Oleander schneiden

Den Oleander schneiden – Expertentipps für den Oleanderschnitt

Wenn ihr euren Oleander schneiden wollt, findet ihr in diesem Beitrag eine Anleitung für einen gelungenen Oleanderschnitt mit zahlreichen Bildern. Ich erkläre zunächst warum und wann ihr den Oleander schneiden sollt. Weiter erfahrt ihr, wie der Oleanderschnitt durchgeführt werden muss. Auch Hinweise für die Pflege des Oleanders vor und nach dem Schnitt findet ihr in meinem Beitrag. 

Oleander schneiden

Mein Oleander vor dem Rückschnitt

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Anlässe für den Oleanderschnitt

Der Oleander ist eine der beliebtesten mediterranen Kübelpflanzen. Das liegt nicht nur an seinen wunderschönen Blüten, sondern auch daran, dass er pflegeleicht ist. Er lässt sich leicht gießen und düngen und wächst von Jahr zu Jahr ordentlich. Das üppige Wachstum bringt es aber mit sich, dass sich die Krone nicht immer so entwickelt, wie wir uns das wünschen. Glücklicher Weise ist der Oleander sehr schnittfreudig, man kann den Oleander schneiden, ohne dass es größere Probleme gibt. Ein Oleanderschnitt kann bei den folgenden Anlässen sinnvoll sein: 

  • Verkahlung der Krone
  • Schädlingsbefall
  • Beschränkung der Größe des Oleanders
  • Erziehung der Krone eines jungen Oleanders. 

Am Besten gedeiht der Oleander, wenn er regelmäßig und kontinuierlich geschnitten wird. Hat man das kontinuierliche Schneiden eine Zeit lang vernachlässigt, ist aber auch einer der anlassbezogenen Schnitte möglich. 

Oleander schneiden

Nach dem Rückschnitt – mein Oleander, nun deutlich verkleinert.

Oleander schneiden – der richtige Zeitpunkt

Wenn ihr den Oleander schneiden wollt, kommen dafür zwei Zeiträume in Frage. Für jährlich wiederkehrende Schnittmaßnahmen zur Erziehung und Auslichtung ist das frühe Frühjahr, also der Vorfrühling ideal. Dann ist der Oleander kurz vor der Vegetation, aber noch in der Winterruhe. Mit der nach dem Schnitt beginnenden Vegetation können dann die Schnittwunden von der Pflanze verschlossen werden und neue Triebe produziert werden. 

Man kann kleinere kontinuierliche Schnitte aber auch während des Sommers durchführen. Wenn man die Schere beim Oleander stets griffbereit hat, kann man an falscher Stelle auftauchende Austriebe entfernen, bevor sie ernsthaft zu wachsen beginnen. Auch schwache, kränkliche oder abgestorbene Triebe kann man kontinuierlich entfernen. 

Der ideale Zeitpunkt für umfangreichere Schnittmaßnahmen wie einen radikalen Rückschnitt ist kurz vor dem Einzug ins Winterquartier. Wenn ihr vor der Überwinterung schneidet, spart ihr nicht nur Platz, sondern könnt früher mit einem Wiederaustrieb rechnen. 

Wie man den Oleander richtig schneidet. 

Wie ihr den Oleander bei den verschiedenen Anlässen schneiden müsst, erkläre ich in den nächsten Abschnitten. 

Den Oleander auslichten und kontinuierlich schneiden

Ein kontinuierlicher Auslichtungsschnitt hilft, den Oleander insgesamt schön dicht und die Krone ausgewogen zu erhalten. Dabei werden jährlich im Frühjahr einige Äste herausgeschnitten. Schneidet solche Äste bis zum Boden oder bis zum nächsten Leittrieb ab, die dünn und schwach sind. So haben die stärkeren Äste mehr Platz und gedeihen besser. Wenn ihr Triebe bis zum Boden entfernt, wachsen auch immer wieder neue Triebe nach. Wenn ihr alljährlich ein bis zwei Hände voll schwacher Triebe aus der Krone des Oleanders entfernt, dürfte sich diese und damit die gesamte Pflanze sehr schön entwickeln. 

Oleander schneiden

Mit einem regelmäßigen Auslichtungsschnitt bleiben Oleander schön dicht.

Den Oleander radikal zurückschneiden

Das üppige Wachstum des Oleanders hat häufig einen Haken – Jahr für Jahr im Sommer bekommt der Oleander gelbe Blätter, die in großer Zahl abfallen. Die Oleanderkrone wird von unten kahl und verliert an Attraktivität. Wenn sich die Krone im Inneren stark gelichtet hat, wird irgendwann der Moment erreicht sein, wo nur noch ein radikales Zurückschneiden beim Oleander helfen kann. 

Oleander schneiden

Gelbe Blätter beim Oleander führen zu Verkahlung, die einen Schnitt nötig machen.

Glücklicher Weise ist der in der Pflege dankbare Oleander eine Pflanze, die auch nach einem deutlichen Rückschnitt wieder aus den Wurzeln austreiben kann. Daher ist es gut möglich, den Oleander radikal zurückzuschneiden. Allerdings sollte auch oder gerade dieser Schnitt durchdacht sein. Die wichtigste Voraussetzung ist, dass der Oleander gesunde und kräftige Wurzeln hat. Kränkelt er und ist in der letzten Zeit nur noch schwach gewachsen, deutet das auf Wurzelprobleme hin. In einer solchen Situation, sollte durch ein Umtopfen zuerst für eine bessere Basis sorgen. 

Oleander schneiden

Beim Rückschnitt kann auch ein Großteil der Krone entfernt werden.

Ist der Oleander aber gesund, kann der radikale Rückschnitt erfolgen. Dabei werden die Äste oder Stämme bis auf eine Höhe von 40 oder 50 cm abgeschnitten. Ist der Oleander schon älter, kann es erforderlich sein, zur Säge zu greifen, da die Astschere und die Rosenschere nicht mehr ausreichen.

Sind zwei Äste nah bei einander gewachsen, sollte der schwächere Ast ganz entfernt werden, um den stärkeren Ast mehr Raum zu geben. Auch dünne bodennahe Äste können bei der Gelegenheit erfernt werden, damit sie Platz machen für einen neuen kräftigeren Rückschnitt. 

Oleander schneiden

Wachsen zwei Stämme oder Äste eng beeinander, sollte man den schwächeren abschneiden.

Den Oleander bei Schädlingsbefall schneiden

Neben den gelben Blättern und der Verkahlung ist ein typisches Pflegeproblem, wenn der Oleander Schildläuse bekommt. Wenn das Problem zu groß wird, kann auch in diesem Fall ein deutlicher Rückschnitt eine Lösung sein. Allerdings sollte der Rückschnitt bei Schädlingsbefall nur so weit gehen, wie sich die Schädlinge ausgebreitet haben. Je mehr Äste erhalten bleiben, umso besser. Wenn ihr nur bis zur letzten Knospe zurückschneidet und der Schnitt im frühen Frühjahr erfolgt, könnt ihr auch im Sommer nach dem Schnitt mit Blüten rechnen. Außerdem solltet ihr bei Schädlingsbefall umtopfen und die Erde gründlich erneuern. 

Oleander schneiden

Auch ein Befall mit Schildläusen kann ein Grund sein, den Oleander zu schneiden.

Das Größenwachstum des Oleanders beschränken

Auch ein Teil-Rückschnitt oder eine regelmäßige Kürzung ist eine gute Methode, den Oleander in Form zu halten. Allerdings sollte man nicht pauschal alle Äste im oberen Bereich kürzen. Das könnte die Blüte im nächsten Jahr gefährden. Besser ist es, immer wieder einzelne zu lang gewordene Äste bis zum nächstgrößeren Leittrieb vollständig abzuschneiden. Auch zu dünne Äste können auf diese Art entfernt werden. Dieser Schnitt geht auch mit einer kontinuierlichen Auslichtung der Oleanderkrone einher. 

Die Krone eines jungen Oleanders erziehen

Neben der Beschränkung des Größenwachstums und der Auslichtung der Krone sollten gerade junge Oleander erzogen werden. Dabei geht es darum, solche Äste und Austriebe zu entfernen, die für die weitere Entwicklung der Krone ungünstig sind. Entfernt werden sollten solche neuen Ästen, die sich mit anderen kräftigen Ästen kreuzen. Weiter wird bei eng aneinander wachsenden Äste der jeweils der dünnere entfernt. Auch bodennahe dünne Austriebe, die eher nach unten wachsen als nach oben, können abgeschnitten werden. Ihr weiteres Wachstum würde die Pflanze unnötig schwächen. 

Oleander schneiden

Ein Oleander als Hochstamm am Gardasee

Einen Oleander schneiden und zum Hochstamm erziehen

Wer bereits einige Erfahrung mit dem Oleanderschnitt hat, kann sich auch daran versuchen, einen Hochstamm zu erziehen. Wichtig ist dafür aber vor allem, dass man einen guten Sommer- und Winterstandort für den Oleander hat, so dass das Wachstum gesichert ist. Als erstes muss man einen starken und vor allem geraden Leittrieb herausbilden. Das tut man, indem man alle Nebentriebe entfernt. Dann muss man konsequent im unteren Bereich alle Äste, die aus dem Leittrieb wachsen, abschneiden. Die Wuchskraft des Baumes sollte sich dann auf die nun entstehende Krone beschränken. 

Die Pflege des Oleanders

Eine wichtige Voraussetzung für das Gedeihen des Oleanders ist natürlich vor dem Schnitt eine artgerechte Pflege. Zum Glück ist diese nicht kompliziert. 

Der passende Standort für den Oleander

Der Standort ist vollsonnig, geschützt und warm. Je sonniger euer Oleander steht, umso reichlicher fällt die Blüte aus. Da der Oleander sehr groß werden kann, solltet ihr genug Platz für ihn einplanen. 

Den Oleander düngen und gießen

Während der Wachstumszeit von Mai bis August muss der Oleander regelmäßig mit Nährstoffen versorgt werden. Dazu verwendet ihr am besten einen Kübelpflanzendünger (Anzeige). Das gilt natürlich vor allem im Jahr nach einem Rückschnitt. Gedüngt wird wöchentlich nach den Angaben des Herstellers.  

Oleander schneiden

Mit dem richtigen Dünger in der passenden Dosierung entsteht eine üppige Oleanderblüte.

Auch beim Gießen ist der Oleander unkompliziert. Da er sich an Standorte in der Nähe von Flussläufen und anderen Wasserstellen angepasst hat, verträgt der Oleander „nasse Füße“. Ich stelle meinen Oleander in eine Unterschale, über die ich ihn gerade im Sommer gut mit Wasser versorgen kann. Gegossen wird am Morgen, damit der Oleander während des Tages ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt wird. Er verträgt problemlos auch kalkhaltiges Leitungswasser. 

