Der Botanische Garten Potsdam

Der Botanische Garten Potsdam – Garten der Vielfalt im Park Sanssouci

Der Botanische Garten Potsdam mag für manche eine Überraschung sein – wenn man ihn nämlich bei einem Besuch in Sanssouci mitten im Schlosspark entdeckt. Dabei ist der Botanische Garten natürlich auch für sich genommen einen Besuch wert. In wunderschöner Umgebung zeigen liebevoll gestaltete Gewächshäuser und Freilandflächen eine erstaunliche pflanzliche Vielfalt. In diesem Gartenportrait stelle ich Euch den Garten und seine Gewächshäuser vor und gebe praktische Besuchstipps. 

Der Botanische Garten Potsdam

Clivienblüten begrüßen die Besucher im Palmenhaus.

Wissenswertes zum Potsdamer Botanischen Garten

Der Botanische Garten Potsdam -oder genauer: der Universität Potsdam- gehört nicht zu den ältesten Botanischen Gärten Deutsxchlands. Er wurde erst 1950 gegründet und entstand dafür aber als Teil der Pädagogischen Hochschule auf dem historischen Gelände der ehemaligen Hofgärtnerei im Schlosspark Sanssouci. Die Schauflächen des Gartens im Freiland sind mit 5 ha deutlich kleiner als etwa im Botanischen Garten Berlin, der nicht allzu weit entfernt ist. Dafür muss sich der Potsdamer Garten mit seinen 10.000 Pflanzenarten aber keineswegs verstecken. Mir hat vor allem die Übersichtlichkeit sehr gut gefallen, mit der die Pflanzen gerade in den Schaugewächshäusern präsentiert werden. 

Der Botanische Garten Potsdam

Gang durch das Palmenhaus

Der Vielfalt verschrieben

Die Vielzahl und Vielfalt der Pflanzen zu präsentieren und zu vermitteln – das ist dann auch die Mission des Gartens. Es gelingt den Potsdamer Botaniker hervorragend, in dichter Folge unterschiedliche Lebensräume für Pflanzen und die damit verbundene Vielfalt der Anpassungen zu zeigen. Die gezeigte Pflanzenvielfalt wird für vier Aufgabenbereiche genutzt, die heute zum Aufgabenspektrum botanischer Gärten gehören: 

  • Lehre und Bildung
  • Forschung
  • Naturschutz und
  • Erholung. 
Der Botanische Garten Potsam

Blick vom Ostasienquartier auf die Gewächshäuser

So werden auch Führungen angeboten, über die die Website des Gartens informiert. Man kann aber auch für andere Termine um eine Gartenführung bitten. Auch für Schulklassen gibt es mit dem „Grünen Klassenzimmer“ ein interessantes und anregendes Angebot. Auch für Konzerte und Ausstellungen werden die Gewächshäuser mitgenutzt, die den Garten zu einem lebendigen und wunderschönen Ort machen, Pflanzenvielfalt und Kultur zu erleben. 

Der Botanische Garten Potsdam – Vielfalt unter Glas

Der Garten liegt im Schlosspark Sanssouci in unmittelbarer Nachbarschaft zum Orangerieschloss, so dass sich Pflanzeninteressierte auf diese beiden Highlights im Park konzentrieren können. Der Garten liegt links und rechts der Maulbeerallee. Für die Freiflächen ist kein Eintritt zu entrichten. Aber auch 2 Euro Eintritt für die Gewächshäuser dürfte erschwinglich sein. 

Gang durch die Gewächshäuser

In insgesamt 10 Gewächshäusern zeigt der Botanischen Garten Potsdam eine große Zahl an Pflanzen in ihren recht unterschiedlichen tropischen und subtropischen Lebensräumen. Den Auftakt im Gewächshauskomplex mit seinen 10 Häusern macht das große Palmenhaus, das neben großen Palmen u.a. auch eine spannende Sammlung an Passionsblumen beherbergt. Die Häuser sind über einen Gewächshausverbinder erreichbar, in dem aber auch schöne Kübelpflanzen präsentiert werden. 

Der Botanische Garten Potsdam Passiflora

Eine Belots Passionsblume

Das Farnhaus

Die Üppigkeit des Farnhauses mit seinen urzeitlich wirkenden Farnen hat mir besonders gut gefallen. Besonders inspirierend sind die „Hängenden Farne von Potsdam“, die das üppige Grün der Farne hervorragend unterstreichen. 

Der Botanische Garten Potsdam

Hängende Farne im Potsdamer Farnhaus

Eine gute Auszeichnung der Pflanzen und viele Schautafeln helfen, die Vielfalt zu erfahren und das Zusammenspiel der pflanzlichen Evolution mit den jeweiligen Standorten besser zu verstehen. 

Der Botanische Garten Potsdam

Ein Gang im Farnhaus

Nach dem Farnhaus schließt sich das Orchideenhaus an, das aufgrund der besonderen Sensibilität der Orchideen allerdings nicht zugänglich ist. Dafür kann man vom Gewächshausverbinder aus einige der interessantesten Orchideen hinter Glas bewundern. 

Das Victoriahaus

Ein Höhepunkt des Besuches im Botanischen Garten Potsdam ist ohne Zweifel das große Victoriahaus. Hier blüht im Sommer die spektakuläre Riesen-Seerose Victoria cruziana. 

Der Botanische Garten Potsdam

Auch im Victoriahaus können die Besucher in dichter Folge eine wunderbare Pflanzenvielfalt entdecken.

Aber nicht nur Wasserpflanzen der Tropen, sondern auch Blütenpflanzen, die an Land oder in der Luft wachsen, gehören zum Bestand im Victoriahaus. Besonders angetan hat es mir der Hibiscus schizopetalus, der „Hängende Hibiskus“, der im Victoriahaus blüht. 

Der Botanische Garten Potsdam

Hibiscus schizopetalus

Passend zum Thema Wasserpflanzen schließt sich dann eine Aquarienhalle an, in der man eine schöne Vielfalt von Aquarienfischen präsentiert bekommt. 

Das Kakteenhaus

Der Reiz von Botanischen Gärten liegt auch darin, dass man sehr unterschiedliche Lebensräume erleben kann, ohne größere Entfernungen zurückzulegen. So zeigt auch der Botanische Garten Potsdam neben dem tropischen feuchten Victoriahaus das trocken-warme Kakteenhaus mit einer beeindruckenden Zahl an Sukkulenten und Kakteen. 

Der botanische Garten Potsdam

Kakteen und Sukkulenten zeigen ihre Anpassungsleistung an ganz trockene Klimate.

Gesnerien, Begonien und fleischfressende Pflanzen

Die tropischen Gesnerien und tropisch bis subtropischen Begonien prägen das Bild des anschließenden Begonienhauses, das eindeutig ein Dschungelfeeling entstehen lässt. 

Der Botanische Garten Potsdam

Blick ins Begonienhaus

Das Nutzpflanzenhaus

Wie sehr wir bei Nahrungs- und Genussmitteln und bei pflanzlichen Produkten als Grundstoffen für viele wichtige Materialien von den Pflanzen der Tropen abhängen, zeigt das Nutzpflanzenhaus in Potsdam. 

Der Botanische Garten Potsdam

Blick ins Nutzpflanzenhaus

Zu den hier zu entdeckenden Nutzpflanzen gehören unter anderem Kaffee, Kakao, Zuckerrohr, Baumwolle, Maniok und die Guave. 

Das Epiphytenhaus

Im abschließenden Epiphytenhaus kann man erleben wie Tillandsien und andere Aufsitzerpflanzen den Luftraum erobert haben, ohne fliegen zu können. 

Der Botanische Garten Potsdam

Herrscher luftiger Höhen – Tillandsien im Potsdamer Epiphytenhaus

Die Freilandpflanzungen

Nach soviel Pflanzenvielfalt in den Gewächshäusern laden der Botanische Garten Potsdam und seine Freilandpflanzungen zu schönen und interessanten Spaziergängen ein. Direkt im Anschluss an die Gewächshäuser zeigt u.a. das Ostasienquartier im Frühjahr bunt blühende Azaleen. Es schließen sich ein Arboretum mit Laub- und Nadelbäumen und eher schattige Primel- und Farnquartiere an. In der morphologischen Abteilung werden die Vielfalt der verschiedenen Pflanzenteile Blätter, Wurzeln, Sprosse, Blüten und Früchte dargestellt. Weiter zeigt die Nutzgartenabteilung Heil- und Nahrungspflanzen ebenso wie Pflanzen, die dem Würzen dienen. Auch ein Bauerngarten, geschützte Pflanzen und Kübelpflanzen finden die Besucher südlich der Maulbeerallee. 

Der Botanische Garten Potsdam

Dramatischer Skulpturenschmuck im Stibadium, das sich im Zentrum des Freilandgeländes im Botanischen Garten Potsdam befindet.

Auf der nördlichen Seite des Botanischen Gartens ist der Garten ganz im Stil des ihn umgebenden Schlosspark Sanssouci ein englischer Landschaftsgarten. Dieser zeigt aber vor allem bestimmte Landschaftsformen und ihre Pflanzengemeinschaften. Auch ein Heidegarten und ein Teich mit Sumpf- und Wasserpflanzen gehören zu den Landschaften und Pflanzengemeinschaften. Schließlich kommen auch Architekturliebhaber auf ihre Kosten. Im Zentrum des nördlichen Teils des Gartens steht ganz im Stil des „Preußischen Arkadiens“ das Atrium oder Stibadium, das von Ludwig Persius geplant wurde. 

Der Botanische Garten Potsdam – praktische Informationen

Der Garten ist täglich bis auf Sylvester, Neujahr und Heiligabend geöffnet. Im Sommerhalbjahr von April bis September kann er von 9.30 bis 17 Uhr, im Winter bis 16 Uhr besucht werden. Die Freilandanlagen öffnen ganzjährig bereits um 8 Uhr. Die Adresse des Gartens lautet Maulbeerallee 2, 14469 Potsdam. Weitere praktische und botanische Informationen findet ihr auf der schönen Website des Gartens.  

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

Quelle: Faltblatt „Botanischer Garten der Universität Potsdam- Vielfalt der Pflanzenwelt“

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Schlosspark Sanssouci

Der Schlosspark Sanssouci – mediterrane Pflanzen in Preußens Arkadien

Das Schloss und der Schlosspark Sanssouci gehören zu Deutschlands populärsten Kulturdenkmälern. Für mich ist der Schlosspark ein Meisterwerk der Gartenkunst und Gartengestaltung. Da auch die preußischen Könige schon von Italien geträumt haben, gibt es viele mediterrane Pflanzen und mediterranes Flair zu entdecken. Mein Garten-Reisebericht soll euch inspirieren und mit praktischen Informationen für euren Besuch im Schlosspark Sanssouci helfen.

