Die schönsten Bananenarten für Garten und Wintergarten

Wusstet ihr, dass es nicht nur eine Banane sondern viele verschiedene Bananenarten gibt? Bananen gehören zu den beliebtesten Früchten hierzulande, aber nur wenige kennen sich mit der Bananenpflanze aus. Bei einer Beschäftigung mit der Banane drängt sich natürlich schnell die Fragen auf, ob Bananen winterhart sein können. Die Antwort auf diese Frage und wichtige Pflegetipps für Bananen hierzulande zeigt euch dieser Beitrag. 

Bananenarten

Immer spektakulär – die Bananenblüte

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Wissenswertes zur Banane

Die Gattung Musa, zu der die Banane gehört, umfasst ca. 70 Arten, die alle in tropischen bis subtropischen Klimaregionen vorkommen. Sie wachsen als Staude aus einem dicken klumpigen Wurzelstock. Markant sind ihre großen Blätter, die wie Flaggen im Wind stehen. Sie haben eine deutliche Blattscheide, so dass das Blatt klar in zwei Hälften geteilt ist. Häufig sind die Blätter vom Wind zerfetzt, was ihnen eine exotisch wilde Anmutung verleiht. Die Blätter wachsen aus einem Scheinstamm, der also nicht verholzt.

Blüte und Bananenfrucht

Besonders spektakulär ist die Bananenblüte. Sie wächst am Ende eines Triebs und hängt häufig auf Grund ihres Gewichts herunter. Umgeben sind die zahlreichen, kleinen gelben und unscheinbaren Blüten von braunen bis roten Hochblättern, die zum Ende hin eine auffällige Knospe bilden. Die Blüten sind zwittrig, dh. an einem Blütenstand befinden sich männliche und weibliche Blüten. Die Befruchtung erfolgt in den Tropen durch Fledertiere wie den Flughund aber auch durch Vögel bestäubt. Bei Kulturbananen in Bananenplantagen bilden sich durch Parthenokarpie aus den sterilen Blüten Früchte ohne Bestäubung, die auch wieder steril sind. 

Bananenarten

Bananen gehören zu den Beeren, die Früchte werden auch als Finger bezeichnet.

Die Bananenfrucht ist eine Beere. Wenn man das weiss, bewertet man die Banane vielleicht ganz anders. In jedem Fall erklärt sich eine beerenartige Anordnung der einzelnen Bananen an einer Bananenstauden. Ihr alle kennt und schätzt vermutlich Bananen als Obst. Das Fruchtfleisch ist nicht nur lecker. Als Ernährung sind Bananen gesund, denn sie haben eine Vielzahl positiver Eigenschaften. Sie enthalten viel Kalium, Vitamin B6 und versorgt euch dauerhaft mit Energie. Gerade bei Sportlern im Training sind Bananen beliebt. Sie sind auch aufgrund der enthaltenen Ballaststoffe gut verdaulich. 

Die schönsten Bananenarten

Natürlich ist es nicht ganz einfach, die schönsten Bananenarten auszuwählen. Bananenfans werden argumentieren, dass jede Bananenart schön ist. Bei vielen wird es in einem ersten Schritt ohnehin darum gehen, unterschiedliche Bananenarten kennenzulernen. 

Musa acuminata

Sie hat bei vielen Kulturbananen-Sorten „ihre Finger“ im Spiel – die Musa acuminata, die auch M. cavindishii und M. zebrina genannt wird. Ihre Ursprungsregionen liegen in Ostasien, etwa Thailand oder Vietnam, sowie Australien. Die Musa acuminata begeistert mit ihrem schönen Blatt und ist daher weit verbreitet. Nur in ganz milden Regionen mit nur wenig Frost ist die Acuminata Banane winterhart, allerdings auch nur mit einem Winterschutz*. Dieser muss über der Pflanzstelle platziert werden. Wenn sie wächst, kann Musa acuminata durchaus 2 bis 2,5o Meter erreichen. 

Bananenarten

Sie gilt als die „Ur-„Banane und Vorläufer der Kulturbanane – Musa acuminata.

