Die Buddhas Hand Zitrone – exotische Früchte im Zitrusgarten

Die Buddhas Hand Zitrone ist eine der aufregendsten Zitruspflanzen im mediterranen Zitrusgarten. In diesem Beitrag möchte ich euch Wissenswertes zur Buddhas Hand Zitrone und einen Erfahrungsbericht zur Pflege und für die Überwinterung geben. Es lohnt sich, Buddhas Hand auf Terrasse oder Balkon in einem schönen Kübel oder Topf aufzustellen. Buddhas Hand ist Zitrus Exotik pur. 

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Wissenswertes zur Buddhas Hand Zitrone

Die Buddhas Hand Zitrone, die kurz auch „Buddhas Hand“genannt wird,  hat ihren Namen von den hand- und fingerförmigen Zitrusfrüchten, die sie bei guter Pflege regelmäßig hervorbringt. Jede Frucht ist anders, mal sind es wild ausgestreckte Finger, mal ein einzelner Finger, der in den Himmel zeigt, mal macht Buddhas Hand eine Faust. Ihr seht also, bei dieser Zitrussorte gibt es immer etwas Neues zu entdecken.

Botanisch ist die Buddhas Hand Zitrone eine Citrus medica sarcodactylis oder auch digitata. Damit gehört sie zur Gruppe der Zedrat- oder Zitronats-Zitronen, die botanisch Citrus medica heißen. Diese Gruppe zeichnet sich durch eine besonders dicke Schale aus. Außerdem gelten die Zedratzitronen als „Urzintronen“, aus denen viele andere Zitrusarten und -sorten hervorgegangen sind. Wie der Name schon sagt, kann die Schale der Buddhas Hand zur Herstellung von Zitronat verwendet werden. Sie ist in jedem Fall überaus aromatisch und kann zum Würzen oder einfach nur zur Verbreitung von Zitrusduft eingesetzt werden. Ihr werdet es genießen.

Buddhas Hand Zitrone

Erscheinung der Buddhas Hand Zitrone

Die Buddhas Hand Zitrone ist ein aufrecht wachsender Zitrusbaum, den ihr als veredeltes Zitrusbäumchen oder auch als größeren Buddhas Hand-Zitronenbaum kaufen könnt. Die Blätter sind lang und eher schmal, die Blattenden sind aber rund und nicht spitz. Eine Besonderheit bei Buddhas Hand sind die langen Dornen, auf die ihr aufpassen müsst. Beim Rein- und Rausräumen des Baums solltet ihr auch nicht stechen lasen. Achtet auch darauf, dass ihr die Buddhas Hand Zitrone bei einer fachkundigen Baumschule oder in einer Fachgärtnerei erwerbt. So stellt ihr sicher, dass die Veredelung der Buddhas Hand fachmännisch erfolgt ist.

Die Pflege der Buddhas Hand Zitrone

In der Pflege ist die Buddhas Hand etwas anspruchsvoller als es die Zitrusklassiker wie Zitrone, Orange oder Mandarine sind. Buddhas Hand kommt aus dem wärmeren Süden der subtropischen Teile Südostasiens und wird noch heute als Delikatesse in China angebaut. Die großen Früchte zeigen, dass sie besonders wärmeliebend bzw. wärmebedürftig sind. Das ist für die Pflege eine wichtige Eigenschaft. Von meinen Erfahrung mit der Pflege meines mittlerweile über 2 m großen Buddhas Hand Zitronenbaumes möchte ich euch gerne berichten.

 

Buddhas Hand Zitrone

So manche Buddhas Hand Zitrone wächst im Verborgenen zu stattlicher Größe heran.

Der Standort

Vom Frühjahr bis in den Herbst steht meine Buddhas Hand Zitrone an einem der wärmsten Standorte auf unserer Terrasse. Ihr Standort ist vor einer Terrassenwand, die schon im Frühjahr und auch noch im Herbst am frühen Morgen von der Sonne beschienen wird. So ist die Wärmesumme, d.h. die Gesamtzahl der warmen Stunden über das Jahr so hoch wie möglich. Außerdem staut die Terrassenwand im Rücken der Buddhas Hand die Wärme. In der Nacht strahlt die Wand die tagsüber gespeicherte Wärme wieder ab (deswegen nennt man solche Wände auch „Rentnerwand“). An diesem besonderen Standort mit viel Wärme und Schutz bedankt sich Buddhas Hand mit konstantem Wachstum und der Bildung von Blüten und Früchten.