Schlosspark Sanssouci

Skulpturenschmuck am Fuße der Weinbergterrassen im Schlosspark Sanssouci

Wissenswertes zum Schloss und Schlosspark Sanssouci

Das zum Weltkulturerbe der UNO gehörende Schloss und der Schlosspark Sanssouci sind ohne Zweifel eine der bekanntesten und populärsten Schloßanlagen der Hohenzollerndynastie. Auch wenn gelegentlich die Bezeichnung „Preußisches Versailles“ verwendet wird, ist das Ensemble aus dem Schloss, dem weitläufigen Park und vielen dekorativen und ergänzenden Gebäuden und Objekten nicht ganz so prunkvoll und absolutistisch wie das französische Königsschloss Ludwig des XIV. Vielmehr zeigt ein wenig Beschäftigung mit dem ersten Schlossherrn von Sanssouci, Friedrich II. -„dem Großen“- von Preußen, dass in Sanssouci ab 1744 die Sommerresidenz eines feinsinnigen, der Aufklärung zugeneigten Monarchen geschaffen wurde. Glücklicher Weise haben auch Nachfolger des „Alten Fritz“ diese Ästhetik und einen eher zurückhaltenden, dafür aber umso kunstvolleren Stil umgesetzt. 

Schlosspark Sanssouci

Sans Souci – ohne Sorgen

In den vielen Glanzpunkten von Architektur und Kunst im Schlosspark Sanssouci ist doch ein Thema und Motiv durchgehend: Der Bezug auf die römische Antike und Kunst und Kultur Italiens. Für Pflanzenfreunde und Liebhaber der Gartenkultur bedeutet das viele herrliche Ein- und Durchblicke und in den Sommermonaten mediterrane Flora in wunderbarer Hülle und Fülle. Interessant zu sehen ist auch, wie die Gärtner von Sanssouci die Pflege und Überwinterung so vieler mediterraner Pflanzen bewältigen. 

Feigen und Wein – die Weinbergterrassen von Sanssouci

Bereits 1715 hatte Friedrich Wilhelm I., der Vater von Friedrich, dem II., den Marylgarten als ersten Abschnitt des heutigen Schlosspark Sanssouci angelegt. Berühmt wurden aber die Weinbergterrassen, die im August 1744 von Friedrich II. in Auftrag gegeben wurden. Sie wurden neben dem Namen des Schlosses das Markenzeichen von Sanssouci.

Schlosspark Sanssouci

Blick auf die Weinbergterrassen von Sanssouci

Die Weinbergterrassen bestehen aus sechs Terrassenflächen und einer zentralen Treppe, die zum Schloss hinaufführt. Ungewöhnlich für das Rokoko als Kunstepoche war, das Friedrich der II. mit den Terrassen sowohl einen Zier- als auch einen Nutzgarten anlegte. Neben den  Weinreben, die den Terrassen ihren Namen geben, pflanzte Friedrich in Nischen der Terrassenstufen Feigenbäume, die noch heute mit Glasfenstern vor der Kälte der Brandenburgischen Winter geschützt werden. So hat jeder Feigenbaum sein eigenes Gewächshaus. 

Schlosspark Sanssouci

Feigen hinter Glas – Schutz vor preußischen Wintern

Dieser sehr effektive Schutz ermöglicht einen frühen Austrieb der Feigenbäume -mein Foto entstand Anfang Mai- und damit gute Aussicht auf Fruchterfolg. Im späten Frühjahr nach den Eisheiligen Mitte Mai werden noch weitere exotische Bäume, wie etwa Orangen und Pomeranzen, auf den Terrassen platziert und bieten somit ein Eldorado für Freunde mediterranen Obsts. 

Der Sizilianische Garten

Geht man von den Höhen der Weinbergterrassen wieder herunter in den Lustgarten öffnet sich von dort die Hauptallee von Sanssouci, die wie ein „begehbares Bilderbuch“ bis zum Neuen Palais beschritten werden kann. Nach den Neuen Kammern, die direkt neben dem Schloss liegt, kann man von der Hauptallee als nächstes den Sizilianischen Garten erreichen. Dieser wurde von Peter Joseph Lenné in den 1860er Jahren geplant. Aus dieser Zeit stammen auch die Skulpturen, die natürlich Motive der griechischen und römischen Antike sind. 

Schlosspark Sanssouci

Der Sizialinische Garten im Schlosspark Sanssouci

Für Pflanzeninteressierte hält der Sizilianische Garten in den Sommermonaten neben dem sternförmig angelegten zentralen Blumenbeet viele Kübelpflanzen wie etwa große Yucca oder Granatapfelbäume bereit. Von oberhalb gelegenen Nordischen Garten zeigt sich noch ein weiteres typisch italienisches Element im Sizialinischen Garten: Ein Pergolen-Umlauf, der mit Buchen bewachsen im Sommer Schatten spendet. 

Park Sanssouci

Sizilianischer Garten – Pergola und sternförmiges Blumenarrangement

Das Orangerieschloss

Mehr als ein schlichtes Domizil für Orangen, Zitronen und Palmen ist -wie der Name bereits deutlich macht- das Orangerieschloss. Es wird nach kurzer Wegstrecke entlang der Hauptallee erreicht. Das Schloss thront hoch auf dem Höhenzug, der den Schlosspark Sanssouci nach Norden hin abschließt. Bevor man dort hinaufsteigt, kann man dem „Alten Fritz“ seine Aufwartung machen. 

Schlosspark Sanssouci

Friedrich „der Grüne“ – Monarch mit Faible für nützliche und exotische Pflanzen

Sein Standbild liegt am Fuße der Orangerieanlage, die über mächtige Treppen und die Maulbeerallee zum Orangerieschloss hinaufführt. 

Schlosspark Sanssouci

Einheit von Landschaft und Architektur – das Orangerieschloss von Sanssouci

Auf dem Weg treppauf zum Schloss wird man von Blauregen, Mosaiken und einem großen Bassin auf den italienischen Stil des unter Friedrich Wilhelm IV. errichteten Orangerieschloss eingestimmt. 

Sanssouci

Blauregen (Wisteria) rankt vor dem Potsdamer Orangerieschloss.

Oben angekommen, erkennt der Benutzer die Ausmaße des imposanten, zweiflügeligen Orangerieschlosses, vor dem zentral eine Statue seines Erbauers, Friedrich Wilhelm IV., platziert ist. Stilvoll umgeben ist er von Kübelpflanzen wie Lorbeer oder Zwergpalmen (Chamaerops humilis). 

Schlosspark Sanssouci

Vor dem Orangerieschloss

Ein besonderer Höhepunkt meines Besuchs im Orangerieschloss war eine blühende Speerblume, die im Atrium des Schlosses aufgestellt war. Schöner kann man diese einzigartige Sukkulente nicht präsentieren. 

Schlosspark Sanssouci

Exotische Pflanzen im edlen Ambiente – eine Speerblume im Atrium des Orangerieschloss Sanssouci

Der mittlere Teil des Schlosses enthält repräsentative Räume wie den berühmten Rafaelsaal enthält. Dagegen dienten die beiden langgezogenen Flügel als Pflanzenhallen der Überwinterung von Orangen und Palmen. Heute wird noch der westliche Flügel als Orangerie genutzt. 

Schlosspark Sanssouci

Genug Licht für mediterrane Pflanzen – die Pflanzenhalle im Orangerieschloss

Orangenbäume, Pomeranzen, Phoenixpalmen und viele weitere frostempfindliche Pflanzen finden hier von Oktober bis Anfang Mai ein ideales Winterquartier. Die nach Süden ausgerichteten Fenster lassen für die in der Halle herrschenden kühlen Temperaturen die nötige Lichtmenge durch. So sind die nach Größe gestaffelt aufgestellten Pflanzen während ihrer Winterruhe ausreichend mit Licht versorgt. 

Schlosspark Sanssouci

Orangenbäume in der Orangerie von Sanssouci

Den Platz direkt am Fenster erhalten die niedrigsten Pflanzen, die afrikanischen Schmucklilien der Gattung Agapanthus. 

Schlosspark Sanssouci

Die großen Fenster der Pflanzenhallen im Orangerieschloss Sanssouci. 

Ein Garten im Garten – der Botanischer Garten der Uni Potsdam

Eine Überraschung kann es nach dem Besuch des Orangerieschloss geben. Geht man weiter in Richtung Neues Palais, gelangt man zum Botanischen Garten der Universität Potsam. Dieser liegt an der Maulbeerallee und hat einiges zu bieten. Auch wenn er nicht auf der Liste der Top-Sehenswürdigkeiten im Schlosspark Sanssouci steht, kommen hier Pflanzenenthusiasten eindeutig auf ihre Kosten. 

Schlosspark Sanssouci

Dramatischer Skulpturenschmuck im Stibadium im Paradiesgarten von Sanssouci.

Die Außenanlage des Botanischen Gartens ist der Paradiesgarten von Sanssouci, der auch das Arboretum des Botanischen Gartens zeigt. Im Zentrum des Paradiesgarten steht das Stibadium oder Atrium, eine eher kleines Gebäude im Stil eines römischen Tempels. Glasvasen und dramatischer Skulpturenschmuck machen das hübsche Gebäude zu einem von zahlreichen architektonischen Kleinoden im Schlosspark Sanssouci. 

Schloss Charlottenhof

Ein etwas weiterer Weg führt in den Süden des Schlossparks Sanssouci zum Schloss Charlottenhof. Das Gebäude ist ein Umbau eines kleineren Gebäudes, der vom bekannten preußischen Baumeister Schinkel durchgeführt wurde. Auch in Charlottenhof spielte die Sehnsucht nach Italien eine Rolle, ist das Schloss doch einer Römischen Villa nachempfunden. Hier lebte der Kronprinz Friedrich Wilhelm, der später der König Friedrich Wilhelm IV. wurde. 

Schlosspark Sanssouci

Schloss Charlottenhof

Zum Garten hin zeigt das Schloss viele Elemente klassizistischer Gebäude. Eine Pergola und Skulpturenschmuck sind ebenso wie ein Teich und Brunnen Elemente einer römischen Sommervilla. 

Schlosspark Sanssouci

Pergola und Skulpturenschmuck in Schloss Charlottenhof

Der das Schloss umgebende Park gilt als Meilenstein der Gartenkunst, wurden doch von den Gartenarchitekten Sello und Lenné formale italienische Gestaltungselemente mit der Landschaft verbunden, so dass auch hier der berühmte Eindruck eines Preußischen Arkadiens entstand. 

Römische Bäder

In Blickweite von Schloss Charlottenhof liegen die Römischen Bäder als weitere Reminiszenz an die klassisch römische Antike im Schlosspark Sanssouci. 

Schlosspark Sanssouci

Blick auf die Römischen Bäder

Römische Bäder

Ebenfalls von Schinkel stammen die Römischen Bäder, der wiederum vom Italienverehrer Friedrich Wilhelm IV. beauftragt wurde. Auch hier stand die römische Antike Pate, indem Elemente einer römischen Villa mit Thermen und Gartenanlagen kombiniert wurden. 

Schlosspark Sanssouci

Die Römischen Bäder im Schlosspark Sanssouci

Ein üppiger Garten umgibt auch die Römischen Bäder, die mit vielen Details wie etwa Mosaiken ein „Italien in Potsdam“ erstehen lassen. 

Praktische Besucherinformationen

Die schönste Zeit, den Schlosspark Sanssouci zu besuchen, ist ohne Zweifel der Frühsommer. Dann sind alle mediterranen Pflanzen aus dem Orangerieschloss und den Gewächshäusern ausgeräumt. Das Laub der zahlreichen Laubbäume ist frisch und leuchtet hellgrün. Außerdem ist der Besucherandrang im Frühsommer noch nicht ganz so hoch wie in den Sommerferien. Dann kommen Gäste aus aller Herren Ländern nach Potsdam und die Zahl der Besucher wächst. 