Umtopfen beim Oleander

Gerade, wenn ihr den Oleander schneiden wollt, ist es sinnvoll, den Oleander nach dem Schnitt umzutopfen. Die neue Erde gibt dem Oleander einen Wachstumsschub. Der Zeitpunkt für das Umtopfen ist im Frühjahr. Wenn Ihr im Herbst vor der Überwinterung einen starken Rückschnitt durchgeführt habt, solltet ihr danach erst im folgenden Frühjahr umtopfen.

Oleander schneiden

Gut durchwurzelter Ballen beim Oleander

Die Überwinterung beim Oleander

Nur in wenigen Ausnahmefällen in den mildesten Regionen des Landes kann der Oleander im Freien überwintern. Sein Temperaturtoleranz liegt bei -5° C. Da diese Temperatur in vielen Gegenden regelmäßig unterschritten wird, braucht der Oleander ein kühles und helles Winterquartier. Dort überwintert er von November bis März oder April. Als eine der robustesten mediterranen Kübelpflanzen sollte er aber -um Platz zu sparen- nur so kurz wie möglich überwintern. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

 

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Fatsia japonica Zimmeraralie

Fatsia japonica, die bedingt winterharte Zimmeraralie

Die Zimmeraralie Fatsia japonica gehört zu den vielen unterschätzten Pflanzen, die wunderschön sind, aber selten eine besondere Würdigung erfahren. Noch besser aber ist, dass die Zimmeraralie in milden Regionen draußen bleiben kann. Nachdem mir Fatsia japonica zwei Mal auffällig „über den Weg gelaufen“ ist, wird es Zeit, dass ich dieser wunderschönen Blattpflanze dieses Portrait widme. Ihr findet Pflanz- und Pflegetipps sowie eine Prognose zur Winterhärte und Überwinterung. 

Fatsia japonica

An wintermilden Standorten -wie hier im Belgischen Viertel in Köln- kann die Fatsia japonica draußen wachsen.

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Fatsia japonica – eine schöne, aber auch unaufdringliche Pflanze

Es gibt Pflanzen, die man immer wieder sieht und die trotz vieler schöner Merkmale keine besondere Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Der Grund ist wie bei der Zimmeraralie ganz einfach zu benennen: Es fehlt an einer auffälligen Blüte. Das sollte aber keineswegs ein Grund sein, ein wunderschönes Blatt und einen strahlenförmigen Wuchs zu ignorieren. Das sind nämlich die beiden Hauptmerkmale der Fatsia japonica, die sie zu einer attraktiven Pflanze für die Wohnung, für Wintergarten und Terrasse und sogar für manche wintermilde Gärten machen. 

Fatsia japonica

Nach der Blüte wachsen die beerenartigen Früchten in Dolden.

In Sachen Zimmeraralie bin ich „Spätberufener“. Zum ersten Mal bewusst wahrgenommen habe ich sie in Lissabon in einem Innenhof des wunderschönen Hieronymus-Klosters im Stadtteil Belem. Die Pflanze passte wunderbar in die mittelalterliche Kulisse und beeindruckte durch einen konzentrischen Wuchs. Der zweite Aha-Effekt passierte wenige Monate später nach einem kalten Märzwinter in Köln im Belgischen Viertel. Dort begegnete mir die Fatsia japonica tatsächlich in einer kleinen Rabatte, die Anwohner vor einer Kirche angelegt haben. Nun war mir klar, es lohnt sich, über diese schöne Blattpflanze zu berichten. 

Fatsia japonica

Im Freiland wird die Zimmeraralie ein 2 bis 3 Meter hoher Strauch.

Wie der botanische Name verrät, ist Fatsia japonica weder eine Portugiesin noch eine Kölnerin sondern stammt ursprünglich aus Japan. Ein botanisch synonymer Name Aralia sieboldii ehrt den deutschen Japanforscher Philipp Franz von Siebold. Ihre großen, an langen Stielen deutlich nach außen wachsenden Blätter haben 7 bis 9 Finger und erzeugen somit diesen wunderbaren strahlenförmigen Eindruck. Die Blattoberfläche ist ledrig glänzend, im höheren Alter kommt bei der Fatsia japonica noch eine Doldenblüte ins Spiel, aus der schwarze Beeren wachsen. Wen die Früchte der Zimmeraralie an Efeu erinnern, liegt nicht falsch. Tatsächlich gehören beide als Verwandte zur Familie der Araliengewächse. Neben der rein grünen Variante gibt es eine Variegata-Version in Grün und Weiß. 

Die passende Pflege für die Fatsia japonica

Die Zimmeraralie ist eine Allrounderin. Das gelingt ihr deshalb, da sie nicht besonders anspruchsvoll bei ihren Standorten ist. 

Der ideale Standort für die Zimmeraralie

Die großen Blätter deuten es an – Fatsia japonica ist eine Lichtsammlerin. Entsprechend kommt sie mit einem schattigen Standort besser zurecht als mit der vollen Sonne. Sie ist also eine elegante „Lückenfüllerin“ für solche Plätze im mediterranen Garten oder auf der Terrasse, die für die sonnenverwöhnten mediterranen und exotischen Pflanzen nicht geeignet sind. Der Beweis aus Köln zeigt, dass sie bedingt winterhart ist und in wintermilden Regionen sogar geschützt draußen wachsen kann. Da das Klima in Innenstädten noch einmal milder ist als auf dem Land, ist sie besonders dort ein grüner Blickfang für alle Jahreszeiten. Dort, wo es nicht wintermild -also regelmäßig kälter als im Weinbauklima ist- muss die Zimmeraralie im späten Herbst eingeräumt werden. Sie kann aber lange draußen bleiben und auch früh wieder aus dem Winterquartier ausziehen. 

Fatisa japonica

In reichen Dolden hängen die Beeren der Zimmeraralie herunter.

Gießen und Düngen

Der Wasserverbrauch der Aralia sieboldii oder Fatsia japonica ist moderat. Zwar ist die Blattoberfläche groß, sie ist aber auch durch die ledrige Oberfläche vor Verdunstung geschützt. Es reicht also, wenn man die Pflanze moderat, aber dennoch regelmäßig gießt. In der Wachstumszeit im Frühjahr und Sommer sollte einmal in der Woche mit einem Kübelpflanzen- oder Volldünger gedüngt werden. Das gilt aber nur, wenn die Zimmeraralie im Kübel wächst. Ausgepflanzt kann Sie sich sehr gut aus dem Gartenboden versorgen. 

Die Überwinterung 

Kann die Fatisa japonica in kälteren Regionen nicht ausgepflanzt werden, braucht sie ein Winterquartier. Das ideale Quartier ist von Oktober bis März kühl und hell bei Temperaturen um 5° oder 10° C. Helligkeit sollte von einem Fenster oder einem Glasdach kommen. Auch eine Pflanzenlampe kann etwa in fensterlosen Räumen für die nötige Helligkeit sorgen. Während der Überwinterungszeit braucht die Zimmeraralie nur wenig Wasser und keinen Dünger. 

Fatsia japonica

Im Freiland wird die Zimmeraralie ein 2 bis 3 Meter hoher Strauch.

Umtopfen und Schnitt 

Regelmäßiges Umtopfen hilft, die Zimmeraralie und ihr besonderes Laub in schöner Form und Farbe zu entwickeln. Als Erde ist eine humushaltige Garten- oder Einheitserde sinnvoll, also eine Erde ohne besondere Extras. Der Topf braucht natürlich ein Abflussloch. 

Beim Schnitt kann man die besonderen Schönheiten der Zimmeraralie unterstreichen. Wenn ihr die untere Reihe Blätter entfernt, dann kommt der strahlenförmige Wuchs – wie im Bild ganz oben- besonders gut zur Geltung. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

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Pavonia multiflora

Pavonia multiflora – Blütenschönheit und Dauerblüherin aus Brasilien

Die Pavonia multiflora oder kurz Pavonie ist eine wunderschöne Blütenpflanze, die sehr gut als Zimmer- aber auch als Wintergartenpflanze gehalten werden kann. In der Pflege hat die Pavonie wie für tropische Pflanzen üblich einige Besonderheiten, die aber nicht dramatisch schwer sind. Die Besonderheiten der Pflege und andere interessante Informationen zur Pavonia multiflora findet ihr in diesem Beitrag. 

Pavonia multiflora

Eine typische und wunderschöne Tropenpflanze – die Pavonia multiflora

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Wissenswertes zur Pavonia multiflora

Wer sich bei den Blüten der Pavonie an die Schönmalve erinnert fühlt, liegt richtig. Tatsächlich gehört die Pavonie zu den Malvengewächsen und wird daher auch Brasilianische Malve genannt. So groß wie die Vielfalt der Malven, zu denen ja auch unsere heimische Stockrose zählt, ist, so unterschiedlich ist die Pavonia multiflora. 

Herkunft und Wuchs der Pavonie

Sie stammt ursprünglich aus den tropischen Wäldern Brasiliens und wächst dort im Unterholz. Das hat natürlich einige Bedeutung für die Pflege, wie später erklärt wird. Sie wächst als kleiner immergrüner Strauch, der sich nicht sonderlich gut verzweigt. Gelegentlich findet man Hinweise, dass man junge Pflanzen mehrfach zurückschneiden muss, damit sie sich verzweigen. Dafür gibt es allerdings keine Garantie. In jedem Fall sollte man bei der Pavonie eher einen lichten als einen dichten Wuchs erwarten. Das finde ich nicht dramatisch, denn die Blüten entschädigen für vieles. 

Die Blüte der Pavonie

Ihr botanischer Name ist Programm und macht die Pflanze attraktiv: „Multiflora“ heißt „viele Blumen“ und bezeichnet damit die große Zahl von Blüten, die Pavonia entwickelt. Sie heben sich elegant vom Mittelgrün der langen und schmalen Blätter ab. Diese sind matt glänzend und in der Oberflächenstruktur gegliedert, so dass auch das Laub attraktiv ist. 

Pavonia multiflora

Ein Meisterwerk der Natur – die Blüte der Pavonie

Die Blüten sind auffällig und ein echter Hingucker. Sie wachsen aufrecht stehend mit jungen Trieben, aus deren Blattachsen die Blütenstengel hervorgehen. An deren Enden wachsen ein bis zwei Hände voll von Einzelblüten. Die Blüte besteht aus einer zentralen dunkelrot bis violetten Blütenkrone, aus der der lange und markante Griffel hervorgeht. Umgeben ist das Zentrum der Blüte von Kelchblättern in Korbform, deren Rotfärbung heller ist. Zwischen Griffel und Hüllkelch, so die Bezeichnung für diese Form der Kelchblätter, befindet sich noch ein Büschel an Staubbeuteln, das den Pollen zur Übernahme durch bestäubende Insekten bereithält. Die Pavonia blüht sehr lang anhaltend und ausdauernd. Die Blüte beginnt bereits im April und kann sich bis in den Herbst hinein halten. Der Zusatz „Multiflora“ ist also auch aus zeitlicher Perspektive gerechtfertigt. 

Die Pflege der Paviona multiflora

Wenn ihr die Blüte der Pavonie genießen wollt, müsst ihr beim Standort und in der Pflege ähnliche Bedingungen bieten wie in der brasilianischen Heimat. Das klingt komplizierter als es ist, wie ich euch in den nächsten Abschnitten zeige. 

