Bärenklau Acanthus

Der Acanthus Bärenklau – Klassiker der mediterranen Stauden

Der Bärenklau Acanthus ist eine der schönsten mediterranen Stauden und ein Evergreen in vielen mediterranen Gärten. Mit diesem Staudenportrait zeige ich euch, wie ihr den Bärenklau pflanzen und pflegen könnt. Auch eine Übersicht zu den schönsten Acanthus-Arten findet ihr hier. 

Acanthus Bärenklau

Auch von oben eine Schönheit – der Blütenstand einer Acanthus-Pflanze.

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Was ihr zum Acanthus wissen solltet

Die Schönheit des Acanthus ist klassisch – denn schon in der klassischen Antike standen die Blütenstände, Blüten und Blätter Pate dieser mediterranen Staude für architektonische Schmuckelemente. Die Kapitelle der korinthischen Säulen zieren die Acanthus-Blüten. Neben diesen Acanthus-Kapitellen sind auch Acanthus-Friese bekannt, bei denen die Steinmetze Acanthusblätter nachempfunden haben. 

Acanthus Bärenklau

Man erkennt ihn an seinen markanten Zungenblüten – der Bärenklau.

Bärenklau-Herkunft und Arten

Die ca. 30 Arten der Gattung Acanthus -die auch mit „k“ als „Akanthus“ geschrieben wird- kommt in Europa, Afrika und Asien -der „Alten Welt“- in den Tropen und Subtropen vor. Die bekanntesten Arten sind der „Wahre Bärenklau“ -Acanthus mollis- und der Balkan-Bärenklau -Acanthus hungaricus, longifolius oder balcanicus. Der Schwerpunkt der Acanthuspopulationen im Mittelemeerraum ist der östliche Teil, wo die Staude in warm-gemäßtigten Regionen wächst. Neben A. mollis und A. hungaricus ist auch noch A. spinosus eine beliebte Zierpflanze. Während A. mollis nur im Glücksfall winterhart ist, können A. hungaricus und A. spinosus auch ausgepflanzt werden. Die Acanthuspflanzen eignen sich aber auch hervorragend als Kübelpflanzen, wo sie 

Namentliche Verwechslungsgefahr besteht zum Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum), der sehr giftig ist, aber mit Acanthus-Bärenklau nur zufällig den deutschen Namen gemeinsam hat. Besser ist es also, von Acanthus zu sprechen. 

Acanthus Bärenklau

Das Blatt bei Acanthus mollis ist nicht ganz so ornamental wie bei A. hungaricus.

Der Wuchs beim Bärenklau

Acanthuspflanzen sind große und wüchsige Stauden, die ihren Platz brauchen und auch einnehmen. Sie können mit den langen Blütenständen bis zu 140 cm hoch werden. Die durchschnittliche Größe beträgt 70 bis 100 cm. Auch in der Breite beanspruchen die Pflanzen durchaus ihren Platz. Am Besten lässt man sie im Garten ohne Teilungen der Staudenwurzeln wachsen. Dann bilden sie wunderschöne Horste, die Rabatten vor größeren Gehölzen wunderschön prägen. Soll eine Acanthusstaude als Kübelpflanze gehalten werden, empfiehlt sich ein Topf mit größerem Durchmesser, damit sich die Pflanze in dem Kübel ausbreiten kann. 

Acanthus Bärenklau

Die Acanthusblüte kann man sicher klassisch schön nennen.

Die Blüte

Höhepunkt der Acanthussaison ist natürlich die unaufdringliche, aber dennoch wunderschöne Blüte. Die eigentliche Blüte ist weiß und hat eine typische Lippenform. Sie ist nach oben geschützt, durch ein Kapuzendach, das in einer hellbraunen bis hellpurpurfarbenen Farbe erscheint. Auch Grüntöne tauchen bei den Blüten auf. Sie wachsen quirlig-spiralförmig an einem kräftigen Blütenstengel, für den Höhen über einen Meter kein Problem sind. 

Acanthus Bärenklau

Der genügsame Bärenklau wächst auch an warmen, halbschattigen Plätzen in mediterranen Gässchen -wie hier in Roquebrun.

Pflanzung und Pflege bei den Acanthusstauden

Es lohnt sich also, Acanthuspflanzen in den Garten oder als Kübelpflanze auf die Staude zu setzen. Die Standort- und Pflegebedingungen sind bei Garten- und Kübelpflanzung ähnlich. Sofern aber Unterschiede bestehen, zeige ich euch diese. 

Der ideale Standort

Der Standort für Acanthuspflanzen ist sonnig und halbschattig. Ideal ist eine Pflanzung in der Nähe von Laubgehölzen. Hier haben die Stauden im Frühjahr mehr Sonne und Wärme, können aber im Sommer auch im Schatten wachsen. Das gleiche gilt für die Kübelhaltung. Da der Bärenklau im Kübel aber immergrün bleibt, ist hier die Notwendigkeit an früher Sonne nicht ganz so ausgeprägt. Auf den Platzbedarf der Acanthusstauden habe ich bereits hingewiesen. Allerdings ist viel Platz ein Ideal und kein Muss. Wer also wenig Platz hat, kann sich auch an Einzelblüten erfreuen. Schön sind die Bärenklau-Blütenstände auf jeden Fall vor einer dunkelgrünen Kulisse, vor denen sich die weiss-violetten Blüten wunderschön absetzen. 

Acanthus Bärenklau

Die markant zweifarbige Acanthusblüte beim A. hungaricus

Pflanzung und Boden

Die Bärenklaustauden benötigen einen nährstoffreichen, tiefgründigen aber dennoch lockeren Boden. Am Besten erreicht man diese Mischung, in dem man das Pflanzloch erst tief aushebt und dann die humose und nährstoffreiche Erde außerhalb des Lochs mit Sand mischt. Ist der Gartenboden eher sandig, kann man diesen mit Kompost aufbessern. Die gemischten Bodenansprüche des Bärenklaus sind typisch für Pflanzen, die an Waldrändern wachsen, wo Übergänge in den Bodenverhältnissen häufig sind. 

Acanthus hungaricus

Acanthus hungaricus-Stauden mit üppigem Laub im Halbschatten

Die Kübelpflanzung

Wenn ihr die Acanthuspflanze in einen Kübel pflanzen wollt, müsst ihr die beschriebenen Bodenverhältnisse für die Erdmischung herstellen. Am Besten nehmt ihr, falls vorhanden, Gartenerde und mischt sie wie beschrieben mit etwas Sand. Falls ihr Erde kaufen müsst, könnt ihr am Besten eine torffreie Einheitserde nehmen. Diese ist zwar nicht als lehmhaltig, hat in der Regel aber Tonanteile zur Wasserspeicherung. 

Acanthus

Zu Beginn der Blüte ist das Violett der Blütendeckel eher dunkel.

Gießen und Düngen

Da der Bärenklau in der Nähe von Bäumen wächst, ist er an eher feuchten Boden gewöhnt. Im Garten ausgpflanzt braucht er bei einem passenden Standort und dem richtigen Boden weder zusätzliche Düngung noch muss er regelmäßig gegossen werden. Nur direkt nach der Pflanzung im Frühjahr sollte die Staude kräftig und wiederholt angegossen werden. Auch wenn es bei jüngeren Pflanzen, die noch nicht dicht angewurzelt sind, im Sommer zu Trockenheit kommt, solltet ihr gießen. 

Acanthus Bärenklau

Immer elegant – der Acanthus-Bärenklau

Etwas anderes ist die Agapanthuskultur im Kübel. Hier wird der Boden nicht regelmäßig und ausreichend mit Wasser und Nährstoffen aufgefüllt, so dass ihr beides regelmäßig verabreichen müsst. In der Vegetationszeit von April bis August oder -wenn es noch warm bleibt- bis September gehört regelmäßiges, aber moderates Gießen zur Acanthuspflege. Als Dünger kann von Mai bis August ein Kübelpflanzendünger verabreicht werden. 

Acanthus überwintern

Acanthus mollis muss auf jeden Fall im Kübel, A. hungaricus und A. spinosus können auch im Kübel überwintert werden, wenn ihr sie nicht auspflanzen wollt. Als Kübelpflanze braucht der Bärenklau ein kühlesn und helles Winterquartier. Falls ihr aber nur ein kühles und dunkles Winterquartier habt, müsst ihr damit rechnen, dass sich die Staude zurückzieht. Sie treibt aber im Frühjahr wieder aus. 

Die beiden winterharten Acanthusarten sind bis ca. -15° und je nach Standort noch kälter frostresistent. Dennoch ist gerade bei jungen Pflanzen ein Winterschutz hilfreich. Da die Pflanzen sich im Herbst zurückziehen, ist das Anbringen eines Winterschutzes kein Problem. Ihr könnt einfach eine Mulchschicht aus dämmenden Material wie Laub oder Stroh auf die Pflanzstelle legen. Vergesst aber nicht, diese im Frühjahr wieder zu entfernen, damit der Acanthus rechtzeitig Sonne und Wärme verspürt. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth


Madeira Storchschnabel

Der Madeira Storchschnabel – violettes Geranium auf „Stelzen“

Der Madeira Storchschnabel ist ein besonderer Vertreter der bekannten Gattung Geranium. Er blüht nicht nur üppig, sondern hat auch einen außergewöhnlichen Wuchs der Wurzeln. Diese „Stelzen“ machen ihn zu einer attraktiven Kübelpflanze für mediterrane Terrassen und Balkone. 

Madeira Storchschnabel

Der Madeira Storchschnabel hat eine sehr harmonische Wuchsform als kleines Stämmchen. 