Schlosspark Sanssouci

Wunderschönes Ergebnis der „China-Mode“ des Rokoko – das „Chinesische Teehaus“ im Schlosspark Sanssouci

Die Öffnungszeiten des Park sind von 8 Uhr bis Sonnenuntergang, im Frühjahr und Sommer also ca. bis gegen 20 Uhr. Der Eintritt ist frei, doch sollte man an den aufgestellten Automaten einen freiwilligen Eintritt von 2 Euro entrichten. Dafür bekommt man einen übersichtlich gestalteten Plan des Parks, der für den Besuch sehr hilfreich ist. Weitere Details zum Besuch können auf der informativen Website der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg nachgelesen werden. 

Text und Fotos: Dr. Dominik Große Holtforth

 


Orangerie Schönbrunn

Die Orangerie Schönbrunn – Pflanzenparadies im Sommer und Winter

Die Orangerie Schönbrunn gehört unbedingt zum Besuchsprogramm, wenn man das berühmte Schloss und den Park in Schönbrunn bei Wien besucht. Nicht nur, dass man ein wunderschönes Orangeriegebäude und herrliche Pflanzen bestaunen kann. Besonders interessant ist ein Besuch in der Orangerie Schönbrunn, da man etwas über die Jahrhunderte alte Überwinterungspraxis erfährt, die in Schönbrunn bis heute praktiziert wird. 

Orangerie Schönbrunn

Unendliche Pflanzenweiten – Blick in den Pflanzenbestand der Orangerie Schönbrunn

Wissenswertes zur Orangerie Schönbrunn

Die Geschichte der Orangerie Schönbrunn ist typisch für die Repräsentationskunst des Barock und Rokoko an europäischen Höfen. Zitruspflanzen begannen in der Renaissance von Süditalien und der iberischen Halbinsel aus ihren Siegeszug durch Europa. Im Barock und Rokoko entwickelten Sie sich zum begehrten Sammlerobjekt europäischer Fürsten. 

Herkules und die Goldenen Äpfel der Hesperiden

Denen ging es nicht nur um die botanischen Schön- Besonderheiten der Pflanzen. Die Symbolkraft der Orangen und Zitronen war es vor allem, die die Pflanzen zum Sammlerobjekt machte. Schließlich kam es zum „Orangenfieber“, in dessen Höhepunkt August der Starke von Sachsen -der Überlieferung nach- über 5.000 Orangenbäume sein Eigen nennen konnte. Aber was machte die Pflanzen so begehrenswert? 

Orangerie Schönbrunn

Begehrtes Sammlerobjekt barocker Fürsten – Orangen, die „Goldenen Äpfel der Hesperiden“.

Es war eine Geschichte aus der griechisch/römischen Mythologie. Der Held Herkules -so die Sage- musste im Rahmen seiner zwölf Prüfungen auch die „Goldenen Äpfel der Hesperiden“ stehlen. Wer die „Goldenen Äpfel“, also die Pomeranzen und Orangen besaß, konnte sich mit Herkules vergleichen. Darüber hinaus faszinierte damals schon die Botanik der Zitruspflanzen. Ein Obstbaum, der gleichzeitig Früchte trug und blühte, das schien übernatürlich. Ein Fürst oder eine Fürstin, die solche wundersamen Pflanzen besaßen, konnten sich als Bezwinger der Natur feiern lassen – ganz im Sinne der Gartenkultur des Barock. 

Orangerie Schönbrunn

So prachtvoll überwintern Pflanzen in der Schönbrunner Orangerie.

Die Überwinterung – von Holz- zu Steinorangerien

Doch auch die mächtigen Fürsten des Barock und Rokoko konnten nicht ignorieren, das Zitruspflanzen im frostigen europäischen Winter geschützt werden müssen. Die ersten „Pomeranzenhäuser“ waren Holzbauten, die im Herbst auf- und im Frühjahr wieder aufgebaut wurden. Auch an den Habsburger Schlössern in Wien, der Hofburg im Zentrum der Stadt und dem Schloss Schönbrunn als Sommersitz der Habsburger Familie, wurden verschiedene Formen der Überwinterung praktiziert. Die Kultivierung und Überwinterung empfindlicher mediterraner Pflanzen begann im frühen 18. Jahrhundert.

Orangerie Schönbrunn

Agapanthus, Steineibe und Lorbeer genießen ihren Fensterplatz in der Orangerie.

Die Orangerie Schönbrunn wurde unter Kaiserin Maria Theresia Mitte des 18. Jahrhunderts errichtet. Ihre Sammlung, die Pflanzensammlung der Habsburger, hatte ihren Ursprung in Pflanzenlieferungen aus Süditalien und dem Osmanischen Reich und wurde sukzessive erweitert. Grund genug, für ausreichend Platz zu sorgen. So wurde die Schönbrunner Orangerie als die zweitgrößte Orangerie Europas nach der Orangerie Versailles schnell über die Stadtgrenzen Wiens hinaus berühmt. Aber nicht nur die Größe der Gebäude, sondern auch die Sammelleidenschaft der Habsburger Herrscher begründete den Ruhm der Orangerie Schönbrunn. Die Pflanzensammlungen wurden bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts erweitert. Viele Sammelreisen und Expeditionen lieferten Pflanzen nach Schönbrunn. 

Orangerie Schönbrunn

Ein Platz in der Sonne – in der Orangerie Schönbrunn

Mediterrane Pflanzen überwintern – das Vermächtnis der Orangerie

Ein Besuch der Orangerie Schönbrunn lohnt sich nicht nur wegen der hier präsentierten Pflanzen und der schönen Gebäude. Besitzerinnen und Besitzer mediterraner Pflanzen können hier viel über die Überwinterungspraxis erfahren, die heute ca. 300 Jahre Pflanzen- und Überwinterungserfahrung zusammenfasst. Im Zentrum steht die Versorgung der Pflanzen mit Wärme und mit Licht.

Die Orangerie – Schutzraum für Pflanzen

Auffällig und typisch sind die großen nach Südwesten ausgerichteten Fenster. Sie versorgen die Pflanzen mit auch im Winter ausreichendem Licht. Allerdings sind die Lichtverhältnisse nur dann ausreichend oder besser artgerecht, wenn sie auch zu den gebotenen Temperaturen passen. Aber wie konnte man im 18. Jahrhundert ein 185 Meter langes und 10 Meter breites Gebäude beheizen? Die Lösung war und ist bis heute eine Hypokaustenheizung. Diese funktioniert wie eine römische Kanalheizung, bei der warme Luft über ein Kanalsystem verteilt wird und den Ziegelboden erwärmt. So bietet die Orangerie Schönbrunn den Pflanzen mit Hilfe dieser Fußbodenheizung eine durchschnittliche Temperatur von ca. 10° C. Dieser Wert ist ideal für die eingeschränkten Lichtverhältnisse im Winter, denn er versetzt die Pflanzen in eine schonende Winterruhe. 

Orangerie Schönbrunn

Die gestaffelte Aufstellung der Pflanzen versorgt alle mit Licht.

Das A und O – die Pflanzenaufstellung in der Orangerie

Aber nicht nur die Ausrichtung des Gebäudes zum lichtstarken Südwesten, die großen Fenster sowie die Heizung sorgen für den Überwinterungserfolg. Auch die Aufstellung der Pflanzen in der Orangerie trägt dazu bei, dass die Pflanzen im Frühjahr gut aussehen. Je näher eine Pflanze am Fenster steht, umso mehr Lichtenergie bekommt sie. Pflanzen mit großer Lauboberfläche müssen näher am Fenster, am Licht stehen als Pflanzen mit wenig Laub. Weiter spielt natürlich auch die Größe der Pflanzen eine Rolle: In der ersten Reihe am Fenster stehen kleinere Pflanzen, in der hinteren Reihe werden Pflanzen auf Hocker gestellt und so erhöht. Schließlich leistet auch das weiß gestrichene Gewölbe einen Beitrag zur Lichtversorgung, da es mit seiner Wölbung Licht von vorne nach hinten reflektiert.

Orangerie Schönbrunn

Im späten Winter bilden die Kamelien ein Blütenmeer unter Palmwedeln.

Die Pflanzen der Orangerie Schönbrunn 

Bei soviel Überwinterungskunst dürfen die Hauptdarsteller in der Orangerie Schönbrunn nicht zu kurz kommen: die Pflanzen. Diese lassen sich in drei Gruppen einteilen: 

Historische Orangeriepflanzen aus dem Mittelmeerraum

Unter den ältesten Pflanzen verdient die Brautmyrte Maria Theresias besondere Aufmerksamkeit. Auch andere Klassiker mediterraner Pflanzen sind schon lange Gäste in der Orangerie Schönbrunn: Olivenbäume, Feigenbäume sowie die zu Kugeln geschnittenen Lorbeerbäume. Auch blühende Kübelpflanzen gehören zu den ältesten Bewohnern. Oleander, Granatäpfel und die Schmucklilien der Gattung Agapanthus sind langjährige Gäste der Orangerie. Die Hauptdarsteller einer Orangerie – also die Zitruspflanzen- sind übrigens nur im Sommer im Orangeriegarten zu bewundern. Im Winter werden sie in in der Nähe befindlichen Gewächshäusern untergebracht. 

Orangerie Schönbrunn

Auch die hübsche Myrte, gehört zum Pflanzenbestand der Orangerie Schönbrunn.

Exotische subtropische Pflanzen

Eine weitere Gruppe bilden Pflanzen aus den Subtropen, die zum Teil recht selten sind. Diesen Seltenheitswert kann man den bekannten und beliebten Yucca oder den großen Engelstrompeten zunächst nicht bescheinigen. Aber Gewürznelkenbäume, die Keulenlilie (Cordyline), den Macadamia- und den Eisenholzbaum sieht man nicht unbedingt in jedem Schlosspark. Besonders selten ist die aus Japan und China stammende Steineibe (Podocarpus macrophyllus), die ebenfalls zum Bestand subtropischer Pflanzen in Schönbrunn zählt. 

Orangerie Schönbrunn

Die großblättrige Steineibe

Die Obstorangerie

Schließlich ist noch die Obstorangerie Teil des Orangeriegartens. Hier werden alte Obstsorten Österreichs kultiviert und damit erhalten. Zum Bestand gehören Tafel- und Hausäpfel wie etwa der Brünnerling, der Winterkalvill, der Generalsapfel oder die Steierische Schafsnase. 

Praktische Informationen zum Besuch der Orangerie Schönbrunn

Die Orangerie und der Orangeriegarten sind wie das Schloss Schönbrunn Besuchermagnet. Für pflanzenbegeisterte Besucher bietet es sich an, die Orangerie zusammen mit dem Botanischen Garten Schönbrunn zu besuchen, der sich ebenfalls im Schlosspark befindet. Zwar braucht man für die Orangerie eine separate Eintrittskarte, der Preis ist aber erschwinglich. 

