Kamelie pflanzen

Eine Kamelie pflanzen – Standort und Sorte entscheiden

Wer eine Kamelie pflanzen will, sollte sich ein wenig Zeit nehmen, um für seinen Standort die richtige Kameliensorte auszuwählen. Kamelien sind wunderschöne Gartenpflanzen, die aber auch nicht ganz pflegeleicht sind. In diesem Beitrag findet ihr wichtige Hinweise und Tipps, wie man eine Kamelie pflanzen und pflegen muss. 

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Kamelie pflanzen

Eine rote Kamelie der Sorte ‚Kimberly‘

Wissenswertes, wenn ihr eine Kamelie pflanzen möchtet

Kamelien sind winterliche Stars in vielen Wintergärten, Gärten und Parks. Die „Rose des Winters“ ist nur einer von vielen liebevollen Beinamen, die ihr wegen ihrer wunderschönen Blüten gegeben wurden. Im 19. Jahrhundert kam es sogar zu einem regelrechten Kamelien“Hype“, als die Pflanze zum ersten Mal in europäischen Gärten gepflanzt wurde. „Die Kameliendame„, „La Traviata“ und andere Ehrungen in Kunst und Kultur begründeten den Siegeszug der Kamelie fern ihrer südostasiatischen Heimat. Sie stammt ursprünglich aus Japan und dem südlichen China. Botanisch heißt sie Camellia japonica und gehört zu den Teestrauchgewächsen. Sie ist also eng verwandt mit der noch viel berühmteren Teepflanze, der Camellia sinensis

Kamelie pflanzen

Camellia japonica ‚Snow White‘

Wuchs und Blüte

Die Kamelie ist ein immergrüner Halbstrauch, der aber in idealen Bedingungen durchaus mehrere Meter hoch werden kann. Kamelien sind hierzulande bedingt winterhart, deshalb ist es wichtig, die passende Kameliensorte für euren Standort auszuwählen. Das Laub der Kamelie ist elegant dunkelgrün und läuft spitz zu. Die Länder sind leicht gezackt oder gezahnt. Bei frühblühenden Sorten erscheinen die Knospen schon im Herbst und werden im Laufe des Winters immer dicker. Irgendwann beginnt die Blütenfarbe durchzuschimmern, so dass die Vorfreude auf die Kamelienblüte größer wird. Diese kann man aufgrund züchterischer Hingabe in einer großen farblichen Vielfalt und in vielen Formen genießen. Allerdings ist die Winterhärte der Sorten recht unterschiedlich, so dass man die Frosttoleranz bei einer Anschaffung einer Kamelie unbedingt beachten muss.  

Kamelie pflanzen

Eine Kamelienknospe kurz vor der Öffnung

Die Geografie der Kamelie

Wenn man erfolgreich eine Kamelie pflanzen möchte, sollte man sich also ansehen, wo Camellia japonica herkommt. Zunächst einmal ist wichtig, dass sie in Japan und China ein Verbreitungsgebiet mit einer großen Nord-Süd-Ausdehnung hat. Es gibt also Kamelien, die kühlere Temperaturen aushalten, während andere wärmeliebend sind. Wenn man sich insbesondere die geografischen Bedingungen Japans anschaut, wird klar, dass Kamelien auch in Höhenlagen wachsen. Dort schwanken die Temperaturen, so dass auch wärmeliebende Kamelien kühlere Temperaturen aushalten.

Schließlich zeigt noch ein ganz detaillierter Blick, dass Kamelien in ihrer Heimat Waldpflanzen sind. Sie wachsen dort natürlich in Bergwäldern, wo sie halbschattige Plätze in der Nähe von größeren Gehölzen bevorzugen. Die Bezeichnung lichter Schatten bedeutet, dass im Winter unter laubabwerfenden Bäumen mehr Licht angeboten wird. Im Sommer wird die Sonne dann vom Laubdach der umgebenden Bäume ferngehalten. Der ursprüngliche Standort der Camellia japonica ist daher stets feucht, aber nicht nass. Für Ernährung und Schutz der Wurzeln im Winter sorgt das abgefallene Laub der in der Nachbarschaft stehenden Bäume. 

Kamelie pflanzen

Eine weiß-rosa Kamelie der Sorte ‚Sunny Side‘

Der Jahreszyklus der Kamelie

Den Beinamen „Rose des Winters“ trägt die Kamelie zu recht. Die Blüten erscheinen je nach Witterungsverlauf im Winter oder frühem Frühjahr.  Die durch den Klimawandel immer milder werdenden Winter führen dazu, dass die Kamelienblüte immer früher einsetzt. Allerdings gefährdet das die Kamelie auch. Denn ein milder Januar schließt nicht aus, dass es im März oder sogar im April noch Fröste geben kann. Da aber bei der Kamelie nach der Blüte der Austrieb erfolgt, ist dieser -also das junge Laub- durch Spätfröste gefährdet. Da die Kamelie eher langsam wächst, sind erfrorene Triebe für eine gedeihliche Entwicklung nicht günstig. Im frühen Sommer ist der Austrieb dann abgeschlossen und die Kamelie tankt Kraft für die nächste Blüte. 

Kamelie pflanzen

Vor diesem „General“ hat niemand Angst – die Sorte ‚General Coletti‘

Eine Kamelie pflanzen – so solltet ihr vorgehen

Ausgestattet mit diesem Hintergrundwissen dürfte es euch deutlich einfacher fallen, die richtige Kamelie zu finden. 

Lernt euren Standort kennen

Als erstes müsst ihr klären, ob ihr an einem im Winter milden oder kalten Standort wohnt. Mild sind Weinbaugebiete, Flusstäler oder auch küstennahe Standorte. Dagegen findet man kalte Standorte in den Mittelgebirgen, im Alpenvorland und in den Alpen selbst. Auch im Südosten und Teilen des Ostes kann es im Winter recht frostig werden. 

Neben der „Großwetterlage“ in der Region ist weiter wichtig, wie der Mikrostandort in eurem Garten oder an eurem Haus ist. Habt ihr überhaupt einen für die Kamelie geeigneten Standort? Dieser ist schattig bis halbschattig, im Winter aber heller. Die Kamelie muss vor Frösten, insbesondere an kalten Wintermorgenden geschützt sein. 

Kamelie pflanzen

Eine sehr hübsche Farbvariante sind die gestrichelten Blüten der Kamelie.

Die richtige Sorte

Für einen milden Standort an einem geschützten Platz könnt ihr eine Kamelie pflanzen, die eine höhere Frosttoleranz hat. Vollständig winterharte Kamelien werdet ihr aber nicht finden. Winterhärter sind häufig Sorten, die Kälte und Winter bereits im Namen tragen wie etwa „Snow White“ oder „Matterhorn“. Erkundigt euch beim Kamelienkauf genau nach der Sorte. Winterhärter sind auch die Kamelien Pflanzen der Schwestern-Art Camellia sasanqua. Sie blühen bereits im Herbst, haben aber nicht ganz so üppige Blüten. Inspirieren lassen könnt ihr euch auch bei einer der zahlreichen Kamelienausstellungen, zu denen dieser Beitrag eine Übersicht bietet. 

Wenn es bei euch allerdings eher kalt ist und ihr keinen geeigneten Standort im Garten findet, solltet ihr darauf verzichten, eine Freiland-Kamelie auszupflanzen. In diesem Fall könnt ihr Kamelien als Kübelpflanzen halten und habt bei den Sorten überhaupt keine Beschränkung. 

Kamelie pflanzen

Die Blüte der Camellia sasanqua ist etwas kleiner als bei Camellia japonica.

Der Mikrostandort 

Nach meiner Erfahrung, die bei den Kamelien nicht ganz leicht war, ist der so genannte Mikrostandort für den Pflegeerfolg entscheidend. Mittlerweile habe ich einen kleinen Kamelienhain im Vorgarten mit drei schönen Kameliensorte. Meine Lieblingssorte ist Black Lace mit den knallroten Blüten im Dachziegelmuster. Die Sorte Matterhorn ist strahlend weiss, während Bonomiana ein helles Rosa zeigt. Die drei Kamelien stehen recht eng beieinander und sind nach Osten geschützt durch eine Zuckerhutfichte und eine Lavendelheide. Nach Westen mildert eine Buchsbaumhecke den Wind ein wenig ab.

Die Kamelien stehen also deutlich geschützt, aber auch beschattet, so dass sie weder zu trocken werden, noch zuviel Wind abbekommen. Am besten geht es ihnen bei feuchtem milden Wetter. Davon haben wir hier im Westen leider genug. Da im Vorgarten kein Laubbaum steht, versorge ich die Kamelien im Herbst mit einer Laubdecke aus dem hinteren Garten. Das Laub lege ich dicht gepackt um den Stamm auf die Pflanzscheibe. Es versorgt die Pflanzen mit Nährstoffen, sorgt aber auch dafür, dass der Boden feucht bleibt. 

Kamelie pflanzen

Das typische Dachziegelmuster der Black Lace Blüte

Die Pflanzung im Garten

Für die Pflanzung habe ich große Pflanzlöcher ausgehoben. Sie sollten doppelt so groß sein wie der Wurzelballen, wenn ihr eine Kamelien pflanzen wollt. Als Erde müsst ihr unbedingt Rhododendronerde verwenden, denn die Kamelien brauchen ein leicht saures Milieu. Zunächst wird das Pflanzloch mit Rhododendronerde zur Hälfte aufgefüllt. So ist gewährleistet, dass auch unterhalb des Ballens saure Erde ist. Dann setzt ihr die Pflanze bzw. den Ballen ein und füllt das Pflanzloch mit Rhododendronerde auf. Die Erde wird fest angedrückt, damit die Kamelie Halt hat. Nach der Pflanzung müsst ihr eine Woche lang jeden 2. Tag gießen. 

Der ideale Pflanzzeitpunkt ist der Herbst oder das Frühjahr nach der Blüte. Wenn ihr im Frühjahr pflanzt, könnt ihr im nächsten Winter schon mit Blüten rechnen. Bei der Herbstpflanzung könnte je nach Witterung die Winterblüte eingeschränkt sein. 

Die Pflanzung im Kübel

Wenn ihr im Topf oder Kübel eine Kamelie pflanzen wollt, geht ihr ähnlich vor. Der Kübel sollte einen guten Stand haben, damit die immergrüne Kamelien nicht vom Wind erfasst und umgeweht wird. Der Kübel muss natürlich ein Loch haben. Eine Drainageschicht aus Erde und festem Material wie Kiesel oder Poroton sorgt für sicheren Wasserabfluss. Bei der Kübelpflanzung verwendet ihr ausschließlich Rhododendronerde. Bei der Pflege der Kübelkamelie müsst ihr darauf achten, dass die Erde konstant feucht bleibt. Das gilt auch für das Winterquartier. Dieses ist kühl und hell. Idealer Weise steht die Kamelie im Winter so, dass ihr auch ihre schönen Blüten bewundern könnt. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth


Kanaren Glockenblume

Die Kanaren Glockenblume – die schönsten Glocken der Kanaren

Sie ist das Wahrzeichen der Kanarischen Inseln – die Kanaren Glockenblume mit dem hübschen botanischen Namen Canarina canariensis. Ihre sehr gleichmäßigen Glockenblüten sind eine wahre Pracht und ein guter Grund, die pflegeleichte Kanaren Glockenblume zu kultivieren. Was ihr dabei beachtet müsst, zeige ich euch in diesem Beitrag. 

