Florettseidenbaum

Der Florettseidenbaum – tropischer Blütentraum in Rosa

Der Florettseidenbaum, der auch als Wollbaum bezeichnet wird, ist eines der schönsten subtropischen Gehölze. Seine im Herbst erscheinende Rosa Blüte macht ihn zur Magnolie des Winters. In diesem Beitrag erfahrt ihr, wie man den beeindruckenden aber nicht winterharten Baum auch bei uns kultivieren und die wunderschöne Blütenpracht genießen kann. 

Wenn ihr weitere Fragen habt oder eine individuelle Beratung wünscht, könnt ihr euch gerne am Ende des Beitrags melden. 

Florettseidenbaum

Die Blüten sind eine wahre Pracht – der Florettseidenbaum

Der Florettseidenbaum – exotisches Gehölz mit später Blüte

Seine Heimat sind die Trockenwälder von Südbrasilien bis Argentinien im tropischen Südamerika. Dort hat sich der Florettseidenbaum an weniger feuchte Standorte angepasst, indem sich der Stamm als Wasserspeicher entwickelt hat. Wesentlich auffälliger ist aber, dass die wunderschöne Blüte im Herbst erscheint, wenn die Chorisie weitgehend ihre Blätter verloren hat. So bin ich auch auf diesen interessanten Baum aufmerksam geworden. Vor dem Hieronymus-Kloster im Lissabonner Stadtteil Belem entdeckte ich diesen blattlosen aber wunderschön blühenden Baum und war sofort begeistert. Das war wohl auch der Maler Louis Choris. Auf diesen Expeditionsmaler, der Menschen und Tiere, aber auch die Pflanzen in südamerikanischen Expeditionsgebieten zum Gegenstand seiner Malerei machte, geht der botanische Name Chorisia speciosa zurück.  

Florettseidenbaum

In warmen Regionen wächst der Florettseidenbaum zu einer stattlichen Höhe heran.

Früchte und Blüte

Die deutschen Namen Florettseidenbaum und Wollbaum haben einen konkreteren Bezug zur Pflanze als der botanische Namen. Namensgebend sind die Früchte, die im Spätsommer als „Wollknäuel“ bestehend aus seidigen Fäden erscheinen. Die sie zuvor umfassenden Kapseln haben sich dann geöffnet, die Kapselwände sind abgefallen. In den Seidenknäueln befinden sich dann auch die erbsengroßen schwarzbraunen Samen des Wollbaums, die mit ihrer wolligen Hülle vom Wind verbreitet werden. 

Florettseidenbaum

Die Blüten des Wollbaums sind nicht nur leuchtend farbig sondern auch in der äußeren Form sehr strukturiert.

Doch mindestens ebenso spektakulär wie die Frucht ist die Blüte. Die erste Besonderheit ist, dass sie nach dem Laubabwurf im Herbst in großer Zahl erscheint und die Krone in eine leuchtend-rosafarbene Wolke hüllt. In ihrer äußeren Form ähnelt die Chorisia-Blüte dem Hibiskus, denn sie hat fünf auseinander strebende Blütenblätter und in der Mitte ein langes exponiertes Staubblatt. 

Blätter und Stamm

Laub und Blüte kommen sich nicht in die Quere, denn die Blüte erscheint ja im (überwiegend) laublosen Zustand. Umso schöner ist es, dass auch das Laub atttraktiv ist. Der Florettseidenbaum hat handförmige Blätter, deren „Finger-„Blätter bis zu 12 cm lang werden können. Beim Austrieb im Frühjahr sind sie hellgrün, später werden sie dunkelgrün. 

Florettseidenbaum

Die Blüten erscheinen im Herbst, wenn der Baum schon einen Großteil oder alle Blätter verloren hat.

Der Stamm hat eine leichte Flaschenform, ist also unten etwas dicker als oben und erinnert damit an den Affenbrotbaum Adansonia digitata. Diese Form ist auf die Wasserspeicherung zurückzuführen, auf die sich die Chorisie spezialisiert hat. Weiter ungewöhnlich sind die Stacheln, die sich im unteren Bereich auf der Rinde befinden. Sie dienen offensichtlich dazu, Fressfeinde des Baums von einem Verzehr der Rinde abzuhalten. 

Die Pflege des Wollbaums hierzulande

Ein tropischer Großbaum wie der Woll- oder Florettseidenbaum kann aufgrund fehlender Frosthärte natürlich bei uns nicht ausgepflanzt werden. Er lässt sich aber im Kübel halten, wenn man ihn durch Schnitt kleinhält. Wichtig ist aber natürlich, dass man einen geeigneten Standort findet. 

Der Standort für die Chorisie im Freiland

Eine wesentliche Eigenschaft des Baums macht die Kultur hierzulande möglich: Er verliert im Herbst sein Laub. Damit kann er auch im Haus überwintert werden, wo das Lichtangebot im Winter reduziert ist. Doch dazu später mehr. Im Frühjahr, Sommer und Herbst gebührt ihm ein prominenter, dh. gut sichtbarer und ausreichender Platz auf der Terrasse. Natürlich lässt er sich im Kübel auch im Garten platzieren. Dort sollte er aber aufgrund seiner Eleganz nicht im grünen Blättermeer untergehen. 

Florettseidenbaum

Die rosafarbenen Blüten des Wollbaums heben sich deutlich vom grünen Laub anderer Bäume ab.

Die Überwinterung des Florettseidenbaums 

Die Überwinterungstemperatur für die Pflanze liegt bei 12° bis 15° C und entspricht damit den Bedingungen, die etwa die ebenfalls aus Brasilien stammende Tibouchina benötigt. Entweder ist ein mild temperiertes Gewächshaus oder ein beheizbarer Wintergarten der Standort für die Chorisie oder ein Platz in einem nicht ganz so warm beheizten Wohnraum. Ein Problem kann trockene Luft sein, so dass gelegentliches Besprühen mit Wasser zum Pflegeprogramm gehören sollte. 

Der Lichtbedarf im Winter sollte trotz fehlenden Laubs nicht unterschätzt werden. Natürlich nimmt die Pflanze auch über die Rinde Licht auf, dass bei größer werdender Intensität auch das Startsignal für den Wiederaustrieb gibt. Also ist ein besonders heller Platz direkt am Fenster nötig, um die Chorisie gut durch den Winter zu bekommen und auf das nächste Frühjahr vorzubereiten. Im Winter selbst ist die Pflege einfach. Ihr solltet nur darauf achten, dass die Erde im Topf leicht feucht bleibt. 

Gießen und Düngen

Da der Wollbaum Wasser speichern kann, muss er nicht ständig gegossen werden und hält kurzfristige Trockenheit aus. Allerdings ist es günstiger, wenn die Erde konstant und moderat feucht gehalten wird. Der Nährstoffbedarf ist bei dem wüchsigen Baum durchaus hoch, daher solltet ihr ihn einmal in der Woche mit einem Kübelpflanzendünger düngen. 

Wie man den Florettseidenbaum schneiden muss

Der Baum sollte jährlich geschnitten werden, um das Größenwachstum zu kontrollieren. Außerdem kann durch den regelmäßigen Rückschnitt die Verzweigung gefördert werden. Der Schnitt sollte aber nicht drastisch und ins alte Holz erfolgen. Es reicht, wenn der Neuzuwachs, also das junge Holz, um etwa die Hälfte eingekürzt wird. 

Topf und Erde für die Chorisie

Aufgrund fehlender Frosthärte ist die Chorisie hierzulande eine Kübelpflanze. Der Topf sollte ausreichend groß und stabil sein, denn der Baum hat kräftige Wurzeln. Als Erde sollte man eine durchlässige Kübelpflanzenerde verwenden. Versucht Torf zu vermeiden. Wichtiger ist, dass die Erde ein Drainagematerial wie etwa Lavagranulat enthält. Das Umtopfen sollte je nach Wachstum alle zwei bis drei Jahre erfolgen. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

Literatur:

Andreas Bärtels: Tropenpflanzen – Zier- und Nutzpflanzen, Stuttgart 2013

 

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columnea gloriosa

Columnea gloriosa – tropische Blütenpracht für die Wohnung

Die Columnea gloriosa, die auch schlicht Columné genannt wird, ist eine wunderschöne Zimmerpflanze, die am Besten als Ampelpflanze wächst. Ihre Licht- und Temperaturansprüche passen gut in viele Wohnräume. Hier findet ihr Wissenswertes und Pflegetipps für die Columnea. 

Wenn ihr weitere Fragen habt oder eine individuelle Beratung wünscht, könnt ihr euch gerne am Ende des Beitrags melden. 

Columnea gloriosa

Typisch für die C. gloriosa sind die gelb-roten Blüten, die mit dem violetten Blatt herrliche Kontraste bilden.

Wissenswertes zur Columnea gloriosa

Die Columnea gehört zu den weniger bekannten, dafür umso schöneren Zimmerpflanzen. Die Fischform ihrer Blüten hat ihr auch -zumindest im englischen Sprachraum- den Beinamen „Goldfischpflanze“ eingebracht. Die nach unten geöffneten Blüten haben ihr auch den deutschen Trivialnamen Rachenrebe eingebracht. Botanisch gehört die Gattung Columnea zu den Gesneriengewächsen. Typisch für alle Columneen sind die langen, hängenden Triebe. Bei der hier im Mittelpunkt stehenden Columnea gloriosa werden sie bis zu 100 cm lang und sind der Grund dafür, warum sie unbedingt als hängende Ampelpflanze gehalten werden sollte. 