Die Öffnungszeiten sind meistens von 9 bis 17 Uhr, im Hochsommer sind sie etwas länger, im Winter etwas kürzer. Der Orangeriegarten, Kronprinzengarten und der Irrgarten sind von 2. November bis Mitte März geschlossen. Entscheidend für den Besuch ist sicher, ob die Pflanzen ein- oder ausgeräumt sind. In den Winter- und frühen Frühlingsmonaten kann man die Pflanzen in der Orangerie sehen und erlebt so die Orangerie „in Aktion“. Ab ca. Mai sind auch die Zitruspflanzen draußen zu bewundern, sie werden im benachbarten Kronprinzengarten präsentiert. Hier lohnt sich ein Besuch ganz besonders. Alljährlicher Höhepunkt sind die Winter Zitrustage, die in der Regel im letzten Maidrittel von der Österreichischen Gartenbau-Gesellschaft veranstaltet werden. Sie zeigen nicht nur den großen Bestand an Zitruspflanzen sondern bieten mit einem interessanten Rahmenprogramm auch 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

Quelle

Faltblatt der Österreichischen Bundesgärten/Ministerium für ein lebenswertes Österreich zur Orangerie Schönbrunn. 

 

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Garten Schönbrunn

Der Botanische Garten Schönbrunn – Pflanzenpaläste im Garten der Kaiser

Der Botanische Garten Schönbrunn sollte unbedingt zum Besuchsprogramm gehören, wenn man nach Wien fährt und die Schönbrunner Schlossanlage besichtigt. In diesem Beitrag möchte ich den Garten Schönbrunn mit seinen wichtigsten Gewächshäusern vorstellen und damit Inspirationen für einen Besuch geben. Zum Ende des Beitrags findet ihr natürlich auch praktische Tipps für einen Besuch. 

Garten Schönbrunn

Ein Palazzo für Pflanzen – das Palmenhaus von Schönbrunn

Der Botanische Garten Schönbrunn – Geschichte und Hintergrund

Wer im Rahmen eines Wienbesuchs nach Schönbrunn fährt, kann dort das Schloss Schönbrunn selbst, den Schlosspark, den Tiergarten oder die Gloriette besichtigen. Neben diesen prominenten Sehenswürdigkeiten stehen die Schönbrunner Gärten in den Reiseführern etwas am Rand. Die Bezeichnung „Botanischer Garten Schönbrunn“ findet sich nicht durchgehend, aber immer wieder. Dieser Garten in Schönbrunn ist dabei weniger eine zusammenhängende Gartenanlage -wie etwa beim Botanischen Garten München– als vielmehr ein Teil des Schlossparks in Schönbrunn. Dennoch verdient die beeindruckende Pflanzensammlung mit ihren Gewächs- und Pflanzenhäuser die Bezeichnung „Botanischer Garten“, nicht zuletzt wegen der fast durchgehenden Beschriftung der Pflanzen. In Schönbrunn könnt ihr also nicht nur die Schönheit der Pflanzen erleben, sondern auch viel über exotische und mediterrane Pflanzen erfahren und lernen. 

Garten Schönbrunn

Willkommen im Dschungel – ein Blick in das verwunschen wirkende Palmenhaus.

Bewegte Geschichte

Der Garten Schönbrunn ist natürlich sehr eng mit der Geschichte des Hauses Habsburg verbunden. Habsburger Kaiser haben Pflanzen gesammelt und durch den Bau von Gewächs- und Pflanzenhäusern für die sichere Unterbringung in den eher kalten Wiener Wintern gesorgt. Erster Vorläufer war ein Gemüse-, Obst- und Blumengarten, den Kaiser Franz I., Gemahl der Habsburger Herrscherin Maria Theresia, im Schönbrunner Schlosspark im 18. Jahrhundert errichten ließ. Da viele Pflanzen aus Holland stammten, entwickelte sich der Garten unter Kaiser Joseph II. -dem Sohn Maria Theresias- und Kaiser Franz II. bzw. I. -dem römisch-deutschen und österreichischen (Doppel-)Kaiser- im 19. Jahrhundert zum „Hollandisch-Botanischen Garten“. Auch ein Arboretum, also eine Sammlung von Gehölzen aus fremden Ländern wurde errichtet. Schließlich umfasste die Pflanzensammlung um die Wende ins 19. Jahrhundert ca. 4.000 unterschiedliche Pflanzen. 

Garten Schönbrunn

Der Kamelienpfad Im Kalthausteil des Schönbrunner Palmenhaus

Die Entstehung des Palmenhaus – Herzstück des Botanischen Gartens Schönbrunn

Aber auch im Botanischen Garten Schönbrunn zeigte sich der fundamentale Wandel der Gartenkultur im 19. Jahrhundert. In der Gestaltung der Gärten wurde der formal-verspielte Barock- bzw. Rokoko-Garten vom offeneren Englischen Landschaftsgarten abgelöst, gleichzeitig ging das Zeitalter der Orangerien zu Ende. Noch exotischere Pflanzen als Zitronen- und Orangenbäume wurden nun aus fernen Ländern nach Europa und auch nach Österreich gebracht, die Ära der Palmenhäuser begann.  Das Schönbrunner Palmenhaus, das Herzstück des „Palmenhaus-“ oder Botanischen Garten Schönbrunn, entstand schließlich 1882 und war damals das größte Glashaus der Welt.

Seine Größe, die heute in Europa nur vom Palmenhaus in Kew Gardens in London übertroffen wird, beträgt über 3.200 Quadratmeter. An der höchsten Stelle ist das Palmenhaus 25 Meter hoch, was mit der berühmten Maria-Theresien-Palme zu mehreren Höhenrekorden europäischer Palmen einlud.  Im Krieg von Bomben getroffen und in den 80er Jahren grundlegend renoviert, zeigt sich das Palmenhaus heute als wunderschönes Glas-Gewächshaus und beherbergt weit über 4.000 Pflanzen. 

Garten Schönbrunn

Zwischen Farnen, Baumfarnen und Azaleen lädt diese Bank zur „Botanischen Pause“ ein.

Drei „Welten“ unter einem Dach – das Palmenhaus

Botanische Gärten mit ihren aufwändigen Gewächshäusern zeigen nicht nur schön blühende Pflanzen. Vielmehr vermitteln sie in erster Linie einen Eindruck von der Vielfalt der Pflanzenwelt, die sich an unterschiedliche klimatische Bedingungen angepasst hat. Das gelingt auch im Botanischen Garten Schönbrunn hervorragend. Allein das Palmenhaus zeigt drei Klimazonen mit dazugehörigen Pflanzen. Der größte und mittlere Teil des Hauses ist der temperierten Klimazone gewidmet, zu der mediterrane und subtropische Pflanzen gehören. Zwei kleinere Bereiche an den beiden Enden des Palmenhauses sind das Tropenhaus und das sub-antarktische Kalthaus (was aber bei weitem nicht so kalt ist, wie es sich anhört.)

Garten Schönbrunn

Kein Palmenhaus ohne Palmen – eine üppige Zwerpalme (Botanisch: Chamaerops humilis var. arborescens)

Die Kontruktion

Nicht nur Pflanzenfreunde kommen im Palmenhaus auf Ihre Kosten. Die beeindruckende Konstruktion aus Gusseisen und Glas ist auch für bauhistorisch oder technisch interessierte Besucher bemerkenswert. Die reiche Ausstattung mit Galerien, Wendeltreppen und Zierelementen macht das Palmenhaus auch zu einem Baudenkmal erster Güte. 

Garten Schönbrunn

Wendeltreppe im Palmenhaus

Pflanzen im Palmenhaus

Bei der großen Zahl an Pflanzenarten, die im Schönbrunner Palmenhaus präsentiert werden, fällt es schwer, einen  Überblick herzustellen. Höchste Palme ist aktuell eine chinesische Schirmpalme (Livistonia chinensis), die im Zentrum des Palmenhaus wächst. Sie wird begleitet von zahlreichen anderen Palmenarten wie etwa Hanf- oder Zwerpalmen. Aber auch Vertreter der australischen Flora wie der Trauer-Zylinderputzer (Callistemon viminalis) gehören zum Pflanzenbestand. Die große Solanumfamilie ist durch die Baumtomate oder Tamarillo (Solanum betaceum) vertreten. Natürlich muss sich im großen Palmenhaus auch der Blick nach oben richten. Dort sieht man etwa die großen Blätter des „Baumes der Reisenden“ oder herabhängende Tillandsien, die als Epiphyten Wasser und Nährstoffe aus der Luft beziehen. 

Botanischer Garten Schönbrunn

Tillandsien im temperierten Teil des Schönbrunner Palmenhauses

Wer im Tropenhaus vom Dschungel träumt, mag plötzlich erschrocken sein, wenn er von einem indianischen Krieger angeschaut wird. Aber keine Angst, es handelt sich keineswegs um einen Amazonas-Indianer mit gefährlichen Blasrohrpfeilen. Die Gartengestalter haben lediglich eine lebendig wirkende Skulptur sehr geschickt ins Unterholz platziert. 

Botanischer Garten Schönbrunn

Der tut nichts – eine sehr lebensnahe Indianerskulptur im Tropenhaus

Während das Tropenhaus von Blattpflanzen wie Colocasia oder Alocasia geprägt ist, ist das Kalthaus Heimat von Farnen, Baumfarnen, Kamelien und Azaleen. Gerade die Baumfarne und Farne sind typisch für die Flora Neuseelands, was dem im Kalthaus herrschenden Klima auch den Beinamen „subantarktisch“ eingebracht hat. Dass es aber keineswegs frostig ist, zeigen etwa eine Bitterorange (Citrus aurantium) oder ein echter Jasmin (Jasminum officinale), der hier seine überbordende Blüten- und Duftpracht entfaltet. 

Garten Schönbrunn

Seine Markenzeichen sind die reinweiße Blütenfarbe und der aromatische Duft – der Echte oder Weiße Jasmin (Jasminum officinale)

Positiv ist mir neben der Schönheit des Hauses und der Pflanzenvielfalt noch das Nebeneinander von Blüten- und Blattpflanzen aufgefallen. Bei meinem Besuch im März brachten nicht nur Winterblüher wie Kamelien, Jasmin und Azaleen Farbe ins Spiel. Auch liebevoll arrangierte Beete mit blühenden Eisenholzpflanzen, Hortensien und Kanarischem Ginster setzten Blütenakzente.

Garten Schönbrunn

Diese Blütenpracht begrüßt die Besucher im Palmenhaus Schönbrunn.

Das Wüstenhaus

Nachdem das Palmenhaus üppige Pflanzen aus warm-feuchten Regionen präsentiert, stehen im benachbarten Wüstenhaus -nomen est omen- an große Trockenheit angepasste Pflanzen im Vordergrund. Aber auch einige spannende tierische Vertreter der sogenannten ariden Zonen bewohnen das Wüstenhaus. 

Botanischer Garten Schönbrunn

Baumyukka, Kakteen und eine Agave vor der liebevoll gestalteten Wüstenlandschaftschaft im Wüstenhaus Schönbrunn

Das Wüstenhaus zeigt in einer liebevoll gestalteten Kulisse die Anpassungsleistung von Tieren und Pflanzen. Erklärende Schautafeln laden zur Lektüre ein und berichten von den Wundern der Evolution. So erfährt man, warum Aloen und Agaven sich zum Verwechseln ähnlich sind  – aber auch, wie sie unterschieden werden können. Auch Erklärungen für die Rosettenform bei einigen Sukkulenten und andere Merkmale bei Pflanzen der trockenen Klimazonen geben die Schönbrunner Botaniker.