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Kanaren Glockenblume

Schon die Knospe zeigt das attraktive Orange der Canarina canariensis.

Wissenswertes zur Kanaren Glockenblume

Der Kulturerfolg von Canarina canariensis hängt -wie meistens- davon ab, dass man Herkunft und Eigenschaften der Pflanze kennt. Die zu den Glockenblumengewächsen gehörende Pflanze ist Mitglied der kleinen Gattung Canarina. Neben C. canariensis wird auch noch von C. abyssinica und C. enemii, beide auf dem afrikanischen Festland vertretene Arten, berichtet. Die Kanaren Glockenblume ist auf den Kanarischen Inseln endemisch, das bedeutet, dass sie nur dort wächst. Ihre Glockenblumen sind wunderschön, so dass sie für die Kanaren das ist, was der Hibiskus für Hawai ist – die Nationalblume. 

„Untermieterin“ im Lorbeerwald

Eine gute Nachricht für die Kultur hierzulande ist, dass die kanarische Glockenblume keine Sonnenanbieterin ist. Sie wächst ursprünglich in den dunklen, schattigen Lorbeerwäldern der westlichen Kanaren. Dort ist es eher dunkel, dafür aber mild bis warm und die Luftfeuchtigkeit ist hoch. Die Lorbeerwälder sind mit bis zu 1.200 Metern höher gelegen, so dass auch kühle Temperaturen vertragen werden. Der geringe Anspruch beim Sonnenlicht hilft, die Canarina als Zimmerpflanze zu kultivieren. Eine weitere, wichtige Eigenschaft der Pflanze ist: Sie ist Winterblüherin. 

Kanaren Glockenblume

Leicht versteckt wachsen die Glockenblumen, die mit einem kräftigen Orange auf sich aufmerksam machen.

Wuchs und Blüte

Die C. canariensis ist eine krautig wachsende Staude, die ein ausgeprägtes Speicherorgan hat. Dieses hat Ähnlichkeit mit einer Knolle oder Rübe. In den Trockenmonaten auf den Kanaren sterben die oberirdischen Pflanzenteile ab. Wenn es dann im Herbst und Winter feuchter wird, treibt die Pflanze aus der Speicherknolle wieder aus. Die Triebe sind kräftig und krautig, verholzen aber entsprechend nicht. Im späten Winter oder Frühjahr erscheint die Blüte, die in jeder Hinsicht eine Traumblüte ist. Sie bildet eine ganz gleichmäßige Glockenform aus, die sechs auslaufende Zacken hat. Die Farbe ist hell bis dunkelorange. Wenn das Licht durch die Blüte scheint, zeigen sich dunkelorangefarbene Adern, die die Eleganz der Blüte unterstreichen. Oberhalb er Glockenblüte wachsen sechs Kelchblätter, die wie eine kleine Krone wirken. 

Kanarische Glockenblume

Die Blätter der Kanarischen Glockenblume

Auch die länglichen und gezackten Blätter sind attraktiv. Sie wachsen gleichständig an den krautigen Stengel und erinnern ein wenig an Salbei. Allerdings können die Blätter der Pflanze nicht verwendet werden. 

Die Pflege der Kanarischen Glockenblume

Somit bestimmt der gegenläufige Zyklus die Pflege der Pflanze. Sie wächst im Winter und Frühjahr, dann erfolgt auch die Blüte. Aufgrund der guten Keimerfolge wird die Kanarische Glockenblume als Samen angeboten.

Aussaat und Keimung

 Die Samen können im Spezialversand für Pflanzensamen gekauft werden. Die Aussaat kann im Winter und Frühjahr erfolgen. Zuerst sollten die Samen eine Nacht lang in Wasser gelegt werden, damit sie quellen. Danach werden sie in einem Topf auf eine durchlässige und feuchte Erde gelegt. Der Standort für die Keimung ist 15° bis 20° C warm und hell. Canarina canariensis sind Lichtkeimer, dh. sie dürfen nicht abgedeckt werden. Die Keimung erfolgt recht schnell nach ein bis zwei Wochen. Wenn das erste Blattpaar erscheint, sollten die Keimlinge einzeln gesetzt werden. 

Kanarische Glockenblume

Beim Blick von oben auf die Blüte erkennt man die eleganten Blattadern.

Der Standort 

Ideale Bedingungen findet die Kanaren Glockenblume an einem halbschattigen bis leicht sonnigen Standort, der im Winter und die 10 bis 15° C ist. Das Quartier könnte ein mild temperierter Wintergarten sein. Wer keinen Wintergarten hat, kann die Pflanze auch in einem nicht voll geheizten Wohnraum stellen. Eine Fensterbank an der Ost- oder Nordseite des Hauses kann ein guter Platz für die Pflanze sein. 

Die Pflege der Kanarischen Glockenblume

Wenn ihr die Glockenblume der Kanaren pflegt, solltet ihr daran denken, dass sie im Gegensatz zu vielen anderen Pflanzen eine Sommerruhe hat. Im Sommer verfärben sich die Blätter und auch die Stengel ziehen sich zurück. Dann solltet ihr aufhören zu gießen und die Erde trocken halten. 

Die Pflege ändert sich, wenn im mittleren Herbst die Tage wieder deutlich kürzer werden. Dann wird mit der Aufnahme der Wassergabe der Neuaustrieb motiviert. Wenn der Neuaustrieb erfolgt, muss die Pflanze feucht, aber nicht nass gehalten werden. Wöchentliche Düngegaben mit einem Blüh- oder Kübelpflanzendünger fördern das Wachstum im Topf. Die Düngung wird mit Rückzug der Pflanze im Frühsommer wieder eingestellt. 

Kanarische Glockenblume

Eine traumhafte Winterblüherin – die Kanarische Glockenblume

Umtopfen und Erde

Der Rückzug der Pflanze  in die Wurzelknolle erleichtert das Umtopfen. Das ist dann erforderlich, wenn der Topf zu klein geworden ist. Idealer Zeitpunkt für das Umtopfen ist vor dem Wiederaustrieb im frühen Herbst. Die Erde ist durchlässig, hat aber einen ausreichenden Tonanteil, damit sie die Feuchtigkeit hält. Auch Granulat zur Sicherstellung der Durchlässigkeit solltet ihr unter die Erde mischen. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

 

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Aloe überwintern

Aloe überwintern – Pflegetipps für den Sukkulentenstar

Wenn ihr eine Aloe überwintern möchtet, könnt ich euch bei der Aloe auf eine auch im Winter pflegeleichte Pflanze freuen. Allerdings gibt es bei dieser beliebten Sukkulente auch einige Kardinalfehler, die ihr bei der Überwinterung nicht begehen solltet. Wie ihr die Aloe überwintern müsst, möchte ich euch daher in diesem Beitrag erklären. Darüber hinaus präsentiere ich Wissenswertes zur Aloe sowie hilfreiche Pflegetipps. 

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Aloe überwintern

Eine Aloe broomii

Aloe überwintern – so geht es

Wie bei jeder exotischen Pflanze stellt sich auch hier zunächst die Frage, ob die Aloe winterhart ist. Die Antwort ist eindeutig, allerdings bestätigen auch bei der Aloe Ausnahmen die Regel. 

Ist die Aloe winterhart?

Auch wenn es einige winterharte Sukkulenten gibt, gehört die Gattung Aloe leider nicht zu den frosttoleranten Sukkulenten. Allerdings bestätigen auch hier Ausnahmen die Regel. Zwar kommen die Aloen alle aus warmen Teilen der Erde wie etwa Madagaskar oder aus anderen afrikanischen Ländern. Wenn sie dort aber in höher gelegenen Regionen wächst, hat sie Frosttoleranz entwickelt, die hierzulande sehr nützlich ist. 

Neben der bebänderten Aloe -Aloe aristata- ist die Aloe polyphylla in milden Regionen so weit frosttolerant, dass man sie vor Nässe und Kälte geschützt auspflanzen kann. Das Exemplar auf dem Foto habe ich in den Botanischen Gärten Bonn entdeckt, wo es neben dem Victoriahaus unter einer Überdachung wächst. 

Aloe überwintern

Die Aloe polyphylla kann in milden Gegenden mit Nässeschutz auch draußen überwintern.

Die Überwinterung bei der Aloe

Die wärmeliebende Aloe benötigt also einen ausreichenden Schutz vor zu kühlen bzw. frostigen Temperaturen. Insgesamt ist die Aloe im Winterquartier nicht anspruchsvoll.

Die Temperatur im Winterquartier

Das ideale Winterquartier ist kühl bis mild temperiert bei einer Temperatur von 5° bis 10° C. Wenn ihr besonders wärmeliebende Aloenarten wie etwa Aloe arborescens habt, sollte die Überwinterungstemperatur eher 10° C betragen. 

Aloe überwintern

Eine Aloe arborescens auf dem Blumenmarkt von Paris

Manche mögen’s hell – der Lichtbedarf der Aloen

Um ideale Überwinterungsbedingungen bei schaffen, sollte man sich stets an deren Herkunftsregionen orientieren. Bei den Aloen liegen diese in der Nähe des Äquators, wo die Sonneneinstrahlung besonders hoch ist. Da wir diese im grauen bis dunklen mitteleuropäische Winter nicht im Ansatz zu erreichen, ist die kühle Überwinterung eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Pflege der Aloen im Winter. Durch kühle Temperaturen werden die Pflanzen in eine Winterruhe gebracht, die so genannte Dormans, so dass sie auch mit weniger Licht auskommen. Dennoch sollte man ihnen einen Platz geben, der nach unseren menschlichen Maßnahmen so hell wie möglich ist. Je höher die tatsächlichen Temperaturen im Winterquartier umso größer ist der Lichtbedarf. Der ideale Aloenplatz ist also vor einem südlichen oder südwestlichen Fenster, durch das direktes Sonnenlicht auf die Aloe fällt. 

Aloen überwintern – die Pflege

Pflanzen wie die Aloen sind besonders pflegeleicht. Nicht nur, dass sie als Sukkulenten ohnehin schon mit wenig Wasser auskommen. Im Winter kommen sie sehr gut zurecht, ohne dass man sie gießen muss. Im Gegenteil – der Schutz vor Staunässe gehört zu den wichtigsten Aufgaben in der Winterpflege der Aloen. Da sie ja im Topf wachsen müssen, ist ein vollständiger Abfluss von Gießwasser nicht sichergestellt. Wenn einmal aus Versehen zuviel gegossen wird und das Wasser im Topf, in einem Übertopf oder einer Unterschale stehen bleibt, sind die empfindlichen Wurzeln der Aloe bedroht. Die Blattspitzen werden welk und braun. Spätestens dann solltet ihr nachsehen, ob nicht Staunässe besteht bzw. die Erde insgesamt zu nass ist. 

