man noch heute tolle Gärten aus der Renaissance besichtigen kann. Schließlich erfahrt ihr auch, was wir noch heute von den Renaissance Gärten für die Gartenkunst des 21. Jahrhunderts übernehmen können. 

Wenn ihr weitere Fragen habt oder eine individuelle Beratung wünscht, könnt ihr euch gerne am Ende des Beitrags melden. 

Renaissance Garten

Blick in die Boboli Gärten in Florenz (Foto: Clearlens @ Shutterstock.com)

Die Renaissance – Wiedergeburt und Aufbruch, auch im Garten

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Mediterrane Pflanzenpflege im Spätsommer

Mediterrane Pflanzenpflege im Spätsommer – mehr Licht für ihre Pflanzen

Die mediterrane Pflanzenpflege im Spätsommer ist wichtig für die Widerstandskraft der Pflanzen während der Überwinterung. Außerdem sollte jeder, der Feigen, Zitronen, Orangen und sogar Oliven ernten will, sich auch im Spätsommer um die Pflanzen zu kümmern. Es ist nicht allzu viel zu tun, dafür muss man umso gezielter pflegen. Was die mediterrane Pflanzenpflege im Spätsommer ausmacht und welche Arbeiten dazu gehören, erfahren Sie in diesem Beitrag. 

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Mediterrane Pflanzenpflege im Spätsommer

Auch die Buddhas Hand Zitrone bildet jetzt noch einmal Knospen und Blüten.

Der mediterrane Garten im Spätsommer

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Solanum wendlandii

Solanum wendlandii – der Costa-Rica-Nachschatten

Solanum wendlandii, der im Deutschen als Costa-Rica-Nachtschatten bezeichnet wird, gehört zu den besonders schön blühenden Arten seiner Gattung. In diesem Exotenportrait findet ihr wichtige Hinweise zur Pflege und zur Pflanzung.

Wenn ihr weitere Fragen habt oder eine individuelle Beratung wünscht, könnt ihr euch gerne am Ende des Beitrags melden. 

Solanum wendlandii

Der Costa-Rica-Nachtschatten begeistert mit seinen üppigen Blüten.

Wissenswertes zu Solanum wendlandii

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Indigostrauch

Der Indigostrauch Indigofera heterantha – Blütenfülle aus dem Himalaya

Zu den eher unterschätzten exotischen Gartenpflanzen gehört der Indigostrauch Indigofera heterantha. Dabei ist die Garten- oder Kübelpflanze in milden Regionen winterhart und pflegeleicht. Was man bei der Pflanzung und Pflege des Indigostrauchs beachten muss, zeigt dieses Porträt. 

Wenn ihr weitere Fragen habt oder eine individuelle Beratung wünscht, könnt ihr euch gerne am Ende des Beitrags melden. 

Indigostrauch

Die hübschen Schmetterlingsblüten des Indigostrauch ähneln denen des Blauregens.

Wissenswertes zum Indigostrauch

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Lapageria rosea

Die Chilenische Rosenglocke Lapageria rosea

Die Chilenische Rosenglocke Lapageria rosea ist eine ganz besondere Kletterpflanze. Sie hat wunderschöne Blüten und eine einzigartige Geschichte. Als Wintergartenpflanze lässt sie sich auch hierzulande halten, ist aber nicht ganz pflegeleicht. Interessante Hintergründe sowie Pflanz- und Pflegetipps zur Lapageria rosea findet ihr in diesem Beitrag. 

Wenn ihr weitere Fragen habt oder eine individuelle Beratung wünscht, könnt ihr euch gerne am Ende des Beitrags melden. 

Lapageria rosea

Auch Sorten der Rosenglocke in dunkleren Rottönen gibt es.

Wissenswertes zur Lapageria rosea

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Tecomaria kapensis

Das Kap-Geissblatt Tecomaria capensis – ein afrikanischer Dauerblüher

Das Kap-Geissblatt Tecomaria capensis ist eine nahezu dauerblühende Kübelpflanze, die sowohl als Kletter- als auch als strauchförmige Kübelpflanze kultiviert werden kann. Was bei der Pflege hierzulande beachtet werden muss, damit das Kap-Geissblatt möglichst lange seine tollen orangefarbenen Blüten zeigt, erkläre ich in diesem Beitrag. 

Wenn ihr weitere Fragen habt oder eine individuelle Beratung wünscht, könnt ihr euch gerne am Ende des Beitrags melden. 

tecomaria capensis

Das Kap-Geissblatt wächst bei guter Pflege zu einem stattlichen Kübelstrauch heran.