Der ideale Standort für die Pavonia

Die Pflanze braucht ganzjährig warme Temperaturen. Sie kann im Herbst, Winter und Frühjahr als Zimmerpflanze und im Sommer geschützt auf Balkon oder Terrasse gehalten werden. Wer einen warmen Wintergarten besitzt, kann sich auch dort an den Pavonienblüten erfreuen. Voraussetzung ist eine Temperatur zwischen 18° und 23° vom Frühjahr bis in den Herbst. Im Winter beträgt die Mindesttemperatur 12° C. 

Pavonia multiflora

Bei guten Temperatur- und Lichtverhältnissen zeigen sich die Knospen der Pavonie bereits im März oder April.

Auch auf die Lichtverhältnisse muss geachtet werden. Die Pflanze hat sich in ihrer brasilianischen Heimat an einen Standort im Unterholz dichter Laubwälder angepasst. Direkte und pralle Sonne sind aber zu meiden. Dennoch braucht sie ausreichend Lichtenergie, damit sie üppig blühen kann. Für die Standortwahl bedeutet das, dass ein Platz in der zweiten Reihe vor dem Fenster oder unter einer größeren Pflanze ideal ist. Dort bekommt die Pavonie Lichtverhältnisse, die üblicher Weise als „lichter Halbschatten“ beschrieben werden. Eine andere Beschreibung für die Lichtverhältnisse ist „sehr hell, aber nicht vollsonnig“. In jedem Fall sollte -gerade wenn die Pavonie draußen steht- die pralle Mittagssonne gemieden werden. 

Feuchtigkeit, Gießen und Düngen

Als Kind der Tropen mag es die Pavonie gerne feucht. Sie ist aber keine Wasserpflanze! Daher solltet ihr sie beim Gießen mäßig feucht halten. Eine höhere Luftfeuchtigkeit unterstützt das Gedeihen der Pflanze, daher sollte die Sprühflasche griffbereit sein. Zum Sprühen wie zum Gießen ist Regenwasser in jedem Fall besser als sehr hartes Wasser. Weiches bis mittelhartes Wasser sollte aber vertragen werden. Da Pavonia multiflora keine Wachstumsrakete ist, braucht sie nur alle 14 Tage Nährstoffe, die mit einem Zimmerpflanzendünger verabreicht werden können.

Topf, Erde und Umtopfen

Regelmäßiges Umtopfen im frühen Frühjahr  hilft der Pflanze zu wachsen und zu gedeihen. Da sie sich an Standorte im Unterholz angepasst hat, wo ein saures Bodenmilieu besteht, ist die Erde sauer wie etwa bei Rhododendron- oder Nadelerde. Diese wird mit Kompost oder Erde aus dem Garten gemischt. An den Topf stellt die Pavonie keine besonderen Ansprüche. Ein höherer Rand gibt der Pflanze Halt und hält die Feuchtigkeit. 

Der Schnitt bei der Pavonie

Wie bei Malven üblich ist auch die Pavonia multiflora schnittverträglich. Ist es aufgrund von Pflegeproblemen zu Blattverlust gekommen, könnt ihr auch deutlich zurückschneiden. Auch jüngere Pflanzen könnt ihr ein oder zwei Mal deutlich schneiden. Die Hoffnung ist, dass sie sich so besser verzweigen. 

Überwinterung und Pflegeprobleme

Im Winter stellt ihr die Pavonie kühler auf und giesst sie seltener, ihr müsst die Pflanze aber dennoch feucht halten. Auf Dünger könnt ihr von Oktober bis März verzichten. Blattverlust entsteht bei zu kalter Platzierung. Braune Blattränder können bei Überdüngung, zu kalten oder zu nassen Wurzeln entstehen. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

 

 

 

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Mediterrane Pflanzen umtopfen

Mediterrane Pflanzen umtopfen in Lechuza-Töpfen

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Wer mediterrane Pflanzen umtopfen möchte, steht häufig vor der Frage, was ein geeigneter Topf ist. Auch empfinden es viele als Herausforderungen beim Pflanzen umtopfen, die passende Erde zu finden. In diesem Beitrag möchte ich daher erklären, wie ihr bei der Auswahl von Topf und Erde für eure wertvollen mediterranen Pflanzen vorgehen solltet. Dabei stelle ich mit Lechuza-Töpfen eine interessante und schöne Alternative zu herkömmlichen Töpfen vor.

Mediterrane Pflanzen umtopfen

Die eleganten Lechuza Töpfe -hier der Typ Rondo- passen hervorragend zu mediterranen Pflanzen.

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Topf ist nicht gleich Topf

Besonders im Frühjahr steht bei vielen Pflanzen neben dem Schnitt das Umtopfen an. Anlässe für das Umtopfen kann ein zu groß gewordener Wurzelapparat, verbrauchte Erde oder einfach nur der Wunsch sein, mit neuen Töpfen frischen Wind auf die Terrasse zu bringen. Die Auswahl des richtigen Kübels ist also nicht nur für das Gedeihen der Pflanzen entscheidend, sondern auch für die Gestaltung der Terrasse. Pflanzentöpfe gibt es in jeder erdenklichen Form, Farbe, Größe und in verschiedenen Materialien, wenn man mediterrane Pflanzen umtopfen möchte. Bei der Farbe und Form ist es natürlich eurer persönlichen Präferenz überlassen, für welches Modell ihr euch entscheidet.Aber vor allem sind die Ansprüche der Pflanze für die Auswahl des Topfes wichtig.

Mediterrane Pflanzen umtopfen

Wenn ein Wurzelballen gut durchwurzelt ist wie hier bei einem Mandarinenbaum, muss umgetopft werden.

Mediterrane Pflanzen umtopfen – die Ansprüche der Pflanze

Für die Auswahl des Topfes ist zunächst entscheidend, welche Anforderungen eine Pflanze an den richtigen Topf stellt. Zunächst ist dabei die Größe entscheidend. Ein passender Topf ist immer nur ein wenig größer als der Vorgänger. So hat die Pflanze genügend Halt und muss nicht zunächst den gesamten Topf durchwurzeln. Zentral ist bei den meisten Pflanzen darüber hinaus ein Abflussloch, da sonst Staunässe entsteht. Schließlich ist die Standfestigkeit wichtig, denn draußen droht die eine odere andere Sturmböe, zu leichte Töpfe fallen um. Auch das Material aus dem der Topf ist, spielt eine Rolle. Terracotta isoliert und hält den Ballen kühl. Das kann im Sommer vorteilhaft sein. Im Winter aber verlangsamt sich das Wurzelwachstum. Insofern ist Kunststoff tatsächlich günstiger, weil wärmere Wurzeln mehr Pflanzenwachstum benötigen.

Mediterrane Pflanzen umtopfen

Pflanzgefäße wie hier der Rondo von Lechuza, die praktisch und repräsentativ sind, gehören zum mediterranen Garten unbedingt dazu.

Mediterrane Pflanzen umtopfen – die Bedürfnisse der Gärtnerinnen und Gärtner

Aber auch für die Gärtnerinnen und Gärtner haben bestimmte Töpfe Vor- oder Nachteile, wenn sie mediterrane Pflanzen umtopfen. So spielt das Gewicht eine Rolle, wenn die Kübelpflanzen im Herbst und Frühjahr transportiert werden müssen. Das Material ist relevant für das Gießen – bei Terracotta muss weniger, bei Kunststofftöpfen häufiger gegossen werden. Schließlich kommt es natürlich auch noch auf das Aussehen und den Stil der Töpfe an. Mediterrangärtnerinnen und -gärtner legen natürlich Wert auf besonders schöne Töpfe für wertvolle Pflanzen. 

Das Schöne bei der Auswahl eines Topfes ist, dass es ein großes Angebot und für jeden Geschmack etwas Passendes gibt, wenn man seine Pflanzen umtopfen möchte. Eine sehr interessante Variante sind Lechuza Töpfe, die ich im Weiteren vortellen möchte. Sie überzeugen nicht nur optisch, sondern bieten einige praktische Details, die die Pflanzenpflege und das Umtopfen der Pflanzen erleichtern.

Mediterrane Pflanzen umtopfen

Das Pflanzgranulat PON von Lechuza ist das ideale Drainagematerial.

Warum sind gerade Lechuza Töpfe geeignet?

Lechuza bietet Pflanzgefäße aus Kunststoff an, die nicht nur einen Wasserspeicher haben, sondern auch einen Wasserstandsanzeiger, der die Versorgung der Pflanze mit Wasser erheblich erleichtert. Ihr müsst lediglich eure Pflanze in einen Lechuza Topf einpflanzen und braucht euch keine große Sorge mehr zu machen, ob die Pflanzen zu wenig oder zu viel Wasser bekommt. Die Lechuza-Bewässerungstechnik macht es möglich, dass eure Pflanze sich im eingebauten Wasserreservoir selbst mit der benötigen Menge an Wasser versorgt. Damit wird euch das regelmäßige Gießen erleichtert bzw. abgenommen. Dies hat nicht nur für Vielreisende oder Gartenanfänger Vorteile, sondern besonders für eure Pflanzen, die immer mit der optimalen Wassermenge versorgt werden. Besonders mediterrane Pflanzen können empfindlich sein und je nach Art recht unterschiedliche Mengen an Wasser benötigen. Daher ist das „Selbstbedienungssystem“ von Lechuza besonders hilfreich.

Mediterrane Pflanzen umtopfen

Mit dem Wasserreservoir und Wasserstandsanzeiger sind die Pflanzen lange Zeit versorgt.

Lechuza – drinnen wie draußen ein Vorteil

Ein großer Vorteil der Lechuza Pflanztöpfe ist, dass sie sich für das Haus und den Garten eignen, denn sie sind UV-, frost- und bruchsicher. Durch die eingebaute Überlauffunktion müsst ihr keine Angst vor Staunässe haben. Entscheiden ihr euch für die Außennutzung müsst ihr lediglich eine Schraube im Boden des Pflanzgefäßes und im Boden des Pflanzeinsatzes entfernen, damit das überschüssige Regenwasser ablaufen kann. Die Lechuza Töpfe sind aus Kunststoff, somit sind sie leicht und können flexibel verschoben werden. Das ist besonders bei mediterranen Kübelpflanzen vorteilhaft, da diese im Winter ins Winterquartier gebracht werden müssen. Manche Lechuza-Modelle verfügen auch über praktische Rollen, die das Einwintern zum Kinderspiel machen.