Aloen überwintern

Die Bischofsmützen-Aloe – Aloe mitriformis

Bei den wenigen winterharten Aloen wie A. polyphylla oder A. aristata gehört zum Winterschutz vor allem der Schutz vor Nässe. Davon ist in unseren Wintern ja genügend vorhanden. Aus meiner Erfahrung kann die Überwinterung von Sukkulenten im allgemeinen und Aloen im Speziellen nur gelingen, wenn man die Pflanzen unter eine Überdachung stellt. 

Schließlich gehört zu den Pflegeaufgaben bei der Aloe regelmäßig nach Schädlingen zu schauen. Je nach Art können Aloen sowohl von Schildläusen als auch Wollläusen befallen werden. 

Wissenswertes zu den Aloen

Neben dem Wissen und der Erfahrung, eine Aloe überwintern zu können, bietet die Aloe weitere interessante und auch für die Pflege im Sommer relevante Botanik. Die Gattung Aloe umfasst mehr als 440 Arten, von denen die meisten aus Afrika und dort im Schwerpunkt aus Südafrika oder auch Madagaskar stammen. Häufig werden Aloen mit Agaven verwechselt, obwohl man sie gut unterscheiden kann. Merkmal der Aloe sind die gezahnten Blattränder, die bei der Agave fehlen. Diese kann am Enddorn erkannt werden, der an der Blattspitze wächst und durchaus gefährlich werden kann. 

Die gezahnten Blattränder sind in der Regel sehr attraktiv. Je nach Art können die Aloen dunkel- oder hellgrüne Blattfarben haben, auch gefleckte oder gestreifte Blätter kommen in der Aloenfamilie vor. Selbst eine rote Aloe habe ich bereits entdeckt. 

Aloe überwintern

Rote Blattfärbung bei einer Aloe

Auch im Wuchs bieten Aloen eine große Vielfalt. Es gibt kleine, mittlere und große Baumorchideen. Letztere bilden verholzte Stämme und erreichen stattliche Höhen von mehreren Metern. 

Aloe überwintern

Eine beeindruckende Baumorchidee – Aloe bainesii

Baumorchideen sind hierzulande aber nur unter sehr günstigen Bedingungen kultivierbar. Wer aber ein eigenes Sukkulenten- oder Kakteenhaus hat, kann durchaus eine Baumaloe in seine Pflanzensammlung aufnehmen. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

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Baumfarn Dicksonia antarctica

Baumfarn Dicksonia antarctican – pflegeleichte Urzeitpflanze

Der Baumfarn Dicksonia antarctica ist eine spannende Kübel- und Wintergartenpflanze mit einer langen Geschichte. Auch wenn der botanische Name Dicksonia antarctica Hoffnung auf Winterhärte macht, muss Dicksonia doch im Winter geschützt werden. In diesem Beitrag erfahrt ihr Wissenswertes sowie Pflege- und Überwinterungstipps. 

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Dicksonia antarctica

Mit jeder Generation neuer Blätter wächst der Stamm der Dicksonia.

Wissenswertes zu Dicksonia antarctica

Um die Ursprünge der Baumfarne zu finden, muss man weit in die Erdgeschichte zurückgehen. Baumfarne gehören zu den „Dinosauriern“ der Pflanzenwelt. Zusammen mit den vierbeinigen Dinosauriern beherrschten sie die Erdzeitalter Trias und Jura. Die ältesten fossilen Funde der Baumfarne gehen damit auf eine Zeit von vor 144 Mio. Jahren zurück. Insofern ist es keine Überraschung, dass Baumfarne zu den eher wenig entwickelten Pflanzen gehören, die aber dennoch sehr dekorativ und interessant sind. Auch wenn Cyatheales, so die botanische Bezeichnung für Baumfarne, gelegentlich mit Palmen verwechselt werden, gehören sie tatsächlich zu den Farnen. Damit sind sie sogenannte Gefäßsporenpflanzen, die keine Blüten bilden sondern sich über Sporen fortpflanzen. 

Dicksonia antarctica

Die breit gefächerten Palmwedel sind das Markenzeichen von Dicksonia antarctica.

Das Hauptverbreitungsgebiet von Dicksonia antarctica liegt in Australien und der Nachbarinsel Tasmanien. Dort wachsen die Urzeitpflanzen in küstennahen Bergwäldern, die aufgrund von Steigungsregen laufend feucht bleiben. Da Baumfarne schon früh als exotische Zierpflanzen von dort etwa nach England exportiert wurden aber leider langsam wachsen, kam es zu einem nennenswerten Raubbau. Diesem wird heute durch Schutzmaßnahmen vorgebeugt, der den Bestand in Australien erhalten soll. 

Wuchs, Blätter und Stamm

Wer eine Dicksonia antarctica hält, muss also keine Angst vor unkontrolliertem Wachstum haben. Die Pflanzen haben nur einen Stammzuwachs von 2,5 bis 5 cm jährlich. Da sie aber sehr langlebig sind, werden sie in ihrer natürlichen Heimat mehrere Meter hoch. Hierzulande ist die Vegetation durch kühle Temperaturen im Winter zusätzlich eingeschränkt, so dass der jährliche Zuwachs geringer bleibt.

Dicksonia antarctica

Ein Baumfarnaustrieb entrollt sich.

Ohnehin ist der rot behaarte Stamm kein Stamm im üblichen Sinn sondern vielmehr die aufeinandergeschichten Blattbasen. Diese wachsen in Spiralen und verfilzen sich mit Luftwurzeln und stacheligen Haaren. Die Blätter bilden breite und elegant wirkende Wedelkronen aus Farnblätter. Diese rollen sich auch farmtypisch aus, was einen sehr schönen geometrisch-gleichmäßigen Eindruck macht. Im ausgebreiteten Zustand können die Wedel recht breit sein. Sie sind ledrig und dreifach gefiedert. Ihre Oberfläche ist von gelben Nerven durchzogen, die kreuz und quer wachsen. 

Die Pflege der Baumfarne

Der Vorteil einer einfach strukturierten Pflanze wie dem Baumfarn ist, dass er keine besonderen Anforderungen besitzt. Allerdings darf als wesentliche Eigenschaft bei Dicksonia antarctica nicht vergessen werden, dass die Pflanzen nicht winterhart sind. Sie wird also in der Regel als Kübelpflanze gehalten oder dauerhaft in einem Wintergarten ausgepflanzt. 

Dicksonia antarctica

Aus dem filzigen „Stamm“ wachsen laufend neue Farnpalmwedel nach.

Der Standort

Die Dicksonia kann ganzjährig in einem kühlen bis kalten Gewächshaus oder Wintergarten wachsen. So findet man sie auch in vielen Botanischen Gärten so etwa dem Palmengarten Frankfurt. Dessen Antarktis-Gewächshaus seht ihr auf dem ersten Bild oben. Die Temperaturen sollten im Sommer um die 18° C sein, im Winter reichen 8 bis 12° C. Im Im Frühjahr oder auch später im Sommer kann der Baumfarn auch nach draußen gestellt werden. Da er mit einem schattigen Standort am glücklichsten ist, nimmt er keiner sonnenliebenden Kübelpflanze wie etwa Zitruspflanzen einen Platz an der Sonne weg.

Dicksonia antarctia

Baumfarne gedeihen am Besten an schattigen Plätzen.

Gießen und Düngen

Auch beim Gießen ist Dicksonia antarctica anspruchslos. Baumfarne müsst ihr gleichmäßig feucht halten, dürfen aber nicht nass oder gar staunass sein. Als Wasser solltet ihr kalkarmes Wasser verwenden. Der ideale Zeitpunkt für das Gießen ist der Morgen, da dann Temperatur der Pflanze und des Wassers ähnlich sind.

Gedüngt werden Baumfarne nur in der Wachstumszeit, wenn sich neue Wedel bilden. Der Zeitraum ist ca. April bis September. Allerdings ist der Düngerhythmus deutlich länger als bei anderen Kübelpflanzen. Nur ca. alle vier Wochen benötigt Dicksonia Nachschub an Nährstoffen. Der Dünger kann ein Flüssigdünger sein, der allerdings einen geringen Phosphatanteil hat und den ihr beim Gießen verabreicht. 

Erde und Umtopfen

Die Erde für Dicksonia antarctica sollte leicht sauer sein, ähnlich wie etwa bei der Kamelie. Ihr könnt also etwa Rhododendronerde verwenden, um ein passendes Milieu zu bilden. Man kann aber auch ein eigenes Erdgemisch wählen, um den Baumfarn umzutopfen. Dazu könnt ihr humose Gartenerde, Mistbeeterde, Nadelerde und gröberes Material wie etwa Rindenmulch mischen. Aufgrund des langsamen Zuwachs ist ein Umtopfen deutlich weniger häufig fällig als etwa bei anderen Kübelpflanzen. 

Dicksonia antarctica

Wenn das Sonnenlicht durch das helle Laub fällt, sind der Baumfarn am Besten aus.

Dicksonia überwintern

Im Winter ändert sich an der Pflege und Unterbringung nicht allzu viel. Allerdings müsst ihr den Baumfarn natürlich vor Frost schützen. Ideal ist eine Überwinterungstemperatur zwischen 8° und 12° C. Nicht unterschätzt werden darf der Bedarf an Luftfeuchtigkeit. Dicksonia antarctica gedeiht am Besten in einem eher kühlen und feuchten Raumklima. Um das zu erreichen, könnt ihr die Wedel alle paar Tage mit einem Wasserbesprüher befeuchten. Auch hier solltet ihr kalkarmes Wasser verwenden. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

 

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Vanilleblume

Die Vanilleblume – Blütenpracht und Vanilleduft für Beet und Balkon

Die Vanilleblume ist eine beliebte und bekannte Balkonblume, die nicht nur wunderschön blüht, sondern auch sehr schön duftet. In diesem Balkonpflanzen-Portraits findet ihr Wissenswertes zur Vanilleblume und passende Pflegetipps. 

Wenn ihr eine Beratung wünscht oder weitere Fragen habt, könnt ihr diese hier stellen. Aktuelle Pflegetipps für den mediterranen Garten liefert mein Newsletter „Neues aus dem Mediterranen Garten“, zu dem ihr euch kostenlos und unverbindlich anmelden könnt.

Vanilleblume

Auch Honigbienen mögen -offensichtlich- Vanille.

Wissenswertes zur Vanilleblume

Die aus Peru stammende Pflanze gehört zum feststehenden Repertoire der Beet- und Balkonpflanzen. Die ursprünglich aus Peru stammende Pflanze gehört zu den Borretschgewächsen, ihr botanischer Name ist Heliotropium arborescens. Die darin angesprochene Sonne -Helios- klingt auch in ihrem zweiten deutschen Namen „Sonnenwende“ an. Auch die Bezeichnung Heliotrop ist gebräuchlich. 