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Der Madeira Storchschnabel – das solltet ihr wissen

Der botanische Name Geranium maderense könnte zum Schluss verleiten, der Madeira Storchschnabel hätte etwas mit den Geranien zu tun, die hierzulande Balkonkästen bevölkern. Da diese aber eigentlich Pelargonien sind, können wir die enge Verwandtschaft der Pflanzen ausschließen. Dagegen -und das zeigt der deutsche Name ja bereits- ist Geranium madense eng verwandt mit den wunderbaren Storchschnabel-Stauden, die auch bei uns viele Gärten bevölkern. Da der „Cousin“ aus Madeira jedoch nur in ganz milden Regionen bedingt winterhart ist, sollte er besser im Winter in ein Winterquartier geräumt werden.

Madeira Storchschnabel

Besonders charakteristisch sind die Wurzeln, die wie bei einer Mangrove die Pflanze seitlich abstützen.

Der Wuchs

Der Storchschnabel von Madeira ist eine zwei- oder mehrjährige immergrüne Pflanze, die krautig wächst und zahlreiche violette Blüten bildet. Die Blätter sind tief eingeschnitten und ragen fächerförmig von der Pflanze weg. Der Wuchs der Pflanze ist aufrecht und kann auf Madeira oder den Kanaren bis zu 1,50 Meter hoch werden. Dieses Höhenwachstum -das im Kübel bei uns nicht so leicht zu erreichen ist- hat ihr auch den deutschen Trivialnamen Riesenprachtstorchschnabel eingebracht. Charakteristisch sind die knollig verdickten Wurzeln oder besser der Wurzelstock, der die manchmal leicht schief wachsende Pflanze gut abstützt. 

Madeira Storchschnabel

Die zahlreichen Blüten machen Geranium maderense zu einer ausgesprochen attraktiven Kübelpflanze.

Auf Madeira geht das Vorkommen übrigens zurück, so dass die Pflanze dort vom Aussterben bedroht ist. Man kann die Pflanze ausgewachsen oder als Samen kaufen. Die Keimung ist unproblematisch und man kann im zweiten Jahr mit Blüten rechnen. Wenn man die Samenstände entfernt, bildet der Storchschnabel weitere Blüten. Gelegentlich stirbt die Pflanze nach der Blüte ab. Dann sollte neu ausgesät werden. 

Die Pflege beim Madeira Storchschnabel

Um die Pflanze bei uns zu kultivieren, benötigt man vor allem eines – große Töpfe. 

Madeira Storchschnabel

Die ausladenden Wurzelstöcke sind ein Charakteristikum für den Madeira Storchschnabel, brauchen aber auch viel Platz.

Pflanzung und Standort

Da der ausufernde Wurzelstock eine ausreichende Fläche als Halt benötigt, sollten die Töpfe ausreichend groß sein.  Weiter gilt das Umpflanzen der Jungpflanzen als heikel, deshalb sollten bei der Aussaat gleich mehrere Samen in kleine Anzuchttöpfe gesetzt werden. Wenn diese eine ausreichende Größe erreicht haben, setzt man die kleine Gruppe in einen größeren Topf mit durchlässiger, leicht lehmhaltiger Erde. Da der Storchschnabel im Sommer viel Wasser benötigt, ist die Speicherfähigkeit des Substrats ein wichtiger Erfolgsfaktor. 

Geranium maderense Madeira Storchschnabel

Die Kombination aus hell-violetter Blüte und silbrigem Laub gibt dem Madeira Storchschnabel mediterranes Flair.

Der Standort im Sommer ist sonnig bis halbschattig, es muss also nicht die pralle Sonne sein. Wichtig aber, dass die Grundstimmung des Standorts hell ist, denn der Lichtbedarf ist hoch. Im Winter fühlt die Pflanze in einem kühlen und hellen Winterquartier wohl, wo sie gut überwintert werden kann.

Gießen und Düngen

In der warmen Jahreszeit verdunstet die Pflanze mit ihren ausladenden Blättern relativ viel Wasser, so dass sie regelmäßig gegossen werden muss. Natürlich darf sie -wie die meisten Pflanzen- nicht dauerhaft nass sein, denn das führt zu Störungen der Wurzeln. Neben der ausreichenden, aber insgesamt moderaten Versorgung mit Wasser ist eine regelmäßige Düngung der Kübelpflanzen mit einem Blütenpflanzendünger ein Erfolgsrezept für gedeihliches Wachstum und viele Blüten. 

Die Überwinterung

Wenn es draußen kälter und ungemütlich wird -also etwa im November- ist es Zeit, den Madeira Storchschnabel in ein kühles und helles Winterquartier zu holen. Die Pflanze ist eine typische Kalthaus-Pflanze und kann in einem kühlen Wintergarten oder Gewächshaus gut überwintert werden. Im Winterqartier wird deutlich weniger gegossen, auch auf Schädlinge wie die Weiße Fliege muss geachtet werden. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

Literatur: Rob Herwig – das praktische Handbuch der Zimmerpflanzen, München 1987 

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Hibiskus Arten

Die schönsten Hibiskus Arten – Blütenexotik für jeden Garten

Hibiskus ist nicht gleich Hibiskus – zahlreiche wunderschöne Hibiskus Arten begeistern im Garten, auf Balkon und Terrasse. Da die einzelnen Arten aber durchaus unterschiedliche Ansprüche haben, solltet ihr wissen, welcher Hibiskus für euch passend ist. In diesem Beitrag findet ihr dahin einen Überblick über die schönsten Hibiskus Arten mit vielen Fotos. 

Hibiskus Arten

Der wunderschöne hängende Hibiskus, der auch Koralleneibisch genannt wird.

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Hibiskus Arten – das solltet ihr wissen

Der Hibiskus ist eine große Gattung mit mehr als 200 -nach anderer Abgrenzung mit mehr als 600- Arten, die zu den Malvengewächsen gehört. Viele Hibiskus Arten wachsen an ganz unterschiedlichen Standorten, so dass es neben zahlreichen tropischen und subtropischen Hibisken sogar winterharte Arten gibt. Der Hibiskus ist überaus populär, so dass er in einigen Ländern Hibiskuspflanzen Flaggen und Wappen ziert oder sogar zur „Nationalblumen“ gekürt wurde.

Hibiskus Arten

Als hierzulande im Freiland wachsender Hibiskus ist der Garteneibisch beliebt.

Wuchs beim Hibiskus

Die große Vielfalt bringt es mit sich, dass unter den Hibiskus Arten sowohl ein- als auch mehrjährige Arten und Sorten sind, die krautig, als Sträucher, Halbsträucher oder Bäume wachsen. Typisch ist die Blüte, die aus fünf Kronenblätten besteht und bei denen Staubblätter und Stempel zu einem zentralen Element verwachsen sind. Die Blätter sind meist dunkelgrün glänzend und bilden somit eine edle Kulisse für wunderschöne Blüten. 

Hibiskus Arten

Hibiscus rosa sinensis – in Orange!

Hibiskus Arten  – eine kleine, aber feine Auswahl

Natürlich kann dieser Beitrag nicht alle 200 oder gar 600 Hibiskus Arten vorstellen. Ihr findet hier eine Übersicht der wichtigsten und einige von eher unbekannten Arten, die ich zufällig in diversen Gärten entdeckt habe. In jedem Fall dürfte meine Auswahl Lust auf Hibiskus machen. 

Hibiscus rosa sinensis

Der Chinesische Hibiskus oder Roseneibisch ist der Star unter allen Hibiskus Arten. Er ist die Nationalblume Hawaiis und seine Blüte findet sich auf Hawaiihemden und in Blütenkränzen. Der aus dem südlichen China stammende Hibiskus ist ein tropischer Hibiskus. Er ist nicht winterhart und muss bei uns als Kübel- oder Wintergartenpflanze gehalten werden.

Hibiskus Arten

Großer Hibiskusstrauch vor dem Hieronymuskloster in Lissabon.

Wenn man sich mit seinen tropisch bis subtropischen Ansprüchen vertraut gemacht hat, ist die Haltung des Hibiscus rosa sinensis garnicht kompliziert. Es geht ihm am Besten in einem moderaten Klima zwischen 20° und 28° C, ist es wärmer, setzt er die Blüte aus. Er sollte im Sommer in der vollen Sonne, aber durchaus geschützt stehen. Beim Gießen braucht ihr ein wenig Fingerspitzengefühl. Sowohl bei zuviel als auch bei zu wenig Wasser bekommt er gelbe Blätter. Ich gieße meine Hibiskus Pflanzen täglich, aber nur wenig. In der Vegetationszeit sind wöchentliche Düngergaben willkommen und helfen, dass sich das Laub schön entwickelt.

Hibiskus Arten

Die meisten Hibiscus rosa sinensis-Pflanzen sind Hybriden wie diese auffällige Züchtung.

Die Überwinterung muss mild bis warm erfolgen, als Überwinterungstemperatur ist 15° bis 20° C ideal. Ich überwintere meine Hibiskus Pflanzen im Keller unter einer Pflanzenlampe. Wenn es im Februar draußen schon heller wird, stelle ich sie ins Wohnzimmer an ein Südfenster. Dort fangen Sie schon in der Wohnung an zu blühen. Die Freilandzeit beginnt, wenn die Temperaturen Tags und Nachts im zweistelligen Bereich sind und dauert bis zum Oktober.

Hibiscus syriacus – der Garteneibisch

Ganz anders als der Hibiskus rosa sinensis ist der Garteneibisch Hibiscus syriacus winterhart und kann als verholzender Gartenstrauch ausgepflanzt werden. Seine Blütezeit ist meist im August. An einem vollsonnigen Standort ist die Blüte sehr üppig.

Hibiskus Arten

Der heimische Garteneibisch blüht deutlich unaufälliger als der tropische Verwandte.

Der Pflegebedarf ist gering, bei der Pflanzung muss man darauf achten, einen passenden Standort auszuwählen. Die Pflanzzeit ist im frühen Herbst oder im mittleren Frühjahr. 

Hibiscus moscheutos – der Staudenhibiskus

Mit seinen großen Blüten ist der Staudenhibiskus Hibiscus moscheutos ein echter Hingucker – und kann garnicht übersehen werden. 