Pflanzen umtopfen mit Lechuza – so wird’s gemacht

Bestellt ihr euch einen Topf bei Lechuza, wird euch das Pflanzgefäß samt Pflanzeinsatz, Erdbewässerungsset und dem speziellen Lechuza-Granulat namens PON geliefert. Bevor ihr mediterrane Pflanzen umtopfen könnt, wird das mitgelieferte PON Pflanzsubstrat auf dem Trennboden des Gefäßes ausgelegt. Das Granulat dient als Transportweg des Wassers aus dem Reservoir zu den Wurzeln der Pflanze. Nachdem diese Pufferschicht eingebracht wurde, kann nach einer weiteren Schicht PON oder gewöhnlicher Pflanzenerde eure Pflanze eingesetzt werden. Anschließend wird der Topf mit Erde oder mit weiteren PON aufgefüllt werden. Bevor das Wasserreservoir die Pflanze mit Wasser versorgen kann, muss sie in den ersten Wochen noch wie gewohntgegossen werden. Diese Zeit nennt man Angießphase, die benötigt wird, damit die Wurzeln der Pflanze PON Granulat erreichen. Ist das geschafft, greift das Lechuza Bewässerungssystem und die Wurzeln ziehen Wasser aus dem Reservoir. Prüft in der Angießphase das Granulat oder die Erde unter der Oberfläche auf Feuchtigkeit und gießt dementsprechend.

Lechuza-Töpfe angießen

Nach einigen Wochen solltet ihr das Wasserreservoir probeweise halb mit Wasser füllen. Wenn der Wasserstand innerhalb der nächsten Tage sinkt, bedeutet es, dass die Wurzeln in das Reservoir gewachsen sind. Füllt nun das Reservoir bis zu der Kennzeichnung „max.“ mit Wasser auf. Ab diesem Zeitpunkt versorgt die Ihre Pflanze selbst mit der Wassermenge, die sie benötigt. Grundsätzlich solltet Ihr das Reservoir nicht direkt nachfüllen, wenn der Wasserstandsmesser die Kennzeichnung „min.“ anzeigt. Das Granulat, welches zu Beginn ausgelegt wurde, besitzt noch ausreichend Feuchtigkeit, um die Pflanze zu versorgen. Je nach Pflanzenart, Standort oder dem Wasserbedarf eurer Pflanze, ist es zusätzlich ratsam eine Trockenphase von 2 bis zu 10 Tagen einzuhalten. Ihr müsst also auch bei Lechuza Töpfen auf die individuellen Bedürfnisse einer Pflanzenart achten, zu denen ihr hier bei Mein mediterraner Garten viele Hinweise bekommt.

Mediterrane Pflanzen umtopfen

Auch nur in PON lassen sich mediterrane Pflanzen wie etwa der Olivenbaum einpflanzen.

Mediterrane Pflanzen umtopfen – weitere Tipps

Da die meisten mediterranen Pflanzen nicht winterhart sind, müssen sie in einem Topf gehalten werden. So wird ermöglicht, dass sie im Winter in einem entsprechend geschütztem Raum überwintern können.

Zeitpunkt und Häufigkeit des Umtopfens

Kübelpflanzen müssen in regelmäßigen Abständen umgetopft werden, denn das Wurzelwachstum füllt den bestehenden Topf irgendwann aus. Sie können nicht wie im Freiland grenzenlos wachsen, denn sie werden von den Kübeln im Wachstum eingeschränkt. Die Häufigkeit des Umtopfens ist daher abhängig vom Wachstum und den Bedürfnissen der Pflanze. Schnell wachende Pflanzen benötigen größere Töpfe, langsam wachsende kleine Töpfe. Einige Pflanzen wie etwa der Agapanthus stehen auch gerne eng im Topf.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass mediterrane Pflanzen alle 2 bis 3 Jahre umgetopft werden sollten, spätestens jedoch, wenn Wurzeln aus den Abflusslöchern schauen. Das Ende des Winters beziehungsweise der Anfang des Frühlings ist der beste Zeitpunkt um seine Pflanzen umzutopfen, denn in dieser Zeit sind die Pflanzen noch im Ruhezustand. Mit dem Beginn der Vegetationszeit und mehr Licht und Wärme können auch die Wurzeln im neuen Topf rasch anwachsen.

Große mediterrane Pflanzen umtopfen

Wenn man im Kübel wachsende mediterrane Pflanzen umtopfen will, kann das manchmal eine echte Herausforderung sein. Pflanzen die 1,80m bis 2,50m groß sind, sollten mindestens zu zweit umgetopft werden. Hier sollte man beachten, dass beim Umtopfen eine Wachstumsbremse eingebaut wird, denn sonst wachsen euch die Pflanzen über den Kopf. Bei der Wachstumsbremse reduziert man den Wurzelballen entweder rundherum um ca. 2cm oder man nimmt ein kleineres Tortenstück heraus. Ein bestehender Topf kann bei einem verkleinerten Wurzelballen weiterverwendet werden. Bei sehr großen Pflanzen kann man das Austopfen auch vornehmen, indem die Pflanze hingelegt wird. Dann kann man sie vorsichtig an stabilen Ästen aus dem Topf ziehen. Das Eintopfen hingegen muss mit einer stehenden Pflanze vollzogen werden, damit die Drainageschicht und auch die Erde gut aufgefüllt werden können.

Entscheidend – Erde und Drainage

Für das Umtopfen benötigt man einen im Durchmesser 4 bis 6 cm größeren Topf als zuvor, denn die Pflanze benötigt mehr Platz zum Gedeihen. Des Weiteren wird neue Erde benötigt. Am besten ist Komposterde geeignet, die ein nährstoffreiches, lebendes Substrat darstellt. Bei trockenheitsresistenten mediterranen Pflanzen wie dem Olivenbaum oder Sukkulenten kann auch statt Erde nur PON verwendet werden. Und schließlich ist eine Drainageschicht hilfreich, die die Pflanze vor Staunässe schützt. Das gelingt, indem die Drainageschicht aus Kies, Schotter oder Lechuzas PON überschüssiges Regenwasser abfließen lässt.

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

 

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Jahreszeiten-Kalender

Mein mediterraner Jahreszeiten-Kalender – Pflegetipps für’s ganze Jahr

Ein mediterraner Jahreszeiten-Kalender ist enorm hilfreich, wenn es um die jahrezeitlich passende Pflege von mediterranen und exotischen Pflanzen geht. Wann soll man Pflanzen ein- und wann wieder ausräumen? Wann können frostempfindliche Zwiebel- und Beetpflanzen in den Garten gepflanzt werden? In diesem Beitrag möchte ich euch meinen mediterranen Jahreszeiten-Kalender vorstellen und hoffe, dass er euch hilft, noch schönere und gesündere Pflanzen zu haben. 

Jahreszeiten-Kalender

Im Vollfrühling zeigen die Orangen mehrere Generationen, also Blüten,unreife und reife Früchte.

Wenn ihr eine Beratung wünscht oder weitere Fragen habt, könnt ihr diese hier stellen. Aktuelle Pflegetipps für den mediterranen Garten liefert mein Newsletter „Neues aus dem Mediterranen Garten“, zu dem ihr euch kostenlos und unverbindlich anmelden könnt.

Wissenswertes zum Jahreszeiten-Kalender

Wer kennt nicht berühmte Bauernregeln wie „Mai kühl und nass, füllt dem Bauern Scheun‘ und Fass“. Als ich mal wieder unsicher war, ob ich meine Pflanzen schon rausstellen sollte, kam mir der Gedanke, ob es neben den Bauern- nicht auch Gärtnerregel gibt. Und tatsächlich wurde ich bei meinen Recherchen fündig: Der phänologische oder Jahreszeiten-Kalender hilft, die Entwicklung der Natur besser einschätzen und mit der Natur mediterrane Pflanzen zu pflegen. 

Jahreszeiten-Kalender

Ist das Wetter wechselhaft -wie etwa im April- hat der Himmel am Meisten zu bieten.

Der Klimawandel – Jahreszeiten verschieben sich

Kalender gibt es viele: es gibt den kalendarischen oder den metereologischen Frühlingsanfang, die Chinesen haben einen anderen Kalender als wir Europäer. Doch der kalendarische oder auch der metereologische Frühlingsanfang haben immer weniger mit dem botanischen Frühlingsanfang zu tun. Die Ursache ist der Klimawandel, der zu einer Verschiebung der Jahreszeiten führt. Frühling, Sommer und Herbst setzen immer früher ein, der Winter wird entsprechend kürzer, wie der Bayerische Rundfunk zu berichten weiss. Es vergrößert sich aber auch die Unsicherheit, in welcher Jahreszeit wir uns gerade befinden. 

Jahreszeiten-Kalender

Milderes Klima hilft der Feige bei ihrem Vormarsch gen Norden.

So funktioniert der Jahreszeiten – oder Gartenkalender

Mehr Sicherheit gibt der Jahreszeiten-Kalender. Dieser knüpft den Beginn von Jahreszeiten an Naturphänomene wie etwa die Apfelblüte. Das erklärt auch den eher fachlichen Begriff des phänologischen Kalenders. Das interessante am phänologischen Kalender für Mitteleuropa ist, dass dieser insgesamt von 10 Jahreszeiten ausgeht. Es werden 10 Ereignisse in der Pflanzenwelt bestimmt, die den Start einer Jahreszeit bestimmen. Diese sind

  • Vorfrühling
  • Erstfrühling
  • Vollfrühling
  • Frühsommer
  • Hochsommer
  • Spätsommer
  • Frühherbst
  • Vollherbst
  • Spätherbst
  • Winter. 

Bemerkenswert ist, dass der Winter nicht weiter unterteilt wird. Die Erklärung ist einfach: Im Winter ruhen die Pflanzen und eine nennenswerte pflanzliche Aktivität findet nicht statt. In den nächsten Abschnitten möchte ich euch mit meinem mediterranen Jahreszeiten-Kalender die wichtigsten Jahreszeiten für den mediterranen Garten und die dann durchzuführenden Pflegemaßnahmen erläutern. 

Der mediterrane Jahreszeiten-Kalender

Besonders wichtig für mediterrane und exotische Pflanzen ist der Schutz vor Frost. Daher sind die Übergangsjahreszeiten im Frühjahr und Herbst die wichtigsten. Gerade in diesen Zeiten hilft die Naturbeobachtung des phänologischen Kalenders. 

Jahreszeiten-Kalender

Schneeglöcken und Buschwindröschen sind klassische Frühlingsboten.

Vorfrühling

Der Vorfrühling beginnt, wenn die Schneeglöckchen blühen. In dieser Zeit, meistens im Februar bis März, kann man sich auf den Frühling freuen. Zum Rausstellen frostempfindlicher Pflanzen ist es allerdings noch zu früh. Allerdings kann der Saisonstart geplant werden. Wer genug Platz im Winterquartier hat, kann dort die Pflanzen umtopfen und schneiden. 

Jahreszeiten-Kalender

Oft zeigen sich die ersten Blüten der Zitrone schon im Winterquartier.