Blüte und Wuchs

Neben den normaler Weise violetten, auf meinem Fotos in einer seltenen Form auch weißen Blüten, sind die Blätter attraktiv. Sie weisen ein deutliches Fischrätmuster auf. Die Oberseite der Blätter ist dunkelgrün, während die Unterseite hellgrün ist. Dieser Unterschied in den Grüntönen gibt der Vanilleblume ein elegantes Aussehen, das sie nicht nur für die Beetbepflanzung sondern auch für schöne Kübelarrangements prädestiniert macht. Vorsichtig sein sollte man, wenn man Kinder oder Haustiere hat: Die Vanilleblume schützt sich mit Gift in allen Pflanzenteilen. Im normalen Umgang mit der Pflanze ist das kein Problem, allerdings darf sie eben nicht verzehrt werden. 

Die richtige Pflege der Vanilleblume

Heliotropium arborescens ist nicht winterhart. Daher wird sie meistens als vorgezogene Balkonpflanze gekauft und nach der Sommersaison weggeworfen. Das ist schade, denn sie lässt sich auch überwintern oder durch Stecklinge vermehren. Doch zunächst geht es um den richtigen Standort. 

Vanilleblume

Die Blüten der Vanilleblume wachsen in langen Rispen, die einen fließenden Eindruck vermitteln.

Der ideale Standort

Vanilleblumen brauchen einen Platz in der Sonne. Ab Mai, also nach dem Frost, können sie direkt ins Beet oder zusammen mit anderen schönen Beetpflanzen wie Petunien oder Pelargonien in Kübel gepflanzt werden. An einem sonnigen und warmen Standort wachsen die Vanilleblumen bis in den Oktober hinein weiter und begeistern mit einer lang anhaltenden Blüte. Die ideale Temperatur liegt zwischen 18° und 22° C. 

Gießen und Düngen

Die gefurchte und damit vergrößerte Oberfläche der Blätter zeigt für Kenner die hohe Verdunstung an, die die Vanilleblume hat. Sie braucht also viel Wasser, so dass ihr beim Gießen nicht sparen solltet. Allerdings ist sie auch keine Wasserpflanze, so dass es eher auf gleichmäßige Feuchtigkeit durch regelmäßige Wassergaben ankommt. 

Im Beet braucht die Vanilleblume keinen Dünger. Wenn ihr sie aber in einen Topf pflanzt, sind dort die Nährstoffe nach wenigen Wochen erschöpft. Ab dann solltet ihr einen Balkon- oder Beetpflanzendüngr einsetzen und den Heliotrop wöchentlich zusammen mit anderen blühenden Kübelpflanzen düngen. 

Die ideale Erde für die Vanilleblume

Bei der Erde ist Heliotropium arborescens anspruchslos und kommt mit einer humosen und lockeren Erdmischung aus, wie ihr sie etwa in Einheitserde findet. Diese sollte aber torffrei sein. 

Die Vanilleblume überwintern

Üblicher Weise wird die Vanilleblume im Herbst ausgegraben und weggeworfen. Das muss aber nicht sein, denn man kann die Pflanze kühl und hell bei um 10° C überwintern. Die immergrüne Pflanze braucht Licht, ist es zu dunkel, wirft sie die Blätter ab. Eine warme Überwinterung ist meistens nicht von Erfolg gekrönt, denn dabei passt typischer Weise das Lichtangebot nicht zu den hohen Temperaturen. Wenn die Blätter in der Überwinterung abfallen, kann die Vanilleblume auch zurückgeschnitten werden. Im Frühjahr erfolgt dann der Wiederaustrieb. 

Die Vermehrung der Vanilleblume

Die Pflanze kann aus Samen gezogen werden, dabei beginnt die Anzucht schon im Februar im Warmen auf der Fensterbank. Alternativ können im frühen Herbst Stecklinge abgeschnitten werden. Diese werden in Anzuchterde gepflanzt, wo sie im Laufe es Winters im Warmen anwurzeln. Wenn sich die Jungpflanzen stabilisiert haben, solltet ihr sie mehrmals stutzen, damit sie eine schöne kompakte Form erhalten. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

 

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Pflanzensammlung

So baut ihr eine Pflanzensammlung auf – Wissenswertes und Tipps für Sammler

Eine Pflanzensammlung aufzubauen und zu pflegen, ist eine spannende Aufgabe, der sich immer mehr Hobby-Gärtnerinnen und -Gärtner widmen. Bei mir sind es die Zitruspflanzen, die mich nun schon seit fast 10 Jahren in ihren Bann schlagen. Bevor man mit einer Sammlung startet, sollten aber einige wichtige Fragen beantwortet werden. Diese Fragen und dazugehörige Antworten zur Pflanzensammlung möchte ich euch in diesem Beitrag vorstellen. 

Wenn ihr eine Beratung wünscht oder weitere Fragen habt, könnt ihr diese hier stellen. Aktuelle Pflegetipps für den mediterranen Garten liefert mein Newsletter „Neues aus dem Mediterranen Garten“, zu dem ihr euch kostenlos und unverbindlich anmelden könnt.

Pflanzensammlung

So mancher botanischer Garten -wie hier der Garten Pinya de Rosa an der Costa Brava mit seiner berühmten Kakteensammlung- sammeln konsequent eine Pflanzengruppe.

Freuden und Herausforderungen einer Pflanzensammlung

Warum sollte man eine Pflanzensammlung beginnen? Glücklicher Weise gibt es eine große Zahl an Gründen, mit dem Sammeln anzufangen.

Vorteile einer Pflanzensammlung

Natürlich ist die Begeisterung für Natur, Botanik und Pflanzen eine wichtige Grundvoraussetzung für den Start einer Sammlung. Mit dieser kann man eine Gruppe von Pflanzen intensiv kennenlernen und sich mit Ihnen beschäftigen. Im Ergebnis entstehen vielfältige Erfahrungen, die euch helfen, eure Sammlung weiter auszubauen. Besonders interessant wird es, wenn man seine Erfahrungen mit anderen Sammlern teilen kann. Dazu bietet das Internet natürlich hervorragende und umfassende Möglichkeiten.

Pflanzen sammeln – eine Leidenschaft, die sich teilen lässt

Wer Fremdsprachen spricht, kann eine Pflanzensammlung sogar nutzen, um internationale Kontakte aufzubauen und zu pflegen. Ein ganz besonderes Vergnügen ist es natürlich, wenn man eine Sammelleidenschaft nutzt, um Gartenreisen daran anzuknöpfen. Bei vielen Pflanzengruppen gibt es in botanischen Gärten Sammlungen, bei denen sich ein Besuch lohnt. Auch hier kann ein Austausch sehr interessant sein. Schließlich kann man, wenn man Lust am Schreiben hat, seine Erfahrungen auch aufschreiben und zu seiner Sammlung publizieren. Ganz engagierte Pflanzensammler und Pflanzensammlerinnen werden sogar zu Hobbybotanikern und bringen die botanische Forschung mit der einen oder anderen Erkenntnis weiter. 

Pflanzensammlung

Pflanzengattungen oder -familien, die eine große Vielfalt aufweisen wie etwa die Fuchsien, sind ideal für Pflanzensammler. Hier eine Fuchsia papagena.

Sammlerpflanzen vermehren, tauschen, züchten

Fortgeschrittene Pflanzensammler werden -je nach Vermehrungsform der gesammelten Pflanzen- feststellen, dass deren Vemehrung besonderes Vergnügen bedeutet. Leicht ist es, wenn sich Pflanzen durch Ableger oder Stecklinge vegetativ vermehren lassen. Erfolgreiche Sukkulentensammler sind häufig in der Lage, ihr gesamtes Umfeld mit Pflanzen zu versorgen. Noch interessanter ist die generative Pflanzenvermehrung, bei der man den Weg der natürlichen Fortpflanzung beschreitet. Dabei kommt dann auch schnell der Wunsch auf, Pflanzen zu züchten, also durch gezielte Eingriffe in die genetische Kombination neue Formen zu entwickeln. Etwa 12.000 Fuchsiensorten zeigen, wie groß das züchterische Potenzial einiger Pflanzengattungen sein kann. Weiter ist noch die Veredelung von Pflanzen als Form der vegetativen Vermehrung ein spannendes Verfahren, dem sich erfahrene Pflanzensammler zuwenden können. Schließlich können Vermehrungs- und Züchtungserfolge genutzt werden, um Pflanzen mit anderen Sammlern zu tauschen oder sie einfach zu verschenken -was ja bekannter Maßen Freude macht. 

Herausforderungen für Pflanzensammler

Neben diesen vielen Vorteilen, eine Pflanzensammlung zu beginnen, gibt es natürlich auch einige Herausforderungen, die man vor Beginn der Sammlung bedenken sollte. Nie vergessen solltet ihr, dass Pflanzen Lebewesen sind, für die Pflanzensammler Verantwortung übernehmen. Wenn man immer mehr Pflanzen in Obhut nimmt, braucht man vor allem genug Zeit, um sich um die Pflanzen kümmern zukönnen. So sollte man frühzeitig klären, wer sich um eine größer werdende Pflanzensammlung kümmern kann, wenn ein Urlaub ansteht.

Pflanzensammlung

Auch Kamelien eigenen sich mit ihrer großen Sortenvielfalt hier eine „Albino Botti“ als Sammlerobjekt.

Mindestens genauso wichtig -und bei mir der limitierende Faktor- ist der notwenige Platz. Die allermeisten Pflanzen benötigen Licht, mediterrane und exotische Pflanzen sogar besonders viel Licht.  Doch Gärten, Balkone und Terrassen bieten natürlich nur einen begrenzten Raum, um Pflanzen angemessen zu platzieren. Ihr solltet noch vor der Sammlung euer Platzangebot kritisch prüfen und euch eine Begrenzung eurer Sammelleidenschaft auferlegen. Das hilft, denn eine Herausforderung ist vielleicht die größte: Pflanzen sammeln kann „süchtig“ machen. 

Pflanzensammlung und Artenschutz

Bedenkt man, dass es rund 380.000 Pflanzenarten gibt, ist das Potenzial, eine besondere Pflanzengruppe oder -gattung zu sammeln, natürlich recht hoch. Allerdings eignet sich nur ein Bruchteil dieser Pflanzen als Sammlerpflanzen. Denn die wesentlichste Voraussetzung muss sein, dass man den zu sammelnden Pflanzen Klima- und Standortbedingungen bieten kann, die ihrer Anpassung enstprechen. Außerdem muss man die Pflanzen auch auf verlässlichem, legalen und nachhaltigen Weg beziehen können.