Columnea gloriosa

Die Form der nach unten geöffneten Blüte haben der Columnea auch den Beinamen „Goldfischpflanze“ eingebracht.

Das Ursprungsgebiet der Columneen ist Zentral- und Südamerika sowie die Karibik. Hier sowie bei guten Kulturbedingungen blüht die Columnea ganzjährig, was ihre Attraktivität natürlich deutlich erhöht. Schön sind nicht nur die Blüten, sondern auch die Blätter. Auch die Blätter sind wie die Blüten mit Härchen überzogen und wirken dadurch heimelig. Die Blattfarbe ist ein edles Bordeaux-Rot. Die Blätter wachsen in leicht gegenständigen Paaren und zum Triebende abnehmenden Blattgrößen. Auch das macht die Pflanze attraktiv. 

columnea gloriosa

Das Nebeneinander der hellroten Blüten mit den dunkelroten Blättern bildet eine seltene, aber sehr elegante Farbkombination.

Pflegetipps für die Columnea gloriosa

Die Columnea ist eine tropische Pflanze, die in ihren Standortanforderungen gut als Zimmerpflanze gehalten werden kann. Der Erfolg der Pflege hängt -wie immer- vom richtigen Standort ab. 

Geeignete Standorte für die Columnea

Als Tropische Pflanze braucht die Columnee ganzjährig Temperaturen zwischen 18° und 25° C. Sie kann also gut als Zimmerpflanze gedeihen. Dabei ist hilfreich, dass sie wenig Anspruch in Bezug auf Licht hat. Da die Columnea gloriosa aus dem eher dunklen Regenwald stammt, braucht sie helle bis halbschattige Standorte und verträgt sogar eher dunkle Ecken. Was sie nicht mag, ist die direkte Sonne, denn daran hat sie sich nicht angepasst. Die lang nach unten wachsenden Triebe erfordern, dass die Columnea gloriosa als Hänge- oder Ampelpflanze gehalten wird. Das vereinfacht die Standortwahl, denn Fensterbänke und andere Plätze für Zimmerpflanzen sind ja schnell belegt. Die Columnea kann man an einem Ort aufgehängen, wo sie die passenden Licht- und Temperaturverhältnisse hat. Ihr solltet sie nicht direkt in der Zugluft platzieren. 

Richtig gießen und düngen

Bei der Columnea gilt beim Gießen „Weniger ist Mehr“. Sie sollte also stets leicht feucht gehalten werden, darf aber nicht zu nass werden. Vor dem Gießen sollte die Erde ordentlich abtrocknen. Das herauszufinden ist bei einer Ampelpflanze -je nach der Höhe der Aufhängung- nicht ganz einfach. Entweder fühlt ihr vor dem Gießen mit dem Finger in die Erde, oder ihr verwendet einen Feuchtigkeitsmesser. 

Columnea gloriosa

Am richtigen Standort wächst die Columnea zu einer stattlichen Pflanze heran.

Auf die Luftfeuchtigkeit kommt es an

Auch eine Eigenschaft der Tropenpflanze Columnea gloriosa ist, dass sie hohe Luftfeuchtigkeit benötigt. Da sie aus den Tropen stammt, ist sie es gewöhnt, dass ihre Umgebung stets feucht ist. Dieser Anspruch ist eine gewisse Herausforderung. Zunächst ist es natürlich nicht kompliziert, die Pflanze täglich mit Wasser zu besprühen. Dieses sollte kalkarm sein. Noch wichtiger ist aber, dass es lauwarm ist. Bei kaltem Wasser bekommen die Blätter unschöne braune Flecken. Diese lassen sich aber leicht vermeiden, denn es reicht, dass ihr das Sprühwasser bei Zimmertemperatur aufbewahrt.

Etwas lästig ist aber, dass die Pflanze natürlich beim und nach dem Sprühen tropft. Hat man sie im Wohnzimmer oder an einem anderen trockenen Ort aufgehängt, sollte man nicht das Wasser einfach auf Parkett oder Teppich tropfen lassen. Ihr müsst also unter die Columnea entweder ein Handtuch oder einen anderen Schutz legen. Alternativ kann man auch einen Blumenkasten unter der Ampelpflanze aufstellen, der das Wasser von der Columnea aufnimmt. 

Dünger und Erde

In der Hauptwachstumszeit von März bis Oktober/November benötigt die Columnea gloriosa regelmäßige, aber moderate Düngergaben. Es reicht ein Flüssigdünger, der 14tägig verabreicht wird und phosphatbetont ist. Die Düngergabe sollte stets leicht unter der vom Hersteller empfohlenen Dosierung liegen, denn so vermeidet man Überdüngung, die auch bei der Columnee ungünstig ist. 

An die Erde hat die Pflanze wenig Ansprüche, denn sie ist eine sogenannte Aufsitzerpflanze, ein Epiphyt. Pflanzen, die epiphytisch wachsen, kommen mit wenig organischem oder mineralischem Material zurecht, das sich in Astgabeln oder andere Mulden und Löchern bei großen Regenwaldpflanzen angesammelt hat. Man kann die Pflanze gut in ein Moosbett pflanzen, das man mit Erde und Sand gemischt hat. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

 

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Erdbeerguave

Die Erdbeerguave – pflegeleichte Tropenfrucht für Terrasse und Balkon

Die Erdbeerguave ist eine hübsche Vertreterin der großen Guavenfamilie, zu der auch die Ananasguave gehört. Diese tropische Frucht ist erstaunlich robust und kann daher auch bei uns als Kübelobstbaum kultiviert werden. Wie ihr dabei idealer Weise vorgeht und welche Pflege bei der Erdbeerguave für reichlich Früchte sorgt, erklärt dieser Beitrag. 

Wenn ihr weitere Fragen habt oder eine individuelle Beratung wünscht, könnt ihr euch gerne am Ende des Beitrags melden. 

Erdbeerguave

Im Spätsommer bis Herbst reifen die Erdbeerguaven-Früchte.

Die Erdbeerguave – tropische Früchte nördlich der Alpen

Die Erdbeer- oder Rote Guave ist eine typische Vertreterin der großen Gattung der Guaven. Botanisch handelt es sich um Psidium  littorale oder Psidium cattleyanum. Verwandt ist die Erdbeerguave auch mit der Guave, die botanisch Psidium guajava heißt. Alle Guaven sind Myrtengewächse und damit mit der Myrte aber auch etwa mit der Wachsblume verwandt. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Guaven ist Mexiko, Mittelamerika sowie das tropische Südamerika. Heute sind Guaven aber in der ganzen Welt zu finden, auch in verwilderter Form. Diese Wildformen sorgen auch für einen großen Teil der Fruchtproduktion. 

Erdbeerguave

Blatt und Frucht harmonieren farblich und in ihrer Form.

Wuchs, Blüten und Früchte bei der Erdbeerguave

Der Guaven Baum ist ein kleiner knorriger Baum, der gut verzweigt wächst und eine hübsche Krone hat. Die Blätter der Erdbeerguave sind oval und spitz zulaufend. Sie sind mit einer Wachsschicht bedeckt und geben der Krone mit ihrer klaren Struktur ein edles Ambiente. Edel wirken auch die Blüten mit ihren langen Pinselblüten, bei der auch die Myrtenverwandschaft deutlich wird. Die Blüte erscheint im Frühsommer und befruchtet sich bei der selbstfruchtenden Pflanze von allein, lädt aber auch Bestäuber ein.

Hauptattraktion bei der Roten Guave sind natürlich die roten Früchte, die man auch verzehren kann. Der Geschmack der Erdbeer Guave ist sehr aromatisch oder sogar parfümiert ohne zu aufdringlich sein. Insofern ist es eher der Geschmack als das Aussehen, dass dieser Guavenart ihren deutschen Namen gibt. Äußerlich sehen die Erdbeerguaven eher aus wie kleine rote Äpfel und schmecken wunderbar süß und würzig. Das Fruchtfleisch ist sehr hell, auch das trägt zur Attraktivität der Pflanze bei. 

Die Pflege der Roten Guave

Neben den hübschen und schmackhaften Früchten ist ein weiterer Pluspunkt der Erdbeerguave, dass sie für eine exotische Pflanze recht pflegeleicht ist, auch wenn sie nicht winterhart ist. Wie ihr die Erdbeerguave pflanzen müsst, erfahrt ihr in diesem Abschnitt. 

Ein passender Standort für die Psidium littorale

Im Sommer ist der kleine Guavenbaum eine hübsche Kübelpflanze für jede Terrasse und jeden Balkon. Dadurch dass sie eher klein und langsam wächst, kann sie auch dort aufgestellt werden, wo der Platz begrenzt ist. Die Lichtbedürfnisse sind nicht ganz so ausgeprägt wie bei anderen tropischen Pflanzen wie etwa dem Hibiskus. Es reicht also auch ein sonniger bis halbschattiger Standort, bei dem die Zahl der Sonnenstunden etwas eingeschränkt ist. 