Erstfrühling

Die Frühlingsboten für den Erstfrühling sind die Forsythien. Wenn diese im April blühen, kann man nicht nur die Rosen schneiden (wie vielleicht manche wissen), sondern auch die ersten Pflanzen rausstellen. Im Erstfrühling können die robusteren Zitrussorten wie Zitronenbaum, Orangenbaum, Mandarine und Kumquat rausgestellt werden. Auch der Oleander oder die Calla können schon raus.  Allerdings sollten all diese Pflanzen geschützt z.B. nah am Haus aufgestellt werden. Spätfröste wie im Frühjahr 2017 sind noch möglich, so dass man im Zweifel Pflanzen wieder reinräumen muss. Die erste Umtopf- und Schnittrunde hält Mediterrangärtner und -gärtnerinnen auf Trab. Bei Frühlingsgewittern und Platzregen müssen die Pflanzen geschützt werden. 

Jahreszeiten-Kalender

Eine der schönsten Blüten im mediterranen Garten zeigt die Ananasguave.

Vollfrühling

Wenn die Apfelbäume blühen, dann ist Vollfrühling. Nun kann die zweite Runde der Auswinterung erfolgen. Wärmeliebende Zitruspflanzen wie die Buddhas Hand Zitrone oder Mexikansiche Limette, empfindliche subtropische Kübelpflanzen wie Wandelröschen, Bougainvillea oder Ananasguave können nun ebenfalls rausgesetzt werden. Wer empfindliche Sukkulenten wie Agaven und Aloen hat, kann diese so nach draußen stellen, dass sie vor allem vor Regen geschützt sind. 

Jahreszeiten-Kalender

Auch wenn die Agave parryi bedingt winterhart ist, kann sie erst im Vollfrühling ungeschützt raus.

Ab dem Vollfrühling kann man damit rechnen, dass auch nachts die Temperaturen im zweistelligen Bereich liegen. Das verlängert das Wachstum der mediterranen Pflanzen erheblich. Die Pflanzen treiben aus, bilden Knospen und Blüten. Da sie nun auch Nährstoffe benötigen, beginnt im Vollfrühling auch das Düngen der Pflanzen. Da höhere Temperaturen auch die Verdunstung intensivieren beginnt im Vollfrühling die Zeit des Gießkannenschleppens. Das Gießen der mediterranen Pflanzen sollte aber stets bedarfsgerecht erfolgen, am Besten verwendet ihr einen Feuchtigkeitsmesser. 

Frühsommer

Im Frühsommer, der von der Holunderblüte eingeläutet wird, gibt es kein Halten mehr. Nun können auch die empfindlichsten Exoten wie etwa die Gloriosa einen Platz draußen beziehen. Beet- und Balkonpflanzen sind eingepflanzt und auch Gemüse wie Tomaten und Auberginen beginnt nun zu wachsen und zu gedeihen. 

Jahreszeiten-Kalender

Die spekatukuläre Blüte der Ruhmeskrone

Hochsommer und Spätsommer

Der Hochsommer wird von der Lindenblüte eingeleitet. Im Sommer können wir alle Pflanzen genießen, müssen aber auch regelmäßig gießen und düngen. Für viele fällt die Urlaubszeit in den Hoch- oder Spätsommer, was schade ist, denn nun ist der Mediterrane Garten am schönsten. 

Im Spätsommer lässt die Vegetation bereits etwas nach. Bei vielen Pflanzen ist die Blüte vorbei, so dass sich Fruchtansätze zeigen. So sind auch reife Frühäpfel die Boten des Spätsommers. 

Jahreszeiten-Kalender

Eine späte, dafür aber umso schönere Blüte – die Engelstrompete

Frühherbst

Während heimische Pflanzen im Frühherbst bereits in die Schlussrunde gehen, beginnt bei einigen spät austreibenden Kübelpflanzen wie etwa der Engelstrompete erst die Blüte. Die Nächte werden etwas kühler, das sich verringernde Wachstum reduziert auch den Wasserbedarf der Pflanzen. Ab dem Frühherbst, der von der Holunderreife bestimmt wird, sollte nicht mehr gedüngt werden, um Überdüngung zu vermeiden. Auf Frost muss zum Glück nicht geachtet werden. 

Jahreszeiten-Kalender

Sie blüht meist bis in den Herbst – die Bougainvillea.

Vollherbst

Das ändert sich im Vollherbst, der von reifen Walnüssen angekündigt wird. Die empfindlichsten Pflanzen müssen in kälteren Lagen bereits eingeräumt werden. Bei mir ziehen die Pflanzen in den gleichen Etappen ins Winterquartier ein, wie sie im Frühjahr ausgezogen sind. Allerdings sollte nicht zu früh eingeräumt werden. Ein goldener Oktober kann wichtigen Sonnenschein liefern, der für die Pflanzen Energie bedeutet. Diese wird als Zucker in Wurzeln, Stamm und Ästen eingelagert und steht während des Winters aber auch im Frühjahr für den Austrieb zur Verfügung. 

Jahreszeiten-Kalender

Gefroren hat es heuer …

Spätherbst

Wenn sich das Eichenlaub verfärbt, ist Spätherbst. Jetzt im November sind nicht nur erste Fröste wahrscheinlich sondern auch Herbststürme und viel Regen. Nicht unbedingt das Lieblingswetter mediterraner Pflanzen. Nun beginnt das große Räumen. Vor dem Einräumen in das Winterquartier ist die Überprüfung auf Schädlinge wie etwa Schildläuse wichtig. Zu groß geratene Pflanzen sollten jetzt in einem Vorschnitt gekürzt werden, damit der Platz in der Überwinterung ausreicht. Der eigentliche Hauptschnitt findet aber erst im Frühjahr statt. Auf Umtopfen sollte verzichtet werden, es sei denn, einer Pflanze geht es sehr schlecht. 

Winter

Bei deutlichen reduzierten Temperaturen -zwischen 5° und 10° C für mediterrane und 10° und 15° für subtropische Pflanzen- beginnt nun die Winterruhe. Das heisst nicht, dass die Pflanzen keine Betreuung brauchen. Schädlingskontrolle und gelegentliches aber stets moderates Gießen, wenn die Erde weitgehend abgetrocknet ist, gehören zu den Aufgaben in der Überwinterung. Doch das schönste im Winter ist, vom Frühjahr zu träumen und erste Pläne für das neue Gartenjahr zu machen. 

Fotos und Text. Dr. Dominik Große Holtforth

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Jasminum officinale Jasmin

Jasminum officinale – weiße Duftwolke für jeden Standort

Der Echte Jasmin, der botanisch Jasminum officinale heißt, ist eine wunderbare Terrassen-, Balkon- und auch Zimmerpflanze. Sie ist für viele der Inbegriff der Duftpflanze, denn ihre zahlreichen weißen Blüten entwickeln einen überwältigenden Duft. Die Pflanze ist zudem sehr pflegeleicht und damit ideal für Einsteiger, allerdings nicht winterhart. Erfahrt hier, wie ihr den Jasminum officinale halten und pflegen könnt. 

Jasminum officinale Jasmin

Im Frühjahr zeigen sich hunderte Knospen, aus denen bei erster Wärme toll duftende Blüten werden.

Wenn ihr eine Beratung wünscht oder weitere Fragen habt, könnt ihr diese hier stellen. Aktuelle Pflegetipps für den mediterranen Garten liefert mein Newsletter „Neues aus dem Mediterranen Garten“, zu dem ihr euch kostenlos und unverbindlich anmelden könnt.

Wissenswertes zum Jasminum officinale

Die Gattung Jasminum gehört zu den wichtigsten Zierpflanzen-Gattungen. Neben dem hier im Vordergrund stehenden Jasminum officinale sind weiter der Zimmerjasmin Jasminum polyanthum oder auch der Primeljasmin Jasminum mesnyi interessant. Doch keine Angst, ihr müsst nicht alle 200 Arten der Jasminfamilie durchprobieren – zumal schon ein Jasmin soviel Duft liefert, dass ihr damit ausreichend versorgt seid. Kein Wunder, Jasmin gehört traditionell zu den Zutaten der Parfümherstellung. Die Herkunft des Jasminum officinale sind ganz überwiegend die tropisch bis subtropisch, auf jeden Fall warm temperierten Regionen Afrikas und Asiens. Der Schwerpunkt der Zierarten stammt aus Ostasien. Jasminum officinale hat neben der Bezeichnung „Echter Jasmin“ noch weitere Beinamen, gelegentlich liest man vom „Weißen Jasmin“ oder „Gemeiner Jasmin“.

Jasminum officinale Weißer Jasmin

Die Bezeichung Weißer Jasmin dürfte wohl jeder verstehen.

Jasminum officinale – viele Namen für eine Pflanze

Botanisch kann es verwirrend sein, dass häufig ein sehr ähnlicher J. affine und auch J. grandiflorum als „Echter Jasmin“ angeboten wird. Gerade auf den Unterschied zwischen J. affine und Jasminum officinale solltet ihr achten: J. affine hat nicht nur leicht rosa Blüten, sondern ist deutlich frostempfindlicher. J. officinale kann kurzfristig auch mal Frost vertragen, J. affine hingegen nicht. Als bedingt winterhart würde ich aber nur den Primeljasmin Jasminum mesnyi bezeichnen. 

Jasminum officinale Echter Jasmin

Die weit herausragenden Blüten geben dem Jasmin einen eleganten Eindruck von Leichtigkeit.

Wuchs und Blüte

Jasminarten sind im Wuchs alle recht ähnlich. Sie wachsen bei guten Bedingungen recht üppig. Gleichzeitig sind sie Kletterpflanzen, die man mit einem Spalier oder einer Pyramide im Wuchs unterstützen muss. Die Blüten erscheinen zu Hunderten erst als schmale und lange Knospen an den Zweigenden. Die Blüte erscheint in einem warmen Wintergarten oder in der Wohnung bereits im frühen Frühjahr, bei kühler Überwinterung und auf Balkon oder Terrasse erst später im Frühjahr oder Frühsommer. Interessant sind auch die roten Beeren, die bei erfolgreicher Bestäubung entstehen. Bestäuber sind nachtaktive Insekten, die vom Jasmin in der Dunkelheit Orientierung durch die hellweiße Farbe und durch den starken Duft erhalten. 

Jasminum officinale Weißer Jasmin

Die Roten Beeren des Weißen Jasmin (Jasminum officinale)

Die Pflege beim Echten Jasmin

Der Echte Jasmin bietet einen unkomplizierten Einstieg in die Kübelpflanzen-Pflege. Vor allem eignet sich der Jasminum officinale für viele unterschiedliche Standort. 

Standorte für den Echten Jasmin

Der Jasmin sollte von April bis Oktober im Freiland im Kübel platziert werden. Je sonniger und wärmer der Standort ist, umso üppiger fällt die Blüte aus. Er kann aber auch ganzjährig im Wintergarten, Warm-Wintergarten oder auch in der Wohnung stehen. Allerdings kann dort der intensive Duft dem einen oder anderen zuviel werden. Außerdem darf die Luft in der Wohnung nicht zu warm und zu trocken sein. 

Jasminum officinale

Der Echte Jasmin bildet ein wahres Blütenmeer.

Gießen und Düngen

Der echte Jasmin ist eine eher starkzehrende Pflanze, benötigt also ein ausreichendes Maß an Feuchtigkeit und auch Nährstoffen, die im Kübel während der Wachstumszeit durch Düngung aufgefüllt werden müssen. 