Wer eine Pflanzensammlung beginnt und diese mit bedrohten Pflanzen aus exotischen Ländern bestücken will, handelt häufig nicht nur illegal, sondern hat den naturschützerischen Aspekt der Pflanzensammlung nicht verstanden. Dieser sollte darin bestehen, das Bewusstsein für Pflanzen zu entwickeln und für den Schutz von Pflanzen zu werben -zum Beispiel in dem man die Pflanzensammlung bei der Offenen Gartenpforte präsentiert-. Die Sammlung bedrohter Pflanzen sollte man den botanischen Gärten überlassen, die das koordiniert und professionell tun. Sie leisten tatsächlich einen Beitrag zum Erhalt bedrohter Arten und kümmern sich auch um den Biotopschutz. 

Welche Pflanzen sollte man sammeln? 

Zum Glück gibt es genügend Kultur- und Nutzpflanzen, die sich für eine eigene Sammlung eignen. Eine wichtige, wenn nicht sogar entscheidende Voraussetzung ist der Zugang zu Bezugsquellen. Pflanzenproduktion und Pflanzenhandel konzentrieren sich auf „Bestseller“-Pflanzen, bei denen der Verkauf kein Problem ist. Das führt natürlich dazu, dass verschiedene und alte Sorten in manchen Fällen Mangelware sind. Wer aber eine Spezial-Gärtnerei oder eine Baumschule gefunden hat, die sich mit Leidenschaft einer Pflanzenart oder -gruppe widmet, der kann mit diesen Gärtnern seines Vertrauens seine Sammelleidenschaft beginnen. 

Pflanzensammlung

Kaum eine Nutzpflanzengruppe ist so vielfältig wie Zitruspflanzen es sind.

Hier nun eine kleine Übersicht möglicher Sammlungspflanzen, die keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit hat. Ergänzende Vorschläge sind in der Kommentarfunktion herzliche willkommen. 

Zitruspflanzen 

Zitruspflanzen haben eine Jahrtausende alte Tradition, die schon im chinesischen Kaiserreich begann. Noch heute stehen prächtige Orangerien in Europa für die Sammellust barocker Fürsten und Könige. Doch kann man auch heute ohne Schloss und Orangerie eine Zitrussammlung beginnen. Das Angebot ist groß und viele Baumschulen nutzen das Internet, um die Zitrusfans zu erreichen. Wenn man in einer ersten Etappe der Sammlung die Kultursorten wie Zitrone, Orange oder Mandarine zusammen hat, kann man sich vielen interessanten Sorten zuwenden. Besonders interessant, da selten sind Sorten der Bitterorange und die vielfältigen Zitronensorten

Kamelien

Auch bei den Kamelien gibt es weltweit eine Sortenvielfalt, die in die Tausende geht. Voraussetzung für eine Kameliensammlung sind halbschattige bis schattige, eher feuchte Standorte, die aber im Winter mild bleiben. Wer einen solchen Garten hat, der sollte die große Vielfalt der Kamelienblüte im frühen Frühjahr genießen.

Fuchsien

Die beliebten Fuchsien sind nicht nur ein Bestseller als alljährliche Beet- und Balkonpflanzen sondern lassen sich auch hervorragend überwintern und in vielen Sorten mehrjährig halten. Wer ein kühles und helles Winterquartier hat und die filigran-elegante Fuchsienblüte schätzt, wird sich beschränken müssen. Bei über 12 Tausend Fuchsiensorten ist die Auswahl wirklich nicht einfach. 

Pflanzensammlung

Die fantastische Blütenvielfalt der Orchideen – hier eine Cymbidium Iowianum- eignet sich hervorragend für eine Sammlung.

Orchideen

Nur Kenner wissen, dass die große Gruppe der Orchideen über die Art Phalaenopsis weit hinaus gehen. Orchideen sind hochspezialisierte Pflanzen, die in ihrer Blüte eine unglaubliche Vielfalt präsentieren. Orchideen sind natürlich Sammlerobjekte erster Güte, die aber noch deutlicher als bei anderen Pflanzen den grünen Daumen erfordern. 

Bonsai

Etwas für den exquisiten Liebhaber asiatischer Pflanz- und Gartenkultur sind Bonsaipflanzen. Allerdings sind besonders schöne Bonsaipflanzen auch besonders kostbar, denn es kostet Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte einen edlen Bonsai zu kultivieren. Doch eins ist klar: Wer einmal mit der Bonsaisammlung begonnen hat, wird sich ein Leben ohne diese Minituarschönheiten kaum vorstellen können. 

Sukkulenten

Eine sehr große Pflanzengruppe sind die Sukkulenten. Hier gibt es spannende Gattungen wie Aloen oder Agaven aber auch andere Gruppierungen wie etwa winterharte und nicht winterharte Sukkulenten. Da Sukkulenten sehr kontrolliert wachsen, kann man sie auch schön in Terrarien platzieren und eigene Trockenlandschaften gestalten. 

Pflanzensammlung

Unter den Sukkulenten sind die Aloen -hier eine Alle broomii- ideal für eine Sammlung.

Kübelpflanzen

Natürlich seid ihr keineswegs an botanische Gattungen gebunden. Pflanzen lassen sich hervorragend nach der Nutzungsform sammeln. Wer einmal mit exotischen Kübelpflanzen wie Oleander, Sommerjasmin oder Agapanthus begonnen hat, wird immer neue Kübelraritäten und -schönheiten entdecken, die in die Sammlung passen. 

Die  Dokumentation – der wahre Wert einer Pflanzensammlung 

Auch wenn ihr nur zum Vergnügen eine Pflanzensammlung beginnt, solltet ihr eure Sammlerobjekte sorgfältig dokumentieren. So behaltet ihr den Überblick und könnt die Sammlung systematisch aufbauen und weiterentwickeln. Zur Dokumentation gehört zum einem die Beschriftung der Pflanzen. Diese muss vor allem feuchtigkeits- und witterungsbeständig sein, damit sie auch bei schlechterem Wetter erhalten bleibt. Ihr solltet bei der Beschriftung den botanischen Namen und ggf. die Sorte aufschreiben. Neben der Beschriftung empfiehlt sich eine schriftliche Dokumentation. Diese könnt ihr in einer Kladde handschriftlich oder im Computer anlegen. Wenn ihr eure Sammlung einmal abgeben oder verkaufen wollt, ist die Dokumentation eine hervorragende Basis für die Bewertung der Sammlung. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

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Christusdorn Euphorbia milii

Der Christusdorn Euphorbia milii – Winterblüte mit Symbolkraft

Der Christusdorn Euphorbia milii ist eine beliebte und interessante Wolfsmilchart für Wintergarten und Wohnung. Ihre Blüte im Winter macht sie zu einer beliebten Pflanze, Ihre Dornen haben ihr den symbolträchtigen deutschen Namen beschert. Wie ihr den Christusdorn hierzulande halten und pflegen müsst, erkläre ich in diesem Beitrag. 

Wenn ihr eine Beratung wünscht oder weitere Fragen habt, könnt ihr diese hier stellen. Aktuelle Pflegetipps für den mediterranen Garten liefert mein Newsletter „Neues aus dem Mediterranen Garten“, zu dem ihr euch kostenlos und unverbindlich anmelden könnt.

Christusdorn Euphorbia milii

Die leuchtend roten Blüten in Kombination mit den dunkelgrünen Blättern machen die Pflanze attraktiv.

Wissenswertes zu Euphorbia milii

Der Christusdorn gehört zur großen Gattung Wolfsmilch, zu der über 2.000 Arten gezählt werden. Erfahrene Gärtner und Gärtnerinnen kennen die milchige Flüssigkeit, die bei einer Verletzung der Pflanze aus Blattstielen, abgebrochen Ästen oder Zweigen fliesst. Sie ist tatsächlich auch leicht giftig und reizend, so dass man sich davon fernhalten sollte.

Name mit Symbolkraft

Der Christusdorn, der seinem deutschen Namen alle Ehre macht, sorgt aber mit seinen kräftigen Dornen schon selbst dafür, dass er unversehrt bleibt. Die genauen Hintergründe der deutschen Namensgebung liegen übrigens im Dunkeln, es wird vermutet, dass bei der aus Madagaskar stammenden Pflanze und ihren Dornen eine Erinnerung an die Dornenkrone aufgekommen ist, die Jesus bei seiner Kreuzigung getragen hat. Insofern hat Euphorbia milii einen ähnlich symbolträchtigen Hintergrund wie etwa die Passionsblume. Allerdings ist dieser nicht botanisch und auch nicht historisch. Der Christusdorn wurde erst im 19. Jahrhundert auf Madagaskar entdeckt, so dass eine Beteiligung am biblischen Karfreitagsgeschehen ausgeschlossen ist. 

Wuchs und Blüte

Also kann und sollte man Euphorbia milii auch ohne religiösen Bezug genießen. Die Pflanze wächst als stark bedornter Kleinstrauch, der aber nur 10 bis 50 cm hoch wird. Insofern ist sie als Zimmer- und Balkonpflanze gleicher Maßen geeignet. Die langen und kräftigen Dornen wachsen an den Ästen, so dass man sich beim Umgang mit dem Christusdorn Handschuhe anziehen sollte. Die Blätter sind länglich, eiförmig oval und haben eine dunkelgrüne, leicht glänzende Oberfläche mit einer schönen Mittelrippe.

Höhepunkte sind aber natürlich die Blüten, die bei günstigen Bedingungen von November bis April erscheinen. Die eigentliche Blüte ist unscheinbar, markant aber sind die beiden Hochblätter, die so genannten Cyathien. Diese leuchtend roten Hochblätter hat der Christusdorn mit dem Christ- oder Weihnachtsstern gemeinsam. Es werden im Handel verschiedene Hybriden angeboten, die häufig zu Euphorbia x lomi gehören. Bei diesen Hybriden kann es zu besonderen Farbvarianten kommen. Unterschiede erschließen sich aber häufig nur Botanikern oder Pflanzenzüchtern. 

Euphorbia milii Euphorbia x limii

Die hybride Christusdorn-Art Euphorbia x lomii

Die Euphorbia milii Pflege

Euphorbia milii zählt zu den sukkulenten Arten der Wolfsmilch, sie hat sich an ihrem heißen Herkunftsstandort auf Madagaskar also darauf spezialisiert, auch ohne regelmäßige Wassergaben auszukommen. Diese Eigenschaft sollte auch die Pflege des Christusdorns prägen. 

Der Standort im Sommer und Winter

Der Christusdorn gedeiht an einem vollsonnigen und luftigen Standort bei Temperaturen von 18° bis 22 ° C am Besten. Im Sommer kann er auch ins Freiland umziehen, allerdings nur dann, wenn er vor Nässe und vor kühlen Temperaturen geschützt ist. Im Winter braucht Euphorbia milii eine Mindesttemperatur von 12 ° C, besser noch 15° C. Von ca. September bis Mai kann und sollte der Christusdorn also in ein mildes Winterquartier in einen Innenraum umziehen. Drastische Wechsel von Temperatur oder Lichtangebot sollten unbedingt vermieden werden, sonst kommt es zu Blattverlust beim Christusdorn. Das gilt auch für Zugluft. Für das Erscheinen der Blüte ist neben der kühleren Temperatur auch eine Verkürzung der Tageslichtzeit wichtig. Aber das dürfte ja im Winter kein Problem sein. 