Botanischer Garten Schönbrunn

Palmfarne begrüßen die Besucher im Schönbrunner Wüstenhaus.

Wer keine Zeit mehr für den Besuch im benachbarten Tiergarten von Schönbrunn hat, bekommt im Wüstenhaus ein kleines, aber feines Ersatzprogramm. Vögel, Reptilien und andere Exoten werden in im Stil der Wüstenlandschaft gestalteten Gehegen oder Terrarien gezeigt. 

Botanischer Garten Schönbrunn

Der feuerrote Madagaskarweber rastet auf einem Christusdorn.

Besonders beeindruckend: Eine Nacktmull-Kolonie in transparenten Röhren, in denen die Besucher das Treiben der bizarren Tiere unmittelbar miterleben können. Nacktmulle stammen aus den Halbwüsten Ostafrikas, werden also im Wüstenhaus an der richtigen Stelle platziert. Sie sind wie Bienen oder Ameisen staatenbildende Tiere, bei denen eine Königin den Nachwuchs bekommt, während alle anderen Individuen verschiedene Aufgaben übernehmen. 

Garten Schönbrunn

Beeindruckende Baumaloen runden das Wüstenambiente ab.

Doch für Garten- und Pflanzenfreunde beschränken sich die Schönbrunner Highlights keineswegs auf Palmen- und Wüstenhaus. Unbedingt sollte noch der direkt neben dem Schloss befindliche Orangeriegarten und die Orangerie sowie der Kronprinzengarten besichtigt werden.

Praktische Tipps für den Besuch im Botanischen Garten Schönbrunn

Die Anreise nach Schönbrunn sollte von der Wiener Innenstadt aus am Besten mit der in einem kurzen Takt verkehrenden U-Bahn der Linie 4 erfolgen. Nach einem kurzen Fußweg kommt man  zuerst auf den Vorplatz des Schlosses Schönbrunn, auf dessen rechter Seite es in den Schlosspark geht. Dieser ist ohne Eintrittsgeld zugänglich. Eintritt erhoben wird für das Palmen- und Wüstenhaus, der Eintrittspreis für die beiden Häuser ist aber erschwinglich und auf jeden Fall angemessen. Am schönsten ist der Besuch des Palmenhauses am frühen Morgen oder späteren Nachmittag bei Sonnenschein. Dann bildet das Spiel aus Licht, Schatten und Blattgrün eine wunderbare Atmosphäre, die gerade für Hobby-Fotografen einen besonderen Reiz ausmacht. Die großzügig bemessenen Öffnungszeiten können neben weiteren Informationen der interessanten Website der Österreichischen Bundesgärten entnommen werden. Dieser Teil der Österreichischen Bundesverwaltung betreut neben vielen anderen auch die Schönbrunner Gärten. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

Quellen

Website des Schlosses Schönbrunn

Wikipedia zum Schönbrunner Palmenhaus

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Urban Jungle

Urban Jungle – exotisches Pflanzen-Arrangement wie im Dschungel

Der „Urban Jungle“ ist ein Trend, der auf Instagram und Pinterest derzeit Furore macht. Immer findet man Fotos von tollen Wohnungen, in denen ein wahrer Dschungel von exotischen Pflanzen wächst. In verschiedenen Bezeichnungen hat sich dieser neuer Pflanzen Trend in den Wohnungen von Pflanzenliebhabern etabliert. Urban Jungle, Tropisches Wohnzimmer, Pflanzen Dschungel oder oder – beschreibt einen Trend: Wohnen mit Pflanzen ganz neu erfinden und exotische Pflanzen neu zu inszenieren – einen Dschungel ins Haus holen.

Urban Jungle

Sukkulenten sind pflegeleicht und sehen im Urban Jungle sehr exotisch aus.

Wenn ihr eine Beratung wünscht oder weitere Fragen habt, könnt ihr diese hier stellen. Aktuelle Pflegetipps für den mediterranen Garten liefert mein Newsletter „Neues aus dem Mediterranen Garten“, zu dem ihr euch kostenlos und unverbindlich anmelden könnt.

Bei genauen Hinsehen kommen uns viele der Pflanzen bekannt vor. Zimmerpflanzen wie die aus den 60er Jahren bekannte Monstera haben es zur zurückgeschafft und sind zur absolute Trend-Pflanze geworden. In diesem Beitrag erkläre ich, wie auch ihr zuhause einen Urban Jungle pflanzen könnt.

Urban Jungle

Auch in älteren Gebäuden macht sich Monstera sehr gut.

Pflanzen Auswahl für den Urban Jungle

Schauen wir uns einmal die Pflanzen im Detail an. Eins fällt direkt auf: es ist grün! Mit vielen Blüten in bunten Farben wird bei diesem Trend nicht gearbeitet. Folgende Pflanzen sind besonders exotisch und bilden zusammen einen echten Dschungel in eurem Zuhause:

  • Monstera deliciosa, auch Fensterblatt genannt
  • Zimmerpalmen: bringen sofort Urlaubsfeeling nach Hause und bilden ein tropisches Bild.
  • Farne: eignen sich auch für dunklere feuchte Standorte wie im Badezimmer
  • Sukkulenten: pflegeleicht und absolut exotisch, sehen auch toll als Arrangement in einem Glasbehälter aus
  • Kakteen
  • Bonsai
  • Calathea
  • Zimmerbambus
Urban Jungle

Sowohl als Blüten- als auch als Blattpflanzen hervorragend für den Urban Jungle geeignet ist die Clivie.

Urban Jungle in eurem Zuhause errichten

Wenn auch ihr eine Ecke in euren vier Wänden zu einem Urban Jungle umwandeln wollt, helfen euch sicher meine Tipps:

1. Vielfalt gestalten: Achtet auf die Variation zwischen hohen Pflanzen wie Palmen, kleine Töpfe mit Sukkulenten und Hängepflanzen – sie bilden zusammen ein vielseitiges Arrangement

Urban Jungle

Sie bringt Farbe ins Spiel – die Guzmanie

2. Ein einheitliches Bild schaffen: Da die Pflanzen doch sehr verschieden sein können, ist es wichtig ein einheitliches Bild zu schaffen um mit dem Arrangement Ruhe anstatt Chaos zu erzeugen. Nutzt etwa bei vielen verschiedene exotischen Pflanze gleiche Übertöpfe. Bei der Auswahl der Töpfe könnt ihr ähnliche Farbtöne raussuchen aber beispielsweise bei der Struktur variieren. Ich empfehle die Farben der Töpfe neutral und unauffällig zu halten, damit der Fokus weiterhin auf den Pflanzen liegt. Abhängig von eurer sonstigen Einrichtung könnt ihr beispielsweise verschiedene Grau- oder Beige- Töne nutzen.

Urban Jungle

Wer einen besonders grünen Daumen hat, kann sich an erlesenen Orchideen wie dieser Cymbidium-Art (Cymbidium Iowianum) versuchen.

Den richtigen Standort finden

Wenn Ihr ganz am Anfang des Projekts steht, einen Urban Jungel in eurem Zuhause zu errichten, fragt ihr euch sicher, wo in eurer Wohnung der richtige Standort ist.

Ein Regenwald im Badezimmer

Prinzipiell eignet sich optisch jeder Raum dafür, auch im Badezimmer könnt ihr eine ganz neue Welt schaffen. Ein Vorteil beim Badezimmer ist auch die hohe Luftfeuchtigkeit, die viele exotische Pflanzen wie Farne lieben. Dadurch ersparen ihr euch das regelmäßige Besprühen der Pflanzen, das dagegen an trockenen Standorten empfehlenswert ist.

Urban Jungle

Grün macht glücklich

Auf das Licht kommt es an

Aber Vorsicht: Pflanzen brauchen Licht, falls euer Badezimmer kein Fenster hat oder sehr dunkel ist, solltet ihr auf die Auswahl von für euren Standort geeigneten Pflanzen achten. Tropische Blattpflanzen, die sich mit ihren großen Blättern im Unterholz der Regenwälder darauf spezialisiert haben, das wenige Licht einzufangen, können auch in dunkleren Räumen zu einem Urban Jungle drapiert werden. Wenn ihr Pflanzen einsetzen wollt, die mehr Licht benötigen, kann auch ein Pflanzen Dschungel im Schlafzimmer attraktiv sein. Es peppt den Raum optisch auf und kann durch die verbesserte Luftqualität zu einem besseren Schlaferlebnis führen. Außerdem sieht der Urban Jungle überall schön aus.

Urban Jungle

Auch ein Pflanzschrank voller Exoten und Orchideen kann den Urban Jungle bereichern.

Pflanzen für unterschiedliche Urban Jungle- Standorte

Egal ob im Schlafzimmer, Wohnzimmer, der richtige Standort Ihres Pflanzen Dschungels hängt vor allem von den ausgewählten Pflanzen ab. Hier ein paar Beispiel:

Sehr heller Standort mit direkter Sonneneinstrahlung

An diesem Standort sind sonnenliebende Pflanzen geeignet, Obwohl diese Pflanzen die pralle Sonne lieben, solltet ihr immer vorsichtig sein. Direkt vor einem Südfenster, können auch diese Pflanzen im Hochsommer verbrennen. Grundsätzclih gilt, dass ihr euch immer über die jeweilige Art der Pflanze und ihre Bedürfnisse informieren solltet.

  • Palmen
  • Bonsai
  • Kakteen
  • Sukkulenten

Heller Standort, ohne direkte Sonneneinstrahlung

Gerade im Winter kommen die ohnehin seltenen Sonnenstrahlen nicht in jeden Winkel der Wohnung, auch wenn diese hell ist. Zum Glück gibt es Pflanzen, die nicht unbedingt direktes Sonnenlicht benötigen.

  • Monstera
  • Clivia
  • Calathea: stellen Sie die Monstera gerne vor die Calathea, da diese mit noch weniger Licht zurechtkommt
  • Orchideen

Schattige bis dunkle Standorte

Mit einem dunklen Standort ist hier nicht etwa der Keller gemeint. Räume, die nördlich ausgerichtet sind oder nur kein kleines Fenster haben, können trotzdem durch folgende Pflanzen geschmückt werden. Mit zusätzlicher Hilfe einer Pflanzenleuchte könnt ihr natürlich auch die oben genannten Pflanzen an einem an sich dunklen Standort halten.

  • Farne: eignen sich besonders für Badezimmer, hier herrscht hohe Luftfeuchtigkeit und es kann auch schattig sein, wie es viele Badezimmer durch die nach Norden ausgerichtet Lage sind.
  • ausgewählte Sukkulenten wie Aeonium tabuliforme und die Haworthien wachsen auch in ihrem natürlichen Lebensraum an nach Norden ausgerichteten Standorten.
  • Calathea

Ein richtiges Dschungel Arrangement wirkt natürlich nur, wenn ihr möglichst viele der vorgestellten Pflanzen zusammenbringt. Achtet dabei einfach auf das Arrangement und stellt die Pflanzen nach eurem „Grünen-Daumen-Gefühl“ auf. Beispielsweise können Sie eine Palme ins direkte Sonnenlicht stellen, in dessen Schatten dann die Monstera und hinter dessen Schutz, wo die Sonne nicht mehr hinkommt, einen Farn.

