Canna überwintern – Winterschutz für das indische Blumenrohr

Das indische Blumenrohr, das auch Canna genannt wird, ist eine der beliebtesten blühenden Beet-, Balkon- und Kübelpflanzen überhaupt. Richtiger wäre „Indianisches Blumenrohr“, denn die Pflanze stammt aus Süd- und Zentralamerika. Wie Ihr die Canna überwintern könnt, möchte ich euch in diesem Beitrag zeigen. Hier erfahrt auch etwas zur Pflege und zum idealen Standort für die Canna. Auch möchte ich euch Tipps geben, wie Ihr mit der Canna tolle Pflanzungen gestaltet. Fragen zu Eurer Canna könnt Ihr am Ende des Beitrags stellen.

canna überwintern

Es lohnt sich, die Canna zu überwintern. Die Blüten der Canna sind legendär.

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Die Canna ist nicht winterhart, so dass es spätestens im mittleren Herbst Zeit wird, die Überwinterung der Canna vorzubereiten. Die Canna ist eigentlich eine Staude, bei der nur die Rhizome überleben. Als Rhizome bezeichnet man das ein Wurzelsystem, das die Nährstoffe für den Wiederaustrieb der Canna speichert.

Der Zeitraum für die Überwinterung der Canna

Die ersten Fröste der Saison treten häufig bereits Anfang November auf, sind aber meistens nicht gravierend. Bei der Canna stirbt dann das Laub ab und gibt damit den Startschuss für die Überwinterung. Der Zeitraum für die Überwinterung beginnt also schon Anfang November und endet mit dem Wiederauspflanzen der Canna-Rhizome im nächsten April oder Mai.

Wie Ihr die Canna überwintern könnt

Die Überwinterung der Canna hängt davon ab, ob in Eurer Region starker oder nur mäßiger Frost herrscht.

Überwinterung in einer Region mit mäßigem bis geringem Frost

In Regionen mit mäßigem Frost könnt Ihr die Canna überwintern, indem Ihr sie in der Erde schützt. Dazu wird zunächst das abgestorbene Laub abgeschnitten.

Tipp: Lasst einen Teil der Stiele stehen, damit Ihr die Canna später noch wiederfindet.

Das Beschneiden des Laubes erhöht zunächst die Frostanfälligkeit, denn das Laub schützt die Rhizome ja ebenfalls. Als Schutz der Rhizome in der Erde könnt Ihr nun eine dicke Mulchschicht auf die Pflanzung der Canna geben. Als Mulch könnt Ihr organische Abfälle wie Laub, Stroh, Zweige, Reisig oder anderes Material verwenden. Ungeeignet ist Kies oder Schotter.

Für die Überwinterung draußen, solltet Ihr Euch sicher sein, dass starke, langanhaltende Fröste unter -10° C unwahrscheinlich sind. Das gilt für milde Regionen wie den Niederrhein, das Rheinland, Flußtäler und Weinbaugebiete, vor allem im Südwesten. Im Mittelgebirge, im Alpenvorland und in südöstlichen und im Osten dürfte es zu kalt werden, um die Canna draußen zu überwintern.

Canna überwintern

Auch Gelb ist eine klassische Canna Farbe

Überwinterung der Canna in einer Region starkem Frost

In einem Gebiet mit stärkerem Frost oder besser mit einer größeren Wahrscheinlichkeit für stärkere Fröste, ist es ratsam die Rhizome der Canna im Herbst auszugraben. Wichtig ist, dass das vor den ersten Frösten passiert. Ist der Boden einmal gefroren, bekommt die Rhizome nicht mehr heraus.

Ausgraben der Canna Rhizome

Beim Ausgraben der Rhizome lassen Sie die Stiele und verwelkten Pflanzenteile zunächst an der Pflanze. Das erleichtert das Ausgraben. Beim Ausgraben graben Sie mit einer Gabel oder einer Schaufel vorsichtig kreisrund um die Canna und hebeln Sie diese nach oben. Wenn Sie die Gabel nehmen, ist die Gefahr, dass sie einzelne Rhizome durchschneiden reduziert.

Beim Ansetzen des Hebels kann es durchaus ein bedrohliches, knarrendes Geräusch geben. Sie müssen keine Angst haben. Die Canna Rhizome halten einiges aus. Übrigens werdet Ihr überrascht sein, wie stark sich die Rhizome der Canna vermehrt haben.

Reinigung der Canna Rhizome

Als Ergebnis der Grabung erhaltet Ihre komplette Canna Pflanzen mit welken Stielen und schlammigen, verwurzelten Rhizomen. Zur weiteren Bearbeitung und Verbereitung der Überwinterung schneidet Ihr als erstes die Stiele ab. Danach klopft Ihr die Erde vorsichtig von den Rhizomen und reinigt diese weiter, indem Ihr sie mit einem Wasserschlauch abspritzt. Beachtet, dass das Reinigen der Rhizome eine ziemlich dreckige Angelegenheit ist. Am Besten zieht Ihr Euch also Gartenschuhe, -kleidung und –handschuhe an.

In manchen Ratgebern wird empfohlen, die Rhizome einfach in der trockenen Erde zu überwintern. Auf diese Weise habt Ihr aber keine Möglichkeit, die Qualität der Rhizome zu überprüfen. Auch kann es sein, dass die Rhizome während des Winters von Schädlingen angegriffen werden.

Teilen und Vermehrung der Canna Rhizome

Nach der Reinigung könnt Ihr also die Rhizome begutachten und beschädigte Rhizome aussortieren. Wenn sich die Canna Rhizome ordentlich vermehrt haben, könnt Ihr nur die schönsten, dicksten Rhizome für die Überwinterung auswählen.