Der Jasmin muss konstant feucht gehalten werden, ohne dass er nass wird oder Staunässe entsteht. Er kommt allerdings eher mit etwas mehr Feuchtigkeit als mit Trockenheit zurecht. Diese führt zu Blattfall, was nicht ganz so schön aber auch nicht dramatisch ist. Bei der Wasserqualität ist der Jasmin anspruchslos, er kommt also auch mit härterem Leitungswasser zurecht. Idealer Gießzeitpunkt ist am Morgen, denn dann ist die Pflanze im Sommer während des Tages mit Wasser versorgt. 

Jasminum officinale

Bei guter Versorgung mit Wasser und Nährstoffen ist die Blüte beim Jasmin sehr zahlreich.

Als Dünger eignet sich ein Voll- oder Kübelpflanzendünger. Dieser wird von ca. Mai bis August wöchentlich verabreicht. Auch Düngestäbchen sind geeignet und erleichtern die Düngung. Bei der Dosierung solltet ihr euch stets an den Angaben der Hersteller orientieren. Überdüngung erkennt man an braunen Blatträndern. 

Die Überwinterung beim Jasminum officinale

Auch in der Überwinterung ist der Jasmin pflegeleicht. Auch wenn gelegentlich zu lesen ist, er sei frostverträglich, sollte man diese Frostverträglichkeit nicht als Winterhärte auffassen. Wenn der Jasmin einmalig einige Minusgrade abbekommt und dann Büten und Blätter absterben, treibt er wieder aus. Er übersteht aber keineswegs längere Frostperioden oder mehrere Nächte mit Minusgraden. 

Er sollte daher frostfrei, kühl und hell überwintern, kann aber auch etwas wärmer stehen. Das ist gerade in gut isolierten Häusern ganz hilfreich, wo es auch in nicht beheizten Räumen selten kühler als 15° C wird. Wenn es mild temperiert ist, braucht der Jasmin während des Winters mehr Pflege. Die Erde sollte immer leicht feucht gehalten werden. Bei kühler Überwinterung muss man den Jasmin einmal im Monat, bei milden Temperatur alle zwei Wochen oder wöchentlich gießen. Gedüngt wird im Winter nicht. 

Jasminum officinale

Bei warmer Überwinterung zeigen sich die Knospen deutlich früher als im Kalthaus.

Schnitt, Topf und Erde

Sehr hilfreich für die Pflege des Jasmins ist, dass ihr ihn problemlos schneiden könnt. Verliert er mal Blätter, wächst er zu üppig oder haben sich die kletternden Ranken allzu fest an Gegenstände auf der Terrasse geklammert – kein Problem, der Griff zur Schere wird es lösen. Nach einem Rückschnitt braucht man dann noch ein wenig Geduld und warme Temperaturen bis Jasminum officinale zu alter Schönheit heranwächst. 

Der Topf oder Kübel für den Jasmin braucht unbedingt ein Abflussloch, damit keine Staunässe entsteht. Auch bei der Erde ist der Jasmin anspruchslos. Es reicht eine gute torffreie Pflanzerde, die man mit Kokosfasern ergänzen kann, um die Durchlässigkeit sicherzustellen. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

Literatur: Christoph und Maria Köchel: Kübelpflanzen – der Traum vom Süden. Die schönsten Arten im Portrait – Standort und Pflege, München 2003

 

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Heliconia Hummerschere

Die Heliconia – rote Hummerschere aus dem Regenwald

Die Heliconia mit dem hübschen Trivialnamen Hummerschere ist für viele Inbegriff der Wintergartenexotik. Nicht  nur ihre in der Form einzigartigen und farbenfrohen Blüten sondern auch die Blätter schmücken jede tropisch  bis subtropische Pflanzung. In diesem Beitrag erkläre ich, wie man die Heliconia halten und pflegen kann und einige Heliconia Arten vorstellen. 

Heliconia Hummerschere

Arten wie die Heliconia rostrata lassen ihre Blüten oben im Blättermeer des Dschungels wachsen.

Wenn ihr eine Beratung wünscht oder weitere Fragen habt, könnt ihr diese hier stellen. Aktuelle Pflegetipps für den mediterranen Garten liefert mein Newsletter „Neues aus dem Mediterranen Garten“, zu dem ihr euch kostenlos und unverbindlich anmelden könnt.

Botanik und Wuchs bei der Heliconia

Heliconia ist eine Gattung tropischer bis subtropischer Pflanzen mit je nach Zuordnung 100 bis über 200 Arten. Ihre in der Form einzigartige Blüte hat ihr den deutschen Namen „Hummerschere“ eingebracht, gelegentlich findet man auch die Bezeichnung „Krebsschere“. Da einige Sorten -wie etwa die Hybride Heliconia psittacorum x spathocircinata- in der Blüte der Strelitzie ähneln, ist eine weitere, aber eher seltene Bezeichnung „Falsche Paradiesvogelblume“. Eingedeutscht wird auch einfach von Helikonien gesprochen. 

Heliconia Hummerschere

Nomen est omen – die Blüten der Heliconia longiflora sind besonders lang und zeigen strukturelle Ähnlichkeiten zur Strelitzienblüte.

Herkunft und Verbreitung der Heliconia

Die Herkunft und natürliche Verbreitung der Helikonien erstreckt sich überwiegend über das tropische Südamerika, aber auch in Australien und Ozeanien sind Heliconiaarten zuhause. Bei uns sind die verschiedenen Arten regelmäßig Bestandteil der tropischen Sammlungen in Botanischen Gärten. Ihre aparten Blüten werden übrigens auch gerne von Floristen verwendet, man findet sie gelegentlich in besonders aufwändigen und dekorativen Blumensträußen. 

Heliconia Hummerschere

Auch als Schnittblume macht sich die Helikonie gut.

Botanik und Wuchs der Hummerscheren

Wesentlich enger als die Beziehung zur Strelitzie ist die zu den Bananen. Die Gattung Heliconia gehört zu den Bananengewächsen und hat daher mit Bananen auch einige Gemeinsamkeiten. Allen voran ist der Scheinstamm zu nennen. Dieser verholzt nicht, bildet aber dennoch ein Fundament für das Wachstum der langen Blätter. Diese wachsen -im Gegensatz zur Banane- an einem langen Stiel und sind länglich oval. Je nach Art wachsen die Blüten aufrecht stehend in Bodennähe oder werden von oben herab gebildet, so dass sich bei den hängenden Blüten ein wunderbar tropisches Ambiente ergibt. 

Heliconia Hummerschere

Die Blüten der Heliconia psittacorum sind klein und blau-weiss.

Der Blütenstand ist selbstverständlich die Hauptattraktion der Hummerschere. Er umfasst mal mehr, mal weniger Einzelblüten. Diese werden von in der Regel roten oder orangefarbenen Hochblättern umgeben. Die eigentlichen Blüten sind -wie etwa bei der Bougainvillea oder dem Weihnachtsstern- unscheinbar. 

Die interessantesten Arten

Nur die wenigsten werden einen großen Wintergarten besitzen, in dem man große Helikonien-Stauden kultivieren kann. Es empfiehlen sich ganz allgemein für die Kultur klein bleibende Arten, bei denen die Blüte aufrecht wächst. In Frage kommen dafür etwa die

  • H. bihai, die auch als Scharlachrote Hummerschere bekannt ist
  • H. psittacorum
  • H. humilis
Heliconia Hummerschere

Die kleinbleibende und aufrecht wachsende Heliconia humilis

Die passende Pflege für die Hummerschere

Damit die Helikonie gedeihen kann, braucht sie Standortbedingungen, die denen ihrer Heimat weitgehend entsprechen.

Der ideale Helikonien-Standort

Da sie tropischen bis subtropischen Ursprungs ist, benötigt sie ein dauerhaft warmes Quartier. Die Temperatur sollte im Sommer bei ca. 25° C, im Winter um die 20° C aber nicht unter 15° C liegen. Damit ist klar, dass die Heliconia nicht ungeschützt im Freiland platziert werden kann. Sie kann aber sehr gut in einem warmen Wintergarten, sowie als Zimmerpflanze gehalten werden, wenn ein feuchtes Klima geschaffen werden kann. Wer viel Platz im Haus hat, kann auch ein Pflanzenzimmer einrichten, wo sich Exoten wie die Hummerschere wohlfühlen. 

Die Lichtverhältnisse sind eher halbschattig als sonnig, im Sommer muss die Helikonie sogar vor Sonne geschützt werden. Dennoch braucht man die Sonne, um ausreichende Wärme zu erzielen. 

Heliconia Hummerschere

Eine fast klassisch schöne hängende Helikonienblüte

Gießen und Befeuchten

Das richtige Maß an Feuchtigkeit ist das A und O bei tropischen Pflanzen. Auf der einen Seite müssen Pflanzen wie die Hummerschere dauerhaft feucht gehalten werden. Diese Grundfeuchte darf aber nicht in Staunässe und übermäßige Feuchte umschlagen. Die Staunässe nimmt den Wurzeln den lebensnotwendigen Sauerstoff, übermäßige Feuchte führt zu Schimmelbildung. Insofern kommt bei der Pflege der Lüftung eine mitentscheidende Rolle zu. Regelmäßige Luftaustausch hilft, Wasser zu verdunsten und somit auch den Wasser- und Nährstofftransport der Pflanzen zu begünstigen. Stehende, stickige Luft dagegen belastet das Klima im Gewächshaus deutlich. 

Heliconia Hummerschere

Eine Heliconia latispatha

Vor diesem Hintergrund lautet die Gießempfehlung, die Heliconia mäßig feucht zu halten. Das erreicht man durch eine regelmäßige, also tägliche Befeuchtung, die aber auch stets den Feuchtegrad berücksichtigt. Das verwendete Wasser sollte weich sein und zimmerwarm sein. Neben dem Gießen ist weiter eine regelmäßige Befeuchtung mit der Sprühflasche ein wichtiger Beitrag zu einer artgerechten Pflege der Heliconia. 

Heliconia Hummerschere

Heliconia pogonantha var. pogonantha

Helikonien düngen

Die Versorgung der Helikonien mit Nährstoffen kann und sollte mit einem Volldünger erfolgen. Dieser kann als Düngestäbchen, als Flüssigdünger oder in Pulverform mit Wasser verabreicht werden. Bitte achtet beim Düngen auch auf den Zustand der Pflanze – wenn sie kein sonderliches Wachstum zeigt, braucht sie auch keinen Dünger. Überdüngung sollte vermieden werden. Gedüngt wird nur in der Wachstumszeit von Mai bis August oder September. 

Heliconia Hummerschere

Die besonders aparte Blüte der Heliconia pendula

Topf und Erde

Am Besten gedeihen die Pflanzen ausgepflanzt im Gewächshaus oder Wintergarten. Bei der Topf- oder Kübelhaltung sollte entsprechend ein großer Kübel verwendet werden. Die Erde ist humos, also nährstoffreich, aber dennoch durchlässig. Das kann mit einem Gemisch aus Komposterde, gekaufter Einheitserde und grobkörnigem Sand erreicht werden. Umgetopft wird im Winter und nur alle zwei bis drei Jahre oder wenn es Pflegeprobleme gibt. 