Die Pflege der Pflanze im Urban Jungle

Ein üppiger Urban Jungle erfordert angemessene Pflege. Dabei muss vor allem das individuelle Bedürfnis jeder einzelnen Pflanze gesehen werden. Informiert euch über das Etikett über die Bedürfnisse eurer Pflanzen. Hier auf Mein mediterraner Garten habe ich eine Reihe von Beiträgen über exotische Zimmerpflanzen, die euch helfen könnten. Wichtig ist vor allem bei der Platzierung, dass ihr alle Pflanzen gleich gut erreichen könnt. In regelmäßigen Abschnitten müsst ihr eure Pflanzen auf Schädlinge untersuchen und natürlich gießen.

Pflanzen haben gerade im Winter in beheizten Wohnräumen besondere Herausforderungen. Die Luft ist trocken und staubig. Daher müsst ihr für Feuchtigkeit sorgen. Die großen Blätter der Blattpflanzen –wie etwa der Monstera- sollten regelmäßig mit einem feuchten Tuch abgestaubt werden und mit einer Sprühflasche gefeuchtet werden. So fühlen sich eure Pflanzen als wären sie „zuhause im Regenwald“.

Fotos: Dr. Dominik Große Holtforth

 


Hortus botanicus Amsterdam

Palmen in Amsterdam – der Hortus Botanicus

Der Hortus Botanicus Amsterdam ist einer der ältesten botanischen Gärten der Welt. Seine zentrale Lage und seine kompakte Größe machen ihn zu einem der beliebtesten Gartenreiseziele in Europa. In diesem Beitrag möchte ich euch einen Eindruck von diesem tollen Garten vermitteln. Im Mittelpunkt steht dabei das Palmenhaus und das drei Klimazonen-Gewächshaus im Hortus Botanicus. Praktische Informationen zum Besuch findet ihr am Ende des Beitrags. 

Wenn ihr eine Beratung wünscht oder weitere Fragen habt, könnt ihr diese hier stellen. Aktuelle Pflegetipps für den mediterranen Garten liefert mein Newsletter „Neues aus dem Mediterranen Garten“, zu dem ihr euch kostenlos und unverbindlich anmelden könnt.

Hortus Botanicus Amsterdam

Das Sukkulentenhaus im Hortus Botanicus Amsterdam

Der Hortus Botanicus – eine Reise ins Goldene Zeitalter von Amsterdam

Wer Amsterdam besucht, kann auf Schritt und Tritt noch heute die Blütezeit Amsterdams, das Goldene Zeitalter der Niederlande, erleben. Auch der Botanische Garten ist ein Kind dieses Goldenen Zeitalters im 17. Jahrhundert, denn er wurde im Jahr 1638 gegründet. Seine Hauptaufgabe damals war, vielen exotischen Pflanzen ein Zuhause zu geben, die die niederländischen Seefahrer von ihren Expeditionsfahrten mitbrachten.  Die ursprüngliche Aufgabe des Hortus botanicus war zuvor, Heilpflanzen zu sammeln, denn zu dieser Zeit gab es noch keine Pharmaindustrie. Mit dem Aufstieg der Ostindien-Kompanie zur mächstigsten Handelsorganisation der Welt trafen auch zunehmend Zier- und andere exotische Pflanzen in Amsterdam ein. 

Der Hortus botanicus – eine grüne Arche Noah

Heute hat sich der Botanische Garten Amsterdam auf Cycadeen -also Baumfarne-, südafrikanische Pflanzen, historische Kübelpflanzen, Fuchsien, fleischfressende Pflanzen und Palmen spezialisiert. Diese Sammlung trägt zusammen mit anderen botanischen Gärten in den Niederlanden aber natürlich auch in anderen Teilen der Welt zum Erhalt vieler Pflanzenarten bei. Die Präsenz der Pflanzen in Amsterdam und vielen anderen Städten kann helfen, das Bewusstsein und die Verantwortung für Pflanzen, Tiere und unsere natürlichen Lebensgrundlagen zu intensivieren. Dass das dringend nötig ist, zeigt das fortdauernde Artensterben und die Zerstörung wertvoller Biotope in der ganzen Welt. 

Hortus botanicus Amsterdam

Blüten im Amsterdamer Sukkulentenhaus – der Christusdorn Euphorbia milii.

Das gibt es zu sehen

Der Hortus botanicus ist mit seinen 1,2 Hektar im Vergleich zu manch anderem botanischen Garten klein, dafür sehr kompakt. Auf geringer Fläche schaffen es die Amsterdamer Botaniker mehr als 4.000 Pflanzenarten aus sieben Klimazonen zu präsentieren. Höhepunkte sind eindeutig das Palmenhaus und das Drei-Klimazonenhaus. Daneben wartet noch ein besonders beliebtes Schmetterlingshaus auf die Besucher. Hier können frei fliegende Schmetterlinge besichtigt werden, die zwischen exotischen Pflanzen und Blüten hin- und herflattern. Das Freiland ist ein gut gepflegter und kompakter Botanischer Stadtgarten, der es schafft, viele Informationen zu Pflanzen und Botanik zu vermitteln. So vermittelt eine große halbkreisförmige Pflanzung die Beziehung verschiedener Pflanzenfamilien zueinander. Ein „Grünes Klassenzimmer“ steht für Bildungszwecke für Jung und Alt zur Verfügung. Und schließlich lädt die zum Café umgebaute Orangerie in wunderschönem Ambiente zu einem den Gartenbesuch abschließenden Snack ein. 

Das Palmenhaus

Nachdem im 18. Jahrhundert die Orangerien zunehmend aus der Mode kamen, begann die großen Zeit der Palmenhäuser. Palmen waren noch exotischer, ihre Herkunft noch weiter entfernt, noch mehr Sehnsüchte für alle lassen sich mit Palmen verbinden. Auch der Hortus botanicus Amsterdam erhielt 1912 ein großes, zweiflügeliges Palmenhaus. Darin sind weniger klassische Palmen als vielmehr exotische Palmfarne und andere seltene Palmengarten zu besichtigen. 

Hortus botanicus Amsterdam

Im zentralen Rondell des Palmenhaus überragen die Blätter der Ravenala madagascariensis alle anderen Pflanzen.

Altensteins Brotpalmfarn

Er ist die älteste Pflanze im Botanischen Garten – ein an die (von mir geschätzt) 3 Meter hoher Brotpalmfarn, bei dem es sich botanisch um einen Encephalartos altensteinii handelt. Der wunderschöne Palmfarn konnte schon 1850 aus dem Bestand des niederländischen Königs Wilhelm II. übernommen werden und ist heute über 300 Jahre alt. 

Hortus botanicus Amsterdam

Encephalartos altensteinii – ein Brotpalmfarm aus dem südlichen Afrika

Philodendron – der Baumfreund

Manche Pflanzen müssen von oben bewundert werden. Zum Glück hat das Amsterdamer Palmenhaus eine Galerie, über die man auch von oben auf das Haus und die Pflanzen schauen kann. Hier wächst auch ein beeindruckender Philodendron -in der deutschen Übersetzung ein „Baumfreund“- der mit seinen „durchlöcherten“ Blättern das gleiche Prinzip wie das bekannte Monstera-Fensterblatt umsetzt. Die Löcher in den Blättern lassen Licht auch an tieferliegendes Laub, so dass die Pflanze die gesamte Krone mit Licht versorgt. Bei dem Philodendron handelt es sich um einen P. bipinnatifidum. Der Philodendron ist eine Aufsitzerpflanze, für die lange Luftwurzeln charakteristisch sind. 

Hortus botanicus Amsterdam

Ein Philodendron bipinnatifidum ist eine Aufsitzerpflanze (Epiphyt).

Selten Palmen in Amsterdam

Phoenixpalme oder Hanfpalme sind mittlerweile häufig in öffentlichen oder privaten Gärten anzutreffende Palmenarten. Doch bilden diese und andere populäre Palmen nur einen kleinen Ausschnitt aus der großen Familie der Palmgewächse. In Amsterdam finden Palmenfreunde interessante Raritäten. Besonders markant ist die Bismarckpalme mit ihren aufrechten Blättern. 

Hortus botanicus Amsterdam

Eine Bismarckpalme Bismarckia nobilis

Nicht minder interessant und selten zu sehen ist der Zwergpalmetto, der botanisch Sabal minor heisst. 

Hortus botanicus Amsterdam

Blatt der Zwergpalmettopalme Sabal minor

Und schließlich ist die Blaue Hesperidenpalme Brahea armata mit ihren breit ausladenden, aufrecht wachsenden Fächerblättern eine der attraktiven Bewohnerinnen des Amsterdamer Palmenhauses. 

Hortus botanicus Amsterdam

Die Blaue Hesperidenpalme

Das Drei Klimazonen-Gewächshaus

Neben dem beeindruckenden Palmenhaus ist Drei Klimazonen-Gewächshaus ein Garant dafür, dass man auch bei schlechtem Wetter -oder wie ich mitten im Winter- in Amsterdam tolle Pflanzen erleben kann. In dem jüngsten der Gewächshäuser werden in einer subtropischen Abteilung Pflanzen aus Südafrika und Australien, in einem Wüstenhaus Sukkulenten und Kakteen und in einem Tropenhaus Regenwaldpflanzen gezeigt. Tropen- und Subptropenhaus verfügen wie das Palmenhaus über eine Galerie, von der aus man das Blätterdach von oben bestaunen kann. 

Hortus botanicus Amsterdam

Der Blick von der Galerie zeigt den üppigen Pflanzenbestand in der Subtropen-Abteilung des Drei-Klimazonen-Gewächshauses.

In allen drei Abteilungen haben sich die Amsterdamer Botaniker und Gärtner mit Erfolg bemüht, nicht nur Pflanzen auszustellen, sondern auch einen Eindruck von typischen Landschaftsformen zu vermitteln. 

Hortus botanicus Amsterdam

Ein Regenwald mitten in Amsterdam – das Tropenhaus

Wer die Vielfalt der Agaven und Aloen erleben möchte, darf sich auf das Wüsten- oder Sukkulentenhaus freuen. Hier haben es die  Botaniker geschafft auf vergleichsweise kleiner Fläche eine große Zahl interessanter Sukkulenten auszustellen. 

Hortus botanicus

Auch eine der größten Aloe-Arten, der Köcherbaum Aloe dichotoma, kann in Amsterdam bestaunt werden.

Die Pflanzungen in den Gewächshäusern sind liebevoll und detailorientiert gestaltet, so dass nicht nur die einzelne Pflanze, sondern auch Eindrücke vom Lebensraum der Pflanzen vermittelt werden können. 

Hortus Botanicus Amsterdam

Ein Bachlauf im Subtropenhaus unterstreicht den lebensnahen Eindruck der Pflanzungen.

