National Botanic Gardens in Dublin – grünes Paradies auf der Grünen Insel

Die National Botanic Gardens in Dublin sollten bei Gartenfreunden einen vorderen Platz im Besuchsprogramm der irischen Hauptstadt haben. Die im Norden der Stadt Dublin gelegenen Gärten bieten auf 19 ha einen wunderschönen Überblick über Pflanzen und Gartenkunst Irlands. Höhepunkte des Gartens sind vier wunderschöne viktorianische oder viktorianisch geprägte Schaugewächshäuser. Diese Tempel der Flora hinterlassen beim Besucher einen unvergessenen Eindruck von Licht, Ruhe und Verantwortung für Pflanzen und die Natur. 

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Wer nach Dublin reist, wird eine interessante Mischung aus britischer und typisch-irischer Kultur empfinden. Eine Leidenschaft haben die Iren aber mit den Briten gemein: Die Liebe am Gärtnern. Kein Wunder, denn dass Klima auf der „Grünen Insel“ Irland ist besonders pflanzenfreundlich. Die Winter sind mild und die Sommer feucht. Auch wenn so mancher Irlandbesucher über das Wetter schimpfen mag: hier wächst es gut und üppig.

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National Botanical Gardens – Anreise und Eintritt

Die National Botanical Gardens sind gut mit den Bussen der Linie 83 und 83a erreichbar, die Fahrt von der Innenstadt Dublins dauert nur 20 Minuten. Der Eintritt in die Gärten ist frei, so dass die Besucher rasch eintauchen in die herrliche Pflanzenwelt. Schon beim Eingang erwartet sie der Blick auf die beiden größten Gewächshäuser, das Palmenhaus und das Subtropenhaus.

Botanic Gardens

Das Subtropenhaus in den National Botanicals Gardens ist auch architektonisch ein Höhepunkt.

Das Subtropenhaus in den National Botanic Gardens in Dublin

Architektonisch am bedeutsamsten ist das Subtropenhaus, das eine zweiflügelige Anlage ist. Die beiden Flügel werden durch einen Verbindungsflügel zusammengehalten. Die beiden Flügel mit ihren abgerundeten Ecken strahlen Ruhe und Harmonie aus, während der Verbindungsflügel einen prachtvollen Eingangsbereich bietet. Im rechten Teil des Subtropenhaus befinden sich Pflanzen der afrikanischen und australischen Pflanzenreiche, die in der wunderbar hellen Atmosphäre hervorragend gedeihen. Das gilt auch für den linken Flügel, wo asiatische Flora einen Schwerpunkt bildet. Beeindruckend ist die große Sammlung von Rhododendren, die Sortenvielfalt dieser beliebten Gartenpflanze zeigt.

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Große Natternköpfe wachsen im Subtropenhaus

Der zentrale Verbindungsflügel mit seiner hohen Decke bietet Raum für großartige mediterrane Pflanzen wie Bougainvilleen, kletternde Pelargonien und große Natternköpfe mit ihren markanten Blütenständen. Auch leuchtende Prunkwindenblüten und buschig-rote Fuchsschwänze strahlen die Besucher an. Besonders habe ich die Ruhe in diesem Gewächshaus genossen, die nur gelegentlich vom Surren der automatischen Fensteröffnung durchbrochen wurde.

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Fackellilien und im Hintergrund Junkerslilien „bewachen“ das Subtropenhaus

Das Subtropenhaus wird von außen von Fackel- und Junkerslilien sowie von ausgepflanzten Agapanthus „bewacht“. Auch diese tollen Staudenpflanzen wachsen in Irland üppig draußen.

Das Palmenhaus in den National Botanic Gardens von Dublin

Ein kurzer Fußweg führt rasch in das große Palmen- oder Tropenhaus, das von zwei kleineren Gewächshäusern begleitet wird. Betritt man das Tropenhaus durch den südlichen Eingang kann zunächst eine fantastische Bromelien- und Orchideenausstellung bewundert werden. Auch baum- und luftwurzelnde sowie fleischfressende Pflanzen gehören zum exotischen Repertoire der National Botanical Gardens. Von diesem ersten kleinen Gewächshaus kommt man dan in das große Palmenhaus, das eine deutliche Ähnlichkeit zum Palmenhaus in Kew Gardens in London hat. Auch findet Ihr vier bis fünf Meter hohe Palmen aus allen Teilen der Welt, so dass gerade Palmenfreunde auf ihre Kosten kommen. Aber auch im Außenbereich findet man ausgepflanzte Hanf- und Zwerpalmen sowie Bananenstauden.

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Das große Palmenhaus wird begleitet von zwei kleineren Gewächshäusern in denen Bromelien und Sukkulenten gezeigt werden.