Tief im Dschungel – eine Heliconia pogonantha var. pognantha

Heliconia überwintern

Im Winter bleibt die Heliconia in ihrem Quartier, wo es ja immer mild bis warm ist. Über Frostschutz müssen wir also nicht sprechen. Bei der Überwinterung oder besser der Winterpflege der Hummerscheren kommt es zusätzlich darauf an, dass ihr die Wasser- und Feuchtigkeitsversorgung reduziert. Die Helikonie kommt im Winter mit weniger Licht aus, sollte aber dennoch hell stehen. Wenn das Winterlicht am Standort der Hummerschere zu gering ist, sollte ein Pflanzenlampe eingesetzt werden. 

Schnitt und Schädlinge

Da die Pflanze nicht verholzt, könnt ihr Helikonien problemlos schneiden. Man entfernt alle abgestorbenen oder ansonsten beeinträchtigten Pflanzenteile. Das können z.B. auch durch Schädlinge befallene Blätter sein. In Frage kommen Woll-und Schildlläuse sowie die Rote Spinne. Allerdings sollte eine regelmäßige Schädlingskontrolle ein rechtzeitiges Eingreifen bei Schädlingsbefall ermöglichen, so dass ein Abschneiden von Blättern die ultima ratio bleiben sollte.

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth  

Literatur: Wolfgang Kawollek: Pflanzen für den Wintergarten, Stuttgart 2005

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Zitrusbäume kaufen

Die schönsten Zitrusbäume kaufen – meine Kauf- und Pflegetipps

Wer Zitrusbäume kaufen möchte, sollte sich vorher Gedanken zum Standort, zur Art, zur Größe und zur Qualität der Zitrusbäume machen. Zitrusbäume sind nicht winterhart, aber auch keine Zimmerpflanzen – das stellt die Pflege vor besondere Herausforderungen. In diesem Beitrag möchte ich euch fünf Regeln für den Einkauf vorstellen, mit denen ihr nicht nur die schönsten Zitrusbäume kaufen könnt sondern auch lange Freude daran habt.

Zitrusbäume kaufen

Ein Orangenbaum in einer Limonaia am Gardasee

Wenn ihr eine Beratung wünscht oder weitere Fragen habt, könnt ihr diese hier stellen. Aktuelle Pflegetipps für den mediterranen Garten liefert mein Newsletter „Neues aus dem Mediterranen Garten“, zu dem ihr euch kostenlos und unverbindlich anmelden könnt.

Zitrusbäume – Klassiker mit Kultcharakter

Zitrusbäume faszinieren seit Tausenden Jahren. Ihre leckeren und gesunden Früchte, herrlich duftende reinweiße Blüten und ein edler Wuchs – das sind mehr als gute Gründe, Zitruspflanzen zu sammeln. Schon im Alten China oder im antiken Rom wusste man die Vorzüge der Zitrusfrüchte und -pflanzen zu schätzen. Nach Europa kamen die wertvollen Pflanzen im Mittelalter und in der Renaissance. Mauren und italienische Kaufleute brachten die Pflanzen von der arabischen Halbinsel an die Höfe Europas.

Zitrusbäume kaufen

Orangenbaum vor der Orangerie

Dort wurden die „Goldenen Äpfel“ der Hesperiden schon bald zum Kultobjekt, dem im Barock und Rokoko herrliche Gewächshäuser, die Orangerien, gewidmet wurden. Erst im 19. Jahrhunderte mit Aufkommen des Englischen Landschaftsgartens  kühlte sich das „Orangenfieber“ ab. Viele Orangerien wurden damals aufgegeben. Erst nach dem Krieg kam es zu einer Zitrus-Renaissance, die bis heute anhält. Das Internet macht es möglich, nicht nur viel über Zitrusbäume zu lernen, sondern diese auch bei spezialisierten Baumschulen zu kaufen. 

Zitrusbäume kaufen – fünf Regeln für den Einkauf

Zitrusbäume stammen ursprünglich aus Südostasien, wo sie in Höhenlagen wachsen. Sie benötigen also sonnige und warme Standorte, können aber auch kühlere Temperaturen aushalten. Nur Frost vertragen sie nicht, denn dieser kommt in ihrer Heimat nicht vor. Also solltet ihr eine frostfreie Überwinterung sicherstellen können, wenn ihr Zitrusbäume kaufen wollt. 

Zitrusbäume kaufen

Zitronenbäumchen am Fenster

Standort und Winterhärte

Meistens ist es Frühjahr und warm, wenn wir Zitrusbäume kaufen. Wer denkt da schon an den Winter. Doch dieser kommt bestimmt, deshalb solltet ihr vor dem Kauf überlegen, wo der Zitrusbaum im Winter stehen soll. Das Winterquartier sollte mit 5° bis 10° C kühl und hell sein. Typische Winterquartiere sind Gartenhäuser, Wintergärten, unbeheizte Treppenhäuser oder andere Nebenräume mit einer Tageslichtquelle. Wenn man nur einen kühlen aber dunklen Raum hat -etwa in der Garage- kann man auch eine Pflanzenlampe einsetzen, die dem Zitrusbaum hilft, durch den Winter zu kommen. 

Zitrusbäume kaufen

Goldgelbe Mandarinenlimette

Aber in das Winterquartier sollte der Zitrusbaum erst so spät wie möglich ziehen, aber immer vor dem Frost. Im Frühjahr, Sommer und Herbst ist ein sonniger, warmer und geschützter Platz auf der Terrasse oder auf dem Balkon ideal. Leider ist ein Zitrusbaum keine Zimmerpflanze. Nur eine Zitrussorte -der Calamondin– kann an einem sehr hellen Fensterplatz in der Wohnung wachsen. 

Wer kein geeignetes Winterquartier hat, kann eine winterharte Zitrusbäume kaufen. Besonders populär ist eine Yuzu, die -10° C frosthart ist. Noch winterhärter ist die Dreiblättrige Orange, Poncirus trifoliata, die bis -19° C winterhart ist. Allerdings ist sie keine echte Zitruspflanze, sondern nur eine Verwandte. Dafür sehen ihre Früchte aus wie Orangen, sind aber nicht genießbar. Wer das volle Zitrusaroma genießen will, der braucht schon eine der berühmten Kultursorten aus der Gattung Zitrus. 

Die richtige Zitrussorte für euch

Wer Zitruspflanzen kaufen möchte, hat die Qual der Wahl. Es gibt ca. 1.600 Arten und Sorten und wenn man einmal mit einer Zitrussammlung begonnen hat, ist häufig nur noch der Platz im Winterquartier die Begrenzung. Doch die Auswahl der Zitrussorten sollte überlegt sein. Dabei spielen Pflegeansprüche und euer Geschmack die entscheidende Rolle.

Am besten beginnt ihr mit einer pflegeleichten Einstiegssorte. Allen voran kann ich euch die Klassiker

  • Zitronenbaum
  • Orangenbaum
  • Mandarinenbaum

empfehlen. Bei diesen Zitrusarten könnt ihr von einer guten Verfügbarkeit ausgehen. Etwas seltener, aber nicht minder schön sind 

  • Kumquat
  • Limetten
  • Bitterorangen, 

wobei gerade die Bitterorangen sehr robust sind. Die Gruppe der Limetten umfasst viele Sorten, so dass ihr euch vor dem Kauf zur Sorte erkundigen solltet. 

Wärmeliebender und damit etwas pflegeintensiver sind 

  • Zedratzitrone wie Buddhas Hand oder die Rote Zitrone
  • Bergamotte und
  • Grapefruits und Pampelmusen. 

Die passende Größe für euren Zitrusbaum

Wenn ihr Zitrusbäume kaufen wollt, könnte schnell die Idee aufkommen, einen Orangen – oder Zitronenbaum „in Groß“ zu kaufen. Solche Bäume werden angeboten, doch solltet ihr bedenken, dass mit einem großen Baum auch das Risiko wächst, dass sich der Baum bei euch nicht wohlfühlt. Wenn ihr Einsteiger seid, empfehle ich euch zunächst, kleinere oder mittelgroße Bäume anzuschaffen. Wenn ihr Erfahrung gesammelt habt und euch gut mit dem Standort auskennt, könnt ihr es auch mit größeren Bäumen versuchen und zB. einem Zitronenbaum XXL kaufen. 

Auf die Frucht kommt es an – die Rolle der Veredelung der Zitrusbäume

Die wichtigste Eigenschaft eines Zitrusbaums, den ihr kaufen könnt, ist sicher, dass er Früchte trägt. Damit ihr auch einen kleinen Orangen- oder Zitronenbaum mit Früchten kaufen könnt, veredelt man die Zitruspflanzen. Dazu wird ein Edelreis der gewünschten Sorte von einem fruchtbaren Mutterbaum geschnitten und auf eine robuste Wurzelunterlage gepropft. Diese Methode ist Jahrhunderte lang bewährt und bei allen guten und seriösen Zitrusangeboten Standard. Von nicht veredelten Zitruspflanzen sollte man sogar Abstand nehmen, denn es besteht das Risiko, dass der Baum unfruchtbar ist. Erkundigt euch beim Kauf nach der Verdelung, damit geht ihr auf Nummer Sicher. 

Übrigens sollten die Früchte, die im Zeitpunkt des Kaufs am Baum sind, nicht verzehrt werden. In der Regel wird in den südeuropäischen Baumschulen, wo die Pflanzen produziert werden, chemischer Pflanzenschutz eingesetzt. Nur solche Früchte, die ihr selbst ohne Gift großgezogen habt, könnt ihr bedenkenlos mit Schale verzehren bzw. verwenden. 

Wo man Zitrusbäume kaufen sollte

Das Angebot an Zitrusbäumen ist groß. Gartencenter, Baumärkte, selbst Discounter bieten die begehrten Pflanzen an. Allerdings sind die Qualitäten sehr unterschiedlich, auch ist das Wissen der Anbieter über Zitruspflanzen sehr begrenzt. Ich empfehle daher, die Zitrusbäume bei einer versierten Baumschule wie Lubera zu bestellen. Diese produzieren einen Teil der Pflanzen sogar selbst und haben als Obstbaumspezialist langjährige Erfahrung bei der Veredelung, der Zucht und der Pflege von Pflanzen. Da Lubera Pflanzen auch versendet, kommt euer Zitrusbaum bequem per Paket zu euch nach Hause. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

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Kanarischer Ginster Genista canariensis

Kanarischer Ginster – gelbe Blütentrauben von den Kanaren

Kanarischer Ginster -Genista canariensis- ist eine wunderschön gelb blühende Kübelpflanze, die pflegeleicht und robust ist. Der immergrüne buschig wachsende Strauch ist eine Bereicherung für jede Kübelpflanzensammlung und ist leicht zu überwintern. Er ist bedingt winterhart bis -5° C. Alle wichtige Informationen zur Pflege des Kanarischen Ginsters findet ihr in diesem Beitrag. 