Gießen und Düngen bei der Guave

Auch beim Gießen ist die Pflanze nicht sonderlich empfindlich oder anspruchsvoll. Sie bedankt sich aber für eine gleichbleibende Bodenfeuchte mit gesundem Wachstum. Sollte die Erdbeer Guave einmal zu trocken sein, können Blätter abfallen, die sich aber schnell wieder neu bilden.

Auch beim Dünger lässt sich die Pflanze gut im Verbund mit anderen mediterranen Pflanzen pflegen, denn auch sie braucht als Kübelpflanze in der Vegetationszeit regelmäßige Düngung. Ihr solltet also von April oder Mai bis zum Sommer wöchentlich einen Kübelpflanzendünger verabreichen. Auch ein Dünger für Zitruspflanzen führt zu guten Ergebnissen bei der Erdbeerguave. 

Die Erdbeerguave überwintern

Wenn ihr die Erdbeerguave überwintern wollt, dann ist ein kühles bis mildes Winterquartier erforderlich. Als Winterquartier eignen sich die Klassiker unter den Winterquartieren wie etwa ein ungeheiztes Treppenhaus oder ein nicht ganz so kühler Kalt-Wintergarten. Die immergrüne Pflanze benötigt auch im Winter Licht, so dass eine dunkle Überwinterung keine gute Idee ist. Besonders ungeeignet ist eine warme, aber dunkle Überwinterung in einem beheizten Wohnraum. Da die Erdbeerguave nicht winterhart ist und keinen Frost verträgt, beginnt die Überwinterungsperiode noch vor dem Frost und dauert bis zum April oder Mai. Während des Winters braucht die Guave nur ganz wenig Wasser, regelmäßig sollte nach Schädlingen gesucht werden, die im Winter auftauchen können.

Schnitt und Umtopfen

Da die Pflanze nicht allzu stürmisch, dafür aber geordnet wächst, ist ein regelmäßiger Schnitt nicht erforderlich. Ist mal ein Zweig abgeknickt und stirbt ab, kann man diesen im Zuge der Erhaltung abschneiden. Auch beim Umtopfen tanzt die Erdbeerguave nicht aus der Reihe, denn sie hat ähnliche Bedürfnisse wie viele andere mediterrane Pflanzen. Alle zwei bis drei Jahre sollte sie umgetopft werden. Die Erde ist nährstoffreich, gleichzeitig aber auch durchlässig und strukturstabil. Ihr solltet torffreie Erde bevorzugen, aber darauf achten, dass das Substrat Drainagematerial wie Lavagranulat oder Poroton enthält. Der Zeitpunkt für das Umtopfen ist der späte Winter. 

Wenn ihr eine Guaven Pflanze kaufen möchtet, findet ihr schöne Exemplare im Fachhandel für mediterrane Pflanzen. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

Literatur: Andreas Bartes – Tropenpflanzen. Zier- und Nutzpflanzen. Stuttgart, 2013

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Sternwinde Ipomoea iobata

Die Sternwinde Ipomoea iobata – die Blütenpracht der „Spanischen Flagge“

Die Sternwinde ist unter den Winden eine der schönsten. Ihre gelb bis rot blühenden Blüten geben ein herrliches Farbspiel und haben ihr zum Beinamen „Spanische Flagge“ verholfen. In diesem Beitrag findet ihr hilfreiche Informationen, wenn ihr die Sternwinde pflanzen und pflegen wollt. 

Wenn ihr weitere Fragen habt oder eine individuelle Beratung wünscht, könnt ihr euch gerne am Ende des Beitrags melden. 

Sternwinde Ipomoea iobata

Im Spätsommer beschert die Sternwinde üppige Blütenpracht.

Wissenswertes zur Sternwinde

Winden sind schnell wachsende und kletternde Pflanzen, die in „Windeseile“ jede sich bietenden Kletterhilfe erobern. Die Geschwindigkeit des Wachstums macht die Winden zu einer kurzlebigen Pflanze. Sie wachsen hierzulande meistens als einjährige Pflanzen, denn sie sind nicht winterhart. Eine Kübelkultur ist auch möglich, da sie aber gut und zuverlässig aus Samen gezogen werden können und schnell wachsen, ist die einjährige Kultur am effektivsten. 

Sternwinde ipomoea iobata

Die von unten nach oben in der Farbe changierende Blüte macht die Sternwinde zu einer ganz besonderen Kletterpflanze.

Botanisch heißt die Sternwinde Ipomoea iobata und zeigt damit ihre Verwandtschaft mit der Prunkwinde (Ipomoea purpureia) mit ihren tiefblauen großen Blüten. Ihre Herkunft macht die Sternwinde zu einem Kinder der Tropen, sie stammt aus dem tropischen Amerika, vor allem in Mexiko ist sie zu finden. Hierzulande wächst sie nicht ganz so hoch wie in den Tropen, kann aber durchaus mehrere Meter erklimmen. Sie ist nicht winterhart und benötigt eine Kletterhilfe, die man gleichzeitig einsetzen kann, um das üppige Wachstum in Bahnen zu lenken. 

Auch wenn die Blüte die Hauptattraktion ist, ist auch das Laub ebenfalls sehr ansehnlich. Es wächst dreilappig wechselständig an den Trieben der Prunkwinde und hat eine elegante Lilienform. Aber natürlich wartet das Gärtnerherz im Frühjahr sehnsüchtig auf die wirklich besonderen Blüten. Ihr müsst euch aber ein wenig gedulden, denn erst im Juni geht es mit der Blüte richtig los. Dafür kann sie bis in den September oder Oktober reichen und euren Garten, Terrasse oder Balkon verzaubern. Die Blüte ist -ähnlich wie das Wandelröschen– ein Farbwechsler. Die Farbe der an langen Blütenständen wachsenden Einzelblüten verändert sich vom leuchtenden Rot zum hellen Gelb, das kurz vor dem Verblühen erscheint. Diese spanischen Farben in Verbindung mit dem flaggenförmigen Wuchs der Blüten sind auch der Hintergrund für die Bezeichnung „Spanische Flagge„. Ungewöhnlich ist auch, dass sich die Blüten von unten nach oben entwickeln. 

Sternwinde Ipomoea iobata

Blütenpracht bis in den Herbst – die Sternwinde

Pflanzung und Pflege bei der Sternwinde

Die Überwinterung der Sternwinde erfolgt in Samenform, so dass der Jahreszyklus mit der Aussaat beginnt. 

Sternwinden-Samen aussäen

Die Aussaat der Sternwindensamen erfolgt je nach Region im März (in milden Regionen) oder April (in kühleren Regionen), damit die Pflanzen bei einer gewissen Größe und Kräftigkeit Mitte oder Ende April bis Anfang Mai -also nach dem Frost- ins Freiland können. Für die Aussaat werden die Samenkörner zunächst ca. 3 Stunden im Wasser vorgequellt. Danach steckt ihr sie ca. 0,5 cm tief in durchlässige Anzuchterde. Ein guter Platz für die Aussaattöpfchen ist ein warmes südliches Fenster, wo direktes Sonnenlicht auf die Erde fällt. Die Temperatur ist im warmen Bereich der Zimmertemperatur, also bei 18° bis 20° C. Nach ca. zwei Wochen sollten sich die jungen Sternwinden zeigen und rasch an Höhe gewinnen. Ab einer Höhe von ca. 10 cm sollte die Pflanze schon eine erste Kletterhilfe erhalten. Es reicht aber ein Stab, an dem sie sich hochwinden kann. 

Sternwinden ins Freiland pflanzen 

Wenn die Frostgefahr vorüber ist, kann die Sternwinde ins Freie gebracht und gepflanzt werden. Ihr könnt die wunderschöne Kletterpflanze also in größere Töpfe setzen oder ins Beet pflanzen. Für die Töpfe spricht, das ihr die Sternwinde damit hoch stellen könnt, um sie effektiv vor Schnecken zu schützen. Diese haben nach meiner Erfahrung nämlich besonderen Appetit auf Windenblätter. Der Boden oder die Pflanzende sollten nährstoffreich sein, denn die Spanische Flagge braucht für ihre rasche Expansion ausreichend Nährstoffe. Damit sie dort wächst, wo ihr sie sehen könnt und haben wollt, ist die Platzierung an einem Rankgitter, einem Zaun oder einer ähnlichen Klettergrundlage sinnvoll. 

Die Sternwinde gießen und düngen

Wenn ihr die jungen Sternwinden in Töpfe pflanzt, müsst ihr die Pflanzen regelmäßig gießen und ab ca. sechs Wochen nach der Pflanzung auch düngen. Der Wasserbedarf ist nennenswert, so dass ich meine Winden mit einer Unterschale gießen. Diese kann man gerade an warmen und sonnigen Tagen mit Wasser füllen. Am nächsten morgen haben die weichen und großen Blätter der Winde das Wasser in der Regel komplett verdunstet. Dann müsst ihr wieder nachfüllen. 

Einmal die Woche sollte die Sternwinde mit einem Kübelpflanzendünger gedüngt werden. Bei der Düngung sollte man sich an den Vorgaben des Herstellers orientieren. Wenn an den Blättern braune Ränder auftauchen, dann liegt eine Überdüngung vor, die natürlich vermieden werden sollte. 