Herkunft und Wuchs von Tecomaria capensis

Die Heimatregion des Kap-Geissblatt liegt -wie im Namen unschwer zu erkennen ist- im tropischen Südafrika. Die Pflanze ist also ein Vertreter der einzigartigen Kapflora, heute aber in vielen tropischen, subtropischen und mediterranen Regionen als Zierpflanze beheimatet. Ihre große Beliebtheit resultiert ohne Zweifel aus den markanten orangefarbenen Blüten, die in Trauben an den Triebenden wachsen. Diese umfassen 12 bis 15 Blüten, die eine gebogene Röhrenform haben. Die Dichte der Blüte macht den exotischen Gesamtausdruck der Pflanze aus. 

Nicht nur die leuchtende Farbe, sondern auch die Dauer der Blüte macht das Kap-Geissblatt zu einer dankbaren Kübelpflanze. Sie blüht vom Hochsommer bis in den Herbst hinein, manchmal dauert die Blüte sogar bis Weihnachten, wenn sie zB. im Wintergarten überwintert wird. Wie die Überwinterung durchzuführen ist, erfahrt ihr im Pflegeabschnitt.

Tecomaria capensis

Der Kontrast dunkelgrüner Blätter und leuchtend-orangefarbener Blüten macht das Kap-Geissblatt ohne Zweifel zum Kübelstar.

Wuchs und Blätter

Man könnte meinen, Tecomaria capensis sei in Bezug auf das Klettern unentschlossen. Die Pflanze kann sowohl als Kletterpflanze aber auch als Strauch wachsen. Sie bildet in der Vegetationszeit ab Mai lange peitschenförmige Triebe, die sich auch an Spalieren und Rankhilfen festhalten. Lässt man sie klettern, kann sie durchaus bis zu 8 Meter Höhe erklimmen. Als hierzulande nicht winterharte Pflanze ist ihr das Dasein in luftigen Höhen in der Regel nicht vergönnt. Sie muss also beschnitten werden, damit sie als kompakter Strauch im Kübel wächst. Das ist sehr gut und unproblematisch möglich. Das Kap-Geissblatt ähnelt beim Wuchs der Bougainvillea, die ebenfalls eine Rankpflanze ist, die auch als Strauch kultiviert werden kann. 

Das Blatt des Kap-Geissblatts ist gefiedert, besteht also aus vielen kleinen Einzelblättern, die ähnlich einer Feder in Reih und Glied angeordnet sind. Die Blattfarbe ist ein kräftiges, glänzendes Dunkelgrün, das auch im Winter erhalten bleiben kann. Voraussetzung ist allerdings eine warme Überwinterung, in der kühlen Überwinterung verliert das Kap-Geissblatt die Blätter. Tecomaria capensis treibt aber im Frühjahr, wenn es wärmer wird, wieder aus, so dass sie im Mai und Juni wieder voll belaubt ist. Danach erscheinen die tollen Blüten. 

Tecomaria kapensis

Die röhrenförmigen Blüten mit ihrer dunkel-orangenen Farbe sind die Hauptattraktion beim Kap-Geissblatt.

Die Pflege des Kap-Geissblatts

Das Kap-Geissblatt gehört zu den blühenden Kübelpflanzen, insofern steht die Erzielung einer üppigen, lang andauernden Blüte im Mittelpunkt der Pflege. 

Der Standort

Laub- und Blütenbildung sind für eigentlich tropische Pflanzen hierzulande ein echter Kraftakt. Das gilt auch für das Kap-Geissblatt Tecomaria capensis, wenn es im Frühjahr wieder nach draußen kommt. Um diesen Kraftakt zu bewältigen, braucht es vor allem viel Sonne. Ein vollsonniger Standort wird also durch reiche Blüte belohnt. Eine ausreichende Wärme ist gerade im Frühjahr ein Erfolgsfaktor, wenn der Wiederaustrieb der Blätter erfolgen soll. Somit ist gerade nach der Überwinterung ein sonniger, warmer und geschützter Standort ideal. Wenn die Pflanze wieder belaubt ist und sich Blüten gebildet haben, kann sie durchaus noch einmal etwas luftiger, aber nicht weniger sonnig aufgestellt werden. 

Tipp: Die Blüte ist übrigens im Freiland ausdauernder als im Wintergarten. Wenn ihr also einen Wintergarten habt, solltet ihr diesen vor allem für die Überwinterung nutzen. Spätestens ab Mai solltet ihr eurer Tecomaria capensis einen Platz an der Sonne gönnen. 