Gießen und Düngen beim Christusdorn

Der Christusdorn braucht nur wenig Wasser. Vor allem muss er während der Hauptwachstumszeit im Frühjahr und Sommer mäßig feucht gehalten werden. Wenn er dann ab September in die Wohnung umzieht, reduziert sich auch der Wasserbedarf. Allerdings sollte der Wurzelballen nie vollständig trocken werden, auch das verursacht Blattfall. 

Der Düngebedarf ist gering. In der Vegetationszeit im Frühling und Sommer reicht es, die Pflanze alle 14 Tage mit einem Flüssigdünger für Zimmerpflanzen oder Sukkulenten zu versorgen. In der Winterruhezeit -auch wenn die Blüte erscheint- muss nicht gedüngt werden. 

Christusdorn Euphorbia milii Euphorbia geroldii

Eine nahe Verwandte von Euphorbia milii ist die nicht minder attraktive Euphorbia geroldii.

Topf und Erde

Am Besten wächst Euphorbia milii in Kakteen- oder Sukkulentenerde, die man selber mit einem hohen Sand- und Granulatanteil mischen kann. Der Christusdorn kann vor oder nach der Blüte umgetopft werden. Dabei solltet ihr -wie oben bereits empfohlen- Handschuhe tragen. 

Der  Christusdorn – Vermehrung und Schnitt

Da die Pflanze nicht rasant wächst, gibt es auch keinen Grund für regelmäßige Schnitte. Allerdings gibt es einige stärker wachsende Sorten, bei denen ein Schnitt erforderlich werden sollte. Die Abschnitte könnt ihr für eine Vermehrung verwenden. Dazu werden die Stecklinge zunächst in lauwarmes Wasser getaucht, damit die Wolfsmilch nicht zu Verklebungen führt. Danach werden die Stecklinge in Sand oder sandige Erde gepflanzt. Unter Folie oder Glas bei rund 25° C erfolgt dann das Anwurzeln. Die neuen und jungen Pflanzen müsst ihr mehrmals stutzen, damit sie das kompakte Wachstum eines Kleinstrauchs erhalten. 

Wenn ihr einen Christusdorn Euphorbia milii kaufen wollt, werdet ihr im gut sortierten Gartenfachmarkt oder Pflanzenversand fündig. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

Literatur: Rob Herwig – das praktische Handbuch der Zimmerpflanzen. München, 1987

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Bananenarten

Die schönsten Bananenarten für Garten und Wintergarten

Wusstet ihr, dass es nicht nur eine Banane sondern viele verschiedene Bananenarten gibt? Bananen gehören zu den beliebtesten Früchten hierzulande, aber nur wenige kennen sich mit der Bananenpflanze aus. Bei einer Beschäftigung mit der Banane drängt sich natürlich schnell die Fragen auf, ob Bananen winterhart sein können. Die Antwort auf diese Frage und wichtige Pflegetipps für Bananen hierzulande zeigt euch dieser Beitrag. 

Wenn ihr eine Beratung wünscht oder weitere Fragen habt, könnt ihr diese hier stellen. Aktuelle Pflegetipps für den mediterranen Garten liefert mein Newsletter „Neues aus dem Mediterranen Garten“, zu dem ihr euch kostenlos und unverbindlich anmelden könnt.

Bananenarten

Immer spektakulär – die Bananenblüte

Wissenswertes zur Banane

Die Gattung Musa, zu der die Banane gehört, umfasst ca. 70 Arten, die alle in tropischen bis subtropischen Klimaregionen vorkommen. Sie wachsen als Staude aus einem dicken klumpigen Wurzelstock. Markant sind ihre großen Blätter, die wie Flaggen im Wind stehen. Sie haben eine deutliche Blattscheide, so dass das Blatt klar in zwei Hälften geteilt ist. Häufig sind die Blätter vom Wind zerfetzt, was ihnen eine exotisch wilde Anmutung verleiht. Die Blätter wachsen aus einem Scheinstamm, der also nicht verholzt.

Blüte und Bananenfrucht

Besonders spektakulär ist die Bananenblüte. Sie wächst am Ende eines Triebs und hängen häufig auf Grund ihres Gewichts herunter. Umgeben sind die zahlreichen, kleinen gelben und unscheinbaren Blüten von braunen bis roten Hochblättern, die zum Ende hin eine auffällige Knospe bilden. Die Blüten sind zwittrig, dh. an einem Blütenstand befinden sich männliche und weibliche Blüten. Die Befruchtung erfolgt in den Tropen durch Fledertiere wie den Flughund aber auch durch Vögel bestäubt. Bei Kulturbananen in Bananenplantagen bilden sich durch Parthenokarpie aus den sterilen Blüten Früchte ohne Bestäubung, die auch wieder steril sind. 

Bananenarten

Bananen gehören zu den Beeren, die Früchte werden auch als Finger bezeichnet.

Die Bananenfrucht ist eine Beere. Wenn man das weiss, bewertet man die Banane vielleicht ganz anders. In jedem Fall erklärt sich eine beerenartige Anordnung der einzelnen Bananen an einer Bananenstauden. Ihr alle kennt und schätzt vermutlich Bananen als Obst. Das Fruchtfleisch ist nicht nur lecker. Als Ernährung sind Bananen gesund, denn sie haben eine Vielzahl positiver Eigenschaften. Sie enthalten viel Kalium, Vitamin B6 und versorgt euch dauerhaft mit Energie. Gerade bei Sportlern im Training sind Bananen beliebt. Sie sind auch aufgrund der enthaltenen Ballaststoffe gut verdaulich. 

Die schönsten Bananenarten

Natürlich ist es nicht ganz einfach, die schönsten Bananenarten auszuwählen. Bananenfans werden argumentieren, dass jede Bananenart schön ist. Bei vielen wird es in einem ersten Schritt ohnehin darum gehen, unterschiedliche Bananenarten kennenzulernen. 

Musa acuminata

Sie hat bei vielen Kulturbananen-Sorten „ihre Finger“ im Spiel – die Musa acuminata, die auch M. cavindishii und M. zebrina genannt wird. Ihre Ursprungsregionen liegen in Ostasien, etwa Thailand oder Vietnam, sowie Australien. Die Musa acuminata begeistert mit ihrem schönen Blatt und ist daher weit verbreitet. Nur in ganz milden Regionen mit nur wenig Frost ist die Acuminata Banane winterhart, allerdings auch nur mit einem Winterschutz. Dieser muss über der Pflanzstelle platziert werden. Wenn sie wächst, kann Musa acuminata durchaus 2 bis 2,5o Meter erreichen. 

Bananenarten

Sie gilt als die „Ur-„Banane und Vorläufer der Kulturbanane – Musa acuminata.

Musa x paradisica – die Dessertbanane

Diese Banane kennt jeder. Die Dessert- oder Obstbanane ist eine Kreuzung, die am Ende von 7.000 Jahren Kulturgeschichte der Banane steht. Solange kultivieren Menschen bereits Bananen. Natürlich liegen viele Schritte der Bananenzüchtungen eher im dunkeln, man vermutet allerdings, dass die heute aktuellen Bananensorten aus einer Kreuzung aus Musa acuminata und Musa balbisiana stammen. Zu unterscheiden sind übrigens die Obst- und Mehlbananen. Während wir die Obstbananen wegen ihrer Süße genießen, ist die Mehl- oder auch Kochbanane wegen ihrer Stärke in vielen Teilen der Tropen und Subtropen ein wichtiges Grundnahrungsmittel. 

Bananenarten

Dessertbananen wachsen in großer Zahl an den Blütentrieben.

Als nicht winterharte, dafür als Essbanane geeignete Sorte wird häufig Dwarf Cavendish“ oder „Super Dwarf Cavendish“ angeboten. Diese Sorten können gut als Kübelpflanzen gehalten und kühl und hell gemeinsam mit mediterranen Pflanzen überwintern. 

Die Japanische Faserbanane Musa basjoo

Unter den hier vorgestellten Bananenarten ist diese Art sicher die interessanteste, denn diese Banane ist in vielen Regionen winterhart. Ohne Schutz schafft sie -12° C, mit geeignetem Winterschutz deutlich mehr. Dafür ist der Winterschutz vergleichsweise aufwändig. Wenn im mittleren Herbst die Blätter absterben, müssen sie bis auf eine Höhe von ca. 50 cm abgeschnitten werden. Dann wird um die Staude ein Maschendrahtzylinder oder eine vergleichbare Einzäunung gestellt. Diese wird mit Laub und Reisig aufgestellt, so dass die Faserbanane vor Kälte, aber auch vor Nässe geschützt ist. Im nicht zu frühen Frühjahr wird dieser Schutz wieder entfernt, damit die Banane austreiben kann. 

Bananenarten

Die schöne violette Blüte der Faserbanane

Musa uranoscopus – die Rote Zwergbanane

Die Rote Zwergbanane Musa uranoscopus, die auch Rote Thai-Banane oder Scarlett-Banane genannt wird, unterscheidet sich deutlich in ihrer Blüte. Diese ist auffällig rot, die Hochblätter sind schmal und nicht so breit. Damit sieht die Blüte der M. uranoscopus aus wie eine rote Fackel, die leuchtend durch den Wintergarten scheint. Als Zwergbanane bleibt sie klein, ist aber wärmeliebend. Mindesttemperaturen liegen bei 5°, besser 10° C. Ideal wächst sie zwischen 20° und 25°, dann braucht sie auch eine höhere Luftfeuchtigkeit. 

Bananenarten

Die Blüte der roten Zwergbanane hat eine attraktive Fackelform

Die Rote Thai-Banane bevorzugt einen hellen, bis sonnigen Platz. Die pralle Mittagssonne, die zu einer starken Abtrocknen führt, sollte allerdings vermieden werden. Diese Bananenart eignet sich für alle Warm-Wintergärten und auch für helle und warme Plätze in der Wohnung. 

Bananensorten

An den Blättern erkennt man die Zugehörigkeit zu den Bananenarten.

Die Pflege der Bananenpflanzen

Mit der richtigen Auswahl aus einer der Bananenarten ist die Pflege einer Bananenpflanze recht einfach. Als wiederaustreibende Staude kann Musa jedes Jahr wieder aufs Neue austreiben. 

 Bananenpflanzen düngen

Die Bananenpflanze ist groß und leistet gerade bei einem kompletten Wiederaustrieb hierzulande sehr viel „Aufbauarbeit“. Auch Blüte und Fruchtbildung kosten die Pflanze sehr viel Energie. Kein Wunder, dass sie viele Nährstoffe braucht. Bei einer ausgepflanzten Banane findet sie diese in einer nährstoffreichen Pflanzerde. Im Kübel sind die Nährstoffe in der Erde schnell aufgezehrt und die Banane braucht eine regelmäßige Düngung. Als Dünger kann ein Flüssigdünger oder ein Dünger in Pulverform, der im Gießwasser aufgelöst wird, verabreicht werden. Der Dünger sollte ein Volldünger sein, den ihr nach den Angaben des Herstellers verabreicht. Es kommt eher auf die Regelmäßigkeit als auf besonders hohe einzelne Düngergaben an. 