Sternwinden überwintern

Die Sternwinde verträgt keinen Frost. Wenn ihr sie in einen Topf gepflanzt habt, könnt ihr versuchen, sie warm und hell zu überwintern. Ein mild-temperierter Wintergarten oder Platz an einem hellen Fenster in der Wohnung ist für die Überwinterung geeignet. Dann muss man noch mit den üblichen Problemen wie Schädlingsbefall oder Lichtmangel zurecht kommen. Ehrgeizige Exotengärtnerinnen und -gärtner sollten es einmal versuchen, die Pflanze durch den Winter zu bekommen. Allen anderen bleibt die gute Möglichkeit, die Pflanze im nächsten Frühjahr wieder auszusäen. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

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Die Bergpapaya – tropischer Fruchtgenuss für den Wintergarten

Die Bergpapaya gehört wie ihre große Schwester die Papaya zu den beliebtesten tropischen Früchten. In einem Wintergarten oder einem anderen Winterquartier für subtropische Pflanzen kann die Bergpapaya auch hierzulande als Kübelpflanze durch den Winter gebracht werden, im Sommer geht es dann raus auf die Terrasse oder den Balkon. Wenn Licht und Temperatur stimmen, klappt es auch mit der Ernte. In diesem Beitrag erfahrt ihr etwas über die Botanik der Bergpapaya und wie ihr den tropischen Obstbaum pflanzen und pflegen müsst. 

Wenn ihr weitere Fragen habt oder eine individuelle Beratung wünscht, könnt ihr euch gerne am Ende des Beitrags melden. 

Wissenswertes zur Bergpapaya

Die Bergpapaya ist wie die Papaya (Carica papaya) ein Mitglied der Familie der Melonenbaumgewächse. Botanisch gehört sie aber als Vasconcellea x heilbornii zu einer Nachbargattung, ist also eine enge Verwandte der tropischen Papaya. Als alternative botanische Bezeichnung findet man aber auch Carica pentagona. Weitere Trivialnamen sind Chamburo oder Papayuela, im Englischen heisst sie Mountain Pawpaw oder Mountain Papaya (und darf aber nicht mit der Indianerbanane PawPaw verwechselt werden). Der Vorteil der Bergpapaya im Vergleich zu ihrer tropischen Schwester ist die größere Toleranz für niedrige Temperatur. Auch in Bezug auf Feuchtigkeit und Feuchtigkeitsschwankungen ist die Bergpapaya robuster als die Papaya. Diese Eigenschaften machen sie auch für die Kultur hierzulande interessant. 

Bergpapaya

Am Anfang sind die Früchte kleiner, können aber bei guten Bedingungen durchaus groß werden.

Wuchs und Befruchtung

Die Bergpapaya wächst als kleiner Baum oder Strauch und erreicht ca. 1,5 bis maximal 2 Meter. An der Stammspitze wachsen als schönes Blätterdach die großen Blätter. Sie bilden handförmige Großblätter mit fünf oder bis zu sieben „Fingern“. Die eher unscheinbaren aber hübschen gelben weiblichen Blüten wachsen im oberen Teil des Stammes. Die männlichen Blüten findet man dagegen im unteren Bereich. Die Bergpapaya ist zweihäusig, dh. männliche und weibliche Blüten wachsen auf unterschiedlichen Pflanzen. In Einzelfällen findet man aber auch einhäusige Pflanzen mit männlichen und weiblichen Pflanzen. Die Bestäubung ist aufgrund fehlender Bestäuber nicht ganz zuverlässig auf natürliche Weise möglich. Daher ist eine Handbestäubung mit dem Pinsel das Mittel der Wahl.

Bergpapaya

Die großen reifen Früchte der Papaya machen Appetit.

Die Früchte der Bergpapaya sind nicht ganz so groß wie bei der Papaya, der Hauptfrucht der Melonenbaumgewächse. Auch bei den Pflanzen findet man einen deutlichen Größenunterschied. Die Frucht ist erst klein und hellgrün. Sie hat eine schöne ovale Form, die am Anfang an eine große Kaper erinnert. Die Bergpapaya Frucht wird ca. 130 g schwer. In der Reife wird sie zunächst gelb, später gelb- bis goldorange. Das Fruchtfleisch ist etwa 1 cm dick und fruchtigsüß. Im Gegensatz zur Papaya hat die Bergpapaya einen herben Unterton, der sicher Geschmacksache ist. Für erfahrene Fruchtgenießer kann dieser Geschmack aber sehr reizvoll sein. 

Bergpapaya

Die lange Frucht der Bergpapaya kann bis zu 130 g schwer werden.

Die Pflege der Bergpapaya

Auch wenn die Bergpapaya aufgrund ihrer ursprünglichen Anpassung an kühle Höhenlagen in Amerika robust ist, hängt der Ernteerfolg und die Fruchtsüße natürlich vor allem von der Sonnenscheindauer ab. Der Standortwahl kommt also eine sehr große Bedeutung zu. 

Der passende Standort für die Bergpapaya

Der Standort für die Pflanze ist sonnig und hell, aber nicht heiß. Es sollte also sowohl für ausreichend Belüftung aber auch für Luftfeuchtigkeit gesorgt werden. Wer einen Wintergarten hat, kann die Pflanze ganzjährig dort platzieren, zwischen Mai und September ist aber auch ein Platz auf der Terrasse sinnvoll. Immerhin ist die Bergpapaya eine dekorative Pflanze und es macht Spaß, den großen Früchten beim Wachsen zuzusehen. 

Winterstandort und Überwinterung

Im Winter ist die Bergpapaya robust, aber nicht winterhart. Ideal ist eine Überwinterungstemperatur um die 10° C. Auch wenn die Pflanze kurzfristig Temperaturen etwas oberhalb von 0° C aushält, sollte man diese Toleranz nicht überstrapazieren. Für das langfristige Gedeihen und die Fruchtentwicklung ist es wichtig, dass die Pflanze in einem Temperaturspektrum um die 10° bleibt. Die besten Ergebnisse werdet ihr also mit einem Wintergarten oder einer anderen milden, aber hellen Überwinterungsmöglichkeit haben. 

Die Pflege der Berg Papaya

Der Pflegebedarf bei der Mountain Papaya ist typisch für eine subtropische Pflanze. Auch die großen Früchte erfordern etwas mehr Pflegeaufwand. 

Gießen und Düngen

Eine Pflanze wie die Mountain Papaya wird in ihrer Herkunftsregion regelmäßig mit Feuchtigkeit durch Niederschläge versorgt. Gerade in den Höhenlagen sorgt Steigungsregen für permanenten Nachschub an Wasser. Dieses fließt aber natürlich auch schnell wieder ab, so dass Feuchtigkeit und keineswegs Nässe oder gar Staunässe das passende Milieu für die Vasconcellea ist. 

Das große Fruchtwachstum erfordert in der Kübelhaltung  regelmäßige Gabe von Dünger in der Wachstumszeit von Mai bis ca. September. Es kann ein Volldünger verwendet werden, der etwa auch für die Düngung von Feigenbäumen geeignet ist. Wenn sich das Wachstum der Früchte verlangsamt, sollte keinesfalls die Düngegabe erhöht werden, denn sonst entsteht Überdüngung. Regelmäßiger Grund für geringeres Wachstum ist fehlender Sonnenschein und ausbleibende Wärme. 

Der Schnitt bei der Bergpapaya

Das ist ein kurzes Kapitel: Die Pflanze muss nicht geschnitten werden, es sei denn, es sind Pflanzenteile abgestorben, die im Rahmen des Erhaltungsschnitt entfernt werden müssen. 

Bergpapaya

Papayafrüchte -auch die der Bergpapaya- sehen nicht nur lecker aus, sondern sind es auch.

Umtopfen

Auch beim Umtopfen hilft ein Blick auf die natürliche Herkunft der Bergpapaya. Der Boden in süd- und mittelamerikanischen Höhenlagen ist leicht und durchlässig. Für den Kübel kann man ähnliche Bodenverhältnisse erreichen, indem man eine nährstoffreiche Humuserde mit Drainagematerial wie etwa Lavagranulat oder Poroton mischt. Man kann diese Mischung selbst herstellen, aber auch als fertige Erde kaufen. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

Literatur: 

Bernd Nowak & Bettina Schulz: Taschenlexikon tropischer Nutzpflanzen und ihrer Früchte, 2009

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Pflanzen vor Frost schützen

Pflanzen vor Frost schützen – die wichtigsten Fragen und Antworten

Pflanzen vor Frost schützen – diese nicht immer leichte Aufgabe beschäftigt viele Gärtner nördlich der Alpen spätestens ab Oktober oder November. Da in unseren Gärten mittlerweile viele unterschiedliche Pflanzen aus verschiedenen Klimaregionen wachsen, ist nicht immer klar, wie der perfekte Winterschutz für einzelne Pflanzen und Pflanzengruppen aussieht. In diesem Beitrag findet ihr daher Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Pflanzen Überwinterung. 

Wenn ihr weitere Fragen habt oder eine individuelle Beratung wünscht, könnt ihr euch gerne am Ende des Beitrags melden. 

