Die Amarine – Guernsey-Blütenzauber im Herbst

Die Amarine ist eine wunderschöne mediterrane Zwiebelblume, die ich per Zufall entdeckte. Heute ist die lang und ausdauernd blühende Pflanze aus meinem Garten nicht mehr wegzudenken und eine echte Empfehlung. Hier erfahrt ihr alles zur Amarine und wie ihr sie pflanzen und pflegen müsst. 

Amarine

In der Blütezeit zeigt die Amarine herrliche Blütenbouquets.

Wenn ihr eine Beratung wünscht oder weitere Fragen habt, könnt ihr diese hier stellen. Aktuelle Pflegetipps für den mediterranen Garten liefert mein Newsletter „Neues aus dem Mediterranen Garten“, zu dem ihr euch kostenlos und unverbindlich anmelden könnt.

Wie die Amarine in meinen Garten kam

Es war ein „Etikettenschwindel“, der die Amarine in meinen Garten brachte. Schon vor einigen Jahren hatte ich mich in die wunderschöne Guernseylilie verguckt. Umso glücklicher war ich, als ich bei einem Blumenzwiebelhändler auf der IPM, der Internationalen Pflanzenmesse, Guernseylilien-Zwiebeln kaufen konnte. 

Amarine

Das Original – die Guernseylilie der Gattung Nerine mit ihren filigranen Blütenblättern

Ich setzte die Zwiebeln in ein sonniges Beet in meinen Garten und wurde zunächst enttäuscht. Außer langen, schmalen Blättern tat sich im ersten Jahr der Pflanzung überhaupt nichts. Erst im zweiten Jahr erschienen im September die ersten Knospen, die bei mir -nach so langer Wartezeit- große Vorfreude auslösten. 

Amarine

Die Knospen der Amarine öffnen sich.

Guernsey or not Guernsey – das ist hier die Frage

Doch dann kam die Überraschung – nach Öffnen der Blüten sah ich eine Pflanze vor mir, deren Blütenblätter viel breiter waren als bei der Guernseylilie. Außerdem erinnerten mich die Staubblätter eher an die Hakenlilie aus der Gattung Crinum. Natürlich war ich enttäuscht und fühlte mich auch ein wenig getäuscht. Doch zum Glück hat mein Newsletter eine große Leserschaft, unter denen es auch viele Expertinnen und Experten gibt. So präsentierte ich meinen Lesern gemeinsam mit einem Foto meiner blühenden Pflanze die Frage „Guernsey or not Guernsey“. Prompt erhielt ich viele fachkundige Antworten. 

Amarine

Die Hakenlilie Crinum x powelii

Des Rätsels Lösung stammt aus Holland

Rüdiger Dietzel aus Saalfeld an der Saale, ein Fachmann für Zwiebelblumen, brachte es auf den Punkt: Bei meiner Pflanze handelt es sich um eine Amarine. Diese ist eine aus den Niederlanden stammende Kreuzung aus der Amaryllis belladonna und der Nerine. Die von der so genannten „Bollenstreek„, der Blumenzwiebelstraße in den Niederlanden, stammende Zwiebelpflanze vereint die Vorteile beider Pflanzen. Von der Guernseylilie hat sie die Schönheit und von der Amaryllis belladonna die Wüchsigkeit. Die Amaryllis belladonna stammt aus Südafrika, also aus der Kapflora, wird aber auch als Jerseylilie bezeichnet. 

Amarine

Die Blütenbouquets der Amarine erinnern ein wenig an die Blütenbälle des Agapanthus.

Die Amarine pflanzen und pflegen

Die Amarine ist glücklicher Weise sehr pflegeleicht und viel robuster als die empfindliche und nicht immer zuverlässig blühende Guernseylilie. 

Die Vorteile der Amarinenkreuzung

Sicher eine der wichtigsten Eigenschaften der rosa blühenden Zwiebelpflanze ist ihre Winterhärte. Sie ist weitestgehend winterhart. Nur in ganz kalten Regionen sollte sie im Winter einen zusätzlichen Winterschutz durch eine Mulchschicht erhalten. Es ist aber auch kein Problem, sie in einen Kübel zu setzen. Die ca. 5o cm hoch werdenden Zwiebelblumen blühen von ca. September bis in den November hinein und sind daher wunderbare Herbstblüher. Bekannte Sorten der Art Amarine tubergenii sind etwa „Belladiva Emanuelle“ oder „Zwanenburg“. Ein weiterer Vorteil der Amarine ist, dass sie dicke Tochterzwiebeln bildet und so für reichlich Blütennachschub gesorgt werden kann. 

Amarine

Die Amarine blüht bis in den Herbst hinein und macht sich wunderbar in mediterranen Lavendelbeeten.

Amarinen pflanzen

Sowohl im Garten als auch im Kübel müssen die Amarinenzwiebeln sehr eng gesetzt werden. Wie beim Agapanthus ist die dichte Bepflanzung und damit einhergehender Wurzeldruck ein wichtiger Faktor für üppige Blüten. Die Erde sollte eher schwer und nährstoffreich sein, damit die Zwiebeln aus dem Boden genug Kraft gewinnen können. Allerdings sollte der Boden nicht zu feucht sein. Die ideale Pflanzzeit ist im März oder April, dann kann man die Amarine auch umsetzen. 

Der ideale Amarinenstandort

Die Amarinen-Lilie braucht Sonne, kommt aber auch mit morgendlichen oder abendlichen Schatten zurecht. Sie sollte an den Rand des Beets gepflanzt werden, damit man ihre insgesamt schöne Erscheinung auch sieht. Nicht nur die Blüten sind sehr elegant sondern auch die langen düngen Blätter. Wenn man die Amarine in einen Kübel pflanzt, lässt sich dieser sehr schön mit dem blauen Agapanthus, aber auch mit der pinkfarbenen Dipladenia kombinieren. 

Pflege und Überwinterung

Eine besondere Pflege braucht die Amarine nicht, nur geduldige Gärtnerinnen und Gärtner, die auf die späte Blüte im September warten können. Ist der Sommer mal ganz trocken, ist es sinnvoll zu gießen. Aber das gilt ja für alle Gartenpflanzen. Ist der Winter einmal sehr kalt, sollte man die Zwiebeln mit einer dicken Schicht aus Laub und Reisig abdecken. Diese isoliert und verhindert das Austrocken der Zwiebeln. Die Laubschicht sollte aber nicht dauerhaft nass sein, das Reisig sorgt für Abtrocknung des Laubs. 

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

 

Über den Autor:
post@mein-mediterraner-garten.de

Dr. Dominik Große Holtforth ist Experte für mediterrane Pflanzen und Gärten. Wenn ihr eine persönliche Beratung zur Pflege oder zum Schneiden wünscht, könnt ihr hier eure Frage stellen, der gerne und kurzfristig weiterhilft. Auch in seinem wöchentlichen Newsletter berichtet Dr. Große Holtforth über die mediterrane Pflanzenpflege. Hier geht es zur Anmeldung, die natürlich kostenlos und unverbindlich ist. 

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