Buddhas Hand Zitrone

Natürlich sind auch die Blüten der Buddhas Hand Zitrone sehr ansehnlich.

Blüte und Frucht

Blüten und Früchte könnt Ihr durchgehend bei der Buddhas Hand erwarten. Allerdings gibt es als Schwerpunkt eine Blüte im mittleren Frühjahr sowie im späten Sommer. Die Blüten wachsen in Bündeln und haben dicke pralle Knospen. Diese sind zunächst violett und färben sich dann weiß. Wenn sich die weißen Blütenblätter öffnen, sieht man die gelben Staubblätter, die gerne von Bienen angeflogen werden. Allerdings ist Buddhas Hand aber auch selbst befruchtend, so dass mit großer Zuverlässigkeit aus einzelnen Blüten auch Fruchtansätze werden. Blüten und Fruchtansätze können durch heftigen Regen zerstört werden. Es ist also nicht schlecht, Buddhas Hand unter ein Vordach zu stellen. Nicht alle Fruchtansätze werden auch zur reifen Frucht entwickelt. Ein Teil der Fruchtansätze fällt ab, weil die Pflanze eben nur einen Teil versorgen kann.

Buddhas Hand Zitrone

Einige Exemplare der Buddhas Hand Zitrone sind besonders bizarr.

Laub und Austrieb

Die Überwinterung von Buddhas Hand ist aufgrund der Wärmeliebe nicht ganz einfach. Sie verliert mit großer Regelmäßigkeit Blätter. Das ist nicht dramatisch, bei guter und richtiger Pflege kommt es zum Wiederaustrieb der Pflanze. Wichtig ist nur, dass ihr während der blattlosen Zeit nicht gießt und die Erde nur leicht feucht haltet.

Der Neuaustrieb ist wie bei den Zitronen zunächst dunkel violett und färbt sich später grün. Auf den Austrieb müsst ihr im Frühjahr manchmal etwas warten, vor allem wenn es noch nicht wirklich warm ist. Die Blätter der Buddhas Hand Zitrone sind lang und breit und vorne abgerundet. 

Das Gießen von Buddhas Hand

Der Zustand unterschiedlicher Belaubung macht ein besonders sensibles Gießen erforderlich. Ich verwende auch bei Buddhas Hand einen Feuchtigkeitsmesser*, der mir zuverlässig anzeigt, ob die Erde abgetrocknet oder noch feucht ist. Meistens ist sie noch feucht! Gerade im frühen Frühjahr oder auch in einem (leider) nassen Sommer braucht Buddhas Hand meistens kein Wasser. Wenn sie etwas kahl aus dem Winterquartier kommt, kommt sie wochenlang ohne Wasser aus. Allerdings solltet ihr sie nicht völlig ignorieren. Buddhas Hand ist nämlich eine kleine Diva, die immer etwas Aufmerksamkeit benötigt. Und manchmal kommt ein Wachstumschub, bei dem sie dann auch wieder Wasser benötigt. Also immer schön weiter messen!

Buddhas Hand Zitrone

Die Formenvielfalt der Buddhas Hand Zitrone ist immer wieder erstaunlich.

So düngt Ihr die Buddhas Hand Zitrone richtig.

Kübelpflanzen müssen regelmäßig gedüngt werden. Gerade das unstete Wachstum von Buddhas Hand macht es nötig, dass Ihr die Düngung direkt steuern könnt. Die Pflanze wächst, also braucht sie Nährstoffe. Sie wächst nicht, also muss sie nicht gedüngt werden. Die beste Methode, das zu steuern, ist nur dann zu Düngen, wenn auch gegossen wird. Gegossen wird, wenn die Pflanze wächst und Wasser verdunstet. Dann bekommt sie Wasser und kann auch gedüngt werden. Die Düngung sollte aber auf die Zeit von Mai bis August beschränkt bleiben. Wenn eine späte Blüte erfolgt und das Wetter auch im September noch freundlich ist, kann man auch im September noch einmal nachdüngen. Insgesamt sollte die Düngerhäufigkeit zurückgehen. Ohnehin ist höchstens einmal in der Woche düngen ausreichend. Im Winterquartier muss garnicht mehr gedüngt werden.