Praktische Informationen

Der Hortus botanicus liegt am westlichen Rand der Amsterdamer Innenstadt und kann bequem mit den Straßenbahnlinie 9 und 14 erreicht werden. Die Haltestelle ist Middenlaan. Die Öffnungszeiten sind täglich von 10 bis 17 Uhr, im Juli und August bis 19 Uhr. Der Eintritt für Erwachsene kostet 9 Euro, die sich aber auf jeden Fall lohnen, es gibt aber auch Ermäßigungen für Rentner, Studenten und Kinder. 

Ein gut sortierter Gartenshop lädt am Ende des Besuchs zu einer botanischen Shoppingtour ein. Viele weitere Informationen zum Garten findet ihr auf der schönen Website des Hortus botanicus Amsterdam.

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

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Quinta da Regaleira

Der Garten der Quinta da Regaleira – verspielter Gartentraum in Portugal

Die Quinta da Regaleira ist eine wunderschöne Garten- und Palastanlage im portugiesischen Sintra. Im Garten der Quinta da Regalreia finden die Besucher nicht nur herrliche Pflanzen sondern eine Vielzahl von Überraschungen und botanischen Entdeckungen. Kommt mit auf einen Besuch in diesen herrlichen, verträumten und verwunschenen Garten. 

Wenn ihr eine Beratung wünscht oder weitere Fragen habt, könnt ihr diese hier stellen. Aktuelle Pflegetipps für den mediterranen Garten liefert mein Newsletter „Neues aus dem Mediterranen Garten“, zu dem ihr euch kostenlos und unverbindlich anmelden könnt.

Quinta da Regaleira

Edler Figurenschmuck gehört ebenso zum Garten der Quinta wie herrliche Pflanzen.

Sintra liegt in der Nähe von Lissabon und war über Jahrhunderte der Sommersitz der portugiesischen Könige aber auch adliger und wohlhabender Familie ihren Sommersitz hatten. Dieser wunderbare Ort, der zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört, ist gut von Lissabon aus zu erreichen und mindestens einen Tagesausflug wert. 

Wissenswertes zur Quinta da Regaleira

Die Anlage, bestehend aus dem Palais, einer Kapelle, Neben- und Wirtschaftsgebäuden sowie dem Park mit vielen kleinen und großen baulichen Überraschungen entstand Ende des 19. Jahrhunderts als Sommersitz des Millionärs Antonio Augusto Carvalho Monteiro. Seinen Namen hat das Anwesen von der Familie Regalreira, die das Grundstück vorher besessen hat. Monteiro engagierte den italienischen Architekten Luigi Manini, der ihm dabei helfen sollte, seine Interessen und Wertvorstellungen in der Gestaltung und Architektur umzusetzen. Dass das gelungen ist, beweist noch heute ein nur selten kitschig wirkender Stilmix aus Gotik, Renaissance und Manuelinik, der in vielen Elementen auf Alchemie, Tempelrritter und Rosenkreuzer hinweist. Hauptattraktion der 4 Hektar großen Anlage sind aber die verschlungenen Pfade, Grotten, Tunnel und Wasserspiele, die einen Besuch nicht nur für Garteninteressierte zu einem besonderen Erlebnis machen. 

Durchgang durch den Park der Quinta da Regaleira

Der Eingang in den Park erfolgt oberhalb des Palais auf Höhe der früheren Stallungen, die jetzt als Eintrittsgebäude dienen. Nach Bezahlung des erträglichen Eintrittsgeldes kommt man in den Park, in dem zunächst dichte Bewaldung den im portugiesischen Klima hoch willkommenen Schatten spenden. Schön und informativ gestaltete Gartenpläne helfen, sich in der großen Anlage zurechtzufinden. Ein Rundweg führt die Besucher vom oberen Teil des am Berghang gelegenen Parks in die unteren Bereiche.

Wasserfall und Initiationsbrunnen

Als erstes kommen die Besucher an einem künstlichen Wasserfall vorbei, der oberhalb einer verwunschenen Grotte liegt. In diese kann man über einige Trittsteine im Teich gelangen, um von der Grotte in ein Tunnelsystem zu gelangen. Dieses Tunnelsystem gehört zu den Überraschungen des Parks der Quinta da Regalreia. Man gelangt durch dieses unterirdische Labyrinth über einen Abzweig wieder auf den Weg zurück, ein anderer Abzweig führt aber zu einem ganz besonderem Bauwerk: Dem Initiationsbrunnen. 

Quinta da Regaleira

 Initationsbrunnen (Initiation well)

Es handelt sich um einen Scheinbrunnen, der offenbar für Initiationsriten im Kontext von Monteiros Interessen wie etwa Tarot oder Tempelritter vorgesehen war. Man findet am Boden des Brunnens also kein Wasser, dafür aber eine tolle Aussicht nach oben. Dorthin führt auch eine Wendeltreppe, die den Besucher zu einem höheren Punkt des Geländes führt. 

Quinta da Regaleira

Turm von Regaleira

Wächtertor und Fontaine von Regaleira

Von dort schlängelt sich der Weg wieder herunter, vorbei an Terrassen und Türmchen, die jeweils wunderschöne Ausblicke auf die Gartenanlage und die Stadt Sintra bieten. 

Quinta da Regaleira

Tor der Wächter

Im mittleren Bereich findet sich die Terrasse mit dem „Tor der Wächter“, das wiederum eine Grottenanlage ist, bei der zwei Echsen- oder Drachenskulpturen die „Überwachung“ übernommen haben. Zwei herrliche Baumfarne bilden die grüne Umrahmung des Wächtertors.  

Im Stil italienischer Renaissancegärten findet sich weiter unten eine hübsche Brunnenanlage, die Fontaine von Regaleira. Mosaike, Pilaster und andere Skulpturen erinnern an die klassische Architektur des alten Roms, ganz im Stil der Renaissance. 

Quinta da Regaleira

Die Fontaine von Regaleira

Orangerie und Kapelle

Etwas versteckt aber dennoch fester Bestandteil des Rundgangs bildet die Orangerie. Diese besteht aus Gewächshäusern mit weißen gusseisernen Streben und einer gemauerten Fassade. 

Quinta da Regaleira

Orangerie von oben

Diese ungewöhnliche Bauweise kann man sich in Portugal leisten, wo Sonnenlicht keineswegs limitiert ist. In der Orangeriefassade gewähren schmale Fenster Einblicke in die Gewächshäuser.  

Quinta da Regaleira

Orangerie

Der grobe Naturstein der Orangeriefassade gibt einen wunderbar mediterranen Hintergrund für dekorative Pflanzen und Elemente an der Fassade. 

Quinta da Regaleira

Monstera Grotte

Etwas später gelangt man zum Kapellenplatz, der ganz von einer Grotte geprägt ist, die von großen und üppigen Monsterapflanzen umrahmt wurde. Als ich den Park besucht habe, hatte ich das Glück, Monsterablüten zu sehen. 

Quinta da Regaleira

Die Blüte der Monstera

Neben der Monsterablüte erwartet die Besucher eine hübsche kleine Kappelle, die eine Reminiszenz an die manuelinische Gotik ist. Diese durch eine reiche Verzierung geprägte Stil fügt sich ganz in die auf Geheimnisse und mysteriöse Situationen ausgerichtete Gartengestaltung in der Quinta da Regaleira ein.  Das Innere der Kapelle steht für eine etwas inbrünstige Religiösität und ist eine der wenigen Bereiche, die ein wenig kitschig erscheinen. 

Quinta da Regaleira

Kapelle

Unterhalb des Kapellenplatzes kommt man auf as Gartenparterre, wo wieder Baumfarne, aber auch große Bananenstauden, Kamelien und Auraucarias für eine subtropisch-mediterrane Vegetation sorgen. 

Quinta da Regaleira

Garten

Das Nebeneinander von Gehölzen, Palmen und Bananen verleiht dem Garten einen Ausdruck von tropischer Üppigkeit und wilder Vegetation, die sehr schön zu den vielen Geheimnissen des Gartens passt. 

Quinta da Regaleira

Bananenstauden

Wenn man das Gartenparterre erreicht hat, öffnet sich auch endlich der Blick auf das Palais, das sich harmonisch in die Gestaltung des Gartens einfügt. Das dreigeschossige Gebäude verfügt über eine vielfältig dekorierte und durch Balkone, Galerien und Türme bereicherte Schmuckfassade. Das Palais lässt sich auch von innen besichtigen. Dort erfährt man Einiges über die Entstehungsgeschichte, den Bauherren Monteiro und den Architekten Manini. 

Quinta da Regaleira

Blick aufs Palais

Wir wenden uns aber erst noch einmal vom Palais ab und genießen die herrlichen Pflanzen. Im Herbst und Winter leuchten vor allem die Strelitzien um die Wette und erste Kamelienblüten setzen helle und farbige Leuchtpunkte in eher schattigen Bereichen. 

Quinta da Regaleira

Strelitzien

Unterhalb des Gartenparterres schließt ein reicht mit Skulpturen geschmückte Terrasse das Gelände ab und bietet für Flaneure so manche botanische Überraschung und schöne Blickpunkte. 

Quinta da Regaleira

Terrasse Skulpturen

Das Ende der Skulpturengalerie wird von einer Löwenskulptur geprägt, der majestätisch auf das Palais blickt. Auch diese Figur gibt dem Garten ein märchenhaftes Flair.  

Quinta da Regaleira

Löwenskulptur

Die sonstigen Skulpturen entsprechen klassischen Motiven griechischer oder römischer Götter, Halbgötter und Helden wie in auf diesem Foto der Weingott Bachus. 

Quinta da Regaleira

Statue Terrasse

Der untere Ausgang, der vom Gelände führt, ist das Principaltor, das von einem manuelinischen Baldachin gekrönt ist. Hier endet der Besuch …

Quinta da Regaleira

Principaltor

mit einem besonders schönen baulichen Element …

Quinta da Regaleira

Prinzipaltor

… es sei denn, man besucht noch das Restaurant der Quinta da Regaleira und genießt dort neben dem Löwenbrunnen ein erfrischendes Getränk. 

Quinta da Regaleira

Löwenbrunnen im Restaurant

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

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Maurische Gärten

Maurische Gärten in Andalusien – Ursprünge mediterraner Gartenkunst

Maurische Gärten sind der Ursprung mediterraner Gartenkunst und faszinieren noch heute. Besonders in Andalusien lassen sich heute noch großartige maurische Gärten bewundern. Warum die Gartenkunst der Mauren noch heute von Bedeutung ist und was wir von den maurischen Gartenarchitekten lernen können, möchte ich in diesem Beitrag zeigen. 

Wenn ihr eine Beratung wünscht oder weitere Fragen habt, könnt ihr diese hier stellen. Aktuelle Pflegetipps für den mediterranen Garten liefert mein Newsletter „Neues aus dem Mediterranen Garten“, zu dem ihr euch kostenlos und unverbindlich anmelden könnt.

Die Geschichte der maurischen Gärten in Andalusien

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Botanischer Garten München

Der Botanische Garten München – fantastische Flora in Nymphenburg

Der Botanische Garten München-Nymphenburg zählt zu Recht zu den bedeutendsten Botanischen Gärten der Welt. Nicht nur die große Pflanzenvielfalt in einer herrlichen Anlage sondern auch die unmittelbare Nachbarschaft zu Schloss und Park Nymphenburg machen den Botanischen Garten München zu einem lohnenswerten Ausflugsziel. In diesem Beitrag möchte ich euch den Garten und seine verschiedenen Bereiche vorstellen und praktische Tipps für einen Besuch geben. Mein Dank gilt dem Botanischen Garten München-Nymphenburg, mit dessen freundlicher Genehmigung die Veröffentlichung der Bilder der Gartenanlage erfolgen kann. 