Hibiskus Arten

Der Staudenhibiskus mit seinen tellergroßen Blüten

Der Staudenhibiskus, dessen alternativer Trivialname Sumpfeibisch für die Pflege irreführend sein könnte, hat das Zeug immer mehr Gärten zu erorbern. Er ist ein winterharter Hibiskus und eine echte Staude. Im Winter zieht er also die oberirdischen Pflanzenteile ein und treibt im Frühjahr wieder aus. Die Blüte, die auch für Bienen und Schmetterlinge attraktiv ist, erfolgt von Mai bis in den Herbst hinein. 

Hibiskus Arten

Auch in Weiss als einer der zahlreichen Züchtungen macht der Staudenhibiskus eine gute Figur.

Hibiscus schizopetalus – der Koralleneibisch

Er ist vielleicht die schönste Hibiskusart – der Koralleneibisch Hibisucs schizopetalus. Als alternative Bezeichnung findet man gelegentlich auch „Hängender Hibiskus“ oder „Japanischer Eibisch“, obwohl die Pflanze aus dem östlichen Afrika stammt. 

Hibiskus Arten

Der Koralleneibisch (Hibiscus schizopetalus)

Die fantastisch-filigranen Blüten erinnern in der Tat an Korallen und auch die leuchtend hellrote Blütenfarbe macht die Blüte zum Blickfang. Sie wächst sowohl an den herabhängenden Triebenen als auch in den Blattachsen. Der Wuchs des Koralleneibisch ist nicht sonderlich verzweigt, so dass er gut im Verbund mit anderen Kübelpfalnzen platziert werden kann. Da seine Standortansprüche aus den Tropen und Subtropen stammen, braucht er im Sommer ein warmes, aber nicht zu heißes Revier draußen. Im Winter fühlt er sich -wie Hibiscus rosa sinensis- bei Temperaturen um die 15° C und viel Licht am wohlsten. 

Hibiskus Arten

Der Hängende Koralleneibisch gehört zu den schönsten Hibiskusarten.

Hibiscus clayi

Hibiscus clayi oder einfach Clays Hibiskus ist eine kleinere Hibiskussorte von Hawai, die wie viele Hibiskusarten durch ihre lange Lebensdauer von mindestens 5 Jahren erfeut. Die seltene Hibiskusart findet man bei uns allerdings nur in größeren Botanischen Gärten wie etwa dem Berliner Botanischen Garten. Die Blüte von Hibiscus clayi ist mit ihren kürzeren und schmalen Blütenblättern eine interessante Alternative zu den großblütigen Hibiskusklassikern. 

Hibiskus Arten

Clays Hibiskus (Hibiscus clayi)

Hibiscus boryanus

Auch Hibiskus boryanus ist eine auf hiesigen Balkonen und Terrassen eher seltene Art. Ich habe sie im Botanischen Garten Dublin entdeckt. Ursprünlich stammt er von der Insel Reunion, wo er durchaus hohe Höhen erreichen kann, allerdings auch durch Abholzung bedroht ist. Er ist also ebenfalls ein subtropischer Hibiskus, der in Nordeuropa nur in ganz milden Übergangsregionen der Winterhärtezone 9 winterhart ist. Besser dürfte es ihm gehen, wenn man ihm in Winter ein mild-temperiertes und helles Winterquartier gibt. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

Literatur: Wolfgang Kawollek: Pflanzen für den Wintergarten, Stuttgart 2005

 

 

 

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Pflanzen für den Schatten

Mediterrane Pflanzen für den Schatten – südliches Flair für schattige Plätze

Mediterrane Pflanzen für den Schatten – das klingt wie die Quadratur des Kreises. Viele mediterrane Pflanzen kennen wir doch als Sonnenanbieter par excellence. Aber glücklicher Weise gibt es auch einige Exoten, die im Schatten gedeihen. Außerdem kann man diverse gärtnerische Tricks anwenden, um auch Schattenplätze in mediterrane oder subtropische Idylle zu verwandeln. Diese Tricks und schöne Pflanzen für den Schatten möchte ich hier vorstellen. 

Pflanzen für den Schatten

Licht und Schatten an Pflanzenstandorten sind entscheidend für das Gedeihen der einzelnen Arten.

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Mediterrane Pflanzen für den Schatten – das solltet ihr wissen

Es ist hilfreich, die Rolle von Licht und Schatten für Pflanzen zu kennen, wenn man Pflanzen für Schatten Standorte auswählt.

Pflanzen für den Schatten

Fuchsien gedeihen nur im Halbschatten oder Schatten.

Pflanzenleben im Schatten

Mediterrane oder exotische Schattenpflanzen sind solche Pflanzen, die sich in ihrer Heimat an schattige Standorte angepasst haben. Diese Standorte liegen in der Regel im Unterholz von Wäldern oder am Waldrand. Ebenfalls mit wenig Sonne kommen Pflanzen aus, die aus Gebieten mit starker Bewölkung stammen. Solche Gebiete gibt es etwa im Süden Chiles oder in Ostasien. Dort haben Sie sich darauf spezialisiert, wenig Licht mit großen Blättern einzufangen. Ihre Blüten sind besonders hell und auch der Duft spielt eine Rolle bei der Anlockung von Bestäubern. Da sie Insekten keine Wärme bieten können, haben sich Pflanzen für den Schatten gelegentlich auch auf andere Bestäuber wie Vögel, Federtiere oder den Wind spezialisiert. 

Pfalnzen für den Schatten

Bei einer Keulenlilie leuchten die Beeren feuerrot, damit sie von Tieren im Schatten gefunden werden.

Schatten ist nicht gleich Schatten

Wenn ein Standort etwa auf der Nordseite des Hauses überhaupt keine direkte Sonne bekommt, spricht man von Vollschatten. Hier gedeihen nur wenig blühende Pflanzen. Etwas vielseitiger sind schon halbschattige Standorte, bei denen im Tages- und Sonnenverlauf Schatten und direktes Sonnenlicht vorkommt. Gelegentlich liest man von „lichtem Halbschatten„. Diese Bezeichnung trifft vor allem auf Standorte unter hohen Laubbäumen zu. Diese haben im Frühjahr und Winter mehr Licht, im Sommer weniger. Pflanzen für den Schatten nutzen dieses Lichtangebot und blühen häufig im Winter oder Frühjahr. 

Mediterrane Pflanzen für den Schatten – eine Auswahl

Wer mediterrane Pflanzen für den Schatten sucht, der kann die Suche also über schattige bis halbschattige Herkunftsstandorte gestalten. Dazu gibt es interessante Ergebnisse.

Pflanzen für den Garten

Die hübsche Agapates serpens wächst im Halbschatten.

Pflanzen aus mild-temperierten oder warm-feuchten Wäldern

In seinem Klassiker „Pflanzen für den Wintergarten“ gibt Wolfgang Kawollek eine schöne Übersicht über Schattenpflanzen aus südlichen Wäldern. Nur wenige davon sind tatsächlich echte mediterrane Pflanzen, sie lassen sich aber alle in eine mediterrane Gartengestaltung inegrieren. Hier sind die interessantesten Pflanzen: 

  • Agapetes 
  • Auraucarie, die auch Affenbaum oder Chile-Tanne genannt wird
  • Die japanische Aukube
Pflanzen für den Schatten

Die gelbgrüne Aukube (unten links) wächst auch im Halbschatten bis Schatten

Pflanzen für den Schatten

Die Steineibe Podocarpus macrophyllus

Am ehesten mediterran sind die Wollmispel und die Steineibe. Nicht mediterran, dafür aber ein exotischer und dankbarer Winterblüher ist die Kamelie. Ich habe einige Jahre vergeblich versucht, Kamelien auf der Südseite unseres Hauses zu kultivieren. Natürlich blieb dieser Standort ohne Erfolg. Seit ich die Kamelien in den nördlichen Vorgarten gepflanzt habe, kann ich mich alljährlich im frühen Frühjahr wunderschöner Kamelienblüten erfreuen. 

Pflanzen für den Standort

Die Eleganz der Kamelie -hier eine Lady Campbell- fasziniert seit Jahrhunderten.

Kletterpflanzen – die Lichtsucher

Wenn man auf einer Ecke des Balkons oder der Terrasse kein Licht hat, können auch exotische Kletterpflanzen eine Lösung sein. Sie wurzeln im Schatten, suchen sich aber dann durch eifriges Klettern und Ranken einen Platz an der Sonne. Bei den Kletterpflanzen fallen mir vor allem meine Passionsblumen ein, die zunächst versteckt unter Gehölzen oder hinter großen Kübeln mit Blattwachstum starten. Irgendwann im Sommer haben sie es später geschafft und strecken ihren fantastischen Blüten in die Sonne. 

Pflanzen für den Schatten

Die blaue Passionsblume (Passiflora caerulea) kann in milden Regionen sogar ausgepflanzt werden.

Weitere Kletterpflanzen für den Schatten sind Clematis, Geißblatt-Sorten oder Hopfen. Auch der Wilde Wein, der kletternde Sommerjasmin oder die Kletterhortensie gedeihen im Schatten, verbreiten aber dennoch mediterranes Flair. 

Mediterran anmutende Pflanzen

Mit ein wenig Phantasie lassen sich auch heimische Pflanzen für den Schatten in einer mediterran Gartengestaltung verwenden. Bei den Funkien der Gattung Hosta sorgen vor allem grün-weiße Sorten für Helligkeit an schattigen Stellen. Auch das Purpurglöckchen kann neben einem Terracotta Pinienzapfen sehr mediterran wirken. Schließlich ist der Wollziest mit seinen silbern behaarten Blättern eine ideale Staude, die im Schatten wächst und mediterran aussieht. 