Als Dünger ist ein mineralischer Dünger mit einer N-P-K -also Stickstoff-Phosphat-Kalium- Konzentration von 20%, 5% und 15% empfehlenswert. Als wichtige Spurenelemente sollten Magnesium, Kuper, Zink, Eisen, Bor, Mangan und Molybdän enthalten sein.

Buddhas Hand Zitrone

Das Nebeneinander von violetten Knospen und weißen, kräftigen Blütenblättern ist besonders attraktiv.

Umtopfen, Topf und Erde bei Buddhas Hand

Eng mit der Düngung ist das Umtopfen verbunden. Wenn der Wurzelballen gewachsen ist aber auch, wenn aufgrund der Düngung eine Überkonzentration an Nährsalzen in der Erde ist, lohnt sich das Umtopfen. Im Schnitt pflanze ich meine Buddhas „Hände“ alle zwei Jahre um. Dazu brauche ich

  • einen neuen Topf, der im Durchmesser wenige Zentrimeter größer ist als der alte Topf
  • torffreie Pflanzerde
  • Quarzsand
  • Kokosfasern
  • Dranaigematerial wie Kies, Schotter oder Poroton.

Als Erstes wird der Wurzelballen aus dem Topf genommen und begutachtet. Wenn die Erde zu nass geworden ist, kann es sein, dass einige Bereiche der Wurzeln abgestorben sind. Diese können dann entfernt werden.

Dann wird der neue Topf vorbereitet. Der Pflanze ist es egal, ob der Topf aus Kunststoff oder Terracotta ist. Beide Materialien haben Vor- und Nachteile. Wichtig ist, dass der Topf Abflusslöcher hat, damit Staunässe vermieden werden kann. Über die Abflusslöcher werden dann gebogene Tonscherben gelegt, damit diese nicht verstopfen.

Buddhas Hand Zitrone

Beim Umtopfen der Buddhas Hand Zitrone sollte der Wurzelballen aufgeraut werden.

Dann wird die Erdmischung hergestellt. Ich verwende dazu 70 % Pflanzerde und jeweils ca. 15%  Quarzsand und Kokosfasern. Dann wird ein Teil der Erde mit dem Drainagematerial gemischt und in den Topf gegeben. Je nach Höhe des Ballens können das ca. 10 cm sein. Dann setzt ihr den Wurzelballen ein. Dabei ist wichtig, dass zwischen oberem Topfrand und Oberkante Wurzelballen Platz ist. Diesen freien Platz braucht ihr, um die Buddhas Hand Zitrone richtig gießen zu können. Anschließend füllt ihr den Zwischenraum zwischen Topfwand und Ballen mit dem Erdgemisch (ohne Drainagematerial) auf. Die Erde müsst ihr fest andrücken. Das hilft den Wurzeln beim Anwachsen. Dann stellt ihr die Pflanze auf ihren Platz und erst dann wird die Buddhas Hand Zitrone ordentlich angegossen.

Der Schnitt bei Buddhas Hand

Ein Rückschnitt bei der Buddhas Hand Pflanze ist wie bei anderen Zitruspflanzen nicht sinnvoll. Schneiden sollt ihr nur abgestorbene Äste und Zweige. Diese erkennt ihr daran, dass sie braun geworden sind. Darüber hinaus kann es in seltenen Fällen einmal vorkommen, dass einzelne Buddhas Hand Triebe sehr stark wachsen und die Krone nicht mehr ausgeglichen ist. In solchen Fällen könnt ihr diese etwas zu lang geraten Triebe kürzen. Nach meiner Erfahrung ist aber die Notwendigkeit für einen solchen Erziehungsschnitt sehr begrenzt.

Buddhas Hand Zitrone

Jede Frucht ist individuell und hat ein interessantes Äußeres.

Buddhas Hand überwintern

Wie bereits angedeutet, ist die eigentliche Herausforderung bei Buddhas Hand die Überwinterung. Die Buddhas Hand Zitrone kann grundsätzlich auch kühl überwintert werden, d.h. bei 5-10 °C. Allerdings ist in diesem Fall damit zu rechnen, dass einige Blätter abfallen. Besser ist es, die Pflanze in einem moderat temperierten Raum zu überwintern, der auch viel Licht bietet. Moderat temperiert bedeutet, dass dieser Raum 10-15° warm sein sollte. Das Licht sollte von einem südlich ausgerichteten Fenster stammen, so dass ihr Buddhas Hand zentral davor aufstellen solltet. Als Winterquartier kommen also infrage ein

  • moderat beheizter Wintergarten,
  • Gewächshaus mit entsprechender Heizung,
  • beheiztes Überwinterungszelt*
  • sehr heller Platz im Treppenhaus, oder
  • Platz in einem nur moderat beheizten Nebenraum, der sehr hell ist.