Mir hat im Palmenhaus eine meterhohe hellrote Bougainvillea am Besten gefallen, die sich einen hellen Platz zwischen den Palmenriesen gesichert hat.

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Auch Bromelienfans kommen auf ihre Kosten

Das zweite kleine Gewächshaus auf der Nordseite des Palmenhaus lässt dagegen das Herz von Sukkulenten- und Kakteenfreunden höher schlagen. Die mittelgroße Sammlung zeigt viele interessante Arten und Sorten der Wassersparer und Trockenheitskünstler.

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Blick in das Sukkulentenhaus

Das Teakhaus

Danach führt der Rundgang zum links vom Eingangsbereich gelegenen Teakhaus, ein jüngst renoviertes kleineres aber umso schöneres Gewächshaus. Dieses wird für wechselnde Ausstellungen der National Botanich Gardesn Dublin benutzt. Ich hatte das Glück eine wunderbare Pelargonienausstellung bewundern zu dürfen, die die Vielfalt dieser wunderbare Gattung zeigt. Die bei uns fälschlich als Geranien bezeichneten Pelargonien sind auch in Irland beliebt. Das zeigen auch die Tradition, die berühmten irischen Pubs von außen mit üppigen Blumenkästen zu schmücken.

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Das Teakhaus wird für Ausstellungen genutzt

Nach dem Teak – Haus schließt sich das Alpine Haus an, das hübsche Alpenpflanzen wie etwa die Herbstzeitlose, Astern oder Türkenbundlilie zeigt. Dann schließt sich ein Gang durch typische irische Gärten an, in denen auch ein Wikingerhaus und –garten besichtigt werden kann. An deren Ende werden dann im Spätsommer prächtige Dahlien- und Asternbeete (prüfen) gezeigt.

Der Nutzgarten in den National Botanic Gardens in Dublin

Der anschließende Gang durch das Aboretum führt dann zu einem wunderbaren Nutzgarten, der üppiges Gemüse und Obstbäume präsentiert. Ein mächtiger Feigenbaum bewacht ein kleines Gewächshaus, in dem Wein gedeiht. Mangold, Kapuzinerkresse und Ringelblumen leuchten um die Wette. Buchsbaumhecken, in Ornamenten geschnitten, umkränzen herrliche Pflanzkübel aus Sandstein. Und über allem thronen mächtige Artischocken mit verblühten Blütendolden, die ein herbstliches Ambiente verbreiten.

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Buchsbaumornamente verzieren den Nutzgarten in den Botanic Gardens Dublin

Nun kommt der Rundgang, für den man insgesamt ca. 3 Stunden einplanen sollte in seinen letzten Teil. Wiederum durch das großzügige Arboretum mit interessanten Baumarten kommt man zu dem Teil der Gärten, in denen Wasser das zentrale Element sind. Kleinere und größere Bachläufe lassen einen Eindruck von den natürlichen Wasserläufen Irlands entstehen. Ein großer Teich ist Heimat herrlicher Seerosen, beherbergt aber auch interessante Skulpturen. Ein gigantisches Mammutblatt fühlt sich am Rand des Teichs besonders wohl. Dieser wird immer von Brücken überspannt, so dass die Besucher laufend die Perspektiven wechseln können.

Am Ende des Teiches kann man in den vergleichsweise neu angelegten Rosengarten wechseln, der ebenfalls große Vielfalt bietet. Der Rundgang endet dann mit hübschen Staudenbeeten, die das Haus des Direktors der National Botanic Gardens umkränzen.

Öffnungszeiten und praktische Informationen

Die Öffnungszeiten der Botanischen Gärten sind wie folgt:

  • Winter (November bis Februar):
    • Montag bis Freitag: 9 Uhr bis 16.30 Uhr
    • Samstag, Sonntag, Feiertage: 10 Uhr bis 16.30 Uhr
  • Sommer (März bis Oktober):
    • Montag bis Freitag: 9 bis 17 Uhr
    • Samstag, Sonntag, Feiertage: 10 bis 18 Uhr

Auf der informativen Website  der National Botanic Gardens könnt Ihr Euch auch über die Geschichte und andere Details Eures Gartenbesuchs informieren.

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

Über den Autor:
post@mein-mediterraner-garten.de

Dr. Dominik Große Holtforth ist Experte für mediterrane Pflanzen und Gärten. Wenn ihr eine persönliche Beratung zur Pflege oder zum Schneiden wünscht, könnt ihr hier eure Frage stellen, der gerne und kurzfristig weiterhilft. Auch in seinem wöchentlichen Newsletter berichtet Dr. Große Holtforth über die mediterrane Pflanzenpflege. Hier geht es zur Anmeldung, die natürlich kostenlos und unverbindlich ist.