Pflanzen vor dem Frost schützen

Frost bei Pflanzen kann auch reizvoll sein

Warum muss man Pflanzen vor Frost schützen

Frost und Eis sind für alle Lebewesen, so auch für Pflanzen, eine Herausforderung. Da die meisten Vorgänge des Lebens auf Wasser basieren, bedeutet Frost, der das Zellinnere einer Pflanze erreicht, die Zerstörung der Zellen, des Gewebes und je nach Umfang der gesamten Pflanze. 

Allerdings ist der Schutz nur dann nötig, wenn die Pflanze sich nicht selber schützt. Bei heimischen Pflanzen und Pflanzen aus Klimazonen oder Höhenlagen mit Frost, hat die Natur einige sehr effektive Schutzmechanismen entwickelt, mit denen sich Pflanzen vor Frost schützen können. Der sichtbarste Mechanismus ist der Abwurf der Blätter bei vielen Laubbäumen. Ein weiterer Mechanismus bei nicht verholzenden Pflanzen wie etwa Stauden oder Zwiebelblumen ist der „Rückzug in den Boden“. Oberirdische Pflanzenteile sterben im Winter ab, dafür werden in unterirdischen Speicherorganen Nährstoffe und das biologische „Programm“ konserviert, das im nächsten Frühjahr neues Wachstum ermöglichen. 

Pflanzen vor Frost schützen

Zwiebelblumen wie die Tulpe schützen sich durch Rückzug in den Boden.

Welche Pflanzen muss man vor Frost schützen 

Pflanzen bereiten sich also ganz unterschiedlich auf den Winter vor. Keinen besonderen Schutz benötigen die Pflanzen, die sich an frostige Winter angepasst haben. Je nördlicher und östlicher eine Herkunftsregion ist, umso eher schützt sich die Pflanze selbst vor Frost. Auch Gebirgspflanzen haben sich im Laufe der Evolution an Eis und Schnee angepasst. 

Pflanzen vor Frost schützen

Aparte Blüte, die aber sehr frostempfindlich ist – der tropische Hibiskus

Keinen Winterschutz haben solche Pflanzen, die sich über tausende Jahren (oder noch länger) in frostfreien oder nur selten frostigen Regionen entwickelt haben. Da diese Pflanzen länger wachsen können als Pflanzen aus nördlichen Regionen sind sie häufig attraktiver, blühen üppiger und vielfältiger. Ein Vergleich der Blüten des Hibiscus rosa sinensis -des tropischen oder chinesischen Hibiskus- mit den Blüten des Hibiscus syriacus -des Garteneibisch- zeigen den Unterschied sehr deutlich. Die attraktivere Blüte finden wir beim tropischen Hibiskus, dafür ist der Garteneibisch hierzulande winterhart. 

Pflanzen vor Frost schützen

Der Garteneibisch Hibiscus syriacus ist winterhart, die Blüte ist weniger aufwändig.

Es sind also die so genannten exotischen Pflanzen, die man vor Frost schützen muss. „Exotisch“ heisst zunächst nur „fremd“. Konkreter wird es, wenn man die Pflanzen nach Klimaregionen einteilt. Es gibt tropische, subtropische und mediterrane Pflanzen. Diese Gruppen können nicht immer ganz trennscharf unterschieden werden. Zwischen den mediterranen und subtropischen gibt es einige Schnittmengen, aber auch deutliche Unterschiede. Bei der Frage, welche Pflanzen man vor Frost schützen muss, ist immer der aktuelle Standort der Pflanzen der Ausgangspunkt. Man unterscheidet dann zwischen 

  • nicht winterharten 
  • bedingt winterharten und
  • winterharten 

Pflanzen. So kann eine Pflanzen, die etwa in der Pfalz winterhart ist, in Brandenburg einen Winterschutz benötigen. Das gilt etwa für den Olivenbaum, der in milden Regionen draußen überwintern kann, in kälteren Regionen aber wirkungsvoll vor Frost und Nässe geschützt werden muss. Das Beispiel zeigt, dass die Gruppe der bedingt winterharten Pflanzen, zu denen der Olivenbaum gehört, das größte Kopfzerbrechen bereiten kann. Bei der Frage nach Winterschutz einfacher sind die eindeutig nicht winterharten und die winterharten bzw. frostfesten Pflanzen. In diesem Beitrag findet ihr Hinweise auf die Frage, welche Pflanzen winterhart sind und welche nicht. 

Pflanzen vor Frost schützen

Wenn die Gewässer zufrieren, müssen empfindliche Pflanzen vor Frost geschützt werden.

Wann muss man Pflanzen vor Frost schützen

Wer exotische und mediterrane Pflanzen besitzen, kann ein Lied davon singen: Im Herbst und Frühjahr gilt so mancher banger Blick der Wetter- und vor allem der Temperaturvorhersage und der Frage, wann es erste oder späte Frostnächte geben wird. Leider kommt nach meiner Erfahrung hinzu, dass durch den Klimawandel das Wetter eher unbeständiger wird. Das Frühjahr 2017 hat gezeigt, worauf man sich einstellen muss. Nach sommerlichen Temperaturen um die 25° C Ende März, schlug der Frost Anfang April noch mal deutlich zu. Wer Pflanzen zu früh rausgestellt und nicht ausreichend geschützt hat, musste so manchen Frostschaden hinnehmen. 

Die gute Nachricht ist, dass man mit der Zeit viele Erfahrungen sammelt, die den richtigen Zeitraum für den Winterschutz bei exotischen Pflanzen festlegen helfen. Bei mir im Rheinland rechne ich ab Anfang November mit ersten Frösten. Tropische und wärmeliebende Pflanzen wie etwa Tibouchina, Mandeville oder Rote Zitrone räume ich daher schon Ende Oktober in das Winterquartier. Dagegen bleiben mediterrane Pflanzen wie Zitronen- und Orangenbaum, Agapanthus oder Kumquat so lange es geht draußen. Bei diesen Pflanzen ist also der tägliche Blick auf die Wetterkarte, auf das Außenthermometer und den Nachthimmel entscheidend. Klart es in einer Novembernacht auf und herrscht eine östliche Luftströmung ist Frost wahrscheinlich. Vielleicht kennt ihr das: Ich bin schon nachts aufgewacht und habe nach einem Blick auf einen sternenklaren Novemberhimmel die Pflanzen schnell eingeräumt. Am kältesten ist es in den frühen Morgenstunden, so dass man zum Spontanräumen die ganze Nacht Zeit hat. 

Pflanzen vor Frost schützen

In einer Orangerie -wie hier im Kruittuin in Leuven- haben Pflanzen ideale Überwinterungsbedingungen.

Wo kann man Pflanzen vor Frost schützen

Neben dem Zeitraum der Überwinterung ist auch die Suche nach einem geeigneten Winterquartier nicht immer ganz einfach. Glücklicher Weise gibt es Vorbilder, wenn man Pflanzen vor Frost schützen will. Die Kultivierung exotischer Pflanzen wird in Europa schon seit der Renaissance praktiziert. Es sind also Orangerien, Palmenhäuser und auch zahlreiche historische Wintergärten, die Hinweise zum richtigen Winterquartier geben. Stets geht es darum, soviel wie möglich vom ohnehin schon knappen Winterlicht einzufangen und gleichzeitig durch eine Heizung den Frost draußen zu halten.

Die Rolle von Temperatur und Licht

Die Heizung muss bei den mediterranen Pflanzen aber niedrig eingestellt sein. Auf diese Weise sind die Pflanzen in der Winterruhe -der sogenannten Dormanz- und kommen mit wenig Licht zurecht. Tropische Pflanzen kennen leider keine Dormanz und reagieren mit Blattabwurf auf die für sie ungewöhnlich niedrigen Temperaturen. Daher brauchen sie mit ca. 15° C ein deutlich wärmeres Winterquartier. Die allermeisten Pflanzen reagieren negativ auf eine Kombination aus hohen Wohnraumtemperaturen und wenig Licht. Die einzigen Pflanzen, die damit gut zurecht kommen, sind tropische Schattenpflanzen. Wenn ihr euch typische Zimmerpflanzen anseht wie etwa das Fensterblatt Monstera, dann erkennt ihr, dass sich große Blätter gebildet haben, um das geringe Licht effektiv einzufangen. 

Pflanzen vor Frost schützen

Blattpflanzen wie Monstera, Colocasia und Farne fangen mit großen Blättern auch wenig Licht ein.

Was sind geeignete Winterquartiere?

Ideal für die Überwinterung sind alle mit großen Glasflächen nach Süden ausgerichteten Winterquartiere. Dazu gehören Wintergärten, Gewächshäuser und Orangerien. Allerdings muss beachtet werden, dass gerade bei Wohnwintergärten beschichtete Fenster und hohe Temperaturen der idealen Pflanzenüberwinterung entgegenstehen. Neben den aufwändigen Winterquartieren sind für den „Hausgebrauch“ unbeheizte Treppenhäuser oder andere unbeheizte Nebenräume geeignet, sofern sie eine ausreichende Lichtquelle haben. Kellerräume und Garagen haben das nicht, allerdings kann man dort mit einer Pflanzenbeleuchtung nachhelfen. 

Wie kann man Pflanzen vor Frost schützen?