Musa x paradisica – die Dessertbanane

Diese Banane kennt jeder. Die Dessert- oder Obstbanane ist eine Kreuzung, die am Ende von 7.000 Jahren Kulturgeschichte der Banane steht. Solange kultivieren Menschen bereits Bananen. Natürlich liegen viele Schritte der Bananenzüchtungen eher im dunkeln, man vermutet allerdings, dass die heute aktuellen Bananensorten aus einer Kreuzung aus Musa acuminata und Musa balbisiana stammen. Zu unterscheiden sind übrigens die Obst- und Mehlbananen. Während wir die Obstbananen wegen ihrer Süße genießen, ist die Mehl- oder auch Kochbanane wegen ihrer Stärke in vielen Teilen der Tropen und Subtropen ein wichtiges Grundnahrungsmittel. 

Bananenarten

Dessertbananen wachsen in großer Zahl an den Blütentrieben.

Als nicht winterharte, dafür als Essbanane geeignete Sorte wird häufig Dwarf Cavendish“ oder „Super Dwarf Cavendish“ angeboten. Diese Sorten können gut als Kübelpflanzen gehalten und kühl und hell gemeinsam mit mediterranen Pflanzen überwintern. 

Die Japanische Faserbanane Musa basjoo

Unter den hier vorgestellten Bananenarten ist diese Art sicher die interessanteste, denn diese Banane ist in vielen Regionen winterhart. Ohne Schutz schafft sie -12° C, mit geeignetem Winterschutz* deutlich mehr. Dafür ist der Winterschutz vergleichsweise aufwändig. Wenn im mittleren Herbst die Blätter absterben, müssen sie bis auf eine Höhe von ca. 50 cm abgeschnitten werden. Dann wird um die Staude ein Maschendrahtzylinder oder eine vergleichbare Einzäunung gestellt. Diese wird mit Laub und Reisig aufgestellt, so dass die Faserbanane vor Kälte, aber auch vor Nässe geschützt ist. Im nicht zu frühen Frühjahr wird dieser Schutz wieder entfernt, damit die Banane austreiben kann. 

Bananenarten

Die schöne violette Blüte der Faserbanane

Musa uranoscopus – die Rote Zwergbanane

Die Rote Zwergbanane Musa uranoscopus, die auch Rote Thai-Banane oder Scarlett-Banane genannt wird, unterscheidet sich deutlich in ihrer Blüte. Diese ist auffällig rot, die Hochblätter sind schmal und nicht so breit. Damit sieht die Blüte der M. uranoscopus aus wie eine rote Fackel, die leuchtend durch den Wintergarten scheint. Als Zwergbanane bleibt sie klein, ist aber wärmeliebend. Mindesttemperaturen liegen bei 5°, besser 10° C. Ideal wächst sie zwischen 20° und 25°, dann braucht sie auch eine höhere Luftfeuchtigkeit. 

Bananenarten

Die Blüte der roten Zwergbanane hat eine attraktive Fackelform

Die Rote Thai-Banane bevorzugt einen hellen, bis sonnigen Platz. Die pralle Mittagssonne, die zu einer starken Abtrocknen führt, sollte allerdings vermieden werden. Diese Bananenart eignet sich für alle Warm-Wintergärten und auch für helle und warme Plätze in der Wohnung. 

Bananensorten

An den Blättern erkennt man die Zugehörigkeit zu den Bananenarten.

Die Pflege der Bananenpflanzen

Mit der richtigen Auswahl aus einer der Bananenarten ist die Pflege einer Bananenpflanze recht einfach. Als wiederaustreibende Staude kann Musa jedes Jahr wieder aufs Neue austreiben. 

Bananenarten

Bei der Pflege hierzulande kommt es auf den richtigen Standort und passende Pflege an, wenn man solche üppigen Bananen ernten will.

 Bananenpflanzen düngen

Die Bananenpflanze ist groß und leistet gerade bei einem kompletten Wiederaustrieb hierzulande sehr viel „Aufbauarbeit“. Auch Blüte und Fruchtbildung kosten die Pflanze sehr viel Energie. Kein Wunder, dass sie viele Nährstoffe braucht. Bei einer ausgepflanzten Banane findet sie diese in einer nährstoffreichen Pflanzerde. Im Kübel sind die Nährstoffe in der Erde schnell aufgezehrt und die Banane braucht eine regelmäßige Düngung. Als Dünger kann ein Flüssigdünger oder ein Dünger in Pulverform, der im Gießwasser aufgelöst wird, verabreicht werden. Der Dünger sollte ein Volldünger sein, den ihr nach den Angaben des Herstellers verabreicht. Es kommt eher auf die Regelmäßigkeit als auf besonders hohe einzelne Düngergaben an. 