Gießen und Düngen

Mit seinen zahlreichen gefiederten Blättern hat das Kap-Geissblatt eine große Oberfläche und verdunstet damit vergleichsweise viel Wasser. Die Pflanze ist aber keine Wasserpflanze sondern sollte moderat feucht gehalten werden. Es hängt vom Standort auf Balkon und Terrasse ab, wieviel Wasser sie tatsächlich benötigt. Gerade wenn das Kap-Geissblatt luftiger steht und warmen Winden ausgesetzt ist, steigt die Verdunstung deutlich an. Hier aber auch grundsätzlich könnt ihr das Kap-Geissblatt mit einer Unterschale gießen. Diese kann regelmäßig in der Frühe mit Wasser gefüllt werden. Ihr seht dann sehr gut, wie hoch der Wasserverbrauch eurer Pflanze ist. 

Auch beim Dünger zeigt sich die Wuchsstärke von Tecomaria capensis. Sie ist ein Starkzehrer und sollte in der Vegetationszeit regelmäßig mit Nährstoffen versorgt werden. Die Vegetationszeit beginnt spätestens im Mai und endet im August bzw. September. Wenn die Pflanze nicht wächst, braucht sie auch keine Nährstoffe. Im Gegenteil: Dünger zur falschen Zeit verabreicht erhöht die Gefahr der Überdüngung. Als Dünger ist ein Kübelpflanzendünger geeignet, der in der N-P-K-Kombination das für die Blüte wichtige Phosphat betont. Nicht minder wichtig sind Spurenelemente wie Magnesium, Eisen, Kupfer, Zink, Bor, Mangan oder Molybdän. Diese Stoffe erhöhen die Widerstandsfähigkeit der Pflanze und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Pflanzengesundheit. 

Die Überwinterung bei Kap-Geissblatt

Das Kap-Geissblatt verträgt keinen Frost, ihr müsst es vor dem Frost in einen geschützten Raum räumen. Ideal ist ein temperierter, nicht voll beheizter Wohnwintergarten. Allerdings sind diese selten, so dass man Tecomaria capensis meist in kühlen Winterquartieren überwintert. Diese sind grundsätzlich geeignet, führen allerdings dazu, dass die Pflanze die Blätter abwirft. Das hat den Vorteil, dass die Pflanze nur wenig Licht benötigt. Sie kann also in den klassischen Winterquartieren wie einem unbeheizten Treppenhaus, in Kalt-Wintergärten oder in Gewächshäusern, die mit einem Frostwächter ausgestattet sind, überwintern. Die Temperatur in diesen Quartieren ist gerade einmal knapp über dem Gefrierpunkt, 5° C ist sicherlich eine günstige Überwinterungstemperatur. Das Kap-Geissblatt kann also auch mit mediterranen Pflanzen wie Zitronenbaum und Granatapfel überwintern. 

Wichtig in der blattlosen Zeit ist, dass ihr Kap-Geissblatt nicht oder nur sehr sparsam gießt. Die geringe Temperatur, aber natürlich vor allem die fehlenden Blätter machen die Verdunstung unmöglich. Das heisst, dass reichliches Gießen zu gefährlicher Staunässe führen würde. Zum Ende der Überwinterungszeit kann man die Pflanze umtopfen und schneiden. 

Umtopfen und Schnitt

Die Erde beim Kap-Geissblatt ist locker, durchlässig und sollte einen Drainageanteil haben. Dieser erreicht man durch Lavasplit, Blähton wie Poroton oder Schotter. Wichtig ist, dass dieses Material Wasser speichert, so dass die Versorgung der Pflanze gewährleistet ist. Die eigentliche Erde besteht aus Pflanzerde, die möglichst torffrei sein sollte, sowie Kokosfasern, die für die Durchlässigkeit sorgen. Das Umtopfen erfolgt alle zwei bis drei Jahre, je nach Wachstum der Pflanze. 

Bei einer Kletter-Kübelpflanze ist der Schnitt in der Regel besonders wichtig. Schon im Sommer solltet ihr zu lang wachsende Triebe entfernen, damit die Pflanze im Kübel eine kompakte Form behält. Vor der Überwinterung kann man einen ersten leichten Rückschnitt vornehmen. Wenn die Pflanze im Winterquartier die Blätter verloren hat, ist ein deutlicher Rückschnitt vor Beginn der Freilandsaison sinnvoll. Die Pflanze treibt dann aus den beschnittenen Trieben wieder aus. 

Solltet ihr die seltene Möglichkeit haben, das Kap-Geissblatt im eigenen Wintergarten als Kletterpflanze zu kultivieren, dann müsst ihr nur die Nebentriebe kürzen. Es bleiben 2 – 4 Augen erhalten, die Haupttriebe sollte man nach oben leiten. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

Literatur: 

Wolfang Kawollek: Pflanzen für den Wintergarten, Stuttgart 2005

Christoph und Maria Köchel: Kübelpflanzen – der Traum vom Süden, München 2003

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