Die Schmucklilie Agapanthus africanus pflanzen, pflegen, überwintern

Die Schmucklilie mit dem schönen botanischen Namen Agapanthus africanus gehört zu den beliebtesten Kübelpflanzen für Balkon und Terrasse. Ihre beeindruckenden Blüten und ihr elegantes Laub begeistern mich schon seit Jahren. Damit auch ihr viel Freude und Erfolg mit Agapanthus africanus habt, möchte ich in diesem Beitrag von meinen Erfahrungen und der idealen Pflege für die Schmucklilie berichten. Wenn ihr einen Agapanthus kaufen möchtet, empfehle ich euch das tolle Sortiment von Lubera

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Wissenswertes zum Agapanthus

Der Agapanthus Africanus gehört zur sogenannten Kapflora, stammt also wie der Name unschwer erkennen lässt, aus dem südlichen Afrika. Die Kapflora gehört zu den Pflanzenreichen und weist eine besondere Vielfalt schöner Blütenpflanzen auf. Als Vertreter dieser afrikanischen Flora ist der Agapanthus nicht frosthart und muss wirksam vor Frost geschützt werden.

Die Blüte des Agapanthus

In Bezug auf seine Blüten muss auch der Agapanthus sich nicht verstecken. Sie wachsen an langen festen Stielen und sind zunächst in Knospen verborgen, die an Pfeilspitzen erinnern. Doch schon bald dem Erscheinen öffnen sich die Knospen und die zahlreichen Einzelblüten öffnen sich. Sie formen dann eine blaue Blütenkugel, die von einem edlen Dunkelblau bis zu einem fast weißen Hellblau eine Vielzahl von Farbschattierungen bereithält. Diese Farbvariationen in der Blüte lassen die Aganpanthusblüten wie Lapislazuli, den berühmten Edelstein, aussehen. 

Agapanthus africanus

Blüte und Knospe beim Agapanthus africanus

Neben den blauen Blüten gibt es auch weißblühenden Agapanthus. Gerade eine Kombination aus den beiden Blütenfarben sieht wunderbar aus. Allerdings lässt sich Agapanthus auch hervorragend mit anderen blühenden Kübelpflanzen kombinieren. Bei mir stehen drei Agapanthus-Kübel mit der nicht minder schönen Calla im blau-weißen Wechsel. 

Elegant und üppig – das Laub

Pflanzen wirken besonders schön und manchmal auch exotisch, wenn Blüte und Laub ein harmonisches Ensemble bilden. So ist es auch beim Agapanthus africanus. Die Blätter sind lang, schmal und dunkelgrün und sprießen direkt aus den Rhizomen. Der Agapanthus bildet also als Kübelstaude keine verholzenden Äste oder einen Stamm. Sie wachsen in überbordenden Horsten und sorgen damit für einen opulenten Eindruck. Aus diesen üppigen und vital wirkenden Horsten wachsen dann die langen Blütenstände, an deren Spitze sich gewisser Maßen zur Krönung des Agapanthus die Blütenkugeln öffnen. 

Agapanthus vermehren

Die Schmucklilie Agapanthus wächst aus kräftigen Rhizomen, die aber eher länglich als knollenförmig sind. Ein wichtiger Pflegeaspekt ist, dass die Wurzeln und Rhizomen besonders eng im Topf wachsen müssen, sonst bleibt die Blüte aus. Rhizome und Wurzelapparat lassen sich problemlos teilen, so dass ihr auf diese Art und Weise den Agapanthus bei gutem Wachstum vermehren könnt. 

agapanthus africanus

Wurzeln und Rhizome bei einem gut durchwurzelten Agapanthus

Agapanthus africanus richtig pflegen

Eine gute Nachricht vorab: der Agapanthus ist pflegeleicht und blüht üppig. Damit ist er das, was man eine „dankbare“ Pflanze nennt. Wie immer ist der Pflegeerfolg vor allem von der richtigen Standortwahl abhängig.

Agapanthus africanus

Ein afrikanisches Kontrastprogramm – weißer und blauer Agapanthus

Standort und Überwintern

Der ideale Standort bei Agapanthus ist sonnig bis halbschattig. Als Kübelstaude bleibt der Agapanthus klein, so dass er in der ersten Reihe stehen muss, um zur Geltung zu kommen. Je wärmer der Agapanthus steht, umso besser wächst er. Er kann aber auch kühlere, aber frostfreie Perioden gut überstehen.

Die Überwinterung ist klassisch mediterran, also kühl und hell. Ich habe meine Agapanthus in einem kühlen Winterquartier. Dort beleuchte ich ihn und die anderen Pflanzen mit Leuchtstoffröhren, die pflanzenspezifisches Licht mit ca. 1.700 lx erzeugen. Das bekommt ihm so gut, dass er sogar weiterblüht (allerdings nur mit wenigen Blüten). Die Überwinterung dauert von ca. Oktober bis Anfang April, je nach Frostverlauf in eurer Region. Ein Problem in der Überwinterung kann sein, dass einzelne Blätter gelb werden. Diese können einfach am Ende der Überwinterungszeit abgeschnitten oder entfernt werden.