Bananenarten

Auch hierzulande können Bananen stattlich groß werden, wie dieses Exemplar zeigt, das ich an der Mosel gefunden habe.

Mehr ist mehr – Bananenstauden gießen

Die großen, dem Wind ausgesetzten Blätter der Banane verdunsten im Sommer viel Wasser und müssen daher regelmäßig gegossen werden. Natürlich darf es dabei am erforderlichen Fingerspitzengefühl nicht mangeln. Auch bei Bananen muss Staunässe vermieden werden. Dennoch gehört die Banane zu den Pflanzen bzw. Kübelpflanzen mit dem höchsten Wasserbedarf, vergleichbar etwa mit der Engelstrompete. An das Gießwasser stellen Bananenstauden keine besonderen Ansprüche. Ausgepflanzte Bananen müssen nur bei hoher Trockenheit, Bananen im Kübel imSommer täglich gegossen werden. Im Frühjahr und Herbst ergibt sich der Wasserbedarf aus Temperatur und Luftbewegung. 

Bananen überwintern

Der Winterschutz für ausgepflanzte Bananenarten wurde oben schon erläutert. Wachsen Bananenpflanzen im Kübel können sie hell und kühl überwintert werden. Ideal sind bei den gängigen Arten Musa acuminata oder x paradisica 5° bis 10° C als Überwinterungstemperatur. Der Lichtanspruch ist gering, allerdings verlieren die Bananen in einer zu dunklen Überwinterung die Blätter. Entsprechend länger brauchen sie für den Wiederaustrieb. Die Bananen Überwinterung dauert von ca. November bis April oder in kalten Regionen bis Mai. 

Bananenarten

Im Kübel können Bananenstauden bei guter Pflege gut gedeihen.

Bananen schneiden

Da Bananen Stauden sind und nur nicht verholzte Scheinstämme bilden, ist der Schnitt keine große Sache. Er beschränkt sich darauf abgestorbene und angebrochene Pflanzenteile zu entfernen. Allerdings hat der Schnitt nach der Überwinterung eine entscheidende Bedeutung: Er muss den Weg frei machen für neue Neuaustriebe. Dazu müssen die alten Triebe soweit abgeschnitten werden, bis neues Grün auftaucht. Ansonsten dürfte es der Wiederaustrieb schwer haben, das Licht der Welt zu erblicken. Seid also nicht zu vorsichtig, wenn des darum, Bananenstauden zu schneiden. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

 

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Über den Autor:
post@mein-mediterraner-garten.de

Dr. Dominik Große Holtforth ist Experte für mediterrane Pflanzen und Gärten. Wenn ihr eine persönliche Beratung zur Pflege oder zum Schneiden wünscht, könnt ihr hier eure Frage stellen, der gerne und kurzfristig weiterhilft. Auch in seinem wöchentlichen Newsletter berichtet Dr. Große Holtforth über die mediterrane Pflanzenpflege. Hier geht es zur Anmeldung, die natürlich kostenlos und unverbindlich ist. 

Fragen & Antworten zum Thema
„Die schönsten Bananenarten für Garten und Wintergarten“

  1. Hallo Dominik,

    eine sehr schöne und interessante Seite hast Du da aufgebaut! Da auch ich noch eine Menge lernen…. 😉

    Zum Thema „Bananenarten für den Garten“: Da fehlt meiner Meinung nach die Ensete ventricosum (die Bananen in den Kübeln auf dem letzte Foto oben), da das eine sehr pflegeleichte und dankbare Bananenstaude ist. Man muss sie zwar frostfrei überwintern, kann sie dazu aber einfach ausbuddeln ohne auf die Wurzeln achten zu müssen, man muss die Blätter entfernen und stellt sie eine Woche auf den Kopf, damit das überschüssige Wasser auslaufen kann. Dann pflanzt man sie in einen Topf, damit sich neue Wurzeln bilden können oder man legt sie einfach in eine Ecke. Wenn kein Frost mehr zu befürchten ist, pflanzt man sie wieder in den Garten, wo sie dann weiterwächst, als wäre nichts passiert. 🙂

    Viele Grüße, Thomas

    • Hallo Thomas,
      vielen Dank für die nette Nachricht und die hilfreiche Ergänzung. Das ist das Gute bei „Pflanzen online“ – alle können lernen. Ich habe schon so viel aus den Pflegeanfragen hier im Blog gelernt, das ist einfach nur toll.
      Viele Grüße
      Dominik