Da ein solcher Raum nicht immer zu finden ist, geht es im Notfall auch mit einem kühlen und ebenfalls hellen Winterquartier. Wenn es dort zu Blattfall der Buddhas Hand kommt, sollte man nicht in Panik verfallen werden. Bei einem warmen sonnigen Platz, den ihr im Frühling und Sommer anbietet, ist der Wiederaustrieb der Blätter sehr wahrscheinlich. Wichtig ist nur, dass ihr nicht versucht, den Blattverlust durch ein Mehr an Wasser zu kompensieren. 

Pflegeprobleme und Schädlinge bei Buddhas Hand

Die Buddhas Hand Zitrone ist pflegeleicht, denn sie braucht vergleichsweise wenig Wasser. Die häufigsten Pflege- und Schädlingsprobleme entstehen im Winter

Blattverlust und Staunässe

Die größten Pflegeprobleme entstehen sicher, wenn die Buddhas Hand Zitrone im Winter bei einer kühlen Überwinterung die Blätter abwirft. Häufig wird der Blattverlust auf mangelnde Feuchtigkeit zurückgeführt und vermehrt gegossen. Da aber aufgrund kühler Temperatur und fehlender Blätter das Wasser nicht verdunstet werden kann, führt vermehrtes Gießen zu Staunässe. Die Wurzeln werden beeinträchtigt, auch Äste sterben ab und im schlimmsten Fall geht der gesamte Buddhas Hand Zitronenbaum ein. Daher ist eine wichtige Pflegeempfehlung, bei Blattverlust nicht mehr sondern deutlich weniger zu gießen. Ein Feuchtigkeitsmesser* für Pflanzen hilft in jedem Fall, übermäßigem Gießen und Staunässe vorzubeugen. Staunässe schädigt die Wurzeln und sorgt im schlimmsten Fall dafür, dass Eure Buddhas Hand Zitrone eingeht.

Schädlingsbefall

Insbesondere in der warmen Überwinterung kann Schädlingsbefall ein Problem sein. Nach meiner Erfahrung sind vor allem Wollläuse und Schildläuse ein Problem. Besonders wenn man kein kühles Winterquartier hat und die Buddhas Hand Zitrone warm überwintert, können sich Schädlinge ausbreiten. Sie werden aus dem Freiland mit ins geschützte Winterquartier gebracht, wo sich die Schädlinge prächtig entwickeln und ausbreiten können. Eine kühle Überwinterung ist also der beste Schädlingsschutz. 

Buddhas Hand Zitrone Wolllaus

Eine Wolllaus, die man an der leuchtend weissen Farbe erkennt (Foto: Ursula Erckmann).

Wenn ein Befall eingetreten ist, sollte man zunächst versuchen, Schädlinge mit mechanischen Mitteln zu entfernen. Man kann Blatt- und Wollläuse etwa mit einer alten Zahnbürste abbürsten. Das ist zwar mühsam, aber erspart den Einsatz von giftigen Präparaten. Wenn der Befall schon weiter fortgeschritten ist, gibt es weniger giftige Hausmittel. Eines ist die Herstellung und Anwendung einer Seifenlauge. Ein anderes Mittel ist die Verwendung von Neemöl*. Beide Präparate führen zur Verstopfung der Atemwege der Läuse, die ersticken. Sie erfordern sorgfältige und wiederholte Behandlung. Auch ist es hilfreich, jede Form der Schädlingsbekämpfung im Freien durchzuführen. Wichtig ist beim Entfernen der Plagegeister auch, die Pflanze hinzulegen, damit die Läuse nicht auf die Erde fallen und dort weiterleben. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

 

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Über den Autor:
post@mein-mediterraner-garten.de

Dr. Dominik Große Holtforth ist Experte für mediterrane Pflanzen und Gärten. Wenn ihr eine persönliche Beratung zur Pflege oder zum Schneiden wünscht, könnt ihr hier eure Frage stellen, der gerne und kurzfristig weiterhilft. Auch in seinem wöchentlichen Newsletter berichtet Dr. Große Holtforth über die mediterrane Pflanzenpflege. Hier geht es zur Anmeldung, die natürlich kostenlos und unverbindlich ist.