Botanischer Garten München

Vor dem Botanischen Institut beginnt die Blütenpracht.

Wissenswertes zum Botanischen Garten München

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Bienenfreundlicher Garten

Ein bienenfreundlicher Garten – Tipps für mehr Natur und Leben

Ein bienenfreundlicher Garten hilft nicht nur Bienen, sondern auch vielen anderen Insekten und Tieren. In diesem Beitrag erfahrt ihr, wie ihr auch einen mediterranen Garten bienenfreundlich gestalten könnt. Dazu gehört die Auswahl der richtigen Pflanzen, das Angebot von Lebensraum und der Verzicht auf chemischen Pflanzenschutz. Natürlich erkläre ich auch, warum ein bienenfreundlicher Garten so wichtig ist. 

Wenn ihr eine Beratung wünscht oder weitere Fragen habt, könnt ihr diese hier stellen. Aktuelle Pflegetipps für den mediterranen Garten liefert mein Newsletter „Neues aus dem Mediterranen Garten“, zu dem ihr euch kostenlos und unverbindlich anmelden könnt.

Bienenfreundlicher Garten

Auch Wildbienen saugen Nektar aus Zitrusblüten, hier von einem Kumquat.

Ein bienenfreundlicher Garten – das spricht dafür

Es gibt viele Gründe, etwas für die Bienen und Insekten im Garten zu tun. Leider schreitet die Zerstörung der natürlichen Umwelt durch den Menschen immer weiter voran. Aber gerade Gärten können ein Refugium sein, wo Natur erhalten bleibt und erlebt werden kann. Vor allem Bienen sind in den letzten Jahren immer mehr in Bedrängnis gekommen. Flächenversiegelung durch Straßen- und Hochbau, der Einsatz von Pflanzenschutz in der Landwirtschaft sowie immer künstlichere Monokulturen in Feldern und Gärten haben die Lebensgrundlage der Bienen zunehmend reduziert. Hinzu kommen Erkrankungen, die zu einem regelrechten Bienensterben geführt haben.

Bienenfreundlicher Garten

Mediterranes Flair und Nahrung für Bienen – die Mariendistel

Aber nicht nur Bienen haben unter dem Verlust einer naturbelassenen Umwelt zu leiden. Anfang 2016 alarmierte der NABU mit dramatischen Zahlen zum Rückgang der Insektenpopulation. Diese war z.B. in Nordrhein Westfalen um 80% zurück gegangen. Noch vor wenigen Jahren war es normal, dass im Sommer die Windschutzscheiben nach einer Autofahrt von Insekten gereinigt werden mussten. Im letzten Jahr war das nicht mehr der Fall. Mit den Insekten verschwinden aber auch die Vögel, denn Insekten sind ein wichtiger Teil der Nahrungskette. Bei den letzten Vogelzählungen, die ebenfalls vom NABU durchgeführt wurden, gab es überdeutliche Hinweise auf einen Rückgang bei den heimischen Vogelarten.

Naturnaher Garten

Schutz und Rückzugsmöglichkeiten sind wichtige Voraussetzungen für Lebensräume für Vögel.

Es gibt also viele Gründe, einen bienenfreundlichen Garten zu gestalten. Für mich ist der wichtigste Grund aber, dass in einem ökologisch gesunden und reichhaltigen Garten das Leben pulsiert. Ich freue mich, wenn Schmetterlinge und Bienen Nahrung in meinem Garten finden. Was man dafür tun kann, zeige ich euch jetzt.

Ein bienenfreundlicher Garten – die Anlage des Gartens

Die Bienen- und Insektenfreundlichkeit eines Gartens beginnt mit der Anlage des Gartens. Dabei solltet ihr in eurem Garten möglichst viel Natur und möglichst wenig versiegelte und betonierte Flächen schaffen. Gerade flächendeckende Pflasterung, Kies- und Steinflächen bedeuten Todeszonen statt Lebensräumen. Beim Anblick von so manchen mit Gabionen umzäunten Gärten fühlt man sich, als sei eine neue Steinzeit ausgebrochen, in der man nur noch rufen möchte „Entsteint Euch!„. 

Bienenfreundlicher Garten

Ein Insektenhotel gibt nicht nur Bienen und Wildbienen ein Zuhause im Garten.

Rückzugsgebiete für Insekten schaffen

Ein bienenfreundlicher Garten hat vor allem Rückzugsgebiete für Bienen und andere Insekten. Das haben die Tiere vor allem dort, wo Teile des Gartens sich selbst überlassen werden. Unter oder hinter Gehölzen oder in einem nicht gemähten Rasenstück kann das sehr gut gelingen. Auch in kleinen Gärten ist Platz, um abgeschnittene Äste und anderes Totholz liegen zu lassen. Dieses bietet Unterschlupf und ist für viele Insekten Kinderstube. In meinem Garten habe ich eine Totholzhecke angelegt, ein dichtes Geflecht aus abgeschnittenen Ästen, das Vögel auch zum Nisten nutzen können.

bienenfreundlicher Garten

Eine Hummel besucht Aganpanthusblüten.

Gartenzimmer

Um im Garten Bereiche einzurichten, in denen Tiere Ruhe, Schutz und Nahrung finden, kann man den Garten auch in so genannte Gartenzimmer unterteilen. Bei mir ist das „Wohnzimmer im Garten“ die Terrasse. Hier platziere ich das Gros meiner Kübelpflanzen. Im mittleren Gartenzimmer habe ich Stauden- und Blumenbeete sowie Rosenstämmchen, die eine Rasenfläche umgeben. Das hintere Gartenzimmer gehört den Insekten und Vögeln. Hier gärtnere ich am wenigsten und lasse möglichst viel pflanzliches Material einfach liegen.

bienenfreundlicher Garten

Wer eigenen Honig ernten möchte, kann sogar einen ganzen Bienenstock im Garten platzieren.

Nahrung für Bienen und Insekten

Neben Rückzugsgebieten ist Nahrung der zweite wichtige Faktor, den Bienen benötigen, um als Bienenvolk gesund leben zu können. Mit weniger naturbelassenen Flächen schwinden aber die Nahrungsgrundlagen der Bienen. Aber auch im mediterranen Garten können wir Nahrung anbieten, die Bienen, Wildbienen und andere nektarsuchende Insekten unterstützen.

bienenfreundlicher garten

Das blütenreiche Wandelröschen verführt auch Schmetterlinge wie den Admiral.

Bienenfreundliche Gehölze und Kletterpflanzen

Die Verwendung heimischer und vielfältiger Gehölze hilft den Insekten. Todeszonen ohne Leben sind dagegen Monokulturen aus Kirschlorbeer, die man leider immer häufiger sieht. Bienenfreundliche Sträucher und Hecken sind zum Beispiel

  • Kornelkirsche,
  • Schlehe,
  • Weißdorn,
  • Pfaffenhütchen,
  • Beerensträucher wie Himbeere, Brombeere, Stachel- und Johannisbeere, und
  • Schmetterlingsflieder.

Neben diesen Sträuchern, die Bienen und Vögel lieben, helfen auch Kletterpflanzen. Dieses gilt vor allem dann, wenn sie schön in der Sonne wachsen. Mediterranes Flair und Nahrung für Bienen könnt ihr wunderbar mit

  • wildem Wein
  • Efeu
  • ungefüllten Kletterrosen
  • Klettertrompeten

erreichen.

Bienenfreundliche Stauden und Blumen

Natürlich sind Blütenpflanzen die Favoriten, wenn es um die Ernährung der Bienen geht. Wichtig ist dabei aber, dass die Blüten ungefüllt sind. Gefüllte Blüten sind zwar hübsch, enthalten aber wenig Nektar. Eine Liste mit einigen bienenfreundliche Pflanzen beginnt mit einem mediterranen Klassiker:

  • Lavendel
  • Wilde Malve
  • Schafgarbe
  • Sonnenhut (Echinacea und Rudbeckia)
  • Lupine
  • Akelei
  • Astern
  • Allium
  • Edeldistel
  • ungefüllte Dahlien

Kübelpflanzen, die auch Bienen gefallen

Wenn Bienen sich an blühenden Kübelpflanzen tummeln, ist das besonders schön. Ich genieße es, wenn auf der Terrasse oder am Sitzplatz nicht nur tolle Blüten sondern auch das pralle Gartenleben stattfindet. Kübelpflanzen, die nicht nur uns Menschen, sondern auch Insekten begeistern, sind

  • Wandelröschen
  • Agapanthus
  • Zylinderputzer
  • Zitrusblüten
  • Tibouchina
  • Fuchsien uva.

Sicher gibt es noch viele weitere tolle bienenfreundliche Pflanzen. Wichtig ist, dass ihr in eurem Garten eine gewisse Vielfalt an Pflanzen unterbringt, damit sich auch eine Vielfalt an Insekten einstellt.

Bienenfreundliche Pflanzen kaufen könnt ihr bei gut sortierten Gartencentern und Baumschulen.

Unterkunft für Bienen und Insekten

Neben natürlichen Rückzugsgebieten können auch Bienen- und Insektenhotels helfen, dass sich viele Insekten ansiedeln. Ein bienenfreundlicher Garten sollte an besonders sonnigen Stellen ein Bienen- und Insektenhotel platzieren. Solche Hotels kann man kaufen oder selbst mit einfachen Mitteln bauen. Wichtig ist, dass die tatsächlichen Bedürfnisse der einzelnen Arten berücksichtigt werden. Informieren kann man sich auf den Seiten des Nabu, der praktische Bauanleitungen veröffentlicht.

Verzicht auf chemischen Pflanzenschutz

Ein bienenfreundlicher Garten sollte frei von chemischem, hochgiftigem Pflanzenschutz bleiben. Gerade diese Pflanzenschutzprodukte machen den Bienenvölkern zu schaffen. Ohnehin ist ihr Einsatz im Privatgarten seit 2001 nur unter sehr engen Bedingungen möglich. Nötig ist er aber nach meiner Erfahrung nicht, schon garnicht zur Vorbeugung ohne tatsächlich nachweisbarem Befall. Ihr müsst beim Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel bedenken, dass ihr euch und eure Familie den Giften aussetzt.

Die beste Vorbeugung gegen Schädlingsbefall ist ein naturnaher Garten, in dem ein Gleichgewicht zwischen Schädlingen und Nützlingen besteht. Wenn mal eine einzelne Schildlaus oder ein anderer Schädling auftritt, bedeutet diese noch nicht das Todesurteil für wertvolle Zitrus- oder mediterrane Pflanzen. In der Regel lassen sich einzelne Schädlinge mechanisch entfernen. Weiter gibt es ungiftige Hausmittel wie etwa die berühmte Seifenlauge, mit denen man den Schädlingen den Garaus machen kann. Wenn es dann doch einmal zu einem starken Befall gekommen ist, sollten biologische und vor allem bienenfreundliche Pflanzenschutzmittel zum Einsatz kommen.

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

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