Wenn Ihr Eure Canna vermehren wollt, könnt Ihr besonders dicke Rhizome nehmen und teilen. Außerdem solltet Ihr die Rhizome ein wenig trimmen, dh. abgestorbene Haarwurzeln grob entfernen. Das beschleunigt im nächsten Frühjahr den Wiederaustrieb.

Aufbewahrung der Canna Rhizome

Dann kommt die eigentliche Aufbewahrung für den Winter. Diese erfolgt in einem trockenen Material wie etwa Zeitungspapier, etwas Heu oder in Holzspäne. Legt die Canna Rhizome mit dem trockenen Material in einen Topf oder in einen anderen Behälter und stellt ihn in ein dunkles, kühles aber frostfreies Quartier. So ist gewährleistet, dass die Rhizome keinen Frostschaden bekommen und nicht vor der Zeit wiederaustreiben. Etwas Restfeuchte an den Rhizomen ist nicht schädlich, allerdings sollte die Feuchtigkeit nur begrenzt sein. So vermeidet Ihr Fäulnisprobleme, wenn Ihr die Canna überwintern wollt.

Die Canna vorziehen

Es empfiehlt sich, die Canna bereits vor dem Frühjahr vorzuziehen. So ist der Start im Freiland erleichtert und Ihr könnt Euch noch früher in Eurem Garten an wunderschönen Canna erfreuen. Zum Vorziehen pflanzt Ihr die Rhizome in einen Topf mit Pflanzerde, wässert diese und stellt sie an einen geschützten Platz in einem Gewächshaus, in ein Winterbeet oder in den Wintergarten. Natürlich muss das Übergangsquartier auch weiterhin frostfrei sein. Sonst wäre das Überwintern der Canna ja vergeblich gewesen. Der ideale Zeitpunkt, um die Rhizome vorzuziehen ist der März.

Ihr könnt den Austrieb beschleunigen, indem Ihr die Töpfe mit Klarsichtfolie überzieht. Damit erzeugt Ihr auf der Oberfläche der Erde einen kleinen Treibhauseffekt. Es wird also wärmer. Die größere Wärme beschleunigt den Austrieb der Canna. Vielleicht habt Ihr sogar eine Heizmatte, diese beschleunigt den Wiederaustrieb der Canna noch deutlicher.

Wenn die Canna kräftig ausgetrieben ist und die Zeit der Fröste im Frühjahr überwunden ist, könnt Ihr sie wiederauspflanzen.

Tolle Pflanzungen mit der Canna

Die Canna ist aufgrund ihrer majestätischen Erscheinung, ihrer prächtigen Blüte und ihres schönen Laubs sowohl als Kübel- als auch als Beetpflanze sehr beliebt. Ihr kommt die Aufgabe einer Leitpflanze zu. Das heißt, Ihr solltet sie solitär, also als einzelne Canna Pflanze in einen Kübel- oder in ein Beet pflanzen. Dazu passen kleinere Sommerblumen oder auch andere Zwiebelblumen. Die Canna macht sich am Besten in einem bunten Beet. Ihr solltet also eine rote Calla mit gelben und orangefarbenen Blumen kombinieren. Bei einer gelben Canna machen sich umgekehrt rote und orangefarbene Blüten gut. Wer es ganz bunt möchte, kann auch ein „französisches“ Beet mit roter Canna und weiß und blau blühenden Begleitern komponieren.

Wenn Ihr ganz viel Platz habt, könnt Ihr auch mehrere Canna nebeneinander in ein Beet setzen. Das macht einen tollen tropischen Eindruck, der vor allem durch die großen Blätter entsteht.

Die Pflege für die Canna

Wenn Ihr die Canna Rhizomen gut durch den Winter gebracht habt, ist die Pflanze pflegeleicht. Der Vortrieb im Topf findet wie beschrieben ab März statt. Die Auspflanzung in Kübel und Beete ab April/Mai.

Gießen und Düngen bei der Canna

Wenn die Canna die großen Blätter bildet, steigt auch ihr Nährstoff- und Wasserbedarf. Haltet sie durch regelmäßiges, aber nicht übermäßiges Gießen konstant feucht. In der Hauptwachstumszeit von Mai bis August verabreicht Ihr einmal in der Woche eine Blühpflanzendüngern.

Der ideale Standort bei der Canna

Bei einer sub-/tropischen Pflanze wie der Canna ist die Frage nach dem Standort leicht beantwortet. Er muss sonnig und warm sein. Wärme entsteht durch eine Rückwand oder andere Hintergründe, die bei Sonnenschein zu einem Wärmestau führen.

Schneiden und Umtopfen

Aufgrund des jährlichen Absterbens der oberirdischen Pflanzenteile bei der Rhizomenstaude Canna ist deren Entfernung der einzige Schnitt bei der Canna. Das Umtopfen erfolgt in durchlässige Pflanzerde, die keine besonderen Ansprüche erfüllen muss.

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

 

Über den Autor:
post@mein-mediterraner-garten.de

Dr. Dominik Große Holtforth ist Experte für mediterrane Pflanzen und Gärten. Wenn ihr eine persönliche Beratung zur Pflege oder zum Schneiden wünscht, könnt ihr hier eure Frage stellen, der gerne und kurzfristig weiterhilft. Auch in seinem wöchentlichen Newsletter berichtet Dr. Große Holtforth über die mediterrane Pflanzenpflege. Hier geht es zur Anmeldung, die natürlich kostenlos und unverbindlich ist.