Pflanzen für den Schatten

Bringen bald Helligkeit an schattige Plätze – weiß-grüne Blätter Funkienblätter

Übrigens kann man noch viele andere Pflanzen mit hellen Kieswegen, Terracotta Skulpturen und Trockenmauern kombinieren und somit durch bauliche oder gestalterische Elemente auch im Schatten für mediterranes Flair sorgen. 

Keine Pflanzen für den Schatten

Natürlich ist es gut, Schattenpflanzen zu kennen, die schöne mediterrane Pflanzungen und Beete ermöglichen. Genauso wichtig ist es, lichthungrige Pflanzen in die direkte Sonne und eben nicht in den Schatten zu pflanzen. Olivenbäume, Feigenbäume, alle Zitruspflanzen und die meisten blühenden Kübelpflanzen brauchen einen vollsonnigen und warmen Platz. Dieser sollte also geschützt und sonnig sein. Wenn diese Pflanzen nur wenig oder keine Sonne bekommen, kann die Blüte ausbleiben. Auch bleibt das Wachstum kümmerlich, Blattverlust kann die Folge sein. 

Schließlich muss man im Licht und im Schatten jede einzelne Pflanze im Auge behalten. Wächst eine Pflanze nicht oder schief, dann bekommt sie kein Licht oder nur von der Seite. Bei den Kübelpflanzen kann ein Umzug helfen, bei ausgepflanzten Pflanzen ist in den ersten Jahren noch ein Umpflanzen möglich. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

Literatur: Wolfgang Kawollek: Pflanzen für den Wintergarten, Stuttgart 2005

 

 

 

 


Isoplexis canariensis

Isoplexis canariensis – goldener Fingerhut von den Kanaren

Der Kanaren-Fingerhut Isoplexis canariensis ist eine Kübelstaude, in die man sich sofort verliebt. Goldgelbe Blüten an langen Stengeln geben der Pflanze einen eleganten, fast majestätischen Eindruck. Dabei ist die goldene Farbe der Blüten keineswegs aufdringlich. Erfahrt hier wie ihr den Kanarischen Fingerhut pflanzen und pflegen könnt. 

Isoplexis canariensis

Isoplexis canariensis wächst im Unterholz kanarischer Lorbeerwälder.

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Was ihr zu Isoplexis canariensis wissen solltet

Die botanische Vielfalt der Kanaren ist aufgrund des Klimas und der geografischen Isoliertheit der Inseln im Atlantik besonders hoch. Ein weiterer Beleg für die Vielfalt ist der Kanaren-Fingerhut mit der botanischen Bezeichnung Isoplexis canariensis. Er kommt in vier Arten auf den Kanaren vor. Die Gattung Isoplexis gehört zu den Braunwurzgewächsen (Scrophulariaceae) und ist mit unserem heimischen Fingerhut (Digitalis) verwandt. Neben der Hauptart, dem Kanarischen Fingerhut Isoplexis canariensis, ist weiter der Isabell-Schöpffingerhut, Isoplexis isabelliana, interessant. Diese Art wird auch als Kanarischer Zwergfingerhut bezeichnet. Daneben gibt es noch den Madeirischen Fingerhut (Isoplexis sceptrum) sowie den Kanarischen Gebirgsfingerhut (Isoplexis chalcantha). 

Isoplexis canariensis

Außer in der Höhe kaum von Isoplexis canariensis zu unterscheiden – der Isabell-Schöpffingerhut Isoplexis isabelliana (Kanarischer Zwergfingerhut).

Der Wuchs beim Kanaren Fingerhut

Die Pflanzen wachsen als krautige Halbsträucher bis zu 1,50 Meter hoch. Dabei bilden sich die zweilippigen Blüten von Mai bis Oktober und wachsen wie die dunkelgrünen langen Blätter quirlig um den Stengel. Da sie keinen bis nur wenig Frost vertragen, müssen Isoplexis-Pflanzen hierzulande als Kübelpflanzen gehalten werden. Wenn das Licht ausreichend ist, ist die Pflanze immergrün. Sie bildet in der Wachstumszeit laufend neue Stengel, verblühte sterben ab und können entfernt werden. Bei richtiger Pflege ist der Kanaren Fingerhut mehrjährig und liefert von Jahr zu Jahr neue Blüten. Die Samenbildung könnte hierzulande etwas schwieriger werden, da die Bestäuber fehlen. 

Isoplexis canariensis

Die „doppelzüngige“ Blüten des Kanaren-Fingerhuts

Die Pflege beim Kanaren Fingerhut

Der Kanaren Fingerhut ist vergleichsweise pflegeleicht. Die Pflege gelingt leicht, wenn man sich Klima und Bedingungen in den Lorbeerwäldern auf den Kanarischen Inseln vorstellt. Dort ist es warm, feucht und im Unterholz, wo der Kanaren Fingerhut wächst, nicht allzu sonnig. Diese Bedingungen müssen für die Pflege hierzulande, auf Balkon und Terrasse „übersetzt“ werden. Entscheidend ist der Standort. 

Der ideale Standort für Isoplexis canariensis

Ein Pflanzenstandort , der auf den Kanaren schattig ist, muss hierzulande halbschattig sein. Der Kanaren Fingerhut kann neben Gehölze gepflanzt werden, die Schatten spenden und zugleich einen schönen Hintergrund für die gold-orangenen Blüte bilden. Die Pflanze könnt ihr während des Sommers ins Beet auspflanzen oder als Kübelpflanze auf Balkon oder Terrasse platzieren. Ab Oktober muss sie in ein kühles und sehr helles Winterquartier gestellt werden. 

Isoplexis canariensis

Die sanften Goldtöne beim Kanarenfingerhut heben sich deutlich von der dunkelgrünen Umgebung ab.

Gießen und Düngen

Isoplexis canariensis hat ein mittleres Bedürfnis an Feuchtigkeit. Das bedeutet, dass ihr im Sommer ca. jeden zweiten Tag gießen müsst. Haltet die Erde immer leicht feucht. Sie darf niemals so nass werden, dass die Erde schimmelt. Gegossen wird idealer Weise am Morgen. Besser als sehr hartes Leitungswasser ist Regenwasser. Auch Dünger muss in der Vegetationszeit von Mai bis August regelmäßig verabreicht werden. Ein mineralischer Dünger für blühende Kübelpflanzen wird in dieser Zeit wöchentlich, oder bei geringerem Wachstum bei kühleren Temperaturen 14tägig verabreicht. 

Kanaren Fingerhut

Blütenstand und die langen Laubblätter bilden eine harmonische Einheit.

Umtopfen und Erde

Auch bei der Erde ist der Kanaren Fingerhut genügsam. Wenn ihr ihn ausgepflanzt habt, müsst ihr ihn im Herbst eintopfen. Wenn er dauerhaft im Kübel steht, braucht er alle zwei oder drei Jahre neue Erde. Dazu könnt ihr gut eine torffreie Einheitserde verwenden. Sorgt im Kübel für ausreichend Wasserabfluss durch eine Draiangeschicht. Diese besteht aus Kies, Schotter oder Poroton. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

Literatur: Rob Herwig – das praktische Handbuch der Zimmerpflanzen, München 1987 

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Strauchmalve Lavatera maritima

Die Strauchmalve Lavatera maritima – mediterrane Blütenschönheit

Die Strauchmalve mit dem schönen botanischen Namen Lavatera maritima ist eine echte mediterrane Pflanze, die mit besonders schöner Blüte aufwartet. Die hierzulande selten zu findende Kübelschönheit ist pflegeleicht und blüht zuverlässig. In diesem Kübelpflanzenportrait zeige ich euch, wie ihr die Strauchmalve pflanzen und pflegen könnt. 

Strauchmalve Lavatera maritima

Die Blüten wachsen am Ende der Zweige und in großer Zahl.

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Die Strauchmalve – was ihr wissen solltet

Je mehr botanisches Wissen man zu einer Pflanze hat, umso größer sind auch die zu erwartenden Pflegeerfolge. Das gilt auch für die Lavatera maritima. Wie es der Name schon zeigt, gehört die Strauchmalve zu den Malvengewächsen, die eine große Familie wunderschöner Blütenpflanzen bildet. Im mediterranen Garten gehören auch Pflanzen der Gattung Abutilon, die Schönmalven, zu den Malvengewächse. Aber auch die Pavonia multiflora ist eine Verwandte der Strauchmalve. 

Strauchmalve Lavatera maritima

Das pappelähnliche Laub erklärt, erklärt warum die Strauchmalve im Deutschen auch Strauchpappel heißt.

Herkunft und Bestimmung

Lavatera maritima ist eine echte mediterrane Pflanzen, ihre ursprünglichen Verbreitungsgebiete sind die Inseln Korsika Sardinien sowie das spanische und tunesisch-marokanische Festland. Als weitere Trivialnamen findet man für alle Arten der Gattung Lavatera wegen der pappelähnlichen Blätter auch Strauchpappel oder Becher- sowie Buschmalve. Explizit nur bei Lavatera maritima findet man die Bezeichnung Strandpapel, was den maritimen Charakter der Pflanze verdeutlich.  Insgesamt ist die Verwechslungsgefahr unter den Lavatera-Arten allerdings groß. Wenn ihr sicher sein wollt, dass ihr eine Strauchpappel vor euch habt, solltet ihr auf die Zweifarbigkeit der Blüte mit dem violetten Zentrum achten. 

Strauchmalve Lavatera maritima

Lavatera maritima kann man an fünf Blütenblättern mit einem strahlenförmig-violetten Zentrum erkennen. Das Staubblatt mit dem Pollen steht auffällig weit vor. 

Der Wuchs bei Lavatera maritima

Die Strauchpappel oder -malve wächst als halbhoher Strauch, der bis zu 1,50 Meter hoch wird. Die Zweige wachsen ausladend, so dass eine größere Pflanze etwas Platz benötigt. Diesen füllt sie aber wunderschön mit einer lockeren Belaubung und ab Mai oder Juni ihren herrlichen Blüten aus. Die Pflanze kann aber -wie bei allen Malven- problemlos mit der Schere klein gehalten werden.  Die Verzweigung ist dicht, die Blüten wachsen allein oder zu zweit in den Blattachsen oder an den Triebenden. 