  2. Sehr geehrter Herr Große Holtforth,
    heute sind im Newsletter gleich zwei Themen zu denen ich Sie gerne befragen möchte.
    1. Seit zwei Jahre habe ich einen Bananenbaum (Musa basjoo) ausgepflanzt. In diesem Sommer hat er schon eine Größe von knapp zwei Meter erreicht. Kann der Baum in der relativ kurzen Zeit im Sommer überhaupt Blüten treiben.
    2. Seit einigen Jahren habe ich auch zwei Engelstrompeten, die im Winterquartier fast komplett die Blätter verlieren, aber über Wochen weiterhin Blühen. Der Standort ist hell, aber leider nicht so warm-ca. 6-8C °, kann das die Ursache sein.
    Einen Guten Rutsch ins Jahr 2018
    Mit freundliche Grüßen
    M. Blaßl

    • Sehr geehrter Herr Blaßl,
      da habe ich mit meinen Themen ja einen Volltreffer gelandet 😉
      1. Zur Banane: Die Kürze der Vegetationszeit ist ein Problem. Letztlich hängt der Ernteerfolg bei der Banane sehr stark von der Sorte und vom Wetter ab. Von üppigen Bananenernten hierzulande habe ich leider noch nicht gehört. Sie können aber viel erreichen, wenn Sie die Banane nachts vor Abkühlung schützen. Allerdings ist das Abdecken in der Nacht im Frühling natürlich relativ viel Arbeit.
      2. Es ist normal, dass die Engelstrompeten die Blätter verlieren. Die Blüten entstehen spät und halten lange, weil auch die Engelstrompete viel Zeit braucht, bis sie genügend Energie für die Blüte gesammelt hat. Auch hier sollten Sie versuchen, die Pflanze wärmer und sonniger aufzustellen (ich weiss aber auch, wie schwierig das ist).
      Viele Grüße und einen guten Rutsch
      D. Große Holtforth

    • Hallo Martin,
      ich habe seit 12 Jahren Musa Basjoo in meinem Garten. Seit zwei Jahren blühen die ältesten Pflanzen (über 4 Meter hoch) und bilden auch Früchte. Danach stirbt die Pflanze ab! Die Früchte sind übrigens klein (halber Daumen), klebrig und schmecken überhaupt nicht. 😉

      Meine Engelstrompeten schneide ich zum Winter runter, sie haben also keine Blätter oder Blüten mehr.
      Wenn es dann wieder wärmer und heller wird, treiben die Pflanzen aus und werden schön buschig.
      Die abgeschnittenen Zweige kann man übrigens wunderbar als Stecklinge verwenden: Einfach ca. 20cm lange Stücke schneiden (von Auge zu Auge), in feuchte Erde stecken und entweder kühl oder in der Wohnung am Fenster überwintern lassen.

      • Hallo Thomas,
        vielen Dank für deinen Beitrag . Hinsichtlich der Bananenfrucht hatte ich mir nicht wirklich Hoffnung gemacht.
        Wie weit schneidest du die Engelstrompeten runter und wann-Frühling, oder Herbst.
        VG

        • Guten Morgen Martin,
          ich schneide die Engelstrompeten auf ca, einen halben Meter runter. Das Maß hat sich inzwischen festgelegt, da die alten Stämme einen Durchmesser von fast zehn Zentimetern haben und ich sie natürlich stehen lasse. Das ganze passiert, bevor sie ins Winterquartier kommen. Dort können sie dann bei 8 Grad sogar in völliger Dunkelheit stehen. (ich schiebe sie unter den Tisch und meine anderen Pflanzen stehen davor oder drüber.
          Viele Grüße, Thomas

  3. Lieber Herr Große Holtforth,
    für Ihre interessanten Beiträge jede Woche danke ich Ihnen am Ende diesen Jahres ganz herzlich!

    Für das neue Jahr wünsche ich Ihnen viel Segen, Freude an der wunderbaren Natur, wunderschöne Erlebnisse und wohltuende Begegnungen!
    Liebe Grüße!
    Schwester M. Verena Franz

    • Liebe Schwester Verena,
      vielen Dank für die nette Nachricht und die freundlichen Grüße. Auch Ihnen alles Gute für 2018. Kommen Sie gut in das neue Jahr.
      Herzliche Grüße
      Dominik Große Holtforth

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