Bananenarten

Auch hierzulande können Bananen stattlich groß werden, wie dieses Exemplar zeigt, das ich an der Mosel gefunden habe.

Mehr ist mehr – Bananenstauden gießen

Die großen, dem Wind ausgesetzten Blätter der Banane verdunsten im Sommer viel Wasser und müssen daher regelmäßig gegossen werden. Natürlich darf es dabei am erforderlichen Fingerspitzengefühl nicht mangeln. Auch bei Bananen muss Staunässe vermieden werden. Dennoch gehört die Banane zu den Pflanzen bzw. Kübelpflanzen mit dem höchsten Wasserbedarf, vergleichbar etwa mit der Engelstrompete. An das Gießwasser stellen Bananenstauden keine besonderen Ansprüche. Ausgepflanzte Bananen müssen nur bei hoher Trockenheit, Bananen im Kübel imSommer täglich gegossen werden. Im Frühjahr und Herbst ergibt sich der Wasserbedarf aus Temperatur und Luftbewegung. 

Bananen überwintern

Der Winterschutz für ausgepflanzte Bananenarten wurde oben schon erläutert. Wachsen Bananenpflanzen im Kübel können sie hell und kühl überwintert werden. Ideal sind bei den gängigen Arten Musa acuminata oder x paradisica 5° bis 10° C als Überwinterungstemperatur. Der Lichtanspruch ist gering, allerdings verlieren die Bananen in einer zu dunklen Überwinterung die Blätter. Entsprechend länger brauchen sie für den Wiederaustrieb. Die Bananen Überwinterung dauert von ca. November bis April oder in kalten Regionen bis Mai. 

Bananenarten

Im Kübel können Bananenstauden bei guter Pflege gut gedeihen.

Bananen schneiden

Da Bananen Stauden sind und nur nicht verholzte Scheinstämme bilden, ist der Schnitt keine große Sache. Er beschränkt sich darauf abgestorbene und angebrochene Pflanzenteile zu entfernen. Allerdings hat der Schnitt nach der Überwinterung eine entscheidende Bedeutung: Er muss den Weg frei machen für neue Neuaustriebe. Dazu müssen die alten Triebe soweit abgeschnitten werden, bis neues Grün auftaucht. Ansonsten dürfte es der Wiederaustrieb schwer haben, das Licht der Welt zu erblicken. Seid also nicht zu vorsichtig, wenn des darum, Bananenstauden zu schneiden. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

 

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Fackelingwer

Der Fackelingwer Etlingera elatior – majestätische Blüte im Wintergarten

Der Fackelingwer gehört zu den Blütenpflanzen der Superlative. Seine wunderschöne und große Blüte macht ihn zu einem begehrten Liebhaberobjekt. Doch Kenner exotischer Pflanzen ahnen es schon – die Haltung des tropischen Fackelingwers hierzulande ist nicht ganz einfach, aber im möglich. Wie und wo man einen Fackelingwer pflanzen kann, erfahrt ihr in diesem Beitrag. 

Wenn ihr eine Beratung wünscht oder weitere Fragen habt, könnt ihr diese hier stellen. Aktuelle Pflegetipps für den mediterranen Garten liefert mein Newsletter „Neues aus dem Mediterranen Garten“, zu dem ihr euch kostenlos und unverbindlich anmelden könnt.

Fackelingwer

Eine Fackelingwer-Knospe öffnet sich.

Wissenswertes zum Fackelingwer

Der Fackelingwer mit dem botanischen Namen Etlingera elatior gehört zur Gruppe der Zieringwer, zu denen auch der Rote Ingwer zählt.

Herkunft und Bezeichnungen

Beide sind Mitglieder der Familie der Ingwergewächsen, der Zingiberaceae. Dass der Fackelingwer ein Star unter den tropischen Zierpflanzen ist, zeigt die große Palette der Trivialnamen, die diese Pflanze erhalten hat. Am Besten gefällt mir Kaiserzepter, aber auch Porzellanrose, Fackellilie, Ingwerlilie und Philippinische Wachsblume findet man als Bezeichnungen. Einen eindeutigen Fingerzeig auf die ursprüngliche Herkunft der Pflanze gibt die Bezeichnung Malayischer Fackelingwer. Doch diese Bezeichnung gilt heute nur noch bedingt, denn die Pflanze 

Wuchs und Blätter

Das Kaiserzepter wächst als aufrechte krautartige Staude, die mehrere Stämme bildet. Unterirdisch wird sie ihrer Ingwerzugehörigkeit gerecht, denn sie wächst aus einem kriechendem und verzweigtem Rhizom. Ihre Stämme werden -da sie nicht verholzen- als Pseudostämme bezeichnet. Sie können in freier Wildbahn einige Meter hoch werden, bleiben hierzulande aber kleiner. Die Blütenstämme werden 1 bis 1,5 Meter lang, was die zepterartige Anmutung ergibt. Die Blätter haben einen tropischen Habitus. Sie sind länglich und lanzettförmig, an der Basis allerdings rundlich. Beim Neuaustrieb schimmern die jungen Blätter violett, was die Eleganz der Pflanze erhöht. 

Fackelingwer

Die schindelförmig angeordneten Blütenblätter geben der Fackelingwerblüte eine schöne Struktur.

Die Blüte von Etlingera elatior

Die fantastischen Blüten der Ingwerlilie bilden sich im Sommer, wenn sich aus den an den Enden von Blütenschäften aus dicken Knospen die majestätischen Blüten öffnen. Als erfahrene Pflanzenfreunde ahnt ihr es bereits: Bei der Blüte des Fackelingwers handelt es sich nicht um eine Einzelblüte, sondern um einen Blütenstand mit einer Vielzahl kleiner Blüten. Diese wachsen geschützt von Deckblättern, die schindelartig angeordnet sind. Von außen schützen Kelchblätter, also die eigentlichen Blütenblätter, die Einzelblüten im Knospenstadium. Ihre Ähnlichkeit zu Flammen einer Fackel haben der Pflanze den deutschen Namen gegeben. Die Blüte wird im Durchmesser bis zu 20 cm breit. Sie ist also das, was man flappsig-freundlich eine „Wuchtbrumme“ nennt. Klar ist aber auch, dass eine solche große und komplexe Struktur nur entstehen kann, wenn die Pflanze ganzjährig wachsen kann. Sie ist ein Kind der Tropen und muss hierzulande auch tropisch untergebracht und gepflegt werden. 

Die Pflege beim Fackelingwer

Um hierzulande den Fackelingwer bewundern zu können, muss man in der Regel einen botanischen Garten aufsuchen, der Etlingera elatior in seiner Sammlung hat. Dort wachsen die nicht winterharten und wärmliebenden Pflanzen meist im Tropenhaus, wo sie konstant warme und feuchte Bedingungen haben. Nun dürften die wenigsten Pflanzenfreunde ein eigenes Tropenhaus haben. Es gibt aber auch alternative Standortoptionen. 

Fackelingwer Porzellanrose

In jedem Stadium ist die Blüte eine Pracht und der Trivialname „Porzellanrose“ berechtigt.

Ein tropischer Standort für die Porzellanrose

Führt man sich die heimischen, tropischen Standortbedingungen des Fackelingwers vor Augen wird schnell klar, dass sie hierzulande nur mit fast ganzjährigem Schutz gedeihen kann. Sie benötigt konstante Temperaturen von mindestens 18° C im Winter und 25° C im Sommer. Eine hohe Luftfeuchtigkeit ist weiter eine Bedingung für konstanten Wuchs und -als entscheidendem Ereignis- reiche Blüte. Ihr braucht also einen Warm-Wintergarten, der ganzjährig beheizt ist, oder einen hellen Platz im Wohnzimmer, um die Pflanze halten zu können.  

Neben der Temperatur ist eine hohe Luftfeuchtigkeit der zweite wichtige Pflegefaktor. Sie kann mit täglichem Befeuchten oder mit Hilfe eines automatischen Luftbefeuchtern erreicht werden. Auch ein Zimmerspringbrunnen kann helfen, die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Der Lichtanspruch ist nicht ganz so extrem: das Kaiserzepter wächst auch an einem sonnigen bis halbschattigem Platz. 

Pflanzung und Erde

Die Erde sollte humusreich, aber dennoch durchlässig. Ihr könnt eine normale Pflanzerde verwenden, die allerdings torffrei sein sollte. Für die Durchlässigkeit sorgt neben den Abflusslöchern grobes Drainagematerial wie etwa Lavaschotter oder Poroton. Da das Wasser im Wintergarten oder der Wohnung nicht einfach aus dem Topf fließen darf, braucht ihr einen Übertopf. Zwischen Pflanztopf und Übertopf ist Raum, der feucht bleiben darf. Es sollte aber nicht dauerhaft Wasser im Übertopf stehen. Das verringert den Sauerstoffanteil in der Erde. 

Fackelingwer

Leuchtende Fackel im Wintergarten – das Kaiserzepter (oder Fackelingwer)

Die Pflege im Sommer

Ist es draußen warm, kann das Kaiserzepter auch auf Balkon oder Terrasse umziehen. Sommerliche Wetterbedingungen machen ihm nicht viel aus, solange die Temperaturen stimmen. Er muss regelmäßig gegossen werden, damit die Erde konstant feucht bleibt. Staunässe gilt es allerdings unbedingt zu vermeiden. Das Wasser -auch zum Besprühen- sollte kalkarm sein. Für die wöchentliche bis vierzehntägige Düngung kann ein Dünger für blühende Kübelpflanzen verwendet werden. 

Die Überwinterung

Im Winter können die Temperaturen reduziert werden, sie sollten aber im Bereich kühlerer Zimmertemperaturen bleiben. Bei Temperaturen unter 18° C kann die Pflanze zwar weiter existieren, bildet sich aber zurück. Umso schwieriger wird es im nächsten Sommer mit der Blüte. Da sich aufgrund des zwangsläufig eingeschränkten Lichtangebots aber auch bei 18° C das Wachstum verlangsamt, ist auch der Bedarf an Wasser eingeschränkt. Eine konstante Feuchtigkeit der Erde auf niedrigerem Niveau muss aber gewährleistet bleiben. Auch bei der Luftfeuchtigkeit bleibt die Pflanze anspruchsvoller. Tägliches Besprühen oder automatisches Befeuchten der Luft bleibt eine regelmäßige Pflegeaufgabe. Sind die Temperaturen auch im Winter hoch, kann auch dann noch gedüngt werden, wenn die Pflanze in der Vegetation bleibt. Hier ist euer Augenmaß gefordert, vermutlich läuft es auf eine vierzehntägige bis monatliche Düngung hinaus. 