Strauchmalve Lavatera maritima

Die Blüte der Strauch- oder Strandmalve wächst auch schon einmal hinter Blättern versteckt.

Die Pflege der Strauchmalve

Wie viele Malven ist auch die Lavatera maritima recht robust, entwickelt sich aber bei idealen Bedingungen natürlich besser. Die Pflanze ist nicht winterhart, so dass sie im Kübel gehalten werden muss. Für diesen gilt es zunächst, den richtigen Standort zu finden. 

Der passende Standort

Denkt man an das sommerliche Korsika oder Sardinien, dann bekommt man eine Vorstellung von den Standortbedürfnissen der Strauchpappel. Aber keine Angst, ganz so heiß wie auf Korsika muss es auf eurer Terrasse nicht sein. Aber vollsonnig sollte es im Sommer sein. Je mehr Sonne die Pflanze bekommt, umso mehr Blüten zeigt sie auch. Auch im Winter braucht die Pflanze viel Licht, kommt aber mit kühlen Temperaturen besser zurecht als mit hohen Temperaturgraden. Ideal sind 5° bis 10° C im Winterquartier. Typische Winterquartiere sind Wintergärten, Gewächshäuser oder unbeheizte Treppenhäuser.

 

Lavatera maritima Strauchmalve

Die Strand- oder Strauchpappel

Gießen und Düngen

Wie bei allen Malven muss auch bei Lavatera für eine regelmäßige Wasserversorgung gesorgt werden. Das heißt aber nicht, dass die Strauchmalve eine Wasserpflanze ist. Sie braucht also regelmäßige, bei heißem Wetter tägliche Wassergaben. Diese müssen aber gut ablaufen und abtrocknen können, so dass die Pflanze immer nur moderat feucht bleibt. Ihr könnt die Pflanze über eine Unterschale gießen. In diese gebt ihr morgens soviel Wasser, dass das Wasser bis abends verdunstet ist.

Wie viele blühende Kübelpflanze braucht die Strauchpappel in der Wachstumszeit von ca. Mai bis August regelmäßige Düngergaben. Als Dünger kann man einen Kübelpflanzendünger für blühende Pflanzen verwenden. Haltet euch bei der Dosierung am Besten an die Angaben der Hersteller.

Die Überwinterung

 In einem wie oben beschriebenen Winterquartier kann die Strauchmalve von November bis April überwintern. Wenn es zu dunkel ist, verliert die Pflanze Blätter. Je heller es ist, desto früher bilden sich Blätter und auch Knospen. Im Winter muss die Strauchmalve nur ganz wenig gegossen werden. Eine regelmäßige Schädlingskontrolle ist nötig. Im April kommen die Malven nach draußen, wenige Minusgrade hält die Pflanze im Notfall aus. 

Umtopfen und Schneiden

Vor der Freilandsaison wird die Strauchmalve im zwei- oder drei-Jahresrhythmus umgetopft. Die Erde ist durchlässig und wird mit einem grobkörnigem Drainagematerial gemischt. Der Topf hat ein Abflussloch und sollte einen guten Stand haben, damit die Pflanze nicht umfällt oder umgeweht wird. Im frühen Frühjahr kann die Pflanze zurückgeschnitten werden. Entweder kürzt man die Triebe etwas ein, um die Pflanze kompakt zu halten. Oder einzelne querwachsende oder abgestorbene Äste werden entfernt. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

 

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Natternköpfe pflanzen

Einen Natternkopf pflanzen – die passende Sorte für jeden Garten

Wer einen Natternkopf pflanzen will, hat die Qual der Wahl – zahlreiche Sorten bzw. Arten stehen zur Auswahl. Diese sind durchaus unterschiedlich und gerade die Winterhärte der Natternkopf Pflanzen müsst ihr im Auge behalten. Dazu gebe ich euch hier einen Überblick über die schönsten Arten beim Natternkopf und wie ihr die Natternköpfe pflegen müsst. 

Natternkopf pflanzen

Typisch sind die kolbenförmigen Blütenstände -wie hier beim lotwurzblättrigen Natternkopf.

Wenn ihr eine Beratung wünscht oder weitere Fragen habt, könnt ihr diese hier stellen. Aktuelle Pflegetipps für den mediterranen Garten liefert mein Newsletter „Neues aus dem Mediterranen Garten“, zu dem ihr euch kostenlos und unverbindlich anmelden könnt.

Natterkopf Pflanzen

Echium vulgaris – der „Gemeine Natternkopf“, der hierzulande heimisch ist, bei dem die Blüten nicht ganz so dicht stehen.

Wissenswertes zum Natternkopf

Alle Natternkopf Pflanzen werden unter der Gattung Echium zusammengefasst, die zu den Rauhblattgewächsen zählt. Die ca. 65 Arten zeichnen sich durch ihre wunderschönen Blütenstände, aber auch durch einige Unterschiede auf. Den deutschen Namen der Natternköpfe verdankt die Pflanze ihrer wie bei einer Schlangenzunge gespaltenen „Griffelzunge“. Die Arten sind in milden Regionen nördlich der Alpen, im Mittelmeerraum und im Orient. Besonders interessant sind auch solche Arten, die sich auf Madeira, den Kanaren sowie den Kapverde endemisch entwickelt haben. Sie kommen also in Wildform nur dort vor.

Natternkopf pflanzen

Die langen Blütenstände der Natternköpfe tragen hunderte Einzelblüten.

Wuchs und Jahreszyklus

Natternkopf Pflanzen sind ein- bis zweijährige Blütenpflanzen, die in südlicheren Gefilden wie Madeira auch teilweise verholzen und mehrjährig sind. Das Laub wächst strahlenförmig mit schmalen, spitz zulaufenden Blättern. Die Oberfläche ist pelzig beharrt und verdunstet im Sommer viel Wasser. Der gemeine Natternkopf, als heimische Art, wird durch Aussaat vermehrt. Im ersten Jahr wachsen die strahlenförmig stehenden Blätter, im zweiten Jahr kommen dann die Blütenstände. Nach der Blüte entstehen beim Natternkopf Samen, die als Aussaat die Grundlage für neue Pflanzen bilden. 

Natternkopf pflanzen

Das Laub beim Natternkopf

So könnt ihr einen Natternkopf pflanzen

Natternköpfe sind Pionierpflanzen, die neue Standorte erobern. Sie sind genügsam, was den Boden angeht und empfindlich gegen Staunässe. Daher ist die Standortwahl und die richtige Erdmischung entscheidend für den Pflanzerfolg. Noch wichtiger ist aber die Auswahl der passenden Echium-Art. 

Die schönsten Natternkopf Arten

Auch wenn der Aufbau der Pflanze zwischen den Arten sehr ähnlich ist, haben diese doch vor allem in Bezug auf die Winterhärte deutliche Unterschiede. 

Echium vulgaris – der Gemeine Natternkopf

Natternkopf pflanzen

Der gewöhnliche Natternkopf Echium vulgaris ist hierzulande auch in milden Gegenden, wie etwa Weinbrauregionen heimisch.

Der auch als „Blauer Heinrich“ bekannte gemeine Natternkopf ist eine heimische Pflanze, die vor allem auf kargen Böden in Weinbergen zu finden ist. Hier ist es warm und sonnig, ideale Bedingungen für den Natternkopf. Besonders hervorzuheben ist, dass der Gemeine Natternkopf für Bienen eine gute Nahrungsquelle ist. Diese Natternkopf Pflanze passt also hervorragend, wenn ihr einen Garten bienenfreundlich gestalten wollt. Wenn ihr einen Gemeinen Natternkopf kaufen wollt, könnt ihr die Pflanze vorgezogen erwerben und pflanzen. Nach der Blüte bildet sich die Pflanze zurück und geht in der Regel ein. Sie lässt sich aber problemlos wieder aussäen. 

Echium lusitanicum – der Portugiesische Natternkopf

Der seltene Portugiesische Natternkopf bildet eine Zwischenform, zwischen Echium vulgaris und den üppigen Arten von Madeira oder den Kanaren. Der Blütenstand ist dichter besetzt als bei E. vulgaris, aber noch kleiner als etwa bei Echium wildpretii. Der Portugiesische Natternkopf ist winterhart, allerdings nur in milden Regionen wie etwa dem Rheintal. 

Natternkopf pflanzen

Der Portugal Natternkopf (Echium lusitanicum) ist bedingt winterhart und kann in weniger kalten Standorten ausgepflanzt werden.

Echium webbii – Webbs Natternkopf

Der auf La Palma endemische Natternkopf Echium webbii trägt seinen Namen zu Ehren des Botanikers Philip Barker Webb. Dieser hatte im 19. Jahrhundert die Flora der Kanaren studiert und dokumentiert. Webbs Natternkopf kommt dort auf felsigem Boden an Waldrändern oder auf Lichtungen vor und zählt zu den schönsten Kanarenpflanzen überhaupt. Die Pflanze ist nicht winterhart, kann aber problemlos kühl und hell überwintert werden. 

Natternkopf pflanzen

Der Blütenstand von Webbs Natternkopf (Echium webbii)

Echium wildpretii – Wildprets Natternkopf

Der von La Palma und Teneriffa stammende Wildprets Natternkopf -benannt nach dem Schweizer Botaniker Hermann Wildpret- ist noch üppiger aber genauso wenig winterhart wie Echium webbii. Als Kübelpflanze kann er problemlos kühl und hell überwintert werden. 