Neben dem rechtzeitigen Einräumen der Pflanzen kann man die Pflanzen im Winterquartier aber auch bedingt winterharte Pflanzen draußen zusätzlich schützen. Da die Wurzeln der wichtigste Teil der Pflanzen sind -den man leicht vergessen kann- ist ein Schutz der Wurzeln durch ein isolierendes Material hilfreich. Einen Topf kann man auf eine Matte oder ähnliches stellen. Auch ein Vlies oder Sackleinen, in den man den Topf einpackt, hilft der Pflanze. Wer einen Olivenbaum im Kübel draußen überwintert, sollte diesen auch vor Nässe schützen. Bei meinem Olivenbaum erfüllt eine alte Kunststoffdecke diesen Zweck sehr zuverlässig. 

Pflanzen vor Frost schützen

Wenn der Topf beim Olivenbaum gut eingepackt wird, kann er in milden Regionen auch draußen überwintern.

Bei empfindlichen Pflanzen, die draußen bleiben, kann und sollte auch die Krone mit einem Schutz versehen werden. Dazu gibt es lichtdurchlässige Schutzhüllen, die aber luftundurchlässig sind. Das erfordert die Logik des Frostschutzes, die kalte Luft soll eben nicht an die Pflanze geraten. Solche Schutzhüllen sind hilfreich bei Frostperioden, wenn es aber über 0° C ist, fehlt die Luftzirkulation. Es können Schimmelprobleme auftreten. Wenn ab Februar die Sonne wieder kräftiger wird, kann es sogar zu warm werden. Daher muss man den Einsatz von Schutzhüllen stets sorgfältig begleiten. 

Darüber hinaus brauchen die Pflanzen, die man vor Frost schützen will, ganz unterschiedliche, aber in der Regel nicht aufwändige Pflegemaßnahmen im Winter. Dazu finden Sie hier bei Mein mediterraner Garten eine Vielzahl von Beiträgen. Wenn eure Pflanzen nicht dabei sind, dürft ihr euch gerne melden. Sicherlich kann ich mit Überwinterungstipps für eure grünen Lieblinge weiterhelfen. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth


Camellia sinensis

Camellia sinensis – die Teepflanze

Die Teepflanze Camellia sinensis ist eine der wichtigsten Nutzpflanzen der Welt. In vielen Teilen der Welt ist Tee das beliebteste Getränk. Die Teepflanze ist aber auch -wie ihre „Schwester“ die Gartenkamelie- eine wunderschöne Pflanze für Terrasse und Wintergarten. In diesem Beitrag erfahrt ihr alles Wissenswerte zur Teepflanze und wie man diese hierzulande pflanzt und pflegt. 

Wenn ihr weitere Fragen habt oder eine individuelle Beratung wünscht, könnt ihr euch gerne am Ende des Beitrags melden. 

Camellis sinensis

Die üppig wachsenden Staubblätter der Teeblüte wirken sehr markant.

Wissenswertes zur Camellia sinensis

Tee ist wie Kaffee oder die Zitruspflanzen eine Nutzpflanze mit einer langen und bewegten Geschichte. 

Eine kurze Geschichte des Tees

Schon in der Zeit vor Christus war Tee in China bekannt. Allerdings erst 700 Jahre nach Beginn unserer Zeitrechnung wurde es so weit verbreitet, dass man Tee als Produkt von Camellia sinensis als „Volksgetränk“ bezeichnen konnte. Wie bei vielen anderen pflanzlichen Produkten auch „wanderte“ der Tee von Osten nach Westen und gelang im Laufe der Jahrhunderte nach Europa. Zuerst wurde er in Russland von mongolischen Kriegern eingeführt und schließlich entdeckten die Seefahrernationen Holland und Großbritannien Tee als Getränk. Die Briten verbreiteten Camellia sinensis als Nutzpflanze im gesamten Empire und etablierten wirtschaftlichen Anbau und Nutzung. Nicht zuletzt wurden Teeimporte besteuert, was 1773 in Boston zur berühmten „Teaparty“ führte, die der Beginn der Unabhängigkeitsbewegung in den nordamerikanischen Kolonien war. 

Viel wichtiger war es aber, dass es dem bekannten Botaniker Robert Fortune im Auftrag der Ostindischen Kompanie gelang, Tee in Indien anzubauen und auf diese Weise das Tee-Monopol der Chinesen zu brechen. Heute wird Tee in den gesamten Tropen und Subtropen angebaut. Der Schwerpunkt liegt mit 77% der Weltproduktion allerdings immer noch in Ost- und Südostasien. Zwei Sorten sind beim Teeanbau dominierend – Camellia sinensis Var. Sinensis und Camellia sinensis Var. Assamica, der Assam-Teestrauch. Heute werden ca. 5,6 Mio. t Tee weltweit produziert und in an allen Teilen der Welt konsumiert, wie Wikipedia berichtet. 

Der Teestrauch – Wuchs und Aussehen

Camellia sinensis ist ihre Verwandtschaft mit der „japanischen Schwester“ Camellia japonica deutlich anzusehen. Teesträucher sind immergrün und elegant wirkende Gehölze oder Kleinbäume. Sie können im Freiland unter optimalen Bedingungen bis zu 10 Meter hoch werden. Hierzulande müssen Sie aber aufgrund fehlender Winterhärte im Kübel gehalten werden, wo sie klein bleiben. 

Die Blätter, die beim Tee ja entscheidend sind, sind beim Sinensis-Tee klein, ohne Spitze und deutlich gezahnt. Bei der Sorte Assamica hingegen sind die Blätter größer, laufen vorne spitz zu und nicht gezahnt. Man kann beide Sorten also leicht voneinander unterscheiden. Allerdings werden häufig Hybriden mit unterschiedlichen Ausprägungen angeboten. Die Blätter wachsen wechselständig an elegant wirkenden Zweigen des insgesamt aufrecht und schön verzweigten Teestrauch. 

Die Blüte von Camellia sinensis hat deutliche Ähnlichkeit zu den bekannten Kamelienblüten, allerdings ohne die große Vielfalt in Farbe und Form zu besitzen, die wir bei der Kamelienblüte bewundern. Die Blüte erfolgt im späten Winter, ich habe allerdings hierzulande auch schon im Oktober blühende Teepflanzen gesehen. 

Pflege und Pflanzung bei Camellia sinensis

In ihren natürlichen Verbreitungs- und den von Menschen ausgewählten Anbaugebieten wächst der Teestrauch in den Höhenlagen tropischer bis subtropischer Klimazonen. Sie ist also an ein feucht-warmes Klima gewöhnt, das aber aufgrund der Höhenunterschiede auch Temperaturschwankungen kennt. Diese Anpassung hilft, den Teestrauch auch hierzulande auf Terrasse, im Wintergarten oder Gewächshaus zu kultivieren. Dabei sind die Standortanforderungen für eine Kamelienkultur anzuwenden. 

Der Standort 

Kamelien sind keine mediterranen Pflanzen, aber für Mediterrangärtner interessant, da man sie für Schatten- oder Halbschatten-Standorte verwenden kann. Diese gibt es in jedem Garten, wer hat schon ausschließlich Sonnenstandorte. Außerdem ist die Winterblüte eine hervorragende Ergänzungen zu allen anderen Blütenpflanzen.

Kamelien fühlen sich besonders wohl im lichten Halbschatten einer Gehölzgruppe, in die sie platziert werden. Stellt euch bei der Pflanzung vor, dass Kamelien in ihrer natürlichen Umgebung in Wäldern wachsen, die aber nicht völlig dunkel sind. Auf jeden Fall ist die volle Sonne zu vermeiden. So bleibt auch der Boden feucht, der idealer Weise immer mit einer Laubschicht bedeckt ist. 

Camellia sinensis gießen

Der Teestrauch benötigt nicht viel Wasser, sollte aber stets leicht feucht bleiben. Das gilt insbesondere für die Vegetationszeit in der Blüte und auch bei dem danach erfolgenden Neuaustrieb der Blätter. Staunässe sollte vermieden werden. Außerdem sollte zu kalkhaltiges Wasser vermieden werden, damit der saure Charakter des Bodens erhalten bleibt. 

Dünger für den Teestrauch

Camellia sinensis ist kein Starkzehrer, daher reicht es, wenn ihr ihn in der Vegetationszeit alle 2 bis 3 Wochen düngt. Als Dünger kann man einen Rhododendron-Dünger verwenden, der ebenfalls den sauren Charakter des Bodens unterstreicht. Wenn der Austrieb erfolgt ist, sollte die Düngung langsam wieder reduziert werden. 

Die Teepflanze schneiden

Auch beim Schnitt ist die Teepflanze pflegeleicht. Da sie sehr gleichmäßig und nicht allzu stürmisch wächst, müsst ihr sie nur im Ausnahmefall schneiden. Gründe für einen leichten Rückschnitt können Erkrankungen von Blättern oder Ästen sein. Ein weiterer Schneidegrund liegt vor, wenn die Krone ungleich gewachsen ist, auch dann kann man moderat schneiden.