Agapanthus africanus

Der Agapanthus africanus wächst mit der richtigen Versorgung mit Wasser und Nährstoffen sehr üppig.

Gießen und Düngen

Beim Gießen ist der Agapanthus einfach zu versorgen. Ich habe meine Agapanthuskübel auf Unterschalen gestellt, die ich immer so mit Wasser befülle, dass das Wasser im Laufe eines Tages verdunstet wird. Danach befülle ich die Schalen wieder. Wenn es einmal kälter ist, so dass die Agapanthuspflanzen weniger Wasser verdunsten, setzt man entsprechend mit dem Gießen aus. Zum Gießen kann man Regen- oder Leitungswasser verwenden. Der ideale Zeitpunkt zum Gießen ist der Morgen, denn dann entspricht die Wassertemperatur der Temperatur der Pflanze.

Als Kübelpflanze, die bei guter Versorgung auch gut wächst, braucht der Agapanthus in der Vegetationszeit -also von Mai bis August- einen Dünger. Hier empfiehlt sich ein Kübelpflanzendünger, der in Pulverform ins Gießwasser gegeben werden soll. Die Dosierung sollte man vom Hersteller übernehmen. Anzeichen für Überdüngung sind braune Blattränder. Wenn diese auftauchen und eindeutig zugeordnet werden können, sollte die Düngung erst einmal eingestellt werden. Im ganz schlimmen Fälle muss umgetopft werden, um die mit Dünger überfüllte Erde zu entfernen.

Umtopfen

Beim Umtopfen gibt es eine Besonderheit, die ich oben bereits angesprochen habe. Die Rhizome des Agapanthus africanus müssen ganz eng im Topf eingepflanzt werden, denn sonst blühen sie nicht oder nur wenig. Mit dem Umtopfen solltet ihr also auch so lange warten, bis die Wurzeln unten aus den Abflusslöchern des Topfes hinauswachesen. Ein Tipp: Verwendet beim Agapanthus nie eure wertvollsten Töpfe, denn manchmal sitzt er so fest im Topf, dass man diesen zerstören muss.

Wenn man die Rhizome und Wurzeln aus dem Topf bekommen hat, kann man sie teilen, je nach Größe ein oder auch zwei Mal. Natürlich kann man den Agapanthus auch ungeteilt eintopfen. In jedem Fall sollte man vorher die Wurzeln etwas aufrauhen, damit sie besser anwurzeln. Der neue Topf muss wieder Abflusslöcher haben. Er sollte im Durchmesser nur wenige Zentimeter größer sein als der alte Topf. Als Substrat kann einfache, lockere und durchlässige Pflanzerde verwendet werden, die idealer Weise torffrei ist. Ich mische ca. 10% Quarzsand unter die Erde, das erhöht die Durchlässigkeit.

Im Topf lege ich zunächst Tonscherben über die Abflussflöcher, um dann anschließend eine erste dünne Erdschicht einzuführen. Darauf setze ich den Wurzelballen und fülle schließlich den Freiraum mit Erde auf. Ich gebe zu, dieser Teil des Umtopfens ist -wie wir im Rheinland sagen- „friemelig“. Das heißt soviel wie „nicht ganz einfach, da der Platz gering ist. Wenn ihr den Topf nach jeder Portion Erde dreht, fällt es etwas einfacher und nach dem vierten Agapanthus-Topf habt ihr Routine 😉

Zum Schluss wird der Agapanthustopf angegossen. Dazu ein Tipp: Stellt den Agapanthus zunächst an seinen endgültigen Standort und gießt erst dann. Auf diese Weise müsst ihr das Wasser nicht mittragen.

Das Schneiden

Da Agapanthus africanus nicht verholzt, ist das Schneiden keine große Sache. Die Blütenstengel werden nach der Blüte entfernt. Auf diese Weise bilden sich immer neue Blüten, denn ganzen Sommer lang. Auch beeinträchtige und gelbe Blätter können und sollten auch abgeschnitten werden.

Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth

Über den Autor:
post@mein-mediterraner-garten.de

Dr. Dominik Große Holtforth ist Experte für mediterrane Pflanzen und Gärten. Wenn ihr eine persönliche Beratung zur Pflege oder zum Schneiden wünscht, könnt ihr hier eure Frage stellen, der gerne und kurzfristig weiterhilft. Auch in seinem wöchentlichen Newsletter berichtet Dr. Große Holtforth über die mediterrane Pflanzenpflege. Hier geht es zur Anmeldung, die natürlich kostenlos und unverbindlich ist.