Natternkopf pflanzen

Wunderschön rote Blütenkolben beim Echium wildpretii, Wildprets Natternkopf

Echium onosmifolium – der Schwarze Natternkopf

Der auch als „Schwarzer Natternkopf“ bekannte Echium onosmifolium -obwohl die Blüten weiß sind- ist ebenfalls eine Natternkopf-Art von den Kanarischen Inseln. Die Pflanze verholzt und wird ca. 1,5 Meter hoch. Sie ist besonders nektarreich und damit für Bienen eine wichtige Nahrungsquelle. Die Überwinterung kann wie bei den anderen Kanaren-Natternköpfen hell und kühl erfolgen. 

Natternkopf pflanzen

Der lotwurzblättrige Natternkopf (Echium onosmifolium)

Echium candicans – der Stolz von Madeira

Der Stolz von Madeira gilt als die schönste Natternkopf-Art, denn ihre Blütenstände sind besonders üppig und gleichmäßig mit dunkelblauen Blüten besetzt. Aber letztlich ist es Geschmackssache, welchen Natternkopf ihr bevorzugt. Auf jeden Fall dürfte der Madeira Natternkopf -wie er auch genannt wird- mit seinen zahlreichen halbhohen Blütenständen nicht nur bei menschlichen Betrachtern sondern auch bei Bienen und Schmetterlingen zu den Favoriten zählen. 

Natternkopf pflanzen

Der Madeira Natternkopf (Echium candicans)

Echium pihinana – der Riesen-Natternkopf

Bis zu vier Meter werden die Blütenstände des Riesen-Natternkopfes, der damit die beeindruckendste Erscheinung in der Natternkopf-Familie darstellt. Allerdings geht das Größenwachstum ein wenig zu Lasten der Blütendichte, was der Schönheit keinen Abbruch tut. Echium pininana stammt aus den berühmten Lorbeerwäldern von La Palma auf den Kanaren, ist aber mittlerweile in vielen Gärten weltweit eine spektakuläre Zierpflanze. In wintermilden Regionen in Europa kann er sogar winterhart sein. So habe ich etwa große Riesen-Natternköpfe im Botanischen Garten von Dublin gesehen. 

Natternkopf pflanzen

Der Riesen-Natternkopf Echium pihinana

Der Standort für Natternkopf Pflanzen

Alle Natternkopf Arten brauchen einen vollsonnigen Standort, nicht zuletzt um den Bestäubern, Bienen, Schmetterlingen und Hummeln, ein warmes Umfeld zu liefern. Die (bedingt) winterharten Natternköpfe E. vulgaris, lusitanicum und pininana können im Garten ausgepflanzt werden. Die wärmeliebenden Arten wie Webbs, Wildprets und Madeira Natternkopf sollten im Kübel gehalten werden. Für die Kübelpflanzen muss der Winter-Standort bei um die 5° C kühl und hell sein. 

Natternkopf pflanzen

Die leuchtend-blaue Einzelblüte von Webbs Natternkopf

Topf und Erde

Als Pionierpflanze braucht der Natternkopf einen mageren, mineralstoffreichen Boden mit einer hohen Durchlässigkeit. Ihr könnt dazu 1/3 Sand und Kies mit 2/3 Pflanzerde mischen. Diese Erdmischung könnt ihr sowohl für das Pflanzloch im Garten als auch für Natternköpfe im Kübel verwenden. Das Pflanzgefäß sollte nicht zu klein gewählt werden, denn die Natternköpfe wachsen ganz ordentlich. 

Natternkopf pflanzen

Die Spitze des Blütenstands von Wildprets Natternkopf

Gießen und Düngen

Auch wenn die Pflanzen der Gattung Echium grundsätzlich als genügsam gelten, ist der Wasserbedarf im Sommer doch recht hoch. Die Verdunstung der zahlreichen kandelaberförmig angeordneten Blätter ist hoch, so dass die Kübelfpflanzen im Sommer regelmäßig gegossen werden müssen. Da Natternköpfe aber sensibel auf Staunässe reagieren, sollten sie nicht über eine Unterschale sondern von oben gegossen werden. 

Natternkopf pflanzen

Die Blätter der Natternköpfe wachsen strahlenförmig.

Während die ausgepflanzten Natternköpfe mit den Nährstoffen aus dem Gartenboden auskommen, müsst ihr Kübel-Natternköpfe regelmäßig aber auch nur selten düngen. Hierzu empfiehlt sich ein Kübelpflanzendünger für blühende Pflanzen, den ihr alle 2 oder 3 Wochen verabreicht. Seid vorsichtig mit der Düngung. Wenn ihr zuviel düngt, bekommt ihr zwar ein tolles Blattwachstum, aber weniger bis keine Blüten.  

Die Überwinterung beim Natternkopf

Die kälteempfindlichen Natternköpfe müsst ihr im Oktober oder November in ein kühles und helles Winterquartier stellen. Da die Pflanzen immergrün sind, brauchen sie einen direkten Kontakt zur Lichtquelle. Ihr müsst sie also in die erste Reihe an ein Fenster oder direkt unter die Pflanzenlampe stellen. Im Winter reicht es, die Erde leicht feucht zu halten. Bei eurer regelmäßigen Schädlingskontrolle im Winterquartier müsst ihr bei den Natternköpfen vor allem auf Wollläuse achten. 

Natternkopf pflanzen

Webbs Natternkopf in voller Pracht

Bitte nicht schneiden

Ein Schnitt oder Rückschnitt ist nicht nur nicht nötig, sondern sogar schädlich. Natternköpfe wachsen natürlich wie große Kandelaber, also Kerzenleuchter. Sie verzweigen nicht stärker oder wachsen nicht intensiver, wenn man sie schneidet. Nur die verwelkten Blütenstände können abgeschnitten werden, wenn ihr die Selbstaussaat vermeiden wollt. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

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Zistrose kaufen

Eine Zistrose kaufen – der Duft des Mittelmeers

Wer einen mediterranen Garten anlegen möchte, muss eine Zistrose kaufen! Die etwas wenig beachteten Zistrosen haben alles, was eine mediterrane Pflanze so attraktiv macht. Sie blüht wunderschön, hat ein interessantes und typisches Laub und begeistert vor allem mit ihrem mediterranen Aroma, das Garten oder Terrasse erfüllt. In diesem Beitrag zeige ich euch, was ihr bei Kauf einer Zistrose beachten solltet, und wie ihr die Zistrose pflegen müsst. 

Zistrose kaufen

Kräftige Farben, wunderbare Aromen – dafür liebt man Zistrosen.

Wenn ihr eine Beratung wünscht oder weitere Fragen habt, könnt ihr diese hier stellen. Aktuelle Pflegetipps für den mediterranen Garten liefert mein Newsletter „Neues aus dem Mediterranen Garten“, zu dem ihr euch kostenlos und unverbindlich anmelden könnt.

Zistrose kaufen

Laub und Habitus bei der Zistrose -hier eine kretische Zistrose- sind typisch für eine mediterrane Pflanze.

Wissenswertes zur Zistrose

Botanisch werden die Zistrosen in der Gattung Cistus zusammengefasst. Dieses Gattung umfasst etwa 20 Arten, die allerdings große Ähnlichkeiten aufweisen. Die -für die Haltung hierzulande wichtige- Bestimmung von Zistrosen ist allerdings nicht ganz so einfach. Umso wichtiger ist es, dass ihr einen zuverlässigen Anbieter auswählt, wenn ihr eine Zistrose kaufen wollt. Gerade in Sachen Winterhärte hört man bei der Zistrose deutliche Unterschiede (und viele „gefährliche Halbwahrheiten“), so dass ihr nur bei einem Händler eures Vertrauens eine Zistrose kaufen solltet. 

Zistrose kaufen

Auch mit weißer Blüte ist die Zistrose -wie hier bei Cistus ladanifer- sehr attraktiv.

Die Herkunft der Zistrosen

Zistrosen sind ganz typische mediterrane Pflanzen, man findet sie im gesamten Mittelmeerraum. Dort wachsen sie in der mediterranen Strauchheide, der Macchia. Diese auch als Hartlaubvegetation bezeichnete Landschaftsform ist durch Abholzung der Baumbestände und durch intensive Beweidung entstanden. In der Macchia oder Macchie haben sich also kleinere Pflanzen behauptet, die für Schafe, Ziegen und Rinder nicht ganz so attraktiv waren. 

Zistrose kaufen

Heimat der Zistrose – die mediterrane Macchia (hier auf Korsika)

Der Wuchs

Wenn ihr eine Zistrose kaufen wollt, entscheidet ihr euch für einen immergrünen, halb verholzenden und krautig wachsenden Kleinstrauch. Ihr müsst also keine Sorge haben, dass sie euch über den Kopf wachsen. Wachsen tun sie ganz gut, allerdings auch nur wenn die Bedingungen stimmen. Typisch für die Zistrose ist das silbrige, zur Wassersparsamkeit entwickelte Laub mit seinen zahlreichen Öldrüsen. Die für uns wunderbar duftende Aroma der ätherischen Öle ist für tierische Fressfeinde eher abstoßend. Die Blüten erscheinen im Schwerpunkt im Frühsommer und sehen zu Beginn der Blüte ziemlich verknittert aus. Sie beeilen sich aber mit der vollständigen Entfaltung, da sie nur wenige Stunden blühen. Dafür werden Tag für Tag neue Blüten gebildet, so dass es an Blütenpracht keinen Mangel gibt. 

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Cistus incanus wird als Grundstoff für Heiltee beschrieben.

Die Verwendung von Zistrosen

Neben der dekorativen Wirkung der Zistrose wird auch die Verwendung von Cistus incanus für die Herstellung von Heiltee beschrieben. Je nach Quelle gehen die beschriebenen Wirkungen aber auseinander. Ihr solltet also sehr vorsichtig sein, bei der Herstellung eigener Zistrosentees. Am Besten informiert ihr euch bei der Apotheke euren Vertrauens. 