Schneiden und Umtopfen

Da die Pflanze nicht verholzt, sind regelmäßige Schneidemaßnahmen nur zur Entfernung abgestorbener Pflanzenteile erforderlich. Bei gutem Wuchs ist ein Umtopfen alle zwei bis drei Jahre sinnvoll, um verbrauchte Erde auszuwechseln. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

Literatur: Andreas Bärtels – Tropfenpfanzen. Zier- und Nutzpflanzen, Stuttgart 2013

 

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Südamerikasalbei Salvia guaranitica fliegende Biene

Die schönsten Salbeisorten – mehr als nur Aroma

Der Salbei ist mit vielen wunderschönen Salbeisorten eine der vielseitigsten Gewürz- und Heilpflanzen. Einen Teil dieser Vielfalt möchte ich euch in diesem Beitrag vorstellen, der zeigt, dass Salbei auch sehr dekorativ sein kann. Und natürlich gibt es auch Pflegehinweise für die vorgestellten Salbeisorten. 

Wenn ihr eine Beratung wünscht oder weitere Fragen habt, könnt ihr diese hier stellen. Aktuelle Pflegetipps für den mediterranen Garten liefert mein Newsletter „Neues aus dem Mediterranen Garten“, zu dem ihr euch kostenlos und unverbindlich anmelden könnt.

Salbeisorten

Der Salbei – eine dekorative Gartenpflanze (hier zusammen mit Mohn)

Wissenswertes zum Salbei

Die Gattung Salvia, zu der die hier vorgestellten Salbeisorten gehören, ist mit mehr als 800 Arten eine der größten Pflanzengattung überhaupt.

Heilung schon im Namen

Das im Namen Salvia enthaltene lateinische „salvare“ ist vielversprechend, denn es wird mit „heilen“ übersetzt. Tatsächlich ist der Salbei bzw. die heilenden Sorten des Salbei mit vielfältigen Heilwirkungen ausgestattet. Der Einsatz gegen Heiserkeit und Halsentzündungen ist sicher die bekannteste Verwendung. Insgesamt wird der Salbei schon seit der Antike als Heilpflanze mit desinfizierender Wirkung geschätzt. Die Hauptrolle als Küchen- und Heilkraut spielt der sogenannte „Echte Salbei“ mit der botanischen Bezeichnung „Salvia officinalis“. Doch die Sortenvielfalt dieser aus Stauden, Halbsträuchern und Sträuchern bestehenden Pflanzengattung macht viele Salbeisorten auch zu attraktiven Blüh- und Gartenpflanzen. 

Herkunft und Verbreitung

Die Größe der Gattung macht es offensichtlich: Salbei ist international und kommt weltweit vor. Natürlich ist er auch in der Verwendung als Nutzpflanze für Kräuterproduzenten ein großes Thema. In den mediterranen Garten gehört er ohnehin, denn er liebt die pralle Sonne. Sie vollführt in den Zellen der Salbeiblätter wahre chemische Wunder, indem sie die für die Heil- und Geschmackswirkung so wichtigen ätherischen Öle produziert (bzw. die für die chemischen Reaktionen erforderliche Energie liefert). Interessant ist der Salbei vor allem aufgrund der Vielfalt der Salbeisorten. 

Die schönsten Salbeisorten – eine Auswahl

Es würde den Rahmen eines Beitrags über Salbei sprengen, die ganze Gattung vorstellen zu wollen. Meine Auswahl ist über eine längere Zeit in öffentlichen oder privaten Gärten entstanden. Es besteht also kein Anspruch auf Vollständigkeit, dafür aber wunderschöne Vielfalt. 

Salvia microphylla – der kleinblättrige Salbei

Diese Salbeiart ist als Ziersalbei verbreitet. Da sie sich fröhlich kreuzt, gibt es eine kaum zu überblickende Zahl an Hybriden, die natürlich auch in der Züchtung weiter zu besonders schönen Salbeisorten entwickelt wurden. Der kleinblättrige Salbei, der auch Johannisbeersalbei genannt wird, wächst als Gartenstaude in milden Regionen. Wenn man sich eine Ziersalbeisorte aussucht, sollte man in einer gut sortierten Staudengärtnerei auf Angaben zur Frosthärte achten. 

Salbeisorten

Salvia microphylla „Cerro Potosi“

Der gelbe Jerusalemsalbei

Diese hoch wachsende Sorte stammt -wie es der deutsche Name vermuten lässt- aus dem Nahen Osten. Botanisch handelt es sich um Salvia fruticosa, gelegentlich findet man auch die Bezeichnung Phormis fruticosa. Die Winterhärte beim Jerusalemsalbei ist eingeschränkt, so dass er als Kübelpflanze gehalten werden sollte. Der Kübel muss aber etwas größer sein, um der bis zu 1 Meter hohen Staude Halt zu geben. 

Salbeisorten

Der gelbe Jerusalemsalbei

Salvia involucrata – der Rosenblatt-Salbei

Diese wunderschöne Salbeisorte ist schon allein deswegen interessant, da sie im Gegensatz zu vielen anderen Vertretern der Gattung auch im Schatten wächst. Ursprünglich stammt der Rosenblatt-Salbei aus Mexiko und ist hierzulande als Staude bedingt winterhart. 

Salbeisorten

Der Rosenblatt-Salbei (Salvia involucrata)

In milden Regionen kann er also ausgepflanzt werden. Erster Frost führt zum Absterben der Triebe, die bis zum Frühjahr stehen bleiben sollten. Dann führt ein Rückschnitt zum Austrieb und zu gedeihlichem Wachstum des Rosensalbeis. 

Salbeisorten

Die Hauptattraktion des Rosensalbeis sind die leuchtend roten Blüten. Im Querschnitt sieht man die „Unterlippe“, die den Salbei zu einem Lippenblüten macht. 

Salvia sclarea – der Muskatellersalbei

Während bei den meisten der hier vorgestellten Salbeisorten die Blüte im Vordergrund steht, ist beim Muskatellersalbei das Blatt interessant. Es ist im Gegensatz zu anderen Salvia-Arten und -Sorten eher rund als lang und besonders grob strukturiert. Damit hat es eine sehr große Oberfläche mit entsprechend hoher Verdunstung. 

Salbeisorten

Markant ist beim Muskatellersalbei das gefurchte Blatt.

Der auch als Muskat-Salbei, Römischer Salbei oder Scharlauch bezeichnete Salbei verströmt einen besonders würzigen Duft, der ihm auch zu dem aromatischen Trivialnamen verholfen hat. Er wächst als zweijährige Pflanze im Mittelmeerraum und Vorderasien als robuste Pflanze an vielen Standorten. Sein Einsatz als Würz- und Heilkraut ist ähnlich zum echten Salbei (Salvia officinalis). Da er in seinem ursprünglichen Gebiet auch in Höhenlagen wächst, hat er sich an kälteren Temperaturen angepasst. Er ist also winterhart und kann überall ausgepflanzt werden. Allerdings muss man ihn unbedingt vor Schnecken schützen.

Der Südamerikasalbei Salvia guaranitica

Der Südamerikasalbei, der auch als Blauer Salbei bezeichnet wird, ist eine der schönsten Salbeisorten. Seine blauen Blüten und die zuvor grün-schwärzen Knospen geben im ein sehr markantes, charakterliches Aussehen. Seine Herkunft liegt im subtropischen Südamerika, so dass er hierzulande nicht winterhart ist. 

Salbeisorten

Beliebte Nektarquelle – der Südamerikasalbei Salvia guaranitica

Er kann aber problemlos als Kübelstaude gehalten werden. Im Herbst verringert sich das Laub, so dass ein Rückschnitt im Frühjahr zu einem Neuaustrieb führt. Bienen und Hummeln, die auf den Blauen Salbei fliegen, wird es freuen. 

Salbeisorten

Er blüht bis in den Herbst üppig blau – der Südamerikasalbei.

Der Feuersalbei Salvei splendens

Der Feuersalbei ist einer der führenden Vertreter des Ziersalbeis und in seiner klassisch roten Varianten Hingucker in so manchem Sommerblumen-Beet. Er  wird 30 bis 40 cm hoch und wird in der Regel als einjährige Sommerpflanze kultiviert. Er lässt sich aber auch im Topf überwintern. Die Überwinterung ist kühl und hell, ein Rückschnitt im Herbst oder Frühjahr sichert den Neuaustrieb. Mein Foto zeigt den Feuersalbei in einer schönen weißen Variante, die passender Weise Alba heisst. 

Salbeisorten

Der Feuersalbei Salvia splendens cv. Alba

Salvia leucantha

Ein schönes Beispiel für die Vielfalt des Salbei ist der aus Mexiko stammende Salvia leucantha, den hier in der Sorte „Purple Velvet“ seht. Er ist eine nicht winterharte Sorte aus den Subtropen, die mit plüschigen Blüten in Blau oder Purpur begeistert. Die Salbeipflanze der Salvia leucantha wird bis zu 1,30 hoch und bildet zahlreiche aufrechte Triebe, die im Sommer und Herbst dicht mit flauschigen Blüten besetzt sind. 

Salbeisorten

Salvia leucantha „Purple Velvet“

Die Pflege der Salbeisorten 

Viele verschiedene Salbeisorten zu pflanzen und zu sammeln, kann ein sehr schönes gärtnerisches Projekt sein. Der Erfolg hängt wie immer davon ab, den Pflanzen die passende Pflege zukommen zu lassen. 

Der Salbei Standort

Bei den meisten Sorten ist die Standortfrage schnell beantwortet: Der Salbei gehört in die pralle Sonne. So kann er am ehesten viele ätherische Öle bilden und seine zahlreichen Blüten bilden. Neben Sonne und Wärme ist die Durchlässigkeit des Bodens ein wichtiger Faktor für die mediterrane Pflanze. Staunässe muss unbedingt vermieden werden, das gilt übrigens auch für viel Regen. Ein geschützter Platz an einer Mauer oder vor größeren Gehölzen kann durchaus helfen. 

Gießen und Düngen

Wächst eine Salbeisorte im Kübel braucht sie im Gegensatz zu der im Garten ausgepflanzten Salbeipflanze etwas Pflege. Die fein strukturierten Blätter mit ihrer großen Oberfläche verdunsten zwar regelmäßig Wasser, dennoch ist der Salbei ein Wassersparer. Er muss also nur mäßig gegossen werden. Das gleiche gilt für die Düngung, die nur für mehrjährige Pflanzen, die nicht umgetopft wurden, nötig ist. 

Salbei überwintern

Salbei kann man je nach Art und Sorte unterschiedlich durch den Winter bringen. Beim einjährigen Salbei erfolgt die Überwinterung als Samen, den man im Frühjahr wieder wieder aussäen kann. Als mehrjährige winterharte Stauden kann der Salbei auch im Garten bleiben. Dort sollte man ihn aber mit einer Mulchschicht oder ähnlichem Schutz durch den Winter bringen. Schließlich kann man mehrjährigen Salbei auch im Topf kühl und hell überwintern. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

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