Die Überwinterung bei Camellia sinensis

Vor dem Frost muss der Teestrauch in ein mild temperiertes Winterquartier gebracht werden. Die Überwinterungstemperatur liegt bei ca. 10° C. Das Winterquartier ist hell, so dass die Teepflanze ihre Blätter behält. Während des Winters erfolgt in der Regel die Blüte. Um die Teeblüte genießen zu können, empfiehlt es sich, ein Winterquartier in der Nähe eines Wohnraums zu suchen. Die Überwinterung endet, wenn die frostige Zeit überwunden ist und wenn sich die Temperatur draußen im zweistelligen Bereich einpendelt.

Die Herstellung  von Tee

Die Herstellung von Tee aus den Blättern ist für den Laien nicht ganz einfach. Die jungen Blätter werden zunächst im Backofen getrocknet, dann in mehreren Arbeitsgängen gerollt und schließlich fermentiert. Rollen und Fermentieren bestimmen durch die angestoßenen chemischen Prozesse das Aroma des Tees. Unter Fermentation versteht man die Oxidation des durch das Rollen ausgetretenen Zellsafts. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

Literatur

Andreas Bärtels: Tropenpflanzen – Zier und Nutzpflanzen. Stuttgart 2013

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Der Johannisbrotbaum – mediterrane Baumschönheit

Der Johannisbrotbaum ist einer der Klassiker der Orangeriekultur, der hierzulande aber keineswegs so häufig verbreitet ist wie Zitronen- oder Olivenbaum. Zu Unrecht, denn der schöne Baum mit markanten Blüten und Blättern bietet alles, was das mediterrane Gärtnerherz begeht. Warum der Johannisbrotbaum eine hervorragende Ergänzung für den mediterranen Garten sein kann und wie er zu pflegen ist, erfahrt ihr in diesem Beitrag. 

Wenn ihr weitere Fragen habt oder eine individuelle Beratung wünscht, könnt ihr euch gerne am Ende des Beitrags melden. 

Johannisbrotbaum

Die essbaren Fruchthülsen des Johannisbrotbaums enthalten ein süßes Mark.

Wissenswertes zum Johannisbrotbaum

Schon seit dem 16. und 17. Jahrhundert ist der Johannisbrotbaum Gast in europäischen Orangerien. Er begeistert vor allem aufgrund seines schönen Laubs, das paarig an eher lichten Zweigen wächst und der Pflanze eine interessante Struktur gibt. Der Baum wird im Freiland bis zu 15 Meter hoch. Im Kübel dagegen bleibt er klein und wächst auch langsam. Die Blätter sind ledrig überzogen, robust und haben im Austrieb ein schönes Rot. Ganz im Kontrast zu den dunkelgrünen Blätter stehen die hübschen gelb-roten Blütendolden, die im Sommer erscheinen. Nach der Blüte bilden sich Fruchthülsen, die als „Johannisbrot“ ein süßes Mark enthalten, in das der Johannisbrotbaum Samen eingelagert ist. Dieser ist so hart, dass er im Mittelalter zum Wiegen von Gold und Edelsteinen eingesetzt wurde. Das Mark wurde früher als Schokoladenersatz verwendet. Heute spielt das Johannisbrotkernmehl eine Rolle als Eindickungsmittel in der Diäternährung. Der Johannisbrotbaum hat also durchaus einige Verwendungen. 

Die Herkunft des Johannisbrotbaums, der auch als Karobe oder in Österreich als Bockshörndlbaum bezeichnet ist, ist das östliche Mittelmeer und der vorderasiatische Raum. Wichtig für die Kultur des Johannisbrotbaums ist die Zweihäusigkeit. Männliche und weibliche Blüten befinden sich auf unterschiedlichen Pflanzen. Folglich muss man beide Pflanzen besitzen, um in den Genuss des Johannismark zu gelangen. 

Johannisbrotbaum

Die zylindrische Blütendolde bildet einen aparten Kontrast zu den markanten Blättern.

Die Pflege beim Johannisbrotbaum

In den allermeisten Regionen muss der Karobebaum hierzulande als Kübelpflanze gehalten werden. Seine Winterhärte entspricht mit -5° C der des Oleanders. Daraus ergeben sich die wesentlichen Aspekte der Pflege. 

Der Standort für Ceratonia siliqua

Für eine echte mediterrane Pflanze ist der Ceratonia siliqua -übrigens einziger Vertreter seiner Gattung- erstaunlich standorttolerant. Er gedeiht zwar in der vollen Sonne und Wärme am Besten, kann aber auch im Halbschatten kultiviert werden. Wenn es also an sonnigen Plätzen mangelt oder auf diesen schon zu dichtes Gedränge herrscht, kann der Ceratonia auch mit weniger Sonne auskommen. 

Johannisbrotbaum

Das schmuckvolle Laub macht die Attraktivität von Ceratonia siliqua aus.

Nur in ganz milden Regionen etwa im Westen oder Südwesten kann man probieren, den Johannisbrotbaum draußen zu überwintern. Ansonsten ist er eine Kübelpflanze und der passende Platz für den Kübel ist auf Balkon oder Terrasse. 

Gießen und Düngen

Der Kanobebaum ist genügsam und kommt auch mit wenig Wasser aus. Seine ledrigen Blätter verdunsten weniger Wasser, insbesondere, wenn es warm ist. Wichtiger als regelmäßig zu gießen ist vor allem, Staunässe zu vermeiden. Haltet die Erde im Kübel stets leicht feucht und gießt nur, wenn die Erde auch in oberen Schichten des Topfes abgetrocknet ist. 

Im Kübel haben die Wurzel eine nur begrenzte Nährstoffzufuhr. Daher müssen Kübelpflanzen so auch der Johannisbrotbaum in der Vegetationszeit regelmäßig gedüngt werden. Sein langsames Wachstum erfordert allerdings einen sparsameren Umgang mit Dünger, insbesondere um Überdüngung vorzubeugen. Als Dünger eignen sich Kübelpfalnzendünger, die ergiebig und schnell Nährstoffe an die Wurzeln bringen. 

Johannisbrotbaum

Die Krone wächst knorrig und markant – so ist der Johannisbrotbaum ein richtiger Hingucker.

Die Überwinterung

Als typische mediterrane Pflanze erfolgt die Überwinterung am Besten in einem kühlen und hellen Winterquartier. Ideal sind Gewächshäuser, Wintergärten, unbeheizte Treppenhäuser oder Nebenräume. Die Überwinterung sollte so spät wie möglich beginnen und so früh wie möglich beendet werden. Wenn die Pflanze wieder ins Freie geräumt wird, solltet ihr auf Sonnenbrand achten. Am Besten erfolgt die Auswinterung an einem bedeckten Tag. Während des Winters braucht die Pflanze aufgrund kühler Temperaturen im Winterquartier praktisch keine Pflege. Sollte die Erde zu trocken werden, kann man ein- oder zwei Mal während des Winters gießen. Am Ende der Winterzeit steht auch das Umtopfen an. Aber auch dabei erfordert das langsame Wachstum von Ceratonia siliqua kein regelmäßiges Umtopfen, sondern nur ca. alle 3 Jahre. 

Den Johannisbrotbaum schneiden

Der Baum kann faktisch beliebig geschnitten werden. Auch ein kräftiger Rückschnitt ist bei älteren und größeren Pflanzen möglich. Allerdings sollte das langsame Wachstum bedacht werden, das Zeit erfordert, um Rückschnitte wieder aufzuholen. Lieber schneidet man immer nur ein wenig, dann bleibt die Krone schön in Form. 

Wenn ihr einen Johannisbrotbaum kaufen möchtet, müsstet ihr das im gut sortierten Gartenfachhandel tun.. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

Literatur:

Wolfgang Kawollek – Pflanzen für den Wintergarten, Stuttgart 2005

Christoph und Maria Köchel: Kübelpflanzen – der Traum vom Süden, München 2003

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Litschi Tomate Solanum sisymbrifolium

Die Litschi Tomate – Kirschgeschmack und Tomatenpracht

Die Litschi Tomate ist eine der faszinierendsten Vertreterinnen der großen Pflanzengattung Solanum, der so genannten Nachtschattengewächse. Ihre runden roten Früchte sehen aus wie Tomaten, schmecken aber fruchtig und haben ein herrliches Kirscharoma. Sicher ist die Litschi Tomate noch ein Geheimtipp unter Obst- und Gemüsegärtnern. Ein Grund mehr, hier Tipps zur Pflanzung, Pflege und Ernte der Litschitomaten zu geben. 

Wenn ihr weitere Fragen habt oder eine individuelle Beratung wünscht, könnt ihr euch gerne am Ende des Beitrags melden. 

Litschi Tomate

Sie sehen aus wie Cherrytomaten, schmecken aber eher nach „Cherry“, also nach Kirschen – die Litschi Tomaten.

Wissenswertes zur Litschi Tomate

Die Litschi Tomate ist in der Regel eine einjährige, nicht winterharte Nutzpflanze, die ursprünglich aus Mittel- und Südamerika stammt.