Eine Zistrose kaufen – das solltet ihr beachten

Die größte Herausforderung beim Zistrosenkauf besteht darin, ein gutes Angebot zu finden. Zistrosen sind keine populären Massenpflanzen sondern eher mediterrane Charakterpflanzen für Kenner. Kauft also nur bei versierten Versandgärtnereien, Baumschulen oder Gärtnereien. Dabei ist wichtig, dass ihr eine zuverlässige Sortenangabe erhaltet, denn auf die Sorte kommt es vor allem bei der Winterhärte an. 

Die Sorten der Zistrose

Die -je nach botanischer Systematik- ca. 20 Arten der Gattung Cistus bieten euch die Qual der Wahl. Allerdings dürfte entscheidend sein, ob eine Zistrosenart winterhart ist oder nicht. 

Cistus x pulverulentus

Seit einigen Jahren besitze ich eine Pulverulentus-Zistrose, die bei mir ganzjährig im Kübel draußen steht. Das geht im milden Rheinland sehr gut. Die Temperatur bei uns unterschreitet im milden Winter ganz selten -10° C. Die Pulverulentus-Zistrose blüht zahlreich, lang anhaltend und verbreitet einen fantastischen Duft. 

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Cistus pulverulentus

Cistus salvifolius

Ihre Blätter haben -stärker noch als andere Zisrosen- Ähnlichkeit mit Salbeiblättern. Ihre Winterhärte ist nicht ganz so weitreichend wie bei C. pulverulentus. Bis -5° C dürfte sie aber für längere Zeit aushalten. Cistus salvifolius kommt in den Südalpen, also am Nordrand des Mittelmeerraumes vor. 

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Die Salbeiblättrige Zistrose Cistus salvifolius

Cistus symphitofolius

Die auch als Beinwellblättrige Zistrose bezeichnete Cistus symphitofolius ist ein Pflanze der Kanaren, wo sie am Rande der Lorbeerwälder wächst. Die Blüten sind mit einem Durchmesser von 6 cm überdurchschnittlich groß. Das gilt auch für die maximale Wuchshöhe, die 200 cm erreichen kann. Dafür ist diese Zistrose nicht winterhart und muss kühl und hell überwintern. 

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Cistus symphitofolius var. symphitofolius

Cistus monspeliensis

Auch die Montpellier-Zistrose gehört zu den wärmeliebenden und nicht winterharten Sorten. Sie kommt auch auf den Kanaren, auf Madeira, aber natürlich ebenso im gesamten westlichen und zentralen Mittelmeerraum. Die Blüte ist zahlreich, dafür aber kurzlebig. 

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Montpellier Zistrose – Cistus monspeliensis

Cistus albidus

Wiederum winterhärter ist die Weissliche Zistrose, die Ihren Trivialnamen von der eher hellen Blütenphase. Dafür wird sie nicht ganz so groß, hat aber grundsätzlich alle Vorzüge einer attraktiven Zistrosenart. 

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Cistus albidus

Cistus ladanifer

Die auch als Harz- oder Lackzistrose bezeichnete Cistus ladanifer duftet wegen ihres Harzes besonders würzig, aber auch klebrig. C. ladanifer gehört zu den eher wärmeliebenen Zistrose, kann also auch in milden Regionen nicht ganzjährig draußen bleiben.

Zistrose kaufen

Die Harzige Zistrose Cistus ladanifer

Der ideale Zeitpunkt für den Kauf der Zistrose

Wenn ihr eine Zistrose kaufen wollt, solltet ihr das im Frühjahr tun. Dann ist das Angebot importierter Pflanzen aus dem Mittelmeerraum am größten. Da Händler die schönsten Pflanzen zuerst verschicken, lohnt sich also ein früher Kauf. Die bedingt winterharten Sorten können im April oder Mai auch noch draußen ausgepflanzt werden. 

Die Pflege der Zistrosen

Damit ihr möglichst lange Freude an eurer Zistrose habt, solltet ihr auf die passende Pflege achten. Diese ist nicht kompliziert, sondern hängt vor allem von einem passenden Standort ab. 

Der ideale Zistrosenstandort

Wie erfahrene Mediterrangärtner und -gärtnerinnen wissen, braucht die Zistrose einen vollsonnigen Standort. Schon allein die Produktion der ätherischen Öle erfordert größere Mengen Sonnenenergie, ebenso die reichliche Blütenproduktion. Wenn eine Zistrose nur schwach wächst und wenig bis garnicht blüht, ist meistens zu wenig Sonne ein Grund. Im Winter ist der Standort in kalten Regionen bzw. bei nicht frostharten Arten kühl und hell. Die Zitrose kann also problemlos mit Zitronen überwintern

Gießen und Düngen bei Cistus

Auch wenn die Zistrose nicht so aussieht, sie braucht in der Blüte- und Vegetationszeit viel und regelmäßig Wasser. Gießt sie in den frühen Morgenstunden ordentlich, so dass sie während des Tages gut versorgt ist. Auch ein Kübelpflanzendünger sollte im Sommer im wöchentlichen Turnus verabreicht werden. Im Winter oder an kühlen Tagen sinkt der Gießbedarf deutlich, dann geht es eher darum, Staunässe zu vermeiden. Wenn die Zistrose ausgepflanzt ist, versorgt sie sich selbst aus dem Erdreich. 

Umtopfen und Schnitt

Alle zwei oder drei Jahre ist es nötig, Zistrosen umzutopfen. Nehmt einen Topf mit gutem Wasserabfluss und setzt eine Drainage ein, damit es nicht zu Staunässe kommt. Der Boden ist nährstoffhaltig und leicht lehmig, dennoch aber durchlässig. 

Beim Schnitt schneiden sich die Geister. Manche Autoren empfehlen regelmäßiges Stutzen nach der Blüte, andere Autoren empfehlen den wiederholten Schnitt bei Jungpflanzen. Meine Erfahrung ist, dass Zistrosen nur soviel geschnitten werden sollten, damit sie schön bleiben. Schneidet zu lange und abgestorbene Zweige ab, das sollte in der Regel reichen. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

 

 

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Aphelandra sinclairiana

Das Glanzkölbchen Aphelandra sinclairiana – Blütenkerzen aus Costa Rica

Das exotische Glanzkölbchen Aphelandra sinclairiana gehört zu den schönsten Warmhauspflanzen, die in Wintergärten oder Pflanzenzimmern kultiviert werden. In diesem Exotenportrait möchte ich das Glanzkölbchen vorstellen und Pflegetipps geben. Wenn ihr den passenden Standort habt, ist die Pflege garnicht kompliziert. 

Aphelandra sinclairiana Glanzkölbchen

Das breite fein geäderte Blatt bietet eine schöne Kulisse für die kolbenförmige Blüte.

Wissenswertes zu Aphelandra sinclairiana

Die Aphelandra sinclairiana gehört zu den Acanthusgewächsen und stammt aus Costa Rica und Panama. Entsprechend findet man als englischen Trivialnamen „Panama Queen“, aber auch „Coral Aphelandra“. Im Deutschen ist für die Gattung die Bezeichnung Glanzkölbchen verbreitet. Wesentlich bekannter als A. sinclairiana ist dabei allerdings A. squarrosa. Diese hübsche Art unterscheidet sich jedoch deutlich, vor allem durch gelbe Blüten und grün-weiß-gestreifte Blätter. Daher ist bei ihr der Name Zebrapflanze üblich. 

Aphelandra sinclairiana

Aus den dachziegelartigen Deckblättern des Blütenstands wächst die eigentliche zungenförmige Blüte.

Wuchs bei den Aphelandra-Arten

Den bekannten Arten gemeinsam sind Blütenähren mit dachziegelartig angeordneten Deckblättern mit einer meistens auffallenden Färbung. Aphelandra-Arten sind typische Tropenbewohner. Die Glanzkölbchen wachsen im Unterholz und sammeln mit großen Blättern das wenige Licht ein, das durch das Blätterdach des Regenwalds nach unten gelangt. Die Bläter sind moosfarben und zeigen schwache Adern sowie eine deutliche Behaarung. Im Halbdunkel des Unterholz müssen die Blüten mit auffälligen Farben auf sich aufmerksam machen. A. sinclairiana wächst wie die anderen Arten krautig, verholzt also nicht. Dennoch ist sie immergrün und mehrjährig. 

Aphelandra sinclairiana

Die Blätter wachsen ausladend und dicht.

Die passende Pflege für das Glanzkölbchen

Es lohnt sich also, die attraktive Pflanze zu kultivieren und ihr einen geeigneten Standort zu geben. Dieser ist bei dieser Regenwaldbewohnerin aber eben speziell und erfordert vor allem viel Wärme. 

Der ideale Standort für Aphelandra

Seine Heimat aus Mittelamerika erfordert einen durchgehend warmen Standort für das Glanzkölbchen. Diesen kann im Herbst und Winter ein warmer Wintergarten bieten oder auch ein Pflanzenzimmer, das beheizt ist. In einem Pflanzenzimmer kann man die Luftfeuchtigkeit etwas höher halten. Wenn man A. sinclairiana im Wohnzimmer halten will, sollte man es regelmäßig mit Wasser bestäuben. 

Der Lichtbedarf ist hoch, das Glanzkölbchen darf aber nicht in die volle Sonne gestellt werden. Während des Sommers kann das Glanzkölbchen auch rausgestellt werden. Dafür ist es ab Ende Mai warm genug. 

Aphelandra sinclairiana

Bei guter Pflege erscheinen die Blüten mit großer Zuverlässigkeit.

Gießen und Düngen

Die Erde von Aphelandra sollte stets moderat feucht gehalten werden. Als Dschungelbewohner bevorzugt die krautige Pflanze Regenwasser oder weicheres Leitungswasser. Ist die Wasserhärte zu hoch, kann man Regenwasser untermischen. Der Gießrhythmus ist häufiges Gießen in geringeren Mengen. Als Dünger eignet sich ein Blüh- oder Zimmerpflanzendünger. Diesen sollte man in der Wachstumszeit im Sommer einmal in der Woche verabreichen.