Kanarischer Ginster

Üppige Blüten in Gelb machen den Kanarischen Ginster attraktiv.

Wenn ihr eine Beratung wünscht oder weitere Fragen habt, könnt ihr diese hier stellen. Aktuelle Pflegetipps für den mediterranen Garten liefert mein Newsletter „Neues aus dem Mediterranen Garten“, zu dem ihr euch kostenlos und unverbindlich anmelden könnt.

Der Kanarische Ginster – Herkunft und Botanik

 Nomen est omen – natürlich stammt Kanarischer Ginster von den Kanarischen Inseln ist aber mittlerweile auch auf dem Spanischen Festland, in anderen Teilen Südeuropas oder Kalifornien zu finden. Botanisch heisst er Genista canariensis, gelegentlich findet man auch Teline canariensis als Bezeichnung für den Strauch. Im Englischen heisst der Kanarische Ginster „Canary broom“ oder „Canary Islands broom“, was soviel wie „Kanarischer Besen“ oder „Besen von den Kanarischen Inseln“ heisst. Diese Bezeichnung geht wohl eher auf die Ähnlichkeit zum Besenginster (Cytisus scoparius) als auf eine tatsächliche Verwendung von Genista-Zweigen als Besen. Um die Namensverwirrung komplett zu machen, sei noch auf Cytisus canariensis als gelegentlich verwendete Bezeichnung verwiesen. 

Kanarischer Ginster Genista canariensis Teline canariensis Cytisus canariensis

Laub und Blüten sind feingliedrig und wirken filigran.

Verwechslungsgefahr zum Besenginster besteht aber tatsächlich nur beim Namen und aus der Ferne. Der Wuchs des Strauches ist kompakt und dicht verzweigt. Aber während der Besenginster über harte Blätter und sparrige Äste verfügt, sind Blätter und Zweige beim Kanarischen Ginster weicher und biegsamer. Die jungen Triebe und Blätter sind zottig behaart, die Behaarung fällt an den Zweigen aber später wieder ab, während an den Blättern eine seidige Behaarung zurückbleibt. Die Blätter wachsen zu dritt in Lilienform an kurzen Stielen, die Blüten an den langen Enden der Äste. Der Duft der zahlreich und in Trauben erscheinenden Blüten ist wunderbar. Blütezeit ist ca. von Mai bis Juli. 

Kanarischer Ginster

Die Blütezeit ist im mittleren Frühjahr bis in den Frühsommer hinein.

Die Wuchshöhe im Freiland auf den Kanaren oder im Mittelmeerraum findet bei 2 Meter ihr Maximum, als Kübelpflanze bleibt Genista canariensis kleiner. Eine Wuchshöhe von ca. 1 Meter lässt sich auch problemlos durch Rückschnitte bei der gut zu schneidenden Pflanze einstellen. 

Kanarischer Ginster – meine Pflegetipps

Kanarischer Ginster ist -wie sein Namenspendant- pflegeleicht und somit eine dankbare Kübelpflanze. Die wichtigsten Pflegefragen betreffen den Standort, Gießen und Düngen sowie Schneidearbeiten. 

Kanarischer Ginster

Wuchs, Blüte und Blätter verleihen dem Kanarischen Ginster eine schöne Leichtigkeit.

Der Standort

Die Pflanze muss vor Frost geschützt werden, so dass ihr einen Freiland- und einen Winterstandort für Genista canariensis benötigt. Im Frühjahr und Sommer ist ein sonniger bis halbschattiger Standort ideal. Je mehr Sonne die Pflanze bekommt, umso üppiger fällt auch die Blüte aus. Da der Strauch eher klein ist, solltet ihr darauf achten, dass er nicht unnötig von anderen Pflanzen beschattet wird. Das Winterquartier, das der Kanarische Ginster im mittleren bis späten Herbst bezieht, ist kühl und hell, entspricht also der für mediterrane Pflanzen typischen Überwinterung. Die Ansprüche an die Luftfeuchtigkeit sind gering, allerdings ist Kanarischer Ginster keine Zimmerpflanze. 

Kanarischer Ginster Genista canariensis

Die Blüten des Kanarischen Ginsters erscheinen in Trauben an den Enden der Äste.

Gießen und Düngen

Die Ansprüche an die Bewässerung sind völlig durchschnittlich. Die Erde sollte stets moderat feucht gehalten werden. Staunässe ist zu vermeiden. In der Vegetations-, also Wachstums- und Blütezeit sollte Kanarischer Ginster wöchentlich gedüngt werden. Dazu ist ein Kübelpflanzendünger geeignet, den ihr nach Angaben des Herstellers über das Gießwasser verabreicht. 

Der Schnitt beim Kanarischen Ginster

Um einen schön verzweigten und kompakt wachsenden Kübelstrauch zu erhalten, wird empfohlen, die Pflanze in jungen Jahren regelmäßig zu stutzen. Das könnt ihr erreicht, indem ihr den Austrieb des letzten Jahres wieder zurückschneidet, allerdings nicht komplett. Wenn nach wenigen Jahren eine ausreichende Verzweigung erreicht ist, ist kein weiterer Rückschnitt erforderlich. Dennoch solltet ihr im Frühjahr die Schere zur Hand nehmen, um die Krone ein wenig in Form zu schneiden.

Topf und Erde

 Bei Topf und Erde erwarten versierte Kübelpflanzengärtnerinnen und -gärtner keine Überraschung. Die Erde muss durchlässig sein, wofür eine gute Drainageschicht im unteren Drittel des Topfs sorgt. Diese besteht aus Steinchen wie Kies, Lavaschotter oder Poroton, die mit Erde gemischt werden. Die Erde kann eine Kübelpflanzenerde sein, aber auch eine eigene Mischung. Dazu nehmt ihr torffreie Pflanzerde, Kokosfasern sowie auch etwas Drainagematerial, allerdings weniger als in der eigentlichen Drainageschicht. Umgetopft wird zusammen mit dem Schnitt im beginnenden Frühjahr. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

Literatur: Wolfgang Kawollek: Pflanzen für den Wintergarten, Stuttgart 2005

 

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Minzestrauch Prostanthera rotundifolia

Prostanthera rotundifolia – der Australische Minzestrauch

Der Australische Minzestrauch Prostanthera rotundifolia ist eine hübsche Kübelpflanze von „Down under“. Aber nicht nur die zahlreichen hellvioletten Blüten begeistern. Aromaenthusiasten werden von den duftenden Blätter mit ihrem intensiven Eukalyptusaroma begeistert sein. In diesem Beitrag erfahrt ihr, wie ihr diese Kübelpflanze hierzulande pflanzen und pflegen müsst. 

Prostanthera rotundifolia Australischer Minzestrauch

Die kleinen, hübschen Blüten machen den Minzestrauch zu einer attraktiven Terrassen- und Wintergartenpflanze

Wenn ihr eine Beratung wünscht oder weitere Fragen habt, könnt ihr diese hier stellen. Aktuelle Pflegetipps für den mediterranen Garten liefert mein Newsletter „Neues aus dem Mediterranen Garten“, zu dem ihr euch kostenlos und unverbindlich anmelden könnt.

Wissenswertes zum Australischen Minzestrauch

Die äußere Erscheinung von Prostanthera rotundifolia erinnert ein wenig an Rosmarin, auch wenn die kleinen runden Blätter (rotundifolia) eher wie Liguster oder Buchsbaum aussehen. In seiner südaustralischen Heimat oder vergleichbaren Klimazonen, wo Prostanthera ausgepflanzt werden kann, wächst er buschig und kann auch für niedrige Hecken verwendet werden. Bei uns ist er nicht winterhart, macht sich aber auch hervorragend als Kübelpflanze. Deren Wuchs dürfte sich in der Höhe bei 1 Meter und in der Breite auf 50 cm maximal beschränken. Die Blüte erscheint sehr zahlreich in hellviolett im frühen bis mittleren Frühjahr. Die kleinen, runden Blüten wachsen an Rispen und können bei guter Pflege ein regelrechtes Blütenmeer bilden. 

Botanik und Verwendung

Botanisch gehört der Minzestrauch zu den Lippenblütlern Lamiaceae. Gelegentlich findet man neben der deutschen Bezeichnung „Australischer Minzstrauch“ auch die nicht minder irreführende Bezeichnung „Honigmyrte“. Irreführend deshalb, da das Eukalyptusaroma der Blätter unterschlagen wird. Dieses sollte und kann Aromaenthusiasten dazu verleiten, die Blätter für die Herstellung von Tee und zum Würzen etwa in Saucen oder Dressings zu verwenden, wie es auch die Australier tun. Allerdings sollten die Blätter nur sparsam eingesetzt werden, das Aroma ist sehr intensiv. 

Die Pflege von Prostanthera rotundifolia

Wer ein Händchen für Kübelpflanzen hat -und das haben die Leserinnen und Leser von „Mein mediterraner Garten“ ja 😉 wird auch mit der Pflege des Australischen Minzstrauchs zurecht kommen. 

Der Standort

Für die Standortwahl ist es immer hilfreich, sich die Herkunftsregion einer Pflanze vorzustellen. Im Fall von Prosthantera ist das das südliche und südwestliche Australien, das ein subtropisches bis gemäßigtes Klima aufweist. Folglich braucht der Minzstrauch nach dem Frost einen sonnigen und trockenen Standort. Ein  Regen- und Windschutz ist also sinnvoll bzw. notwenig. Bevor es im Herbst oder frühen Winter kälter wird, müsst ihr Prostanthera rotundifolia in ein frostfreies und helles Winterquartier. 

Gießen und Düngen

Die Australische Minze ist auch im Wasserbedarf eine „mediterrane“ Pflanze. Die Kübelpflanze verträgt eher Trockenheit als Staunässe, darf aber nicht ganz trocken sein. Eine gute Drainage in der durchlässigen Kübelerde und das obligatorische Abflussloch sind wichtige Voraussetzungen dafür, dass die Wurzeln gut gedeihen. Im Winter sinkt der Feuchtigkeitsbedarf weiter.  Dann sollte die Erde nur noch leicht feucht gehalten werden. 

Düngebedarf besteht aufgrund der Kübelhaltung auch. Da der Minzstrauch anspruchslos ist, reicht es von April bis August alle 14 Tage einen Kübelfpflanzendünger zu verabreichen. 

Umtopfen, Schneiden und Schädlinge beim Minzstrauch

Das Umtopfen erfolgt je nach Wachstum in jedem Jahr, bei einem älteren Strauch nur noch alle zwei Jahre. Ein Schnitt ist in der Regel nicht erforderlich, da Prostanthera schön verzweigt und natürlich wächst. Schädlinge werden von den ätherischen Ölen ferngehalten, die das besondere Aroma der Pflanze ausmachen. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

Literatur: Rob Herwig – das praktische Handbuch der Zimmerpflanzen, München 1987 

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