Herkunft und Verwendung der Litschitomate

Botanisch heißt sie Solanum sisymbrifolium, weitere deutsche Trivialnamen sind Raukenblättriger Nachtschatten oder Klebriger Nachtschatten. Die Litschi Tomate ist ein Pflanzenpionier, der sich in tropischen und subtropischen Gefilden als invasive Art ausgebreitet hat. Sie wächst an weniger geschützten Standorten wie etwa Straßenrändern oder anderen Grenzen von Natur und menschlicher Bebauung, sie erobert Brandflächen und Brachen. Hierzulande ist sie allerdings nicht winterhart, so dass sie nur in gärtnerischer Obhut gedeiht. Im Fachhandel werden wie bei der Tomate Jungpflanzen angeboten, die man nach dem Frost ins Beet oder auch in Töpfe pflanzen kann. Dort wachsen sie während des Sommers blühen und bilden ihre leckeren Tomatenfrüchte, die einen herrlichen Kirschgeschmack haben, aber auch an die Andenbeere Physalis erinnern. 

Litschi Tomate Blüte

Die Blüte der Litschi Tomate lässt die Gattung Solanum unschwer erkennen.

Aussehen und Wuchs 

Die Litschi Tomatenpflanze hat einige markante Eigenschaften, die schnell die nahe Verwandtschaft zu Tomaten und Kartoffeln deutlich machen. Die größte Ähnlichkeit haben die Blüten, die typisch für Solanumarten sind. Neben der Anordnung der Blüten- oder Kelchblätter sind es die gelben Pollenblätter, die Wiedererkennungswert haben. Die Blätter sind entsprechend des Beinamens „Raukenblättriger Nachtschatten“ Rucolablättern ähnlich. Die ganze Pflanze ist klebrig behaart, was der Abwehr von Schädlingen dient. Wehrhaft ist auch Außenschale der Frucht, die wie die Stengel der Pflanze mit Stacheln bewehrt ist. Die Außenschale öffnet sich, wenn die Früchte reifen. Die Frucht selber ist rund und hell- bis dunkelrot und sieht aus wie leckere Cherrytomate – was sie ja auch tatsächlich ist. Die Litschitomaten wachsen analog zur Blütenanordnung in Trauben und können -wenn man auf die Stacheln achtet- gut von der verzweigt wachsenden Pflanze geerntet werden.  

Litschi Tomaten pflanzen

Die stachelige Außenschale der Litschi Tomate erinnert an eine Rosskastanie.

Litschi Tomaten pflanzen und pflegen

Die Litschi Tomate hat bei Pflanzung und Pflege viele Parallelen zur Tomatenkultur, insofern sind erfahrene Tomatengärtner im Vorteil. Aber auch für alle anderen ist die Kultur von Solanum sisymbrifolium nicht kompliziert. 

Pflanz- und Erntezeit

Die Litschi Tomatenpflanzen werden im mittleren Frühjahr nach dem Frost in ein Beet gepflanzt. Jungpflanzen kann man entweder bei gut sortierten Gärtnereien oder bei einem versierten Pflanzenversender kaufen. Alternativ kann man Jungpflanzen der Litschi Tomate aus Samen ziehen. Dafür sollte man im früheren Frühjahr die Samen in Schalen oder ein Frühbeet unter Glas aussäen. Die Pflanzen wachsen dann im Mai und Juni heran. Dann erfolgt auch die Blüte und die Bestäubung der Litschi Tomaten durch Windbestäubung oder Insekten. Die Früchte sind -je nach Verlauf des Sommers- von September bis Oktober reif. Bei der Ernte muss man insbesondere auf die Stacheln von Solanum sisymbrifolium achten. 

Litschi Tomate

Ein sonniger Standort ist eine Voraussetzung für reichlich Blüten bei der Litschi Tomate.

Der ideale Standort

Die Jungpflanzen selbst benötigen -wie ihre größeren Verwandten, die Tomaten- einen sonnigen und vor allem vor Regen geschützten Standort. Allerdings ist die Empfindlichkeit der Litschi Tomate in Bezug auf Pilzerkrankungen wie der Krautfäule nicht ganz so hoch ist. Wenn es also Mangel an trockenen Standorten gibt, sollte man diese den Tomaten vorbehalten. 

Die Litschi Tomate kann sowohl in ein Beet als auch in Kästen oder Kübel gepflanzt werden. Wie bei Kübelpflanzen üblich, hat sie im Topf oder Kübel einen höheren Pflegebedarf, muss also häufiger gegossen und auch gedüngt werden. 

Die richtige Erde für die Litschi Tomate

Litschi Tomatenpflanzen sollten in eine durchlässige, strukturstabile und nährstoffreiche Erde gepflanzt werden. Als Nachschattengewächse sind sie Starkzehrer, benötigen also vergleichsweise viel Stickstoff, der über Komposterde oder Mistdüngung verabreicht werden kann. In der Topfkultur muss in der Vegetationszeit ca. 14tägig und nach Wachstum der Pflanzen nachgedüngt werden. Dazu empfiehlt sich ein Tomatendünger, besser noch sind organische Dünger wie Komposterde. 

Litschi Tomate

Die leckeren Früchte von Solanum sisymbrifolium wachsen in kleinen Gruppen oder Trauben.

Litschi Tomaten gießen

Die Erde bei Litschi Tomaten sollte immer leicht feucht und nicht nass sein. Im Beet versorgen die Wurzeln die Pflanze in der Regel problemlos mit Wasser. In Trocken- und Hitzeperioden muss unter Umständen aber gewässert werden. Im Topf- und Kübel kommt in der Regel wenig Regenwasser an (vor allem wenn ihr die Litschi Tomate geschützt aufstellt). Daher muss man sie meist täglich gießen

Die Litschi Tomate überwintern

Die Litschi Tomate ist nicht winterhart, man kann sie aber überwintern. Allerdings ist die Überwinterung als Pflanze mühsamer als die Überwinterung mit Hilfe von Samen, so dass man Solanum sisymbrifolium meist als einjährige Pflanze hält. Wenn ihr die Litschitomaten Pflanze überwintern wollt, solltet ihr gesunde Pflanzen im mittleren Herbst ausgraben und in einen Topf setzen. Abgestorbene Triebe und Blätter sollte man dabei entfernen. Außerdem solltet ihr die Pflanze so weit einkürzen, dass sie gut an ihren Winterstandort passt. Das Winterquartier ist kühl und hell, und da in Winterquartieren häufig Platzmangel herrscht, ist ein moderater Rückschnitt der Pflanze sinnvoll. Die Überwinterungstemperatur ist zwischen 7° und 12° C ideal. Ein Winterquartier mit einer Tageslichtquelle oder einer Pflanzenbeleuchtung sorgt dafür, dass der Lichtbedarf auch in der dunklen Jahreszeit gedeckt wird. Während des Winters muss die Erde stets feucht gehalten werden, darf aber nicht nass werden. Staunässe ist unbedingt zu vermeiden. 

Litschi Tomate

Blüten und Früchte erscheinen gleichzeitig an der Litschitomaten-Pflanze.

Pflegeprobleme bei der Litschi Tomate

Die Litschi Tomate ist insgesamt pflegeleicht, allerdings kann es hin und wieder zu Enttäuschungen kommen. Insbesondere, wenn die Litschi Tomate keine Früchte bildet, ist die Frustration groß. Ursache für die ausbleibende Befruchtung kann ein Mangel an Bestäubern -also Bienen und Hummeln- oder fehlende Windbestäubung sein. Die Litschi Tomaten Blüten fallen ab, wenn es an Sonne oder Nährstoffen mangelt. 

Insgesamt ist die Litschi Tomate nicht nur wegen ihrer Stacheln widerstandskräftiger als Tomate oder Kartoffel. Wenn ihr Litschi Tomaten kaufen wollt, solltet ihr bei den Jungpflanzen, aber auch bei den Samen auf eine gute Qualität von einem versierten Anbieter achten. Das ist in der Regel die beste Voraussetzung für gute Ernteerfolge. 

Litschi Tomaten Rezepte

Wer ein Rezept zur Litschitomate sucht, wird schnell im Internet fündig. Am ehesten würde ich die Litschi Tomate ungekocht verwenden, denn auf diese Weise habt ihr ein besonders frisches und fruchtiges Geschmackerlebnis zwischen Kirsche und Physalis. Sehr gut passt die Litschi Tomatenfrucht somit auch in sommerliche Salate oder dekorativ in oder auf Desserts. Sie lässt sich aufgrund ihres hohen Saftgehalts aber auch zu Marmelade und Likören verarbeiten. Dazu müsst ihr aber eine gehörige Menge ernten. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

SV 260

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Weinreben pflanzen

Weinreben pflanzen – Tipps zur Pflanzung und Pflege

Zu gutem mediterranen Essen gehört ein edler Tropfen in Rot oder Weiss. Doch wusstet ihr, dass ihr auch hierzulande eigene Weinreben pflanzen könnt? An Pergolen, Hauswänden oder auf schmalen Bettreifen entwickeln sich Weinreben erstaunlich gut. Als Kletterkünstlerin erobert die Weinrebe die Vertikale und löst so geschickt jedes Platzproblem. Die Früchte schmecken so gut, dass sie oft gleich vom Weinstock genascht werden. In diesem Beitrag erkläre ich, was Ihr bei Pflanzung und Pflege beachten müsst, wenn ihr eigene Weinreben pflanzen möchtet. 

Wenn ihr weitere Fragen habt oder eine individuelle Beratung wünscht, könnt ihr euch gerne am Ende des Beitrags melden. 

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