Aphelandra sinclairiana

Verwelkte Aphelandra Blüten

Topf und Erde

Die Erde ist humos, locker und leicht sauer. In der Regel ist eine Standard-Pflanzerde gut geeignet. Als Topf dürfte eine Kombination aus Pflanz- und Übertopf zum Einsatz kommen. Beim Übertopf ist darauf zu achten, dass in ihm nicht das Wasser stehenbleibt. Das Umtopfen findet im Frühjahr statt. 

Aphelandra sinclairiana

Das breite, schwach geäderte Laubblatt der Aphelandra sinclairiana.

Schnitt und Überwinterung

Die Überwinterung muss früh erfolgen, damit die Pflanze nicht zu kalt wird. Ab spätestens Oktober solltet ihr das Glanzkölbchen reinstellen. Die Überwinterung endet im Mai, dann sollte auch die Blüte beginnen. 

Geschnitten werden kann die Pflanze nach der Blüte. Dann könnt ihr sie etwas zurückschneiden, wenn sie zu groß geworden ist oder nicht mehr schön aussieht. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

Literatur: Wolfgang Kawollek: Pflanzen für den Wintergarten, Stuttgart 2005

 

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Gruson-Gewächshäuser

Die Gruson-Gewächshäuser in Magdeburg – grüne Oase an der Elbe

Die Gruson-Gewächshäuser in Magdeburg gehören zu Unrecht zu den weniger bekannten exotischen Gärten in Deutschland. Die 13 Gewächshäuser bieten den Besuchern einen wunderschönen Überblick über die reiche Vielfalt der tropischen und subtropischen Pflanzenwelt. In diesem Beitrag möchte ich die Gruson Gewächshäuser vorstellen und euch praktische Besuchstipps geben. 

Gruson-Gewächshäuser

Große Monstera-Pflanzen geben dem Palmenhaus ein wunderbares Dschungel-Feeling.

Die Gruson-Gewächshäuser Magdeburg – bewegte Gartengeschichte

Die Gewächshäuser, die in Magedburg am Rande des Klosterbergegartens nahe der Elbe liegen, sind ein eher unbekanntes Ausflugsziel. Dennoch sollten sich Besucher der sachsen-anhaltinischen Hauptstadt das exotische Flair nicht entgehen lassen, das man in den Gruson-Gewächshäusern erleben kann. 

Gruson-Gewächshäuser

Eingangshalle und Palmenhaus der Gruson Gewächshäuser in Magedburg

Die Geschichte der Gewächshäuser ist bewegt. Sie gehen zurück auf die Sammlung exotischer Pflanzen, die von dem Industriellen Hermann August Gruson (1821 – 1895) ab den 1860er Jahren aufgebaut wurde. Mit seinem Schaffen als Pflanzensammler trug Gruson immerhin die im 19. Jahrhundert größte Kakteensammlung Europas zusammen. Auch Botaniker erkannten seine Leistung an. So wurde der bekannte Echinocactus grusonii -der auch als „Schwiegermuttersessel“ bezeichnet wird, nach Gruson benannt. 

Gruson-Gewächshäuser

Einer der schönsten Kakteen, der Echinocactus grusonii, wurden nach dem Gartengründer Herman Gruson benannt.

Gruson vermachte die Sammlung mit einem nennenswerten Geldbetrag an seine Heimatstadt Magdeburg, die die Verpflichtung übernahm, die Sammlung fortzuführen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Nach Zerstörungen im zweiten Weltkrieg und vielen Phasen der Renovierung ist die Anlage bestehend aus 12 Gewächshäusern seit 2010 vollständig saniert und als Schmuckstück im Süden der Magdeburger Innenstadt zugänglich. 

Gang durch die Gruson-Gewächshäuser

Ein Besuch beginnt mit dem Eintritt in das große, dominierende Palmenhaus, das das Herzstück der Anlage ist. Hier ist ein Baumwipfelpfad eine wunderbare Gelegenheit, die exotischen Baum- und Pflanzenriesen aus der Perspektive der Vögel zu bewundern. Dazu gehört auch eine mächtige Baumstrelitzie (Strelitzia nicolai), die bei Kennern genauso beliebt ist wie die bunte Schwester, die Strelitzia regina

Gruson-Gewächshäuser Baumstrelitzie

Sie gehört zu den höchsten Pflanzen, die man in den Gruson Gewächshäusern erleben kann – die Baumstrelitzie.

Das Kakteenhaus

Ein weiterer Höhehpunkt der Anlage ist das Kakteenhaus, das seltene und interessante Kakteen und Sukkulenten zeigt. Der Platz reicht kaum aus, um die große Zahl von Arten und Exemplaren zu zeigen. Natürlich gehört auch der Echinocactus grusonii zu den gezeigten Pflanzen. Das älteste Exemplar stammt sogar noch aus Grusons Lebzeiten. 

Gruson-Gewächshäuser

Hommage an den Kakteensammler Gruson – das Kakteenhaus.

Besonders beeindruckt haben mich seltene Aloenarten sowie eine mächtige Agave salminana, die im Deutschen als „Stark bewährte Agave“ bezeichnet wird. Typisch sind die breiten, stark gebogenen Blätter bei dieser Agavenart. 

Gruson-Gewächshäuser

Eine „Stark bewehrte Agave“ (Agave salminana var. ferox)

Der Wintergarten

Nomen est omen – im Wintergarten überwintern Kübelpflanzen, die im Sommer im zentralen Innenhof stehen. Hier begegnen den Besuchern Klassiker mediterraner Kübelpflanzen wie Zitrus oder Pelargonien aber auch subtropische Pflanzenschätze wie Hibiskus und die überaus schöne Jakobslilie. An diesem schönen, hellen und ruhigen Ort kann man -wenn man von der zuvor gesehenen Kakteen- und Sukkulentenvielfalt erschöpft ist- eine erste Pause einlegen. 

Gruson-Gewächshäuser

Der Wintergarten bietet Gelegenheit zu einer „Grünen Pause“.

Bromelien- und Orchideenhaus

Im Anschluss an den Wintergarten lassen sich zwei einzelne Häuser besichtigen, die mit den Orchideen und Bromelien -den Ananasgewächsen- zwei Pflanzengruppen thematisieren, die sich in besonderer Weise an Lebensräume angepasst haben. 

Gruson-Gewächshäuser

Eine Orchidee Vanda tricolor gehört zu den wunderschönen Bewohnern des Orchideenhauses.

Auch fleischfressende Pflanzen wie die bekannten Kannenpflanzen (Nepenthes) sind Teil der Sammlung im Bromelienhaus.  

Die Tropenhäuser

Ein kleines und ein großes Tropenhaus laden ein zu einer botanischen Reise in die tropische Flora der Regenwäler in Afrika, Südamerika und Asien. Auch tropische Nutzpflanzen gehören zum grünen Inventar in den beiden Tropenhäusern. Nicht nur Kaffeetrinker werden sich für die Kaffeesträucher interessieren und auch ein Kakaobaum zeigt sehr schön, wo und wie wichtige Lebens- und Genussmittel wachsen. 

Gruson-Gewächshäuser

Gang durch’s Tropenhaus

Im Sommer gehört im kleinen Tropenhaus in einem großen Wasserbecken eine Victoria-Seerose zu den besonderen Attraktionen der Gruson Gewächshäuser. 

Aquarium und Königin der Nacht-Haus

Das Dschungel-Feeling bleibt im benachbarten Aquarium mit seinen exotischen Fischen erhalten. Darunter sind auch die gefürchteten Piranhas sowie die farbenfrohen Malawi-Buntbarsche. Im Königin der Nacht-Haus werden neben dem berühmten Blütenkaktus weitere epiphytische oder halbepiphytische Pflanzen -also Aufsitzerplanzen- präsentiert. 

Das Mittelmeerhaus

Besonders angetan hat es mir das Mittelmeerhaus, das aber auch viele Pflanzen von den Kanarischen Inseln wie etwa die Kanaren-Glockenblume oder Natternköpfe zeigt. Zwergpalmen, Erdbeerbäume, Lorbeerpflanzen sowie der Drachenbaum gehören zu den mediterranen Bewohnern dieses schönen, mit seiner großen Dachfläche besonders hellen Gewächshauses. 

Gruson-Gewächshäuser

Blick in das Mittelmeerhaus

Das Farnhaus

Die Stimmung ändert sich, wenn man vom lichten Mittelmeerhaus mit seinem Kanaren-Feeling voller Licht in das etwas dunklere und feuchtere Farnhaus gelangt. Das tut der Schönheit der Atmosphäre keinen Abbruch, zeigt aber, wie unterschiedlich die Lebensräume auf der Erde sind. Farne gehören zu den ältesten Pflanzen überhaupt und bewohnen schon seit langem mild-feuchte Habitate. Die mächtigen Farnwedel, die im Magdeburger Farnhaus gezeigt werden, zeugen von der Anpassungsleistung der Farne. 

Gruson-Gewächshäuser

Im Farnhaus kann man nicht nur Farne sondern auch kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte erleben.

Praktische Informationen für den Besuch

Die Gruson-Gewächshäuser könnt ihr gut mit öffentlichen Nahverkehrsmitteln oder dem Auto erreichen. Die Adresse ist Schönebecker Str. 129b in 39104 Magdeburg. Geöffnet sind die Gewächshäuser Dienstags bis Sonntags zwischen 9.00 und 17.00 Uhr, also nur am Montag geschlossen. Für den Besuch sollte man mindestens drei Stunden einplanen. Der Eintritt ist mit 3,50 Euro für Erwachsene und 2,00 Euro bei Ermäßigungen sehr erschwinglich und in jedem Fall angemessen. 

Die schöne Website der Einrichtung, die vom Förderverein der Gewächshäuser, der Landeshauptstadt Magdeburg und  den Gruson-Gewächshäusern betrieben wird, gibt weitere Auskünfte und Informationen zu aktuellen Angeboten. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

 

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